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Veröffentlicht am 17.02.2019

Ein berührendes und gleichzeitig fesselndes Buch

Wenn du mich siehst
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Ich war mir als großer Nicholas-Sparks-Fan nicht sicher, ob "Wenn du mich siehst" etwas für mich sein würde, als ich das Wort "Thriller" auf seinem Rücken fand. "Eine berührende Liebesgeschichte mit rasanten ...

Ich war mir als großer Nicholas-Sparks-Fan nicht sicher, ob "Wenn du mich siehst" etwas für mich sein würde, als ich das Wort "Thriller" auf seinem Rücken fand. "Eine berührende Liebesgeschichte mit rasanten Thrillerelementen", so beschrieb eine Pressestimme das Buch. Für Ersteres liebe ich Sparks, da mir noch kein anderer Autor und keine andere Autorin über den Weg gelaufen ist, die oder der authentischer, leichtfüßiger und trotzdem bedeutungsschwer und tiefgründig über die Geschichte zweier Menschen schreiben könnte. Ich war mir jedoch bei weitem nicht sicher, ob sich die Dynamik von Thrillern mit seiner Art des Erzählens vereinen lassen würde, obwohl Bedrohungen in seinen Büchern schon oft eine Rolle gespielt haben. 569 Seiten später konnte ich nicht mehr richtig dran glauben, dass ich diesen Zweifel jemals hatte.

Behutsam und gleichzeitig mit allen Informationen, die man über die Protagonisten benötigt, führt Sparks gewohnt präzise und atmosphärisch dicht hin auf die sich entfaltende Geschichte. Ich habe auch nach den vielen Büchern, die ich von ihm gelesen habe, immer noch nicht ganz entschlüsselt, wie er dabei vorgeht. Nichtsdestotrotz verliere ich mich jedes Mal schon auf den ersten Zeiten in dem, was er beschreibt. Mit Maria und Colin werden zwei junge Menschen vorgestellt, die unterschiedlicher nicht sein könnten; deren Geschichten nicht unterschiedlicher sein könnten. Er, der eher einzelgängerisch durchs Leben geht und wohl härter als viele andere für seine Zukunft kämpfen müsste; sie, die in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen ist und der das Leben gut mitgespielt hat. Langsam aber sicher bewegen sich ihre Handlungen aufeinander zu. Handlungen, die beide zusammenschweißen und gleichzeitig bedrohen - an dieser Stelle sei nicht mehr verraten. :)

Das "Thrillerhafte" entfaltet sich langsam – was, ohne ein großer Thrillerleser zu sein – für mich eindeutig mit der Definition dieses Genres übereinstimmt. Lange Zeit liest man über Unstimmigkeiten oder merkwürdige Begebenheiten hinweg, weil einem gar nicht in den Sinn kommt, dass sie merkwürdig sein könnten: erst ist da nichts, irgendwann ergeben beschriebene Situationen und Begebenheiten allerdings einen Sinn, dann stellt sich eine gewisse Dynamik ein. Gleichzeitig sind da sehr ruhige Momente, in denen es Sparks schafft, das Pendel wieder in Richtung einer Liebesgeschichte ausschlagen zu lassen – und genau dieses Hin und Her und manchmal parallel Passierende ist es, das „Wenn du mich siehst für mich ausmacht“; auch wenn es sich gar nicht so richtig von seinen zuvor verfassten Büchern unterscheidet. Da ist dieselbe Wärme in seinem Schreibstil, dasselbe behutsame Entfalten einer Liebesgeschichte, die auf ihre Weise besonders ist.

Auch in diesem Buch finden sich immer wieder kleine "Erzähllücken", die der Leser selbst schließen muss; Aspekte, die nicht beschrieben werden, die aber für den Verlauf der Geschichte wichtig sind und sich mit ein wenig Nachdenken erschließen - gerade dieses Nicholas Sparks so eigene Mittel empfinde ich in Bezug auf die Dynamik von "Wenn du mich siehst" als besonders passend. Als Leser wird man hierbei förmlich ans Buch gefesselt - ich habe mich mehrmals dabei erwischt, viel länger als geplant gelesen zu haben. Ein eindeutig gutes Zeichen für ein Buch, um zu einem Lieblingsbuch zu werden!

Was mir in vielen anderen Büchern oftmals verloren geht, ist die "Einflechtung" des Ortes, an dem die Handlung eines Buches angesiedelt ist. Es mögen viele Klischees darüber bestehen, wie es in einem Land zugeht; Klischees, die für viele Leser dann ein "Geschmäckle" haben. Nicholas Sparks hingegen schafft es, Dinerbesuche zu etwas werden zu lassen, das völlig zum einzelgängerischen Colin passt, Maria betreibt Stehpaddeln, um einen Ausgleich zu ihrem stressigen Berufsleben zu haben. Boxen, Tanzhallen, Touristenbars am Pier - das alles ist in "Wenn du mich siehst" nicht nur um des Habens willen in die Handlung eingeflochten: es gehört dazu, es muss so sein – und es ist genau richtig so, wie es beschrieben ist. Der Spielort ist keine Kulisse. Überhaupt „fließt“ die Geschichte auf die Art und Weise, die einen als Leser zu einem Teil des Ganzen werden lässt.

Ein weiteres schlagendes Argument für das Buch sind darüber hinaus definitiv unerwartete Wendungen; tragische, aber auch schöne. Nicholas Sparks machte sich solche schon in früheren seiner Bücher zu eigen, nichtsdestotrotz werden sie mir aufgrund der Verblüffung und des gebannten Weiterlesens, das sie bei mir ausgelöst haben, gerade bei diesem Buch noch lange in Erinnerung bleiben. Sie verdeutlichten eine Erkenntnis, die einer der Protagonisten als eine Art lebenslanges Mantra für sich beschreiben würde - und dieses werde auch ich ab sofort in meinem Herzen tragen: man hat immer eine Wahl; man kann sein Leben immer verändern. Immer.

Thriller und Nicholas Sparks, diese Paarung ist seit "Wenn du mich siehst" für mich absolut stimmig. Ein großartiges Buch – einmal mehr. Nicholas Sparks ist und bleibt der Meister der Liebesgeschichten! So sehr ich es auch versucht habe, etwas zu finden: die Contra-Seite auf meiner Liste bleibt leer. Ein fesselndes und gleichzeitig berührendes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der Nicholas Sparks (noch nicht) kennt - das bleibt.

Veröffentlicht am 01.05.2017

Spannung bis zum Schluss

Das Geheimnis von Chaleran Castle
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Wichtig bei Romanen ist für mich, dass sie von Anfang an fesselnd sind. Am besten gelingt das, wenn etwas Mysteriöses geschieht, bei dem man noch nicht ahnen kann, was das mit der Geschichte zu tun hat. ...

Wichtig bei Romanen ist für mich, dass sie von Anfang an fesselnd sind. Am besten gelingt das, wenn etwas Mysteriöses geschieht, bei dem man noch nicht ahnen kann, was das mit der Geschichte zu tun hat. Genau so einen Handlungsbeginn hat "Das Geheimnis von Cheleran Castle". Ich wurde von diesem Roman vom Prolog an gefesselt. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit dem entführten Mädchen auf sich hat. Natürlich hatte ich irgendwann mitten im Buch eine Vermutung, die ich aber immer wieder aufgab, da es für mich nicht plausibel klang, dass Finlay und Felicia Geschwister sein sollten. Ich war von der ersten Begegnung davon überzeugt, dass Finlay und Felicia ein Paar werden würden und dass der Gärtner Scott nur eine Nebenrolle sein würde. "Das Geheimnis von Cheleran Castle" hat mich aber des Öfteren überrascht und so kamen Felicia und Scott zusammen. Auch war ich anfangs davon überzeugt, dass Logan und Sophia ein Paar werden würden und Logan sie nach Cheleran Castle mitnehmen würde. Da aber Amelia sagte, als sie die Box mit den Briefen und Aufschrieben von ihren Vorfahren Felicia übergab, dass die Geschichte der beiden furchtbar traurig war, war mein Vermutung vom Ausgang der Geschichte nicht mehr sinnvoll. Mit solchen Wendungen überraschte mich dieser Roman oft und hat mich deshalb auch immer am Lesen gehalten. Oft habe ich nicht gemerkt, wann der Abschnitt, der in einer Woche zu lesen war, zu Ende war, den ich lesen sollte und so habe ich unbeabsichtigt weitergelesen. Ich wollte stets wissen, wie es weitergeht...
Sehr gut hat mir auch gefallen, dass durch die Geschichte von Logan und Sophia das südländische Aussehen von Felicia Sinn machte. Allgemein äußerliche Beschreibungen zu den Charakteren und zur Landschaft in Schottland sind sehr gelungen. Vor allem die Landschaftsbeschreibung macht Laune auf eine Reise nach Schottland.
Der einzige kritische Punkt den ich aufführen kann, ist die Gefühle, die Finlay für Poppy hegte, erkannte man nicht und so kam es für mich eher so herüber, als ob Finlay sich mit Poppy über Felicia hinwegtröstet. Das ist jedoch auch nur ein kleiner Kritikpunkt, die eventuell nur meiner Auffassung entspricht.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass "Das Geheimnis von Cheleran Castle" ein Roman ist, den man jeder romantikbesetzten, geheimnisliebenden und überraschungsfreudigen Leserin beziehungsweise Leser weiterempfehlen kann und werde. Dieser Roman wurde zu einem meiner Lieblingsromanen, während ich ihn las.

  • Cover
  • Charaktere
  • Atmosphäre
  • Lesespaß
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 23.03.2017

it's the start of something new

Ein ganz neues Leben
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Ich glaube, ich habe die beiden Phasen eines 'Ein ganzes halbes Jahr'-Lesers durchgemacht - und ich glaube auch, es gibt sie in den unterschiedlichsten Konstellationen und Reihenfolgen. Man hat irgendwann ...

Ich glaube, ich habe die beiden Phasen eines 'Ein ganzes halbes Jahr'-Lesers durchgemacht - und ich glaube auch, es gibt sie in den unterschiedlichsten Konstellationen und Reihenfolgen. Man hat irgendwann Tage, an denen man Will und Lou genau so in Erinnerung behalten möchte, wie man sie in 'Ein ganzes halbes Jahr' kennen und lieben gelernt hat. Und dann gibt es Phasen, während derer man sich fragt, wie es Lou wohl ergangen ist. In einer solchen habe ich mich befunden, als ich mein Weihnachtsgeschenk 2015 aus dem Regal geholt und es aufgeschlagen habe.
Die bewusste Entscheidung, mit keinen Erwartungen ins Buch zu starten, war die richtige: 'Ein ganz neues Leben' ist anders. Natürlich. Es hat eine Vorgeschichte, und ohne zu viel verraten zu wollen für die, die 'Ein ganzes halbes Jahr' (noch) nicht gelesen haben - sie ist traurig. Mit diesem simplen Argument kann meiner Meinung nach erklärt werden, dass man nicht den Fehler machen sollte, es mit seinem Vorgänger vergleichen zu wollen. Es kann nicht dasselbe, gleich gut, genauso sein.

Jojo Moyes' Schreibstil ist einmal mehr nicht einer unter vielen. Sie schreibt behutsam, warmherzig - und vor allem mit einer gehörigen Prise british humour. Nicht die derben Witze, die man im Fernsehen gern einmal dafür verkauft bekommt, sondern sich perfekt in die jeweiligen Situationen schmiegenden Andeutungen, Anekdoten, Vergleiche. Für mich machen sie einen großen Teil der Besonderheit, die das Buch mit 'Ein ganzes halbes Jahr' gemein hat, aus. Es ist die Autorin, die es schafft, ein authentisches, wenig den üblichen, vorhersehbaren Charakteren entsprechend, Bild einer Lou zeichnet, die selbst gezeichnet ist. Man hat absolut nicht das Gefühl, zu wissen, in welche Richtung das Buch verlaufen wird und das ist es, was mich immer weiter lesen lassen hat.

Inhaltlich beantwortet die Autorin nahezu alle Fragen, die man als Leser des ersten Buches im Kopf haben kann: wie geht es Lou? Wie geht es Wills Eltern, was macht Nathan? Putzt Josie immer noch ohne Pause? Kann Treena Thomas noch bändigen? Man trifft einen großen Teil der bekannten Charaktere wieder, und es tritt nicht ein, was man vermuten könnte: Unwohlsein, ein gezwungenes Ich-muss-erzählen-wie-es-ihnen-geht. Wie schon im ersten Buch verkommen die Nebencharaktere nicht zu eben diesen, hat man nicht den Eindruck, dass sie nur der Vollständigkeit halber bestehen und über sie geschrieben wird.
Die aufgeschlagene Geschichte passt zu der Geschäftigkeit Londons, in die es Lou verschlagen hat. Acht Monate sind zu Beginn des Buches vergangen - acht Monate, in denen Lou das 'just live', das Will ihr aufgetragen hat, nur teilweise erfüllen konnte. Sie fällt, und das mitten hinein in ihr neues Leben. Was passiert, möchte ich nicht erwähnen, nur so viel: Will ist nicht vollständig aus Lous Leben verschwunden. Und diese Nachricht lässt für Lou einen Wirbelsturm heraufziehen.

Kritisch anzumerken habe ich absolut nichts, weil Jojo Moyes auf eine wunderbar sensible, und gleichzeitig ehrende Art und Weise die Geschichte von Lou und WIll so belässt, wie sie in 'Ein ganzes halbes Jahr' passiert ist - aber nicht ohne ihr ein neues Kapitel zu verleihen, das berührt, das lächeln lässt und Hoffnung vermittelt. Ich empfinde es als einen schönen Umstand, dass man beide Bücher getrennt voneinander lesen könnte - für die, auf 'Ein ganz neues Leben' aufmerksam werden und für diejenigen, die finden, dass das Ende einer wunderschönen Liebesgeschichte aus 'Ein ganzes halbes Jahr' für sie passend ist .
'Ein ganz neues Leben' ist ein ganz neues Buch, das man, wie bereits zu Anfang meiner Rezension erwähnt, nicht mit seinem Vorgänger vergleichen sollte. Es kann nicht verglichen werden, weil es anders ist - aber nicht weniger wundervoll. Es berührt, lässt einen weinen und lachen. Und es kommt einmal mehr zum Schluss, dass das Leben gelebt werden muss und die Chancen, die sich bieten, genutzt werden sollten. No matter what.

Veröffentlicht am 16.03.2017

Leider nicht so stark wie die beiden Vorgänger-Bände

Die Schattenschwester
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Im dritten Band der Schwestern-Serie Lucinda Rileys steht Star (Asterope) im Vordergrund, die dritte Schwester der sieben Mädchen, die im schlossähnlichen Atlantis am Genfer See aufgewachsen ist, nachdem ...

Im dritten Band der Schwestern-Serie Lucinda Rileys steht Star (Asterope) im Vordergrund, die dritte Schwester der sieben Mädchen, die im schlossähnlichen Atlantis am Genfer See aufgewachsen ist, nachdem sie vom geheimnisvollen Pa Salt adoptiert wurde. Letzterer ist verstorben, und auch für Star eröffnet sich mit einem von ihm hinterlassenen Brief und einem anderen Hinweis die Möglichkeit, herauszufinden, woher sie stammt.
Zusammen mit CeCe, derjenigen Schwester, zu der sie wohl das engste Verhältnis hat, bewohnt sie eine spartanische Wohnung in London – die beiden Schwestern kleben förmlich aufeinander und Star wird im Laufe des Buches immer klarer, dass ihr das nicht (mehr) gut tut. Mir kam das Verhältnis der beiden Schwestern schon, auch als es in den beiden vorherigen Bänden erwähnt wurde, sehr seltsam vor und auch wenn es in „Die Schattenschwester“ nicht ganz im Mittelpunkt steht, denke ich, wird es im vierten Band über CeCe eine noch gewichtigere Rolle spielen.
Vom Inhalt möchte ich, weil das meiner Meinung nach nicht Ziel einer Rezension ist, nichts erzählen. Mir geht es mehr darum, darzustellen, was mir sprachlich, vom Gerüst hinter der Geschichte gesprochen aufgefallen ist. Besonders bemerkt habe ich in diesem Band beispielsweise, wie Lucinda Riley ihren Sprachstil anpasst – im Teil, der auch in diesem Buch in ein anderes Jahrhundert entführt, erscheint mir ihre Sprache viel altertümlicher, ein wenig märchenhaft, sodass man als Leser erstens dazu eingeladen wird, sich in die jeweilige Zeit zu vertiefen, sich auch andererseits immer darüber im Klaren sein kann, dass das Erzählte weit zurückliegt. Im Gegenwartsteil schafft sie es hingegen, modern zu schreiben, tatsächliche Gedanken Stars (wenn auch oft etwas geschwollen, was auch der Übersetzung geschuldet sein kann) einzufangen und ein authentisches Bild des Ortes zu schaffen, an dem sie sich die meiste Zeit über aufhält. Es ist interessant zu sehen, wie eine Autorin es schafft, in einem Buch auf zwei verschiedene Arten zu erzählen – im Teil, der aus Stars Sicht geschrieben ist, darf man sich auf den gewöhnten kurzweiligen, aber sehr eindrucksvollen Schreibstil Rileys freuen.
Ich habe bisher alle Bände der Reihe gelesen und vielleicht war deshalb meine Erwartungshaltung eine andere, allerdings empfinde ich Teil drei der Schwestern-Reihe als den schwächsten. Wie immer ist da ein spannender, atmosphärisch dichter Teil, der in die Vergangenheit entführt, allerdings kam mir die eigentliche Protagonistin – Star – ein wenig zu kurz, da war kein wirklicher Weg, den sie beschritten hat und das Glück, das Pa Salt sich für sie gewünscht hat, findet sie meiner Meinung nach nicht wirklich. Ich habe immer auf den „Befreiungsschlag“ gewartet, dass ihr Stern wirklich zu leuchten beginnt, allerdings fügt sie sich einmal mehr in bestehende Strukturen ein, was, wie im Buch beschrieben wird, eigentlich nicht die Absicht ihres Adoptivvaters war. Die Personen, die Star auf ihrer Reise zu ihren Wurzeln kennenlernt, stehen meines Erachtens nach mehr im Vordergrund als sie. Und letztlich wird man als Leser, ohne wirklich zu wissen, wie es mit Star nun weitergeht, zurückgelassen, was ich sehr schade finde, immerhin bietet gerade ihre Persönlichkeit die wohl spannendste Möglichkeit, sie scheinen zu lassen. Vom Gefühl her geht es in „Die Schattenschwester“ mehr um die Vergangenheit als um die Zukunft – welche Star sich eigentlich unheimlich wünscht.
Trotzdem möchte ich fünf Sterne geben, da mir einmal mehr aufgefallen ist, dass Lucinda Riley die Bände ihrer Reihe nicht als voneinander getrennt betrachtet, sondern immer wieder Gegebenheiten erwähnt, die schon in den vorherigen Büchern Teil der Handlung waren, ohne dass Langeweile entsteht, eine Szene als bereits „durchgekaut“ wirkt. Eine so enge Verzahnung von aufeinander aufbauenden Büchern habe ich noch nicht erlebt.

Veröffentlicht am 21.09.2016

Ein berührendes Buch!

Die Nähe des Himmels
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Nicholas Sparks nutzt für dieses Werk einen Aufhänger, mit dem wir alle wohl schon einmal in irgendeiner Form konfrontiert waren. Nicht täglich oder wöchentlich, aber zumindest monatlich taucht irgendwo ...

Nicholas Sparks nutzt für dieses Werk einen Aufhänger, mit dem wir alle wohl schon einmal in irgendeiner Form konfrontiert waren. Nicht täglich oder wöchentlich, aber zumindest monatlich taucht irgendwo und irgendwann ein Typ Nachricht auf – ob im Fernsehen, in der Zeitung oder auf anderem Wege – bei dem wir in bestimmter Regelmäßigkeit entweder eine Augenbraue nach oben ziehen, irritiert den Blick schärfen oder ungläubig den Kopf schütteln. Der Glaube an Unlogisches, an Dinge, die rational schlicht nicht zu erklären sind: je mehr von ihnen einem zu Ohren kommen, desto mehr ist man dazu gezwungen, sich mit dem, was man nicht sehen kann, auseinanderzusetzen, eine Meinung dazu zu entwickeln.
Im Falle des New Yorker Wissenschafts-Journalisten Jeremy Marsh fällt diese Meinung klarer denn je aus: er glaubt nicht an Übernatürliches. Als Kolumnist für eine große Zeitschrift deckt er allerlei Phänomene und Erscheinungen auf, die sich seiner Meinung nach immer auf Betrug, Schwindel oder Zufall zurückführen lassen. Nach erfolgreicher Widerlegung der scheinbaren Gabe eines Hellsehers im Fernsehen wird er ins kleine Örtchen Boone Creek in North Carolina eingeladen, um dort die Spur mysteriöser Geisterlichter auf einem Friedhof aufzunehmen. Nicht nur seine Suche nach der Ursache der Lichter hält Überraschungen für ihn bereit…
Einmal mehr hat mich Nicholas Sparks' beeindruckende Art, Umgebungen und insbesondere Personen zu erschaffen, fasziniert. Er schafft es, mit wenigen Worten und ohne dabei künstlich oder geschwollen zu wirken, authentisch Landschaften, mehrdimensionale Charaktere und Gegebenheiten zu beschreiben. Vielfach kommt es mir in Büchern unter, dass ich mich nicht vollständig auf eine Geschichte einlassen kann, weil irgendetwas mich zu einer rational-logischen Distanz zwingt – begründet durch anzweifelbare, unlogische Handlungsstränge oder unglaubwürdige Dialoge. Hier ist aber das genaue Gegenteil der Fall gewesen. Die Handlung, der Charme der Charaktere und Sparks' leichtfüßiger Schreibstil nehmen schlicht gefangen.
Besonders, neben dem absolut nachvollziehbaren Handlungsverlauf, wird 'Die Nähe des Himmels' meiner Meinung nach von Kapiteln gekennzeichnet, die in sich zwar relativ abgeschlossen und logisch gegliedert sind, aber auf warmherzige, leichte Art und Weise am Ende den Leser dazu auffordern, den 'Kreis gedanklich zu schließen', eine kleine verknüpfende, nicht im Buch ausgeschriebene Überlegung anzustellen, um sich damit selbst ein warmes Detail der Geschichte zu erschließen, das oftmals im folgenden Kapitel als gegeben betrachtet wird. Überhaupt schreibt Nicholas Sparks so, dass man oftmals einfach lächeln muss. Warm, aufrichtig, aber trotzdem ungeschliffen. 'Die Nähe des Himmels' hält ungeahnte Wendungen bereit, wie es meiner Meinung nach ein zweites Merkmal Nicholas Sparks' verlangt. Und trotzdem verliert man als Leser nicht den berühmten roten Faden, kann man sämtliches Handeln der Charaktere nachvollziehen. Wenn nicht sofort, dann nach einigen Seiten, in denen Nicholas Sparks die Zurückhaltung des Lesers aufzugreifen scheint. Manchmal schien es mir so, als habe er versucht, sein eigenes Buch als Außenstehender zu verstehen und aus dieser Sicht mögliche aufkommende Überlegungen eines mitdenkenden Lesers in sein Buch zu integrieren. Diese kleinen Details und der Umstand, dass auch dieser Roman von ihm nicht gewöhnlich, nahezu vorauszuahnend ist, geben dem Buch etwas, das zur Abgrenzung von anderen Büchern dieses Genres dient.
Ich finde, Nicholas Sparks ist mit diesem Roman einmal mehr eine Geschichte gelungen, die zweifelsohne genau so passiert sein könnte, die jeglicher unglaubwürdig-machenden Komponente entbehrt. Ich habe absichtlich nicht zu viel des Inhalts preisgegeben, weil ich der unerschütterlichen Meinung bin, dass dieses Buch ein sehr lesenswertes ist. Einzutauchen in die Schönheit North Carolinas, um selbst der Frage nachzugehen, inwiefern der Himmel nah ist – das ist nicht nur eine Möglichkeit, die durch das Buch eröffnet wird, sondern ein Versprechen.