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fredhel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2025

Horrorträume

Nachtlügen
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Isra ist ein Nachtalb. Für den Unterhalt kellnert sie in einem Varieté, aber zum Leben braucht sie die Träume von schlafenden Menschen. Sie raubt diese Träume und ersetzt sie durch schlimme Albträume, ...

Isra ist ein Nachtalb. Für den Unterhalt kellnert sie in einem Varieté, aber zum Leben braucht sie die Träume von schlafenden Menschen. Sie raubt diese Träume und ersetzt sie durch schlimme Albträume, die ganz speziell und perfide auf den Schlafenden abgestimmt sind. Doch es läuft nicht alles glatt für Isra. Schon zwei nächtliche Todesfälle scheinen auf ihr Konto zu gehen und da gibt es noch dieses riesige Traum-Spinnenmonster, das sie nicht kontrollieren kann und das immer bedrohlicher wird.
Der Schreibstil von Lisanne Surborg ist eigentlich gut, aber inhaltlich konnte sie mich nicht abholen. Obwohl Isra ziemlich gut charakterisiert wird, bleibt eine Distanz zu ihr. Man versteht ihr Handeln und ihre Not, doch sie wird mir einfach nicht sympathisch. Es ist zwar interessant, sie auf der Suche, wer ihr schaden will, zu begleiten. Aber es zieht sich. Die Dialoge sind nicht spannend und die zwischen die Kapitel eingeschobenen kurzen Informationsschnipsel und Zitate sind es ebenfalls nicht.
So gerne ich Fantasy lese, aber mit diesem Roman bin ich leider nicht warm geworden.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Lügen über Lügen

Während du schläfst
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Morgens in einem fremden Bett neben einem Toten aufzuwachen, ist ein beliebter Thrilleranfang. Genau das muss Tara erleben. Das ist der Beginn eines Alptraums, der kein Ende zu nehmen scheint. Natürlich ...

Morgens in einem fremden Bett neben einem Toten aufzuwachen, ist ein beliebter Thrilleranfang. Genau das muss Tara erleben. Das ist der Beginn eines Alptraums, der kein Ende zu nehmen scheint. Natürlich gerät sie ins Visier der Polizei, ebenso ihre ziemlich abgedrehte Tochter, die kaum einen Satz ohne Lüge zu Ende sprechen kann. Auch auf ihr Umfeld ist wenig Verlass, obwohl der Familienzusammenhalt recht gut ist. Doch der Ehemann geht fremd, Tara wird von einem Kollegen gestalkt und Taras Schwester steckt selbst in einer schlimmen Beziehungskrise. Ein ganz schönes Kuddelmuddel, und als Hörer fragt man sich, wie wahrscheinlich es ist, dass so viele gestörte Menschen auf einen Haufen zusammenkommen.
Mit der Auflösung konnte die Autorin noch einen guten Clou landen, der diesen Thriller doch zufriedenstellend abschließt. Auch wenn die Hauptperson und Ich-Erzählerin Tara ziemlich nervig ist, vermittelt sie doch von der ersten Zeile an einen direkten Bezug zum Hörer. Die vielen Wendungen geben der Spannung immer wieder neuen Anschub. Und eine so versierte Sprecherin wie Anne Düe rundet den guten Eindruck dieses Hörbuchs perfekt ab.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Zu kompliziert

Lyneham
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Die Erde ist nicht mehr bewohnbar, als ein kleiner Trupp Menschen auf den extrem weiten Weg zum Planeten Perm aufbricht. Alles auf diesem bewohnbaren Mond ist gefährlich. Die Forscher haben viel zu tun, ...

Die Erde ist nicht mehr bewohnbar, als ein kleiner Trupp Menschen auf den extrem weiten Weg zum Planeten Perm aufbricht. Alles auf diesem bewohnbaren Mond ist gefährlich. Die Forscher haben viel zu tun, um eine überlebensfähige Umwelt zu gestalten.
Erzählt wird in erster Linie aus der Sicht von Henry, einem Sohn der federführenden Wissenschaftlerin Mildred Meadow, die als zweite Erzählerin die Besiedlung sehr sachlich aus der Sicht einer Forscherin berichtet.
Der Autor hat eine unerschöpfliche Fantasie, um den Planeten und seine Bewohner zu beschreiben.
Auch die Hauptpersonen werden sehr intensiv charakterisiert. Leider sind alle ziemlich bis außergewöhnlich unsympathisch.
Beim Lesen dieses Romans stellen sich dem Leser wiederholt ethische Fragen, die zum Beispiel bei Besetzung eines fremden Planeten oder bei der Verteilung begrenzter Ressourcen zwangsläufig auftreten.
Es ist ein sehr tiefsinniger Roman, der meine logischen Fähigkeiten bedauerlicherweise übersteigt. Ich habe mich bis zum Ende durchgekämpft, wobei ich den Schluss faszinierend fand, auch wenn ich ihn, wie eigentlich das ganze Buch, nicht verstanden haben. Allein schon die Morphologie der Oberfläche oder die seismischen Phänomene haben mich überfordert. Für normale Leute wie mich kann ich da leider keine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Schmerzliche Erinnerungen

Letzte Worte
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Hier in Band 4 der Georgia-Reihe hat sich Sara Linton überwunden und ist zum Heimatbesuch bei ihren Eltern. Sie hat unterschätzt, wie sehr noch die Erinnerungen schmerzen, die an jeder Ecke auf sie lauern. ...

Hier in Band 4 der Georgia-Reihe hat sich Sara Linton überwunden und ist zum Heimatbesuch bei ihren Eltern. Sie hat unterschätzt, wie sehr noch die Erinnerungen schmerzen, die an jeder Ecke auf sie lauern. Zu allem Überfluss zieht sie der Polizeichef, Nachfolger ihres ermordeten Mannes und ein Mensch, der quasi ein Onkel für sie ist, in die aktuellen Ermittlungen mit hinein. Ein gutgläubiger, schwachsinniger Junge ist im Polizeigewahrsam verstorben, und verantwortlich ist genau die Detective, die ihren Mann auf dem Gewissen hat. In ohnmächtiger Wut zieht Sara die Dienstaufsicht hinzu, die in Person von Will Trent tatsächlich erscheint.
Einerseits haben wir hier einen raffinierten Mordfall, aber eigentlich ist in dieser Folge die Weiterentwicklung der instabilen Verbindung zwischen Sara und Will das Hauptthema. Doch auch die Charaktere der anderen Protagonisten sind sehr genau gezeichnet. Das ist die große Kunst bei Karin Slaughter: Alle Personen erlebt man hautnah, Klischees sucht man hier vergebens. Von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung ohne Abstriche.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Jugendsünden

The Florist
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Die Autorin C. L. Pattison schreibt flüssig über die alleinstehende Floristin Amy Mckenzie, die aus eigener Kraft einen gut gehenden Blumenladen ans Laufen gebracht hat. Sie lebt eigentlich nur für ihr ...

Die Autorin C. L. Pattison schreibt flüssig über die alleinstehende Floristin Amy Mckenzie, die aus eigener Kraft einen gut gehenden Blumenladen ans Laufen gebracht hat. Sie lebt eigentlich nur für ihr Geschäft, nach Feierabend bleibt sie für sich. Sie schwärmt ein bisschen für einen vermögenden Kunden, und als sich die Gelegenheit ergibt, freundet sie sich mit seiner Schwägerin an und drängt sich in sein Leben. Nun lernen wir Amy als stalkende, manipulative Person kennen. Durch den ungeklärten Tod eben dieser neuen Freundin gerät Amy in große Bedrängnis, denn die Polizei interessiert sich inzwischen für sie. Amy fürchtet, dass dunkle Schatten ihrer Vergangenheit ans Tageslicht gezerrt werden.
Doch ehe dieser spannungsgeladene Teil der Handlung beginnt, braucht der Leser viel Geduld, denn über sehr weite Strecken liest sich dieses Buch eher wie ein Frauenroman als ein Thriller. Nur die dezenten Hinweise auf Amys Vergangenheit schüren unterschwellig die Neugier. Klar, dass die Auflösung spektakulär ist und sicher werden nicht wenige Leser genauso wie ich auf den falschen Täter getippt haben.
Sarah Liu ist eine angenehme Sprecherin der Hörbuchversion.

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