Warmherziger Roman in ländlicher Idylle
Ein Zuhause im FrühlingElla ist Illustratorin und illustriert eine Kinderbuchreihe, die sie auch verantwortet. Sie lebt in London und steckt zur Zeit nicht nur in einer Beziehungskrise sondern hat auch eine kreative Blockade.
Das ...
Ella ist Illustratorin und illustriert eine Kinderbuchreihe, die sie auch verantwortet. Sie lebt in London und steckt zur Zeit nicht nur in einer Beziehungskrise sondern hat auch eine kreative Blockade.
Das quirlige Großstadtleben geht ihr dazu auch auf die Nerven und so kommt ihr das Angebot ihrer Patentante gerade recht. Diese begibt sich auf eine lange Reise und möchte, dass Ella für ein halbes Jahr ihr kleines Cottage in dem Dorf Wilsgrave hütet.
Als Ella am nächstgelegenen Bahnhof ankommt, wird sie von ihren Eltern abgeholt und zum Cottage gebracht. Die erste Überraschung ist gleich die Labradorhündin Tess, die ihre Eltern ihr zur Betreuung aufs Auge drücken, wovon Ella vorher nichts geahnt hat und die sie ordentlich beschäftigt.
Und auch die Bewohner im Dorf sind neugierig auf die neue Mitbewohnerin und lassen Ella kaum in Ruhe ankommen.
Ob das alles gut gehen kann und Ella sich wohlfühlen wird?
Der Auftakt zu Julie Caplins „Country Escapes-Reihe“ erscheint erstmals in Deutschland wurde im Original aber bereits 2018 unter dem Pseudonym Jules Wake veröffentlicht.
Die Autorin entführt uns in das fiktive Dorf Wilsgrave in der englischen Countryside. Dabei handelt es sich um ein beschauliches kleines Dorf, in dem die Bewohner die Dorfgemeinschaft pflegen und Zusammenhalt groß geschrieben wird. Es gibt einen Pub, einen Dorfladen, vielerlei Aktivitäten und eine Tierarztpraxis. Das idyllische Setting rund um einen kleinen See in einer hügeligen Landschaft ist schön beschrieben und passt perfekt zur Handlung. Auch für Ella könnte es die richtige Umgebung sein, in der sie zur Ruhe kommen und ihre Kreativität zurück gewinnen kann.
Doch zunächst kommt alles anders und hier liegt gleich mein kleiner Kritikpunkt. Ihre Eltern verhalten sich bezüglich der Hündin sehr übergriffig und drücken ihr die Betreuung einfach aufs Auge. Ella lässt sich das auch gefallen und wehrt sich kaum dagegen. Dabei hat sie keinerlei Ahnung von Hunden und ist mit der jungen Hündin anfangs auch völlig überfordert. Allerdings zwingt sie die Hündin auch zu regelmäßigen Spaziergängen, die ihr selbst auch gut tun. Dabei fällt sie dann auch dem Dorftierarzt Devon auf, der gleich merkt, dass sie keine Ahnung hat.
Aber auch andere Dorfbewohner, wie ihr älterer Nachbar und die Tierarzthelferin Bets drängen sich ihr regelrecht auf. Sie bekommt Aufgaben zugewiesen wie Blumenschmuck für die Kirche oder Dienst im Dorfladen und lässt sich das alles gefallen, ohne ernsthafte Versuche sich zu wehren, da sie ja eigentlich arbeiten müsste, denn der Veröffentlichungstermin rückt näher. Das war insgesamt ein bisschen nervig und nicht ganz glaubhaft, auch wenn Ella sich sicherlich nicht aus allem im Dorf ausschließen möchte.
Insgesamt war es aber schön zu erleben, wie Ella langsam zur Ruhe kommt und auch versucht, wieder zu zeichnen. Die von ihr kreierte niedliche Mäusefamilie wird sehr bildhaft beschrieben, so dass ich mir die Kinderbücher mit ihren Geschichten gut vorstellen konnte.
Durch die Hündin Tess begibt sich Ella häufig in die schöne Natur im und um das Dorf, die ebenfalls so richtig hübsch beschrieben wird.
Die Begegnungen mit Devon dem Tierarzt lassen schnell erahnen, dass sich hier der romantische Teil der Handlung entwickeln wird. Und auch Devon steht an einem Wendepunkt in seinem Leben, so dass für beide die Zukunft betreffend Entscheidungen zu treffen sind.
Natürlich taucht auch noch Patrick, Ellas Ex-Freund, auf und veranstaltet mächtig Trubel.
Mysteriöse Karten und Briefe von Magda, Ellas Tante, beinhalten Anmerkungen und Lebensweisheiten und Ella stößt immer wieder mal an verschiedenen Orten im Cottage darauf. Diese Karten bzw. deren Inhalt geben Ella Denkanstöße, die ihr Leben verändern könnten.
Es gibt sehr viele humorvolle Momente, besonders durch die Hündin Tess und Ellas Erfahrungen mit den Dorfbewohnern, aber auch ebenso viele nachdenkliche Momente, besonders wenn Ella bei ihren langen Spaziergängen ihren Gedanken nachhängt und Pläne macht.
Die Figuren sind gut entwickelt und sehr unterschiedlich. Auch hier gibt es einige Überraschungen und Veränderungen.
„Ein Zuhause im Frühling“ ist ein schöner Wohlfühlroman der von Neuanfängen erzählt und eine schöne Dorfgemeinschaft zeigt, die zusammenhält und füreinander da ist. Die im Frühling erwachende Natur der Landschaft der englischen Countryside ist ein authentischer Schauplatz für eine unterhaltsame, kurzweilige und teilweise auch nachdenkliche Geschichte, in der auch Hundeliebhaber nicht zu kurz kommen!
Fazit: 4 von 5 Sternen
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