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Veröffentlicht am 19.12.2022

Ihr fünfter Fall führt Maike Graf von Unna bis nach Ägypten

Ruhrpott-Connection
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Mit diesem Kriminalroman legt die Autorin Astrid Plötner den fünften Band ihrer Reihe um die Kommissare Maike Graf und Max Teubner von der Kriminalpolizei Unna vor. Wie schon die ersten beiden Auftritte ...

Mit diesem Kriminalroman legt die Autorin Astrid Plötner den fünften Band ihrer Reihe um die Kommissare Maike Graf und Max Teubner von der Kriminalpolizei Unna vor. Wie schon die ersten beiden Auftritte der beiden Kommissare konnte mich auch dieser Band wieder auf ganzer Linie überzeugen und mir dabei ein paar spannende Stunden bescheren.

Man benötigt hier keine Vorkenntnisse aus den bisherigen Bänden der Reihe, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Ich selbst habe Band 3 und 4 der Reihe bislang noch nicht gelesen und konnte hier problemlos wieder ins Geschehen einsteigen.

Maike Graf und ihr Freund Jochen Hübner geraten bei einem abendlichen Spaziergang durch Unna-Königsborn in einen Überfall auf eine Antiquitätenhandlung. Kurz darauf ist die Besitzerin des Ladens tot und Jochen mit einem Bauchschuss lebensgefährlich verletzt. Auch der Ehemann der Ladenbesitzerin wird kurz darauf tot aufgefunden. Da Maike aufgrund ihrer persönlichen Beteiligung diesmal nicht mitermitteln darf, müssen Max Teubner und Sören Reinders der zuständigen Mordkommission aus dem benachbarten Dortmund nun alleine zuarbeiten und stoßen auf einen weiteren ungelösten Todesfall in der Vergangenheit des Ehepaares. Und auch Maike lässt sich nicht so einfach kaltstellen und stellt eigene Nachforschungen an. Diese führen zu einer Ruhrpott-Connection, die ihre Finger im organisierten illegalen Antikenhandel hat und deren Spur Maike bis nach Ägypten führt.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und sorgt dabei mit ständigen Perspektivwechseln für ein ziemlich hohes Erzähltempo. Getragen wird das Ganze von einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Neben den Ermittlern steht dabei besonders Jana Helmes, die Nichte des ermordeten Ehepaares, im Mittelpunkt des Geschehens und nimmt eine Schlüsselrolle im Fall ein. Das gut aufeinander abgestimmte Figurenensemble hält die Spannung über die gesamte Länge des Buches auf einem hohen Niveau, bis wir am Ende eine überzeugende Auflösung präsentiert bekommen, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben.

Wer auf spannende Krimis mit viel Lokalkolorit aus dem Ruhrgebiet steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 19.12.2022

Launige Geschichten aus dem Leben eines Mannes mit zwei linken Händen

Finger weg!
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Gerade erst hat der Autor Thomas Matiszik mit seinem Thriller „Todesprüfung“ meine Nerven ziemlich heftig strapaziert, nun gelingt ihm mit diesem Buch gleiches mit meinen Lachmuskeln.

Mit einem lockeren ...

Gerade erst hat der Autor Thomas Matiszik mit seinem Thriller „Todesprüfung“ meine Nerven ziemlich heftig strapaziert, nun gelingt ihm mit diesem Buch gleiches mit meinen Lachmuskeln.

Mit einem lockeren und absolut launigen Schreibstil, der dabei auch immer mit einem gewissen Augenzwinkern versehen und von reichlich Selbstironie geprägt ist, stellt er uns hier seinen beiden linken Hände vor, denen er durchaus liebevoll die Namen „Häpken“ & „Dösig“ verliehen hat und die ihn immer wieder in haarsträubende Situationen bringen, vor allem dann, wenn er seinen beiden Freunden Fähigkeiten zutraut, über die sie nicht einmal ansatzweise verfügen. 

In einzelnen und sehr abwechslungsreichen Geschichten, die auch nicht unbedingt zeitlich chronologisch angeordnet sind, gibt er tiefe Einblicke in das Leben mit zwei linken Händen und den daraus resultierenden Problemen. Dabei unterhält er nicht nur vorzüglich, sondern macht zugleich auch allen Mut, die mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. 

Das Handbuch für den ungeschickten Mann richtet sich dabei nicht nur an betroffene Männer, die sich, so wie ich auch, in der einen oder anderen Geschichte durchaus wiedererkennen könnten, sie bietet darüber hinaus auch allen anderen Lesern, die unter Umständen ein entsprechendes Exemplar in ihrem näheren Umfeld kennen oder sogar unter ihm zu leiden haben, wertvolle Tipps zum Umgang mit dieser besonderen Spezies. Und jede Menge Spaß macht das Buch sowieso.

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Veröffentlicht am 16.12.2022

Gelungene und düstere Dystopie mit ein paar Längen im Mittelteil

Stillstand
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Bei ihrem Romandebüt legt die Autorin Juliane Schiesel eine packende Dystopie vor, die mich trotz einiger Längen im Mittelteil unter dem Strich doch gut und spannend unterhalten konnte.

Dabei entführt ...

Bei ihrem Romandebüt legt die Autorin Juliane Schiesel eine packende Dystopie vor, die mich trotz einiger Längen im Mittelteil unter dem Strich doch gut und spannend unterhalten konnte.

Dabei entführt sie uns in eine nicht allzu weite Zukunft, in der die Überbevölkerung droht, die Menschheit in die Knie zu zwingen. 14 Milliarden Menschen bevölkern inzwischen den Planeten und sorgen für einen rasanten Zuwachs von Obdachlosigkeit und sozialen Unruhen, die sich immer öfter in Gewaltakten entladen. Dabei spielt eine mysteriöse Sekte, die sich als „Heilende Hände“ bezeichnet, eine unrühmliche Rolle. Als die junge Olivia Becker bei einem Überfall von Sektenmitgliedern ihre Eltern verliert, kann sie sich zusammen mit ihrer Tante Diana im letzten Moment retten. Einige Jahre später haben die beiden in Halle eine neue Bleibe gefunden und versuchen dort, den immer größer werdenden Engpässen bei Nahrung, Wasser und Strom zu trotzen. Bei ihrer Arbeit als Kurierfahrerin stößt Olivia immer wieder auf den undurchschaubaren Joshua, der für einen geheimnisvollen Kunden von ihr arbeitet. Als eine Viruserkrankung die Welt endgültig ins Chaos stürzt, muss sich Olivia ausgerechnet auf Joshua verlassen, um zu überleben.

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, erschafft die Autorin hier mit viel Liebe zum Detail eine dystopische Welt voller Überraschungen und Gefahren. Aufgebaut ist das Buch wie ein Countdown, der nach einem kurzen Prolog mit Kapitel 10 beginnt und sich dann langsam aber sicher auf die Stunde Null zubewegt. Dabei erzählt sie die Geschichte fast ausschließlich aus der Perspektive von Olivia, am Ende eines jeden Kapitels gibt es aber auch immer wieder kurze Passagen, die über den Tellerrand von Olivias Welt hinausblicken und den fortschreitenden Verfall der Zivilisation beschreiben. Zwischen einem sehr gelungenen Einstieg und einem packenden Showdown finden sich im Mittelteil allerdings doch einige Längen, bei denen man manchmal sogar den Eindruck, Dinge schon einmal gelesen zu haben. Der Titel des Buches wird dabei allzu oft zum Programm. Doch zum Ende hin bekommt die Geschichte noch einmal rechtzeitig die Kurve und dreht ordentlich an der Spannungsschraube. Obwohl die Geschichte dabei zu einem schlüssigen und in sich geschlossenem Ende kommt, lassen die letzten Passagen doch noch ein wenig Spielraum für weitere Geschichten aus dieser bedrückenden Zukunftsvision.

Wer auf düstere und atmosphärisch dichte Dystopien steht, wird hier trotz der kleineren Kritikpunkte insgesamt doch gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 13.12.2022

Turbulenter und abgründiger Thriller aus dem Ruhrgebiet

Todesprüfung
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In diesem Thriller schickt der Autor Thomas Matiszik die Dortmunder Privatdetektivin Corinna Dupont in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei mit der turbulenten und abgründigen Geschichte auf ganzer ...

In diesem Thriller schickt der Autor Thomas Matiszik die Dortmunder Privatdetektivin Corinna Dupont in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei mit der turbulenten und abgründigen Geschichte auf ganzer Linie überzeugen und begeistern. 

Für mich war es dabei die erste Begegnung mit Corinna Dupont und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier Vorkenntnisse aus dem ersten Band fehlen würden. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Kurz nachdem Corinna Dupont von ihrem Arzt eine niederschmetternde Diagnose erhält, gerät dieser ins Visier der Polizei und wird beschuldigt, eine Patientin vergewaltigt zu haben. Corinna beschließt, ihm zu helfen und sticht bei ihren Ermittlungen in ein Wespennest. Von ihrem Bekannten, dem Dortmunder Kommissar David Schmelzer kann sie dabei keine große Unterstützung erwarten, da dieser gerade selbst in einem mysteriösen und ziemlich brutalen Mord ermittelt. Und Davids Vorgesetzter Hannes Jochimsen, der dank guter Beziehungen für seine zahlreichen Verfehlungen nicht zur Rechenschaft gezogen wurde, kocht wieder einmal sein ganz eigenes Süppchen, als er mit den Folgen einer lange zurückliegenden Ermittlung konfrontiert wird. Als klar wird, dass es zwischen diesen Fällen einen Zusammenhang gibt, bricht in Dortmund die Hölle los.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und sorgt dabei durch kurze Kapitel mit ständigen Perspektivwechseln für ein ziemlich hohes Erzähltempo, dass einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Getragen wird das Ganze von einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die teilweise schon ziemlich skurril ausfallen und dadurch einen ganz besonderen Humor in das ansonsten eher düstere Geschehen einbringen. Bei dem doch recht großen Personenaufgebot wäre aber vielleicht ein Personenregister ganz hilfreich gewesen. So muss man gerade zu Beginn doch ziemlich aufmerksam lesen, um hier nicht den Überblick zu verlieren. Sind diese Anfangsprobleme aber erst einmal überwunden, kann man sich ganz auf das wilde und auch ziemlich blutige Treiben einlassen und miterleben, wie die einzelnen Erzählfäden immer mehr ineinandergreifen und wir am Ende eine überzeugende Auflösung präsentiert bekommen, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben. 

Wer auf spannende und temporeiche Thriller mit ungewöhnlichen Ermittlern steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Mein erstes Buch von Thomas Matiszik wird mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben.

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Veröffentlicht am 12.12.2022

Der dritte Fall mit Frederike Stier bietet erneut reichlich Krimispannung und viel Ruhrgebietsflair

Tod auf der Kokerei
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In diesem Buch schickt der Autor Thomas Salzmann die ehemalige Hauptkommissarin Frederike Stier in ihren dritten Fall, der neben reichlich Krimispannung auch noch eine Menge Ruhrgebietsflair aufweist, ...

In diesem Buch schickt der Autor Thomas Salzmann die ehemalige Hauptkommissarin Frederike Stier in ihren dritten Fall, der neben reichlich Krimispannung auch noch eine Menge Ruhrgebietsflair aufweist, und mich damit erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Grundsätzlich braucht man hier keinerlei Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden, um das Buch lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Hauptfigur in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als die Tochter von Frederike Stiers Bekannten Hartmut tot in einem Wasserbecken auf der ehemaligen Kokerei der Zeche Zollverein aufgefunden wird und die Polizei den Fall allzu schnell als Selbstmord zu den Akten legen will, nimmt sich Frederike auf Bitten Hartmuts, dessen Verhältnis zu seiner Tochter nicht unbedingt das Beste war, der Sache an. Tief taucht sie in die Vergangenheit der jungen Frau ein und stößt dabei zwar auf das ein oder andere mögliche Mordmotiv, eine heiße Spur zu einem zugehörigen Mörder findet sich zunächst aber noch nicht. Im Zuge der Ermittlungen macht Frederike jedoch immer wieder die Erfahrung, dass die Menschen im Grunde wie eine Kokerei sind, sie haben eine weiße und eine schwarze Seite. 

Mit einem packenden Schreibstil und fein dosiertem Humor, der bisweilen auch ziemlich gallig ausfällt, treibt der Autor die gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sie schließlich in einem klassischen Showdown münden, der neben reichlich Spannung auch eine überzeugende Auflösung bietet, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Hatte es mir Frederike Stier im ersten Band mit ihrer zuweilen ziemlich ruppigen Art lange Zeit nicht wirklich leicht gemacht, sie zu mögen, ist sie mir inzwischen doch ziemlich ans Herz gewachsen. Zudem scheint sie im (Un-)Ruhestand auch durch ihre Herzerkrankung so langsam doch ein wenig altersmilde zu werden, auch wenn die „alte“ Frederike immer wieder mal hervorkommt.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten.

Das Ende des Buches deutet zudem an, dass auf Frederike zukünftig neben einem privaten Neuanfang auch eine neue spannende Aufgabe wartet. Man kann also gespannt sein, wie es mit ihr weitergeht.

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