Profilbild von fuddelknuddel

fuddelknuddel

Lesejury Star
offline

fuddelknuddel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit fuddelknuddel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2022

War okay

All These Broken Strings
1

All these broken strings gibt einem schon vom Klappentext her sehr starke Camp-Rock-Vibes. Als bekennender Fan dieser Filme, auch noch mehr als 10 Jahre nach Release, war ich daher sofort neugierig auf ...

All these broken strings gibt einem schon vom Klappentext her sehr starke Camp-Rock-Vibes. Als bekennender Fan dieser Filme, auch noch mehr als 10 Jahre nach Release, war ich daher sofort neugierig auf die Geschichte auf der einen Seite, und etwas skeptisch auf der anderen, weil ich befürchtete, die Story sowie das Setting könnten abgekupfert wirken. Natürlich kann jeder Geschichten schreiben wie er/sie mag, aber wenn man eine so offensichtliche Parallele erkennen kann, finde ich es mutig, sich da dran zu wagen.
Dass mich das Buch am Ende nicht so richtig wie erhofft begeistern konnte, lag allerdings an einem ganz anderen Grund.

MacKenzie und Vincent sind in der Vergangenheit nicht optimal auseinandergegangen. Als einst gemeinsame Camper in Camp Melody waren sie noch ein Herz und eine Seele, Jahre und viele Missverständnisse und Intrigen später sind sie sich spinnefeind. Zu sehen, wie diese Missverständnisse aufgeklärt werden und die beiden langsam auf einen gemeinsamen Nenner kommen, war zwar schön, hat mir allerdings viel zu lange gedauert. Ich sage immer, dass ich es nicht leiden kann, wenn die Protagonist
innen zu schnell übereinander herfallen, doch in diesem Fall hat es mich leider unheimlich genervt, dass die zwei partout nicht vernünftig miteinander gesprochen und damit nur noch mehr Drama verursacht und das Ganze künstlich in die Länge gezogen haben.

Als Personen waren beide zwar in ihren Grundzügen sympathisch, aber es war trotz des Konfliktes sehr viel heile Welt. Vincent sowie MacKenzie sind beide Opfer (wie ich finde) übler Machenschaften, nicken das aber einfach weg, anstatt mal richtig auf den Tisch zu hauen, nachdem die Geheimnisse ans Licht kommen. Das konnte ich nicht nachvollziehen, wahrscheinlich wäre ich explodiert vor Wut.
Dazu kommt, dass ich die Begründung für einen der entstandenen Konflikte nicht einmal verstanden habe. Die (sorry) fadenscheinige Erklärung ergab in meinen Augen überhaupt keinen Sinn, jede andere Handlungsweise hätte mir mehr eingeleuchtet.

Die Emotionen haben mich leider auch nicht mitgenommen. Die Beziehung zwischen MacKenzie und Vincent ging für mich nicht in die Tiefe, sie überzeugte mich nicht. Die Bettszenen habe ich geflissentlich überlesen, da sie mir wegen der fehlenden Anteilnahme an den Emotionen eher unangenehm waren.

Immerhin waren die Überschneidungen mit Camp Rock nicht zu groß. Die Filme werden einmal erwähnt und die Atmosphäre, die im Camp herrscht, ist eine ähnliche, aber das lässt sich wohl nicht vermeiden und empfand ich eher als Pluspunkt und nicht als störend. Es gab keinen Moment, an dem ich dachte, hier ist die Verbindung gerade zu groß und es wirkt geklaut, das war tatsächlich meine größte Erleichterung.

Mein Fazit:
Insgesamt empfand ich die Geschichte als nett. Nicht mehr, nicht weniger. Die Figuren und den Konflikt konnte ich nicht greifen und die Gefühle blieben für mich etwas auf der Strecke, aber die Idee mochte ich, das Setting und den Plot im Allgemeinen. Auch die Art, wie mit Trauerverarbeitung umgegangen wird, gefiel mir, alles in allem wurde ich also ganz gut unterhalten. Ich vergebe mittelmäßige 3 von 5 Sternen und wäre nicht abgeneigt, eventuell einen zweiten Band über die besten Freunde der Protas zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 08.05.2022

Wundervoll

Das Glashaus-Geheimnis
0

Das Glashaus-Geheimnis und ich hatten einen schwierigen Start. Nicht etwa, weil ich nicht gut in das Buch reingekommen wäre, sondern weil mich nach anfänglicher Begeisterung aufgrund des Klappentextes ...

Das Glashaus-Geheimnis und ich hatten einen schwierigen Start. Nicht etwa, weil ich nicht gut in das Buch reingekommen wäre, sondern weil mich nach anfänglicher Begeisterung aufgrund des Klappentextes nicht dazu aufraffen konnte, nach dem Erhalt nach der Geschichte zu greifen. Das war unheimlich schade, denn nachdem ich das Buch erst einmal angefangen hatte, habe ich es innerhalb kürzester Zeit fertig gelesen.

Rosa, Sami und Uma bei der Jagd nach Rätseln, Hinweisen und Geheimnissen zu begleiten, hat enorm Spaß gemacht. Rosas verstorbene Großmutter hat sich wirklich alle Mühe gegeben, ihre Enkelin auf Trapp zu halten und es war wunderbar unterhaltsam, mit der kleinen Truppe zu grübeln und zu kombinieren, wie die teils kryptischen und mysteriösen Botschaften gemeint sein könnten.

Wie es sich gehört, gibt es auch Gegenspieler, die Rosa und ihren Gefährten die Suche erschweren. Neben der Spannung und einem Funken Abenteuer schleicht sich also auch ein leichtes Krimi-Gefühl ein. Der Schreibstil führt den Leser zuverlässig durch die Geschichte, man gerät sehr schnell in einen angenehmen Lesefluss und kann sich das Geschriebene durch erwähnte Details sehr schön vorstellen. Mein Kopfkino lief auf Hochtouren und ich habe es geliebt!

Diese Mischung aus Freundschaft, Geheimnissen und ein wenig Abenteuer hat mir sehr gut gefallen und ich werde das Buch von Herzen gern für kleine und große Bücherwürmer weiterempfehlen. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 08.05.2022

Aufwühlend

Ein bisschen Konfetti macht noch keine Freundin
0

„Ein bisschen Konfetti macht noch keine Freundin“ behandelt ein wichtiges und sehr ernstes Thema: toxische Freundschaften. Bisher habe ich kaum Bücher gelesen, in denen so etwas thematisiert wird, und ...

„Ein bisschen Konfetti macht noch keine Freundin“ behandelt ein wichtiges und sehr ernstes Thema: toxische Freundschaften. Bisher habe ich kaum Bücher gelesen, in denen so etwas thematisiert wird, und ich muss sagen, dass das auf jeden Fall eine Erfahrung war, die ich weiterempfehlen kann. Vielleicht haben besonders Jugendliche schon mal etwas ähnliches erlebt und es nur nicht richtig einzuordnen gewusst, dabei könnte dieses Buch helfen. Es kann ihnen zeigen, dass sie sich nicht alles gefallen lassen müssen und es auch okay ist, mal für sich selbst einzustehen.

Cilia auf ihrer emotionalen Reise zu begleiten, hat mich durch viele Hochs und Tiefs getrieben. Man merkt ihr sehr stark an, dass sie einfach nur auf der Suche nach Anschluss ist, und dankbar ohne nachzufragen Hels Einladung in ihre Clique annimmt. Aufgrund ihrer Erfahrungen in der Vergangenheit saugt sie Hels Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf wie ein Schwamm, aber da man wegen des Klappentextes schon weiß, dass das Ganze einen bösen Verlauf nehmen wird, kann man die gerade aufblühende Freundschaft gar nicht genießen.

Sehr gut dargestellt fand ich dann den langsamen Wandel von der vermeintlich wahren Freundschaft zum Negativen. Die Stimmung zwischen Hel und Cilia wurde schleichend schlechter, nach und nach offenbarten sich immer mehr unangenehme Charakterzüge von Cilias angeblich bester Freundin, die zeigen, dass Hel vielleicht gar nicht der Mensch ist, der sie vorzugeben scheint. Ihr Verhalten Cilia gegenüber ändert sich und es blutete mir das Herz, dass unsere liebenswürdige, harmoniebedürftige Protagonistin sich so ausnutzen und hinters Licht führen lässt.

Die Beziehung der Mädchen geht an die Nieren, ist aber, könnte ich mir vorstellen, leider sehr authentisch dargestellt. Man leidet richtig mit Cilia mit, möchte ihr sagen, dass sie etwas besseres verdient, dass sie sich nicht einwickeln lassen und lieber auf ihr Herz hören soll. Aber man weiß zugleich auch, dass sich das viel einfach sagen lässt, als es am Ende getan ist.

Dieses Buch klärt auf und öffnet einem die Augen darüber, dass man sich selbst wichtig nehmen und nicht unterbuttern lassen sollte. Dass man nicht, nur um jemandem zu gefallen, sich selbst verbiegen sollte. Besonders für Jugendliche, die sich eventuell auf der Suche nach Anschluss schnell beeinflussen lassen, ist dieses Buch eine wichtige Lektion und eventuell eine Hilfe.

Mich hat das Buch durch die ernsten, unfairen Stellen teilweise sehr runtergezogen. Hels Verhalten hat mich einfach nur wütend gemacht, sodass ich das Buch nur in kleinen Happen lesen konnte, trotz des flüssigen Schreibstils. Das in Kombination mit dem Ende macht einem die Gefahr der Situation noch viel deutlicher bewusst.

Mein Fazit:
Die Geschichte geht einem an die Nieren, toxische Freundschaften sind kein leichtes Thema. Ich habe zwischendurch Schwierigkeiten gehabt, mich wirklich auf die Story einzulassen, weil mich das Ganze stark aufgewühlt hat. Aber insgesamt finde ich trotzdem, dass das Buch viel Potenzial hat, die Zielgruppe für solche schwierigen Beziehungen zu sensibilisieren. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 08.05.2022

Magisch!

Wisperwasser. Es ist unser Geheimnis
0

Wisperwasser ist eine ganz besondere Schule. Was sich für Lani zuerst wie ein Albtraum anhört, entpuppt sich als ganz großes Kino. Ich war sehr froh, dass ich Wisperwasser mit ihr zusammen kennenlernen ...

Wisperwasser ist eine ganz besondere Schule. Was sich für Lani zuerst wie ein Albtraum anhört, entpuppt sich als ganz großes Kino. Ich war sehr froh, dass ich Wisperwasser mit ihr zusammen kennenlernen durfte und habe mich nach etwas Gewöhnung pudelwohl in der verrückten Schule gefühlt.

Lani ist eine herzensgute Protagonistin. Sie ist zwar schon aus vielen Schulen geflogen, hat aber keinen Tropfen böses Blut im Körper, sondern ist liebenswert, mutig und steht wann immer nötig für Schwächere ein. Ich fand es schrecklich zu sehen, mit wie viel Misstrauen die Mitschüler und Lehrer ihr im Laufe der Geschichte teilweise begegnen, aber Lani steckt den Kopf nicht in den Sand, sondern bleibt stark.

Die Schulinsel steckt voller Geheimnisse und Überraschungen. Ich war echt platt, mit wie viel Magie man konfrontiert wird, wie verrückt das Ganze ist. Damit hatte ich trotz des Klappentextes in diesem Maße nicht gerechnet. Anfangs war ich regelrecht überfordert mit all den eigenartigen und ungewohnten Begebenheiten und fand es ein Stück weit beinahe schon zu viel, zu abgefahren. Ich musste mich erst dran gewöhnen, wie anders die Schule ist, wie kein bisschen alltäglich. Aber nachdem ich den ersten Tag mit Lani zusammen überstanden hatte, war ich anschließend offener, das alles als gegeben hinzunehmen und konnte mich sogar über all die Verrücktheiten freuen.

Der angenehme, lustige, kindgerechte Schreibstil wird gestützt von bunten Illustrationen, die mir das Leseerlebnis enorm versüßt haben. Ich finde, man ist nie zu alt für hübsche Bilder und mir gefiel der Zeichenstil unheimlich gut! Da werden die Kiddies (und auch ältere Bücherwürmer) viel Freude mit haben, da bin ich mir 100%ig sicher.

Auch an Spannung mangelt es Wisperwasser nicht. Man taumelt von einer aufreibenden Situation in die nächste, kommt fast nie zur Ruhe und die ganze Story entlädt sich in einem großen Finale. Und trotz dessen, dass es immer rasant zugeht, wirkt es nicht zu hektisch, sondern genau richtig fesselnd.

Mein Fazit:
Ich habe ein wenig gebraucht, um mit Wisperwasser warm zu werden. Hier und da waren die Ereignisse mir anfangs noch etwas zu verrückt, aber als ich mich erst einmal dran gewöhnt hatte, gefiel mir die bunte, lebendige, magische Schule wirklich gut. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung für große und kleine Lesebegeisterte.

Veröffentlicht am 05.05.2022

Hinterlässt Eindruck

Sowas wie Sommer, sowas wie Glück
0

Sowas wie Sommer, sowas wie Glück behandelt ein schweres Thema, es geht um Angststörungen. Die Schwester der Protagonistin leidet stark darunter, was auch merklich das Familienleben und den Alltag beeinträchtigt. ...

Sowas wie Sommer, sowas wie Glück behandelt ein schweres Thema, es geht um Angststörungen. Die Schwester der Protagonistin leidet stark darunter, was auch merklich das Familienleben und den Alltag beeinträchtigt. In mir hat das Buch viele Gefühle ausgelöst, positive wie negative, aber es hat mich tatsächlich nicht so stark bewegt, wie ich gedacht hätte, leider.

Dadurch, dass man aus Astrids Sicht liest, hat man keinen direkten Einblick in Cecilies Ängste. Ich fand das einerseits schade, da es sicherlich intensiv gewesen wäre, sich in sie hineinzuversetzen, und dadurch noch mehr Verständnis für ihre Situation zu bekommen, andererseits geht es nun mal nicht um die Betroffene selbst, sondern um ihre Angehörigen und deren Umgang damit, zumal man sich sowieso nicht wünschen sollte, in Cecilies Lage zu sein bzw. sie näher einsehen zu können.

Astrid als Protagonistin war nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Sie war mir nicht immer sympathisch, aber was ich sehr gut gelungen fand, war die Darstellung des zunehmenden Zwiespalts zwischen ihren eigenen Wünschen und Gefühlen auf der einen und dem Pflichtgefühl ihrer Schwester gegenüber auf der anderen Seite. Man merkt, wie Astrid immer mehr kämpft, mit sich selbst, mit der Familiensituation, wie der Drang nach einem eigenen, selbstbestimmten Leben immer größer wird, während Cecilie immer weiter in ihre Ängste hineinrutscht.

Was mir nicht ganz so gut gefiel, aber wahrscheinlich leider gar nicht so weit hergeholt ist, war die Dynamik innerhalb der Familie. Alle Verantwortung für Cecilie lastete auf Astrids schmalen, jungen Schultern, während es so wirkte, als seien die Eltern entweder überfordert oder desinteressiert, gar verständnislos. Das hat mich sauer gemacht, denn es nur weil Astrid eine Stütze für ihre große Schwester ist, bedeutet das nicht, dass alle anderen sich aus der Affäre ziehen sollten.

Diese Verständnislosigkeit Cecilies Ängsten gegenüber begegnet einem nicht nur in der Familie, sondern auch im Freundeskreis von Astrid, in der Schule, überall im Alltag. Ich fand es teilweise echt schlimm, wie unsensibel die Menschen sich äußern, wie schnell eine Angststörung heruntergespielt wird, weil sie einfach nicht ernstgenommen wird. Ich kann mir aber auch hier leider vorstellen, dass das keineswegs unrealistisch ist.
Was die Authentizität anbelangt, hat das Buch also in allen Punkten sehr gut abgeliefert, auch wenn mich das oft hat bitter schlucken lassen.

Mir gingen allerdings viele Figuren auf den Keks. Bei Astrid bahnt sich eine kleine Liebesgeschichte an, die mich leider überhaupt nicht überzeugen konnte. Kristoffer ist für mich undurchschaubar, mal behauptet er dieses, handelt dann aber nach jenem, heute Hü, morgen Hott. Ein stetiges Hin und Her, auch von Astrids Seite. Sie wirkte mal völlig abgeklärt was die Beziehung zu Kristoffer angeht, dann wiederum so naiv, dass ich ihr in den Hintern treten könnte.
Auch Astrids Vater hat mich unheimlich wütend gemacht, realistisches Verhalten hin oder her. Er war einfach eine mir zutiefst unsympathische Person und hat mir das Leseerlebnis stellenweise stark verhagelt.

Mein abschließendes Fazit fällt gemischt aus. Die Geschichte war für mich realistisch klingend ausgearbeitet, mit allen Höhen und Tiefen, auch wenn es mehr Tiefen gab, was bei dem Thema aber auch kein Wunder ist. Da erwartet man keine fröhliche Story, sondern etwas schweres. Und trotz dessen, dass Astrid als Protagonistin so greifbar gemacht wurde, habe ich emotional nicht richtig mit ihr mitgefiebert, und das finde ich unheimlich schade. Ich hätte mir so gewünscht, mich mit ihr verbinden zu können, aber die Lesenden-Figuren-Beziehung war bei mir nur oberflächlich vorhanden. Dazu kommt, dass ich mich an einigen Stellen wie gesagt arg geärgert habe.

Wegen der Einschränkungen gebe ich 4 von 5 Sternen, empfehle das Buch aber dennoch auf jeden Fall weiter, denn es hat mich trotz der Kritik stark beschäftigt. Angststörungen sind definitiv ein Thema, über das mehr aufgeklärt werden muss, und was das angeht, leistet dieses Buch, finde ich, einen guten Beitrag.