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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2021

Anleitung zu einem erfüllten Leben

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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Postbote, drei Monate bis zur Rente, geliebte Katze plötzlich verstorben, einsames Weihnachtsfest.
Das ist die Ausgangssituation, ab der ein Leser Anteil nehmen kann am Leben von Albert Entwistle. Er droht ...

Postbote, drei Monate bis zur Rente, geliebte Katze plötzlich verstorben, einsames Weihnachtsfest.
Das ist die Ausgangssituation, ab der ein Leser Anteil nehmen kann am Leben von Albert Entwistle. Er droht in eine tiefe Depression zu versinken, vor allem, wenn er sein vergangenes Leben Revue passieren lässt. Seine Eltern haben ihn nie richtig geliebt. Trotzdem hat er seine Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt. Albert hat keine sozialen Kontakte, keine familiären Verbindungen. Genauso will er es haben, denn er trägt ein Geheimnis mit sich, für das er sich zu Tode schämt: Keiner darf erfahren, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Als junger Mann musste er sich auf Druck von außen von seiner großen Liebe trennen. Es war ein traumatisches Erlebnis, das ihn für immer prägte und einsam gemacht hat. Jetzt am Tiefpunkt seines Lebens rafft er sich auf. Er verstellt sich nicht länger und erfährt von allen Seiten Zuspruch. 
Wirklich, die Handlung ist tatsächlich so kitschig rosa, wie diese minimalistische Zusammenfassung andeutet. Man leidet mit Albert, ist wütend über seine egoistischen Eltern und fiebert mit, ob seine Nachforschungen erfolgreich sein werden. Und freut sich mit ihm über jede Person, die seinen neuen Freundeskreis erweitert. Man sieht einen verklemmten, unscheinbaren Mann voller Schuldgefühle innerhalb von drei Monaten aufblühen; einen Mann, der positiv einen neuen Lebensabschnitt beginnt.
Manchmal braucht man so ein emotionales Buch, das nur positive Signale sendet. Vielleicht gibt das auch anderen Menschen den Mut, etwas an ihrem Leben zu verändern, egal in welchem Alter, anstatt verpassten Gelegenheiten hinterher zu trauern.
Absolute Leseempfehlung!
Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 02.11.2021

Aus der Zeit gefallen

Das Geheimnis des Schneemanns
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Dieser englische Krimi knüpft an die Tradition der Whodunits im Stil von Agatha Christie oder Sherlock Holmes an. Er spielt 1941 im verschneiten Essex, die Auswirkungen des Weltkrieges sind spürbar. 
Das ...

Dieser englische Krimi knüpft an die Tradition der Whodunits im Stil von Agatha Christie oder Sherlock Holmes an. Er spielt 1941 im verschneiten Essex, die Auswirkungen des Weltkrieges sind spürbar. 
Das Ehepaar Nigel und Georgia Strangeways besucht eine alte Tante, die sich Sorgen um ihre Nachbarn in Easterham Manor macht. Scheinbar geht dort ein Geist um und Nigel soll in seiner Funktion als Privatdetektiv mal nach dem Rechten sehen. Am nächsten Tag wird dort eine Leiche gefunden.
Ganz old-fashioned werden die Situation und die Motive der Bewohner, die allesamt etwas spleenige Charaktere sind, von der Polizei und von Nigel stets aufs Neue beleuchtet. Dabei gerät immer wieder eine andere Person in Verdacht. Der Leser wird quasi ermuntert mitzuraten.
Der Schriftsteller, der schon seit fast 50 Jahren verstorben ist, kann an die großen Krimiautoren seiner Zeit nicht heranreichen. Sein Mordfall ist nicht ganz so ausgeklügelt und sein Plot nicht annähernd so lebendig.
Für mich selbst ist dieses Buch viel zu altmodisch, doch es wird seine Fangemeinde finden. Deswegen vergebe ich 4 gut gemeinte Lesesterne.
Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 31.10.2021

eng an den Fakten

Krone des Himmels
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Das 12. Jahrhundert ist geprägt von den Kreuzzügen. In diesem Roman begleitet der Leser die blutjunge Aveline, die nach einer Vergewaltigung aus ihrem Elternhaus verstoßen worden ist, und den verkrüppelten Étienne, ...

Das 12. Jahrhundert ist geprägt von den Kreuzzügen. In diesem Roman begleitet der Leser die blutjunge Aveline, die nach einer Vergewaltigung aus ihrem Elternhaus verstoßen worden ist, und den verkrüppelten Étienne, der zum Wundarzt ausgebildet wird. Beide finden ihren Platz im gewaltigen Heer, das Jerusalem befreien will. Aveline verkleidet sich als Mann und wird schnell zu einem der besten Bogenschützen. Unglücklicherweise wird ihr Vergewaltiger zu ihrem Befehlshaber, was der Geschichte zu einiger Würze verhilft.
Die Autorin ist Historikerin an der Uni Heidelberg. Dadurch lehnt sich die Handlung eng an die tatsächlichen Fakten an. Das ist zwar von Vorteil, aber dadurch habe ich den Roman mehr wie eine lange Unterrichtsstunde erlebt. Zum Glück hat der Verlag mit dem Sprecher Tobias Kluckert eine gute Wahl getroffen. Man kann ihm gut 18 Stunden lang zuhören. Ganz zum Schluss kommt auch Juliane Stadtler selbst noch mal zu Wort. Ihre Ausführungen sind sehr interessant.
Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 30.10.2021

Spannende Frauenpower

Der rote Raum
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Das Ermittlerteam um Ingrid Nyström hat sich verändert, wie Neueinsteiger wie ich in dieser 9. Folge der Reihe erfahre. Eine gleichermaßen exzellente wie impulsive Polizistin, Stina Forss, hat sich versetzen ...

Das Ermittlerteam um Ingrid Nyström hat sich verändert, wie Neueinsteiger wie ich in dieser 9. Folge der Reihe erfahre. Eine gleichermaßen exzellente wie impulsive Polizistin, Stina Forss, hat sich versetzen lassen. Sie ist durch eine üppige junge Blondine ersetzt worden, um die sich die beiden Männer der Abteilung fast schon lachhaft bemühen. 
Es gibt einen schaurigen Mordfall, bei dem ein alleinstehender junger Mann mit aufgeschlitztem Torso und fehlendem Herzen aufgefunden wird.
Fast zeitgleich hat Stina oben am Polarkreis einen ähnlich gelagerten Fall. Hier fehlt dem Opfer eine Leber und es ist die klassische rätselhafte Situation: Die Leiche befindet sich in einem von innen geschlossenen Raum. Wie konnte der Mörder entkommen? 
Spannend verbinden die Autoren die beiden Morde, wechseln an der aufregendsten Stelle gekonnt hin und her. Beide Kommissarinnen haben ihre Stärken und Schwächen, was sie sehr sympathisch macht. Aber auch die anderen Kollegen werden einprägsam charakterisiert. Besonders schön ist der Hahnenkampf, den die beiden älteren Kommissare um die Gunst der jungen Mitarbeiterin veranstalten.
Während mir der eine Handlungsstrang richtig gut gefallen hat, enttäuscht mich der andere umso mehr, weil die Auflösung an den Haaren herbei gezogen ist. 
Ach ja, eigentlich gibt es noch den dritten Handlungsstrang von zwei jungen Männern, die durch Europa reisen. Ganz zum Schluss fügt er sich ins große Ganze ein, doch mich haben diese Einschübe eher im Lesefluss gestört.
Obwohl ich einige Kritikpunkte an dem Krimi habe, kann er mich mit seinem hohen Spannungspotenzial überzeugen. Volle Leseempfehlung!
Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 28.10.2021

Für Geocaching-Insider

Death Cache. Tödliche Koordinaten
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Dieses Buch steigt tief in die Geocacher-Szene ein: Leute verstecken einen "Schatz", geben dessen Koordinaten ein und andere Leute machen sich mit einem GPS-Gerät auf die Suche. 
Anscheinend gibt es unterschiedliche ...

Dieses Buch steigt tief in die Geocacher-Szene ein: Leute verstecken einen "Schatz", geben dessen Koordinaten ein und andere Leute machen sich mit einem GPS-Gerät auf die Suche. 
Anscheinend gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade des Verstecks ebenso wie Ranglisten der Teilnehmer. Hier wird eine Szenerie von fast fanatisch zu nennenden Suchern geschildert, in der es erbitterte Rivalitäten als auch Freundschaften gibt. Unter ihnen gibt es einen Mörder, der einen ganz persönlichen Hass auslebt ...
Ich war mit den vielen Namen überfordert, weil man sich eigentlich von Anfang an den realen Namen und den dazugehörigen Nicknamen merken musste. Eigentlich werden die Regeln des Geocachings ganz gut erklärt, aber für jemanden, der nicht diesem Hobby frönt, wird die Handlung schnell langweilig, auch wenn der Schreibstil durchaus packend ist.
Für Geocaching-Fans sicher ein Highlight, aber für mich leider nur 2 Lesesterne wert.

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