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Veröffentlicht am 27.12.2022

Irgendwein Krieg ist immer irgendwo

In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg.
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Es hat immer ein bißchen was von Entblätterung, wenn Journalisten über sich und ihre Arbeit schreiben. Und natürlich über geschätzte oder verachtete Kolleginnen und Kollegen. Das kann unerhaltsam sein, ...

Es hat immer ein bißchen was von Entblätterung, wenn Journalisten über sich und ihre Arbeit schreiben. Und natürlich über geschätzte oder verachtete Kolleginnen und Kollegen. Das kann unerhaltsam sein, scharfsinnig, eitel - im Fall von Gabriele Riedles "In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg" ist es vor allem eine literarische Verfremdung eines Genres, das eigentlich von präziser, ja nüchterner Sprache lebt. Jedenfalls im klassischen Nachrichtenjournalismus, der Fall Relotius hatte - vor dem Sündenfall - ja gezeigt, dass literarische Ausschmückungen die Chancen für prestigeträchtige Journalistenpreise steigern können. Hier wird nun nicht geclaast, hier steht gleich im Untertitel "Eine Art Abenteuerroman". Wie viel die Ich-Erzählerin und die Autorin, abgesehen vom Job und der Arbeit in Krisen- und Kriegsgebieten tatsächlich gemeinsam haben, darüber kann ich nur mutmaßen.

Lernen branchenfremde Leser hier etwas vom Alltag von Kriegs- oder Krisenreportern? Auf jeden Fall brauchen sie Geduld, sich durch Bandwurm- und Schachtelsätze hindurch zu bewegen, die Erzählerin kommt schließlich aus dem Feuilleton. Einfach nur erzählen, was ist - bah, das ist offenbar zu profan! Mich kann nur die durchaus vorhandene (Selbst-) Ironie mit diesem Schreibstil versöhnen, der für mich zu viel Verpackung und zu wenig Inhalt bedeutet, auch wenn zwischen den Zeilen durchaus eine Ahnung spürbar wird von den eher Ahnungslosen, die in das gerade aktuelle Krisengebiet einfallen und und nun Reportagestoff brauchen für den Chefredakteur in Hamburg oder Manhattan. Erzählen, was ist - aber mit einem Hauch Exotik.

"Fallschirmjournalismus" hat man diese Art von Reportereinsatz genannt, lange bevor es embedded Journalists gab, damals im Golfkrieg und einer der großen Stunden von Peter Arnett, der als Kriegsberichter-Dinosaurier auch hier nicht fehlen darf. Denn anders als die Reporter, die in den jeweiligen Regionen dauerhaft vor Ort berichten, müssen diese Kollegen in der Regel nach dem Augenfälligen greifen, es sei denn, es passiert eh gerade etwas Spektakuläres, worüber man schreiben kann. Bei Afrika-Einsätzen etwa ist dann in den Artikeln gern von der roten Erde Afrikas die Rede (Africa is not a country....) und zerlumpten, aber strahlend lächelnden Kindern.

Sind Reporter, die den Krisen, über die sie berichten, den Rücken kehren können, sobald das Interesse an ihnen nachlässt, Helden, Voyeure, Zeitzeugen? Riedle schildert durchaus ironisch Selbstdarsteller und solche, deren professionelle Distanz sich allmählich auflöst, die Ängste, aber auch Adrenalinschübe, das Getriebensein nach der nächsten großen Geschichte, dem nächsten Kick, die Momente mit den großen und kleinen Figuren eines Stücks, dass sie selbst nicht immer durchschaut.

"In Dschungeln..." ist auch ein Schwanengesang - zum einen sicher auch auf ein Metier, das sich immer weniger Verlage und Stationen leisten, weil es so viel billiger ist, auch das Material lokaler freier Mitarbeiter zurück zu greifen. Zum anderen, weil es immer wieder auch um Tim H. geht, den Freund und Kollegen, den, dessen Aussehen im Laufe der Jahre nicht schaden nimmt und dessen Gelenke nicht zu knirschen beginnen nach all den Jahren in all den Krisen, da er in Libyen bei einem Granatangriff ums Leben kam.

Doch, ich habe dieses Buch gerne gelesen, auch wenn ich immer ein wenig damit fremdele, wenn Journalisten über sich selbst schreiben. Aber hier ist es ja fast ein Abenteuerroman. Nur die verschachtelten Bandwurmsätze, die hätte ich wirklich nicht gebraucht.

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Veröffentlicht am 19.12.2022

Europäische Träume und Ambitionen

Die Erweiterung
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Es gibt Sätze in Robert Menasses Roman "Die Erweiterung", die strotzen nur so vor Aktualitätsbezug, erklären vieles und scheinen mehr an der Realität als an Fiktion ausgerichtet zu sein. Daneben wird literarisch ...

Es gibt Sätze in Robert Menasses Roman "Die Erweiterung", die strotzen nur so vor Aktualitätsbezug, erklären vieles und scheinen mehr an der Realität als an Fiktion ausgerichtet zu sein. Daneben wird literarisch die Phantasie ausgetobt, aber auch das mit reichlich Symbolkraft. Menasse schaut auf das Gewerk der EU im brüokratiebestimmten Brüssel, er schaut aber auch zu denen, die noch an die europäische Idee glauben und jenen, die die eigenen Hoffnungen und Werte mittlerweile mit Füßen treten.

Albanien träumt von Europa, vom nächsten Erweiterungschritt der EU, doch die kommt nicht so recht voran. Liegt es an dem Misstrauen einem muslimischen Land gegenüber? An der Ernüchterung, die sich keine 20 Jahre nach dem EU-Beitritt Polens und Ungarn breitmacht, Ländern, die 1989 für den poltischen Umbruch standen und nun immer stärkere autoritäre Züge aufweisen? Da werden einstige Blutsbrüder zu Feinden, wie der polnische EU-Beamte Adam Pradower und sein alter Freund im antikommunistischen Widerstand, der heute polnischer Ministerpräsident ist. Und Mateusz heißt, ganz wie der in Warschau tatsächlich regierende Mateusz Morawiecki,

Doch der albanische Ministerpräsident ZK und seine aus Künstlern und Intellektuellen bestehende Entourage (wer denkt da nicht an Vaclav Havel,den tschechischen Dichterpräsidenten und sein Kabinett?) umwerben die Brüsseler Bürokraten mit reichlich Goodwill, daneben aberauch mit einer Schwejkiade um den Helm des albanischen Freiheitshelden Skanderbeg, der aus einem Wiener Museum gestohlen wird. Dabei hatte ZK gerade eine Kopie anfertigen lassen, für die eigene Kopfgröße maßgefertigt - doch der Goldschmied, der diese Arbeit erledigt, wird als mutmaßlicher Kunstdieb verhaftet, ehe er den Auftrag abliefern kann. Und bei den Vernehmungsmethoden der Polizei und den Bedingungen im Gefängnis hinkt Albanien, wie sich dann herausstellt, doch noch hinter EU-Standards zurück.

Menasse überzeugt mit dem Großen und dem Kleinen - dem EU-Beamten etwa, der sich in eine albanische Juristin verliebt, sein Cousin, ein österreichischer Polizist auf der Suche nach dem gestohlenen Skanderbeg-Helm, die Krise des albanischen Regierungssprechers, der merkt, dass er sich von seinen Werten und Idealen entfernt hat, der Deutschllehrer namens Siegfried Lenz. Um europäische und sonstige Identitäten geht es bei "Erweiterung", um Kursbestimmung, um Werte, Ideale und Macht. Das klingt zwar sehr ernst und gewichtig, aber auch Humor und unterhaltsame Beobachtungen des Menschlich-Allzumenschlichen runden diesen Roman ab.

Da ist es irgendwie nur passend, dass die Kreuzfahrt mit Ehrengästen und Staatsoberhäuptern, mit der Albanien für seine europäischen Ambitionen werben will, gründlich anders verläuft als gedacht. Das gilt nicht nur für die geplante Abrechnung Adams mit seinem einstigen Blutsbruder. Die EU, treibt sie womöglich als führungsloses Schiff in einem Meer der Träume und Alpträume?

Politisch, scharfzüngig, klug beobachtend und gut geschrieben, ist "Die Erweiterung" ausgesprochen lesenswert.

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Veröffentlicht am 19.12.2022

Love Kills

Wir zerstören dich
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Love kills, das sang schon Freddy Mercury. In "Wir zerstören dich" von Peter James stehen finanzieller Ruin oder gar ein grausamer Tod an der Stelle der erhofften Liebe. Detective Superintendent Roy Grace ...

Love kills, das sang schon Freddy Mercury. In "Wir zerstören dich" von Peter James stehen finanzieller Ruin oder gar ein grausamer Tod an der Stelle der erhofften Liebe. Detective Superintendent Roy Grace ermittekt zu einem angeblichen Suizid, der bei näherem Hinsehen aber Verdacht erregt. Denn die wohlhabende ältere Witwe, die erhängt in ihrer Wohnung gefunden wurde, hatte über eine Online Dating-Agentur einen neuen Partner gesucht - und vermeintlich gefunden. Bis erste Geldwünsche geäußert wurden und die misstrauisch gewordene Frau Bilder ihres Online-Lovers durch eine Suchmaschine laufen ließ. Das Ergebnis: Unbekannte haben die Identität beziehungsweise Profilfotos eines Motivationsredners gestohlen, der ganz bestimmt keine Frau sucht, ist er doch glücklich mit seinem Ehemann verheiratet.

Untersuchungen im Umfeld der Toten ergeben: Die Münchner Polizei ermittelt gerade zum Tod ihrer Schwester, die aus ihrem Fenster gestürzt wurde. Auch sie hatte über eine Online-Agentur einen neuen Partner gesucht, den Liebesbetrüger stellen wollen. Das Detektivspiel hat offenbar für beide Frauen tödlich geendet.

Und ein weiterer Love Scam beschäftigt die Polizei in Sussex: Ein älterer Ex-Offizier, der sein gesamtes Vermögen in Unterstützung seiner angeblichen Online Freundin investiert und verloren hat. - wie auch ein ehemaliger amerikanischer Polizist. Die beiden Männer wissen, dass die Ersparnisse ihres Lebens verloren sind. Doch sie wollen sich nicht damit abfinden.

James gibt seinen Lesern zahlreiche Informationen über Täter, Hintermänner und Querverbindungen zu diesen Fällen, die Grace und sein Team erst noch machen müssen. Die Spannung liegt nicht so sehr im Whodunnit, sondern dem Katz und Maus-Spiel, zumal gleich mehrere Gruppen im Spiel sind: Ein ehemaliger westafrikanischer Kindersoldat aus Ghana unfd sein psychopathischer Cousin, die vom großen Coup träumen und sich von ihrem früheren Chef losgesagt haben, um ihre eigene Betrugsfirma aufzubauen. Und der frühere Boss, der keine Konkurrenz duldet und einen Killer auf die beiden ansetzt. Ausgerechnet dieser Auftragsmörder in Grace kein Unbekannter. Nun geht es um die Frage - wer ist das nächste Opfer der Internetbetrüger - und wie kann ihnen endgültig das Handwerk gelegt werden?

Als wäre all dies nicht genug, muss sich Grace Sorgen um seinen verhaltensauffälligen Sohn aus erster Ehe machen, von dessen Existenz er erst vor kurzem erfahren hat - und um den diplomatischen Eiertanz mit seinem Vorgesetzten, der gerne die Lorbeeren für Graces Erfolge kassiert, seinem Detectiv Superintendent das Leben aber nicht nur schwer, sondern manchmal unerträglich macht.

Zwischenmenschliches und die Zusammenarbeit des Ermittlerteams stehen im Vordergrund - etwa auch die Veränderungen innerhaln der Polizei in Richtung mehr Diversität, mit denen einige der altgediensten Männer so ihre Probleme haben, gerade wenn manche Witzeleien plötzlich buchstäblich als unsagbar angesehen werden. Dass es sich um eine Serie mit zahlreichen Vorgängerbänden handelt, tut dem Lesespaß als Neu-Leserin von Roy Grace keinen Abbruch. Zwar gibt es Bezüge zu früheren Ereignissen, aber im Grunde geht es doch immer um das Aktuelle.

Roy Grace ist gerade in seiner Normalität und mit all den Alltagsproblemen - bad boss, die Ansprüche, nicht nur en guter Polizist, sondern auch ein guter Ehemann und Vater zu sein - überzeugend. Während sich die Handlung auf einen Showdown zubewegt, kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Mit britischem Understatement ohne unnötige Knalleffekte geschrieben, hat mich das Buch voll überzeugt.

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Veröffentlicht am 15.12.2022

Verlorene Seelen

Gespräche auf dem Meeresgrund
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Keine 150 Seiten ist "Gespräche auf dem Meeresgrund" von Root Leeb lang, doch die Erzählung enthält eine Menge Nachdenkenswertes, umso mehr, als wenig geschieht. Irgendwo auf dem Meeresgrund, ich verorte ...

Keine 150 Seiten ist "Gespräche auf dem Meeresgrund" von Root Leeb lang, doch die Erzählung enthält eine Menge Nachdenkenswertes, umso mehr, als wenig geschieht. Irgendwo auf dem Meeresgrund, ich verorte es am ehesten im Mittelmeer,werden drei namenlose, buchstäblich in Auflösung begriffene Existenzen aufeinander zugetrieben. Ist das der letzte Funken Leben verlorener Seelen? Die Hintergründe bleiben vage, Erinnerungssplitter, vielleicht aber auch nur Phantasien. Vage bleiben zunächst auch die Protagonisten: Der Eine, der Andere, die Dritte - eher Typen als Individuen,

So steht der Eine für die vielen Tausenden, denen das Meer zum nassen Grab geworden ist auf der Suche nach einer besseren Zukunft, während der Andere das gute Leben schon hatte, auf einer Ferienyacht über Bord ging. Und die Dritte - war sie ein Opfer politischer und sexueller Gewalt und Verfolgung, oder waren es ihre Ängste und Phantasien, die in ihren Gedanken gespiegelt werden?

Ein wenig erinnern die Gespräche an die fünf Phasen des Sterbens, denn vor allem der Andere hält sich noch ganz an dem Gedanken fest, dass es für ihn noch ein Leben gibt, dass er nicht tot ist, sondern in irgendeinem Zwischenstadion, dass Rettung kommen wird und alles wieder wird wie zuvor. Dagegen ist bei dem Einen die Akzeptanz dessen, was er nun ist, spürbar. Verwirrung und Wut, Ängste und Hoffnungen - in dem Nirgendwo zwischen Existenz und Auflösung werden auch die Gespräche existentiell, kreisen um Persönliches, um die Vergangenheit, um Konflikte und Konfrontationen und erst nach und nach wird aus allgemeinem individuelles Schicksal.

Die Welt, in der Raum und Zeit für die Protagonisten aufgehoben scheinen, spiegelt sich auch in der Sprache wider, die teilweise dahinrollt wie die Gezeiten, mal nachdenklich, mal dahinplätschernd, mal nachhallend. Die Illustrationen der Autorin ergänzen das maritime Ambiente. Manchmal verwirren die "Gespräche", oft regen sie zum Nachdenken an. Kein Buch mal eben für Zwischendurch, sondern eines, für das man sich trotz des knappen Umfangs genügend Zeit nehmen sollte.

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Veröffentlicht am 14.12.2022

Albtraum unter Freunden

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
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Es ist Silvester, und fast alles wie immer bei den befreundeten Ehepaaren Lollo und Max, Frederik und Nina. Wie jedes Jahr verbringen sie die letzte Nacht des Jahres zusammen, auch wenn sie sich im Grunde ...

Es ist Silvester, und fast alles wie immer bei den befreundeten Ehepaaren Lollo und Max, Frederik und Nina. Wie jedes Jahr verbringen sie die letzte Nacht des Jahres zusammen, auch wenn sie sich im Grunde auseinandergelebt haben und nicht mehr viel zu sagen haben. Doch insbesondere die jahrzehntelange Freundschaft der Frauen, Lollo, Nina und Malena scheint der Kitt zu sein, der zumindest zweimal im Jahr das Grüppchen zusammenhält, Silvester eben und Mittsommernacht. Das ist der Ausgangspunkt von Malin Stehns Psychothriller "Happy New Year"

Diesmal allerdings verlässt Nina ihr Zuhause mit gemischten Gefühlen, denn die großem Töchter feiern dort erstmal alleine eine Party, und Nina traut Lollos Tochter Jennifer nicht so recht über den Weg, die schon immer das Risiko liebte und das eigene Kind, wie sie fand, auf falsche Gedanken brachte.

Die Silvesterparty im Haus des wohlhabenden Immobilienmaklers Max und seiner statusbewussten Frau Lollo ist für Fredrik nur mit viel Alkohol zu ertragen, das Protzgehabe der beiden geht dem Lehrer jedes Mal auf die Nerven. Der Neujahrstag beginnt nicht nur mit einem Kater, sondern auch mit vielen Fragezeichen: Denn Jennifer hatte die Party, die ziemlich schnell aus dem Ruder gelaufen ist, vor Mitternacht verlassen, um nach Hause zu fahren, ganz untypisch früh. Doch dort ist die 17-jährige nicht angekommen. Eine SMS kurz vor Mitternacht mit Neujahrsgrüßen ist das letzte Lebenszeichen.

Ein vermisstes Kind, das ist der Alptraum für jede Familie. Bei aller Oberflächlichkeit bilden Max und Lollo da keine Ausnahme. Mit jedem Tag der Ungewissheit steigt die Spannung. In ihrem Versuch, mehr über Jennifers Kontakte herauszufinden, muss Lollo feststellen, dass sie ihre Tochter eigentlich gar nicht richtig kennt und Jennifer einige dunkle Geheimnisse hatte. Doch damit ist sie offenbar nicht die einzige.

Malin Stehn schafft es, immer wieder Verdachtsmomente gegen ihre Protagonisten zu legen und Andeutungen zu machen, die gewissen Schlüsse nahelegen und dann doch widerlegt werden. Ihre Finten sorgen für die Leser immer wieder für Überraschungsmomente und einem immer wieder neuen Blick auf das Geschehen während die scheinbar heile Welt ebenso zerfasert wie die alte Freundschaft. Die Lösung des Rätsels ist überraschend, doch bis dahin werden Persönlickeiten seziert und Grenzsituationen ausgekostet. "Happy New Year" ist nichts besinnlich-hyggeliges zur Weihnachtszeit, sondern Spannung in dunkler Jahreszeit. Dabei lässt sich die Autorin manchmal vielleicht etwas viel Zeit, zur Sache zu kommen. Aber letztlich schadet dass der Spannung nicht.

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