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Veröffentlicht am 12.01.2026

Abgedrehte Horrorsatire mit expliziten Sex- und Gewaltszenen

Feuchte Monster
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Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Krause eine ziemlich abgedrehte Horror-Satire mit expliziten Gewalt- und Sexszenen vor. Für Zartbesaitete ist dieses Buch daher eher weniger geeignet.

Auch wenn ...

Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Krause eine ziemlich abgedrehte Horror-Satire mit expliziten Gewalt- und Sexszenen vor. Für Zartbesaitete ist dieses Buch daher eher weniger geeignet.

Auch wenn hier mehrmals Bezug auf das Buch „Feuchte Beute“ genommen wird und zudem auch einige Protagonisten aus diesem Buch hier mitwirken, braucht man für das Verständnis keine Vorkenntnisse. Allerdings wird man dann vielleicht nicht jede der zahlreichen Anspielungen nachvollziehen können, die der Autor in die Geschichte einbaut. Dazu zählt unter anderem, dass hier sein Alter Ego Frank J. Freibrodt, der zudem als Autor von „Feuchte Beute“ aufgeführt ist, als einer der Hauptprotagonisten mitwirkt und auch Matthias Krause selbst an einigen Stellen zumindest namentlich auftaucht.

Der egozentrische und ziemlich erfolglose Autor Frank J. Freibrodt braucht dringend eine gutbetuchte Gönnerin, da ihm ein übler Kredithai im Nacken sitzt. Bei einem mehrtägigen Speeddatingevent hofft er fündig zu werden. Dort finden sich neben hoffnungsvollen Singles aber auch Fetischisten, parasitäre Monster und der Sensitivity Reader Mortimer Wissmann ein, an dem Franks letzte Buchveröffentlichung kläglich gescheitert ist. Mortimer ist inzwischen von der klebrigen Brut eines riesigen Meerwurms aus dem Bermuda-Dreieck befallen und hat mit seinem roten Füller einen blutigen Rachefeldzug gestartet. Und auch Frank steht auf seiner Liste.

Mit einem lockeren Schreibstil, viel Einfallsreichtum und einer ordentlichen Prise schwarzem Humor, der auch schon mal ziemlich derbe ausfallen kann, entwirft der Autor eine bunte Welt voller unerwarteter Wendungen, gelungener Anspielungen und abgedrehter Momente mit reichlich Situationskomik, durch die er seine gut gezeichneten und durchaus vielschichtig angelegten Protagonisten stolpern lässt. Auch wenn es zwischendurch schon ziemlich wild zugeht und es dadurch ab und an etwas unübersichtlich wird, fügt sich schlussendlich alles wunderbar zusammen und es ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild, bei dem keine wesentlichen Fragen offenbleiben.

Wer Spaß an abgedrehten Horrorromanen findet und auch keine Probleme mit derbem Humor und Beschreibungen, die sich hart an der Ekelgrenze entlanghangeln, hat, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Mehr als gelungener Auftakt einer neuen Trilogie aus dem Totenbändiger-Serienkosmos

London Underground
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Mit diesem Buch, dem ersten Band einer Trilogie, schlägt die Autorin Nadine Erdmann ein neues Kapitel in ihrer Totenbändiger-Saga auf, in der zwischen 2019 und 2022 insgesamt 24 Bände zunächst einzeln ...

Mit diesem Buch, dem ersten Band einer Trilogie, schlägt die Autorin Nadine Erdmann ein neues Kapitel in ihrer Totenbändiger-Saga auf, in der zwischen 2019 und 2022 insgesamt 24 Bände zunächst einzeln als E-Book erschienen sind und diese anschließend auch in einigen Sammelbänden zusammengefasst wurden. Die neue Trilogie ist nun 13 Jahre nach dem Ende dieser ersten Reihe angesiedelt.

Man kann das Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den bisherigen Bänden der Saga lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Ein Personenregister am Ende des Buches hilft zudem, die Erinnerungen wieder aufzufrischen und sich in den doch recht komplexen Familienstrukturen der Familie Hunt zurechtzufinden. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich zudem schon, die erste Reihe bereits zu kennen.

13 Jahre sind vergangen, seit die Familie Hunt und ihre Mitstreiter den Machenschaften ihres Erzfeindes Cornelius Carlton ein Ende gesetzt und die Umsetzung seines perfiden Planes verhindert haben. Doch die Gefahr durch Geister und andere Kreaturen ist noch lange nicht gebannt. Zudem befindet sich London nun in einem weiteren Unheiligen Jahr, in dem diese Gefahr besonders groß ist. So sind Gabriel Hunt und seine Spuk Squad im Dauereinsatz, um die Sicherheit in der Stadt zu gewährleisten, Unterstützt wird er dabei von seinem Mann Matt und seinen Ghost Reapers. Leo und Toby, die Söhne von Gabriel und Matt, wissen zudem seit ein paar Jahren, dass sie, wie einst ihr Onkel Cam, einen Geminus in sich tragen und müssen nun mit diesem Wissen und seinen Konsequenzen umgehen. Und das fällt den beiden Teenagern nicht unbedingt leicht.

Nadine Erdmann gelingt es mit ihrem packenden Schreibstil mühelos an den Charme der alten Geschichten anzuknüpfen So hatte ich von Beginn an das Gefühl, meine letzte Begegnung mit den Hunts läge nicht knapp 4 Jahre, sondern erste wenige Tage zurück. Auch dieses Buch besticht durch eine atmosphärisch dichte Geschichte und ein hohes Erzähltempo. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die größtenteils bereits aus der ersten Reihe bekannt sind und in der Zwischenzeit ein wenig älter und vielleicht auch etwas reifer geworden sind. Die Neuzugänge fügen sich zudem perfekt in das sehr gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein und bereichern es sogar noch. So liefert auch dieses Buch die bewährte Mischung aus Spannung und innigen Momenten zwischen den Protagonisten, die reichlich Herzwärme verströmen.

Wer auf einen spannenden Genre-Mix aus Fantasy, Horror und Dystopie steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Die Messlatte für die weiteren Bände der Trilogie liegt gleich mächtig hoch.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Kleiner, aber feiner Mystery-Thriller aus den schottischen Highlands

Der verlorene Flugplatz
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Mit diesem Buch legt der Autor Emanuel Müller den ersten Band seiner Northern-Drift-Reihe vor, die in den schottischen Highlands angesiedelt ist und neben spannenden Abenteuern aus der Welt der Fliegerei ...

Mit diesem Buch legt der Autor Emanuel Müller den ersten Band seiner Northern-Drift-Reihe vor, die in den schottischen Highlands angesiedelt ist und neben spannenden Abenteuern aus der Welt der Fliegerei auch noch eine ordentliche Portion Mystery beinhaltet.

Die Pilotin Mae Holloway und ihr Co-Pilot Julius »Jules« Calder fliegen für Northern Drift, eine kleine Frachtfluglinie mit zweifelhafter Vergangenheit. Bei ihrem neuesten Auftrag sollen sie eine versiegelte und ziemlich mysteriöse Holzkiste zu einem Flugplatz bringen, der auf keiner Karte verzeichnet ist. Wenn sie auch nur geahnt hätten, was sie an ihrem Ziel erwartet, hätten sie die Kiste aber wohl direkt nach dem Start aus der Maschine geworfen.

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Auf knapp 140 Seiten lässt er sich auch keine Zeit für große Vorreden, sondern kommt ziemlich schnell zur Sache. Die beiden Hauptprotagonisten sind insgesamt gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, die Informationen zu ihnen beschränken sich aber zunächst auf ihren beruflichen Werdegang, ihr Privatleben und ihre Vergangenheit bleiben dagegen noch im Dunkeln. Und alle weiteren Nebenfiguren kommen über die Funktion als Stichwortgeber kaum heraus. Der hohe Unterhaltungswert des Auftaktbandes wird dadurch zwar nur wenig beeinträchtigt, lässt aber durchaus noch Luft nach oben.

Wer eine spannende Mischung aus Abenteuer und Mystery sucht, wird hier gut bedient und unterhalten. Und am Ende gibt es sogar schon einen kleinen Ausblick auf den nächsten Auftrag, die ebenfalls reichlich Spannung verspricht.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Packender Thriller aus Berlin, der mit zwei gut aufeinander abgestimmten Ermittlern mit Potential für weitere Auftritte aufwartet

Spiel der Toten
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Mit diesem Buch legt der Autor Simon Jaspersen einen spannenden Thriller vor und schickt dabei zwei gut aufeinander abgestimmte Ermittler ins Rennen, die durchaus Potential für weitere Auftritte nachweisen.

Nach ...

Mit diesem Buch legt der Autor Simon Jaspersen einen spannenden Thriller vor und schickt dabei zwei gut aufeinander abgestimmte Ermittler ins Rennen, die durchaus Potential für weitere Auftritte nachweisen.

Nach dem Tod seiner Frau hat Jan Mossmann seinen Job beim LKA Frankfurt hingeschmissen und hält sich mit gelegentlichen Jobs für ein Sicherheitsunternehmen über Wasser. Als er den Autor Arno Roth während einer Lesung in Potsdam begleitet, verbindet er den Job mit einem Besuch bei seinem Onkel Frank Julius vom LKA Berlin. Der bittet Jan um Hilfe, da seine Abteilung gerade unterbesetzt ist und er es gleich mit zwei spektakulären Mordfällen zu tun hat. Die Ermittlungen führen Jan zu einer abgelegenen Privatklinik, die von der Familie seines Klienten betrieben wird.

Mit einem packenden Schreibstil, der für mich aber zu Beginn noch so ein wenig gewöhnungsbedürftig war, und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bietet am Ende eine überzeugende Auflösung, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Permanente Orts- und Perspektivwechsel sorgen zudem für ein hohes Erzähltempo. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei ist die Geschichte schon ziemlich stark auf Jan zugeschnitten, die Polizeianwärterin Jasmin Mobido greift als zweite Ermittlerin erst relativ spät ins Geschehen ein, empfiehlt sich dabei aber durchaus für weitere Auftritte, bei denen sie dann auch mehr Raum zur Entfaltung bekommen sollte.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Thriller steht, wird hier gut bedient und spannend unterhalten. Auch wenn mich die beiden Ermittler noch nicht komplett von sich überzeugen konnten, ist mein Interesse für weitere Auftritte auf jeden Fall geweckt.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Grandiose Fortsetzung der dystopischen Trilogie

Als die Freiheit starb – Rebellion
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Mit diesem Buch legt die Autorin Dania Dicken den zweiten Band ihrer als Trilogie angelegten dystopischen Romanreihe „Als die Freiheit starb“ vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Dania Dicken den zweiten Band ihrer als Trilogie angelegten dystopischen Romanreihe „Als die Freiheit starb“ vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen

Nach ihrer Befreiung aus dem Lager, in das sie von der Regierung gesteckt wurde, hat Adriana Cabello Unterschlupf bei der Widerstandsgruppe „Freedom Fighters“ gefunden, obwohl diese hinter dem Anschlag steckt, bei dem ihr Mann Eric ums Leben gekommen ist. Sie hat allerdings nur wenig Zeit, um über den Verlust von Eric und ihrem ungeborenen Kind zu trauern, sondern setzt alles daran, ihren Sohn Anthony zu finden und mit ihm zu ihrem Bruder nach Kanada zu flüchten. Unterstützung findet sie dabei in dem Nachrichtentechniker Sam. Doch vor ihnen liegt ein weiter Weg voller Gefahren und Hindernisse.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen entwickelt die Autorin ihr beängstigendes und erschreckend realitätsnahes Szenario eines totalitären Staates, der seine Interessen ohne Skrupel und Moral vorantreibt, konsequent weiter. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die größtenteils bereits aus dem ersten Band bekannt sind. Die Neuzugänge reihen sich aber gut in dieses Ensemble ein und bereichern es sogar noch einmal. Auch diesmal erleben wir das Geschehen komplett aus der Perspektive von Adriana, die hier auch als Ich-Erzählerin fungiert und uns hautnah an ihren Ängsten und Zweifeln teilhaben lässt.

Wer auf dystopische Romane mit starken Figuren und einem beängstigenden Szenario steht, wird hier erneut bestens bedient und spannend unterhalten. Die Messlatte für das große Finale der Trilogie liegt noch einmal ein ordentliches Stückchen höher.

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