Platzhalter für Profilbild

fredhel

Lesejury Star
offline

fredhel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit fredhel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2021

Fest an seiner Seite

Lady Churchill
0

Die romanhafte Biografie von Lady Churchill beginnt am Tage ihrer Hochzeit mit Winston Churchill. Es haben sich zwei Seelenverwandte gefunden, denn ideologisch verfolgen sie die gleichen Ziele. Clementine ...

Die romanhafte Biografie von Lady Churchill beginnt am Tage ihrer Hochzeit mit Winston Churchill. Es haben sich zwei Seelenverwandte gefunden, denn ideologisch verfolgen sie die gleichen Ziele. Clementine Churchill kann durch ihre Heirat großen Einfluss auf die Politik nehmen in einer Zeit, in der in England die Frauen noch nicht wählen dürfen. Nebenbei muss sie auch noch einem repräsentativen Haushalt vorstehen, den sie mit wenig Geld führen muss. Die Eheleute sind zwar beide adlig, aber ihre Geldmittel sind sehr begrenzt. Nacheinander kommen fünf Kinder auf die Welt, doch deren Erziehung wird in die Hände wechselnder Nannies gelegt. 
Clementine Churchill ist einfach nicht zur Hausfrau und Mutter geboren. Es zieht sie auf die Weltbühne der Politik, doch ihr Lebensinhalt ist und bleibt Winston Churchill, dem sie ihr eigenes Leben unterordnet.
Es ist sehr interessant, von so einer starken und erfolgreichen Frauenpersönlichkeit in diesem Zeitalter zu lesen. Durch ihre Augen kann man auch so manches über ihren Ehemann erfahren, der sehr fordernd gewesen zu sein scheint. Wegen seines aufbrausenden Charakters muss sie hin und wieder vermittelnd eingreifen.
Ja, Frauen von großen Politikern haben meist ein anstrengendes Leben. Auch sie haben viel erlebt, wie man durch ihre Biografien lesen kann. Lady Churchill ist eine von ihnen, und sie war mutig ihrer Zeit immer einen kleinen Schritt voraus.
Dieser Roman begleitet sie auf eine lange, wenn auch nicht die ganze Wegstrecke ihres Lebens. Es reiht sich eine Episode an die nächste, so rundet sich allmählich das Bild ihrer Persönlichkeit ab. Vielleicht hätte die Autorin etwas sparsamer mit den häufig zu ausufernden Informationen umgehen können, denn streckenweise wird es dann doch zu langatmig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2021

Urlaubsvergnügen

Wisting und der See des Vergessens
0

Wisting im Urlaub: Selbstverständlich kommt er nicht zum Entspannen. Eine anonyme Person steckt ihm alle paar Tage Hinweise in den Briefkasten, die auf ein lang zurückliegendes Tötungsdelikt hinweisen. ...

Wisting im Urlaub: Selbstverständlich kommt er nicht zum Entspannen. Eine anonyme Person steckt ihm alle paar Tage Hinweise in den Briefkasten, die auf ein lang zurückliegendes Tötungsdelikt hinweisen. Natürlich steckt Wisting seine Nase in den Fall, der dann auch tatsächlich wieder neu aufgerollt wird, weil auch das Osloer Büro für Cold Cases auf die Sache aufmerksam geworden ist. 
Erstaunlich, wie gut Wisting mittlerweile mit dessen Leiter Stiller zusammenarbeitet. Es ist klasse, wenn man die Weiterentwicklung der Protagonisten über mehrere Folgen begleiten kann. Der Autor schafft es dennoch hervorragend, den Leser in seinen Bann zu ziehen, ohne dass Vorkenntnisse aus früheren Folgen nötig sind.
Wisting ist als Ermittler in meinen Augen großartig in seiner Bescheidenheit und seiner Cleverness. Er macht nicht durch Beziehungs- oder Alkoholprobleme auf sich aufmerksam, wie es zur Zeit bei vielen Bücherkommissaren en vogue ist, sondern er ist ein Teamplayer ohne Allüren, der auch Fehler eingestehen kann.
Die Handlung ist von Anfang an spannend konstruiert, denn bis fast ganz am Schluss bleibt der Strippenzieher mit den anonymen Briefen unerkannt. Er bedient sich sehr ungewöhnlicher Methoden, für die Wisting sich auch mit den Fortschritten der Kriminalistik vertraut machen muss. Doch als der Kommissar endlich das große Ganze erkennt, kann er den Spieß umdrehen. Von vorne bis hinten ist dieser 4. Wisting Fall ein sehr logischer und intelligenter Krimi, den man nicht aus der Hand legen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2021

durchwachsen

Eiskalte Thriller Box
0

Auf dieses Hörbuch war ich sehr gespannt. Sechs Thrillerautoren, von denen ich schon die tollsten Bücher verschlungen habe, sind hier vertreten. Doch die Vorfreude hat sich leider nur zur Hälfte erfüllt. ...

Auf dieses Hörbuch war ich sehr gespannt. Sechs Thrillerautoren, von denen ich schon die tollsten Bücher verschlungen habe, sind hier vertreten. Doch die Vorfreude hat sich leider nur zur Hälfte erfüllt. Nur drei Thriller konnten mich wirklich packen. Die anderen drei sind sehr trocken und langatmig. Aber dafür sind alle sechs SprecherInnen hochkarätig. Eine Wertung abzugeben, finde ich schwierig, da sich zum Beispiel eine der Stories um die Werke von H. P. Lovecraft dreht. Fans werden im Gegensatz zu mir begeistert sein. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2021

Die Wette

Belial 1: Götterkrieg
0

Fantasy ist eins meiner Lieblingsgenres, doch mit "Belial" komme ich zum ersten Mal in Kontakt mit Romantasy.
Die Handlung spielt in einem fiktiven alten Rom. Hier wimmelt es noch von Göttern, Hexen und ...

Fantasy ist eins meiner Lieblingsgenres, doch mit "Belial" komme ich zum ersten Mal in Kontakt mit Romantasy.
Die Handlung spielt in einem fiktiven alten Rom. Hier wimmelt es noch von Göttern, Hexen und Dämonen. In seinem Palast residiert der abgrundtief böse Dämon Ianus. Ihn will Thanatos, der Gott des Todes, zu Strecke bringen, doch es fehlt ihm ein Beweis für Janus Freveltaten. Den soll ihm die junge Tempeldienerin Cassia liefern. Sie ist immun gegen Dämonenzauber und mutig genug, die Aufgabe anzunehmen. Dabei gerät sie in die Hände des charmanten Dämons Belial, der ebenfalls im Zwist mit Janus liegt. Zwischen Belial und Cassia entwickelt sich eine zauberhafte Romanze, die leider vorerst in einem gnadenlosen Kampf der Gottheiten mündet. Ein absolut toller Cliffhanger an der spannendsten Stelle, denn nun muss man bis 2022 auf ein hoffentliches Happyend warten.

Insgesamt hat mich dieser Roman gut unterhalten. Die Autorin schreibt sehr flüssig und ihre Protagonisten sind sehr unterschiedlich vom Charakter und vom Aussehen her. Das alte Rom und der prunkvolle Palast tauchen vor dem inneren Auge auf. Die Handlung ist spannend. Die zart beginnende Liebesgeschichte ist sehr romantisch, aber wird etwas zu sehr ausgewalzt.
Belial ist ein Spin-off zur Izara-Reihe, die mir leider nicht geläufig ist. Auch wenn man der Belial-Handlung insgesamt gut folgen kann, so merke ich doch, dass es mir an Hintergrundwissen gefehlt hat.
Trotzdem hat mir mein erster Ausflug in die Romantasy gut gefallen.
Mit dazu beigetragen hat die Sprecherin Jodie Ahlborn, so eine sanfte Stimme mit vielen Klangfarben. Sie spricht sehr deutlich und natürlich. Eine gute Wahl.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.06.2021

Totentanz

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
0

Die Handlung spielt im Wien gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Leo von Herzfeldt wechselt als junger Polizeibeamter von Graz nach Wien, mit ihm die Aufgabe, moderne Polizeimethoden in das verknöcherte Polizeisystem ...

Die Handlung spielt im Wien gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Leo von Herzfeldt wechselt als junger Polizeibeamter von Graz nach Wien, mit ihm die Aufgabe, moderne Polizeimethoden in das verknöcherte Polizeisystem einzuführen. Direkt schon beim ersten Fall verscherzt er es sich mit seinen Kollegen und Vorgesetzten. Sie behindern und provozieren ihn mit allen Mitteln.
Man kann sich die Atmosphäre des alten Wiens sehr gut vorstellen. Vorurteile über Juden und Frauen sind fest in den Köpfen verankert. Ich denke, da hat der Autor gut recherchiert. Der Gegensatz zwischen der feinen Gesellschaft und der arbeitenden Bevölkerung ist gut dargestellt.
Herzfeldt entstammt einer reichen Bankiersfamilie. Die andere Hauptperson ist der Totengräber vom Zentralfriedhof. Dieser Augustin Rothmayer trägt maßgeblich zur Aufklärung der Morde bei, und zwischen Herzfeldt und ihm entwickelt sich nach anfänglicher Ablehnung doch eine gute Zusammenarbeit.
Die dritte wichtige Person dieses Romans ist eine Telefonistin, die ein geheimes Doppelleben führt, und an die Herzfeldt sein Herz verliert.
Alle drei zusammen bilden ein perfektes Team, um die schrecklichen Frauenmorde und auch das geheimnisvolle Treiben auf dem Zentralfriedhof aufzuklären.
Oliver Pötzsch hat einen wunderbar spannenden historischen Kriminalroman verfasst, der gleichzeitig ein Abbild der Kaiserstadt Wien zeigt, das sozialkritisch durch alle Gesellschaftsschichten geht. Man kann sich gut vorstellen, dass ein halbes Jahrhundert später Hitlers Demagogie hier einen guten Nährboden fand.
Der Sprecher Hans Jürgen Stockerl ist eine hervorragende Besetzung. Er spricht perfekt Wienerisch in der direkten Rede, und auch ansonsten verkörpert er die unterschiedlichsten Personen perfekt. Er konnte mich förmlich mitreißen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere