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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2019

Lippische Leichen

Wolfsspiel
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Wie immer ist das Cover von dem Gmeiner-Krimi schön gestaltet und passt optisch in die Reihe meiner anderen Gmeiner-Bücher. Der Autor Christian Jaschinski bringt sehr viel Spannung über das beschauliche ...

Wie immer ist das Cover von dem Gmeiner-Krimi schön gestaltet und passt optisch in die Reihe meiner anderen Gmeiner-Bücher. Der Autor Christian Jaschinski bringt sehr viel Spannung über das beschauliche Lipperland, denn insgesamt vier Leichen werden an exponierten Stellen aufgefunden. Da in jeder Halma-Kegel als Markenzeichen des Täters gefunden werden, muss sich Kommissar Florian Dreier mit seinen Kollegen auf die Suche nach einem Serienmörder machen.
Wechselnde Sichtweisen halten die Spannung aufrecht. Besonders gut gefallen hat mir, wie sich der Autor als Mann in die Psyche einer missbrauchten Frau hineinversetzen kann. Ich finde es auch sehr geschickt von ihm, wie er die Handlung an realen Plätzen stattfinden lässt, die jedem Lipper bekannt sind und deswegen schon eine gewisse Nähe herstellen. Das übertreibt er aber nicht, so dass sich ortsfremde Leser nicht überrollt fühlen, sondern vielleicht sogar Lust auf einen Besuch nach Lemgo und Umgebung bekommen.
Den Plot empfinde ich als logisch und psychologisch gut durchdacht, das Rachethema ist nachvollziehbar.
Jetzt warte ich auf weitere Folgen.

Veröffentlicht am 24.02.2019

Leben im Kroatienkrieg

Die Zeugen
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"Die Zeugen" spielt mitten im Kroatienkrieg. Es handelt zwar vordergründig um einen Mord an einem serbischen Geschäftsmann, aber es ist eigentlich mehr eine Darstellung der Lebenssituation der Bevölkerung. ...

"Die Zeugen" spielt mitten im Kroatienkrieg. Es handelt zwar vordergründig um einen Mord an einem serbischen Geschäftsmann, aber es ist eigentlich mehr eine Darstellung der Lebenssituation der Bevölkerung. Menschen, die in ihrem Schwarz-Weiß-Denken verhaftet sind, die nicht mehr den Menschen im Feind erkennen, Familienbande und Beziehungen über Recht und Ordnung stellen und die sich mit der überall herrschende Korruption irgendwie arrangiert haben. Es ist ein düsteres Bild, das sich vor dem Leser ausbreitet und man erschrickt, wie in solchen Ausnahmesituationen sich die primitiven Lebensansichten flächenbrandartig ausbreiten und der gesunde Menschenverstand verschwindet.
"Die Zeugen" ist ein Buch, das sich nicht in einem Zug runterlesen lässt. Es bietet durch den Kriminalfall eine gewisse Spannung, aber dennoch bleibt es ein schwerer Stoff, auch wenn Jurica Pavicic spannend und bildhaft zu erzählen weiß. Mir persönlich fehlt ein Sympathieträger in dem Roman, denn durchweg alle Personen haben einen unangenehmen Charakter.
Der Verlag tut sich keinen Gefallen damit, das Buch unter dem Genre Thriller laufen zu lassen. Es ist in meinen Augen reine Zeitgeschichte und spricht damit ein ganz anderes Publikum an.

Veröffentlicht am 23.02.2019

Rosindell

Ein letzter Tanz
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Judith Lennox beschreibt das Leben einer Familiengeneration in dem wunderschönen traditionsreichen Landsitz Rosindell. Als Devlin Reddaway sein Erbe antreten kann, ist der Zustand des einstmals prächtigen ...

Judith Lennox beschreibt das Leben einer Familiengeneration in dem wunderschönen traditionsreichen Landsitz Rosindell. Als Devlin Reddaway sein Erbe antreten kann, ist der Zustand des einstmals prächtigen Hauses jämmerlich. Erst mit seiner Ehefrau Esme kommt genug Kapital in seine Hände, um alles wieder neu aufzubauen. Eigentlich ist Esmes Schwester Camilla seine große Liebe gewesen, doch erst viel zu spät erkennt Devlin, dass Camilla von Grund auf verdorben ist, und im Verlauf des Romans sorgt ihre Bosheit noch für einige unangenehme Wendungen. Als Leser verfolgt man bis zum Tod von Devlin und Esme gebannt dieser verzweigten Familiengeschichte, die immer spannend bleibt und viele Schicksalsschläge erlebt.
Lennox weiß, wie man die Hauptpersonen interessant gestaltet und mit tiefen Gefühlen den Leser mitreißen kann. Sie findet auch den perfekten Moment, um die Familienchronik zu beenden, so dass man zufrieden mit dem Lesen aufhören kann.
In der Hörbuchversion ist mit Cathlen Gawlich ein guter Griff als Erzählerin gelungen. Ihre Stimme ist sehr angenehm und unterschwellig schwingt die ganze Skala der Emotionen mit.

Veröffentlicht am 23.02.2019

Gefährliches Camping

Campermord in Bensersiel. Ostfrieslandkrimi
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Speziell Nordseeurlauber werden diesen spannenden Krimi mögen, denn der Autor hat das Flair von Stadt und Campingplatz wunderbar eingefangen. Die Kommissare Nina Jürgens und Bert Linnig, die man eventuell ...

Speziell Nordseeurlauber werden diesen spannenden Krimi mögen, denn der Autor hat das Flair von Stadt und Campingplatz wunderbar eingefangen. Die Kommissare Nina Jürgens und Bert Linnig, die man eventuell schon von früheren Folgen her kennt, haben gleich zwei Straftaten aufzuklären: ein toter Kellner im Hafenbecken und eine entführte Nymphomanin. Ein schmieriger Spanner trägt erheblich zur Aufklärung bei. Auch wenn die Szenen auf dem Campingplatz eine gewisse Gemütlichkeit vermitteln, so bleibt doch die Spannung stets erhalten. Mich persönlich hat das Schicksal der entführten Anna noch mehr interessiert als der Mord, denn die junge Frau läßt sich durch nichts unterkriegen.
Auch wenn man die früheren Bände mit Nina und Bert nicht kennt, kommt man problemlos in die Geschichte hinein. Diesmal stehen die persönlichen Beziehungen auch nicht so sehr im Vordergrund, was in diesem Fall ganz gut passt.
Ich finde, "Campermord in Bensersiel" ist ein wunderbarer Urlaubskrimi, nicht nur für Nordseefans!

Veröffentlicht am 19.02.2019

Im Waisenhaus

Silent Scream
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Dieses Buch von Angela Marsons habe ich in der Hörbuch-Version gehört. Gelesen wird es von Andrea Sawatzki. Jeder Satz von ihr ist ein Genuss, weil sie allem das richtige Gewicht und den richtigen Tonfall ...

Dieses Buch von Angela Marsons habe ich in der Hörbuch-Version gehört. Gelesen wird es von Andrea Sawatzki. Jeder Satz von ihr ist ein Genuss, weil sie allem das richtige Gewicht und den richtigen Tonfall verleiht.
Leider reicht das diesmal nicht dafür aus, einen langweiligen Krimi in einen guten zu verwandeln.
Kim Stone ist die Ermittlerin. Sie hatte eine traumatische Kindheit mit einer psychotischen Mutter und wechselnden Pflegeeltern
und -heimen. Sie kennt also die Szene in und auswendig, als auf dem Gelände eines ehemaligen Waisenhauses menschliche Überreste entdeckt und zeitgleich frühere Beschäftigte ermordet werden.
Natürlich kann Kim alles aufklären, weil sie die absolut Beste in der ganzen Mordkommission ist. Jedenfalls ist das ihre Selbsteinschätzung. Doch leider finde ich Kim absolut unsympathisch. Sie widersetzt sich allen Anweisungen, ihre Mitarbeiter kommandiert sie herum, Alleingänge sind ihr Markenzeichen.
Insgesamt ein sehr enttäuschendes Buch, nur für Andrea Sawatzki Daumen hoch.