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Veröffentlicht am 20.03.2019

Playing by his Rules

Playing by her Rules
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„Ein Strudel aus Wut, Bitterkeit und Reue brodelte in ihrem Inneren hoch. Er hatte ihr vor acht Jahren nicht nur das Herz gebrochen, sondern ihr auch die Zukunft genommen.“ (aus „Playing by her Rules“ ...

„Ein Strudel aus Wut, Bitterkeit und Reue brodelte in ihrem Inneren hoch. Er hatte ihr vor acht Jahren nicht nur das Herz gebrochen, sondern ihr auch die Zukunft genommen.“ (aus „Playing by her Rules“ von Amy Andrews)

Matilda Kent will nur eines: Eine Chance, die journalistische Leiter noch weiter hinaufzuklettern um endlich darüber schreiben zu können, was ihr am Herzen liegt. Der Haken: Sie muss über ihre Highschool-Liebe Tanner Stone berichten, der sich zum erfolgreichen Rugbyspieler gemausert hat. Tilly will aus dem verhassten Job das Beste machen und plant, Tanner mit ihren Artikeln so richtig eins auszuwischen, doch sie hat nicht mit Tanners Bemühungen gerechnet, sie zurückzugewinnen..

Ich bin ehrlich.. bereits wenn ich mir das Cover anschaue, weiß ich schon nicht mehr, was mich geritten hat, dieses Buch lesen zu wollen. Momentan bin ich eher anti-Nackte-Typen, was die Cover von Büchern angeht, und dieses verstößt ganz eindeutig gegen die Einstellung. Vielleicht war es die Aussicht auf Rache an einem Kerl, vielleicht generell die schreiberisch tätige Protagonistin, vielleicht kurzzeitige Unzurechnungsfähigkeit, die mich dazu gebracht haben, das Buch als lesewürdig zu befinden.

Allerdings muss ich sagen, dass ich mich während des Lesens immer wieder bei dem Gedanken ertappt habe, das Buch abzubrechen, weil so vieles mich gestört hat. Ich muss sagen, dass ich selten Bücher abbreche, allein schon aus Respekt der ganzen Arbeit des Autors gegenüber. In diesem Fall wäre es bei insgesamt ca. 200 Seiten aber albern gewesen, es nicht zu beenden, da geht wirklich nicht viel Zeit für das ganze Buch drauf.

Die beiden Protagonisten Tilly und Tanner, allein schon wegen dieser Alliteration ist mir Matildas richtiger Name lieber, erzählen nicht aus ihrer Ich-Perspektive, sondern es wird abwechselnd aus der Sicht auf die beiden erzählt. So blieben für mich die Beziehungen zu den beiden Charakteren ziemlich auf der Strecke und ich habe mich beim Lesen nie richtig angesprochen oder beteiligt gefühlt. Es war einfach keine Verbindung zu dem Geschriebenen da, es blieb für mich zu oberflächlich und platt, als dass ich wirklich hätte mitfühlen können.
Die Schreibweise war einfach und leicht, nichts besonders anspruchsvolles. Man kann dem Geschehen die ganze Zeit problemlos folgen, auch wenn ich persönlich nicht sonderlich gefesselt war und mich oft dabei erwischte, wie meine Gedanken abgeschweift sind.

Mit den Charakteren stehe ich sehr auf Kriegsfuß, wie fast immer wenn ich keine Verbindung zu ihnen aufbauen konnte. Je weniger sie mich berühren, desto kritischer werde ich, das kann ich einfach nicht vermeiden, denn wenn mich ein Chara richtig mitreißt und beeindruckt, sehe ich auch mal über kleine Schwächen hinweg.. hier war das eindeutig nicht der Fall.

Lasst mich mit Tanner beginnen. Sein Verhalten hat mich mehr als einmal maßlos aufgeregt, ich empfand es als respektlos und provozierend hoch zehn, es ist mir unbegreiflich wie Matilda ihm keine Ohrfeige (oder auch fünf bis zwanzig..) verpassen konnte. Er muss immer das letzte Wort haben und das schlimmste, er dringt schamlos und wie ein Bulldozer in den Wohlfühlbereich von Tilly ein, betatscht sie, spielt dumme Wortspielchen und macht Andeutungen, die bei einer Vergangenheit wie der, die sie miteinander haben, zu 100% falsch und einfach nur unangebracht sind. Er ignoriert jederlei persönlichen Sicherheitsabstand und benimmt sich, als dürfte er sich das erlauben, nur weil er ihr Ex-Freund ist. Ich weiß nicht, was daran erregend, erotisch oder sonst was gewesen sein soll, ich fand es einfach nur dreist.

Matilda dagegen hat mir anfangs noch richtig gut gefallen, abgesehen davon, dass es schon eigenartig ist, einem Ex-Freund acht Jahre lang nachzuweinen. Ein bisschen mehr Selbstwertgefühl, bitte! Sie hatte jedenfalls Schneid und den festen Vorsatz, sich mit ihren Artikeln so richtig an Tanner zu rächen, doch was passiert dann? Sie wird schon bei ihrer dritten Begegnung zur willenlosen Puppe, lässt sich von ihm begrapschen, schmilzt seinen Armen geradezu entgegen und hat nur noch Pudding im Hirn. Alles von früher scheint vergeben und vergessen. Schön und gut, dass beide noch Gefühle füreinander haben (Überraschung!!), aber geht das nicht auch mit WÜRDE?? Mit GEFÜHL? Muss man das ausdrücken, indem man Beinahe-Sex in einer Suppenküche einer Kirche hat? Es scheint so.
Aus der entschlossenen Journalistin Matilda wurde innerhalb kürzester Zeit ein verwirrtes Wesen, was verzweifelt versucht, seinen Hass auf den Ex mit Erinnerungen an den Arschloch-Tanner aus der Highschool zu nähren, doch erfolglos.

Ich empfand die „Liebesgeschichte“ der beiden als platt und schlichtweg nicht besonders. Tanner hat mich angewidert, Tilly hat mich im Stich gelassen und jede alte Frau in dieser Geschichte, ob nun Tillys Grandma oder die Nonne aus der Suppenküche, scheint ebenfalls nicht ohne schmutzige Sprüche auszukommen.
Es scheint, als sei Rugby einfach nicht mein Sport. Bisher hatte ich erst ein New Adult Buch über Rugbyspieler, aber auch das gefiel mir nicht sonderlich und ich werde es zukünftig wohl auch sein lassen. Hate it once, shame on you. Hate it twice, shame on me. Oder so ähnlich.

Mein Fazit:
Nett für zwischendurch, aber definitiv nicht mehr. Ich werde die Reihe nicht weiter verfolgen, das würde ich nur bereuen, auch wenn ich leider oft dazu tendiere, Büchern noch eine Chance zu geben. seufz

Veröffentlicht am 18.03.2019

Trolland

Weil es Liebe ist
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„Als angehenden junge Autorin in New York kam ich mir vor wie ein mittelprächtiger Guppy in einem riesengroßen Schwarm voller schillernder Fische.“ (aus „Weil es Liebe ist“ von Christina Lauren)

Holland ...

„Als angehenden junge Autorin in New York kam ich mir vor wie ein mittelprächtiger Guppy in einem riesengroßen Schwarm voller schillernder Fische.“ (aus „Weil es Liebe ist“ von Christina Lauren)

Holland steckt seit ihrem Abschluss fest. Sie weiß nicht wirklich wohin mit sich und das einzige, was sie von ihrem kreativen Tief ablenken kann, sind die regelmäßigen Umwege, die sie seit Monaten mehrmals pro Woche auf sich nimmt, um dem Straßenmusiker Calvin beim Spielen zuzuschauen. Sie ist fasziniert von dem gutaussehenden, jungen Mann, der so sehr in seiner Musik aufgeht, doch dass sie in Zukunft nicht nur ihre Wohnung sondern ihr ganzes Leben mit ihm teilen würde, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Mit Liebe hat das allerdings nicht viel zu tun, zumindest am Anfang nicht..

Angesprochen hat mich bei diesem Buch ehrlich gesagt zunächst mal die Aussicht auf den vorab-Gewinn eines Printexemplars des forever-Verlags, etwas, das es in meinem Regal eindeutig zu wenig gibt. Das Autorenduo Christina Lauren ist mir natürlich bereits bekannt, aber ich muss gestehen, dass ich bisher kein Buch von ihnen gelesen habe. In Anbetracht der Tatsache, dass dieses mir jedoch echt gut gefallen hat, denke ich, dass ich das in Zukunft mal ändern sollte.

Hollands Geschichte wird von ihr aus ihrer Ich-Perspektive erzählt. Ihre Gedankengänge waren stellenweise unfassbar witzig und in anderen Momenten wieder voller Gefühl, sodass es als Leser fast nie langweilig mit ihr wurde.
Mithilfe des modernen, lockeren Schreibstils kommt man schnell und problemlos in die Geschichte rein und versinkt darin, sodass sie Seiten nur so dahinfliegen. Ich für meinen Teil hatte Spaß beim Lesen und war ein wenig traurig, dass es so schnell vorbei war.

Holland war ein sympathischer Charakter. Sie hat sich nach ihrem Studium irgendwie im Leben festgefahren, wohnt in einer Wohnung, die ihrem Onkel gehört und arbeitet im Merchandising-Shop seines Theaters, nicht gerade das, was sich die (eigentlich) angehende Autorin vorgestellt hat. Aber die hübsche, junge Frau meistert ihren Alltag mit Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie, sodass man sie einfach ins Herz schließen muss.
Calvin dagegen hinterließ bei mir zunächst einen ziemlich schlechten Eindruck und es hat etwas gedauert, bis er sein Karma-Konto wieder aufgebessert hatte. Allerdings ist er ein cleverer Kerl, der die Menschen mit Witz und seiner natürlich, charmanten Art von sich zu überzeugen weiß, dazu kommt auch noch seine außerordentliche musikalische Begabung, die jeden in der Nähe inne halten lässt, wenn er spielt.

Seine und Hollands Beziehung ist mehr als ungewöhnlich. Sie benimmt sich zu Beginn noch wie ein kleines Fangirl und die Beziehung ist nur ein Mittel zum Zweck, darauf kann man leider nicht näher eingehen ohne zu spoilern. Etwas vergleichbares habe ich, soweit ich mich erinnere, erst einmal gelesen, und selbst da hat es sich etwas anders zugetragen. Allemal haben die zwei einen interessanten Start miteinander, aus dem sich natürlich nach und nach mehr entwickelt.
Wie jede Liebe hat auch die ihre Höhen und Tiefen, allerdings nichts wirklich gewaltiges, wie ich finde. Das richtige Drama spielt sich eher um Calvin herum ab und war ziemlich interessant, so etwas habe ich tatsächlich noch nie gelesen.

Ich muss gestehen, dass ich mir sowohl Holland als auch die Geschichte an sich im Vorfeld irgendwie anders vorgestellt hatte. Aber das, was ich bekommen habe, fand ich keinesfalls schlecht, im Gegenteil. Ich mochte die Story, aber es ging mir an einigen Stellen zu stürmisch voran, da wurden ein paar sehr impulsive Entscheidungen getroffen, die ich so nicht erwartet hatte.
Das absolute Highlight waren für mich Hollands beide Onkel, ein großartiges Duo. Ich habe die beiden geliebt, ohne sie wäre die Story wahrscheinlich wesentlich blasser und langweiliger gewesen.

Mein Fazit:
Eine aufregende Geschichte mit sympathischen Charakteren und einem interessanten Plot. Nicht zu viel Kitsch und Drama, auch nicht zu viel Bettgeflüster. Allerdings eine etwas sehr impulsive Handlung an einigen Stellen, sodass ich nicht die volle Sterne-Zahl vergeben kann.

Veröffentlicht am 16.03.2019

Die letzte erste Rani

Die letzte Königin - Das schlafende Feuer
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„Ich möchte ihn wegstoßen und fest an mich ziehen, ich will ihm sagen, dass er gehen soll, und möchte ihn bitten, für immer zu bleiben.“ (aus „Die letzte Königin – Das schlafende Feuer“ S. 163 von Emily ...

„Ich möchte ihn wegstoßen und fest an mich ziehen, ich will ihm sagen, dass er gehen soll, und möchte ihn bitten, für immer zu bleiben.“ (aus „Die letzte Königin – Das schlafende Feuer“ S. 163 von Emily R. King)

Die achtzehnjährige Kalinda ist behütet bei der Heiligen Schwesternschaft aufgewachsen. Doch ein Besuch des Tyrannen Rajah Tarek reißt sie abrupt aus ihrem friedlichen Leben heraus. Sie soll die hundertste Ehefrau des Herrschers werden - ein Platz, den sie gegen die anderen Ehefrauen und Kurtisanen Tareks im Zweikampf verteidigen muss. Ihr einziger Trost in der feindseligen Welt des Hofes ist ihr junger Leibwächter Deven Naik. Ihn zu lieben ist ihr verboten, doch Kalinda begreift schon bald, dass sie niemals die Frau des grausamen Tarek sein kann. Ihre einzige Chance liegt in der verborgenen Macht, die tief in ihr schlummert ... (Klappentext, Quelle: LYX Verlagsseite)

Seit das Buch bei der Lesejury vorgestellt wurde, schlich ich drum herum. Für die Leserunde hatte ich mich nicht beworben, warum weiß ich mittlerweile auch nicht mehr, denn ich bin nachhaltig beeindruckt von dieser Geschichte!
Auf den ersten Eindruck wirkt das Buch vom Cover her wie ein historische Roman, weshalb ich mich für den Klappentext zunächst überhaupt nicht interessiert habe. Spaßeshalber habe ich ihn mir dann doch mal durchgelesen und war überrascht, dass dieses Buch zumindest von der Beschreibung her voll und ganz meinen Lesegeschmack trifft.

Kalinda erzählt die Geschichte aus ihrer Ich-Perspektive, so hat man als Leser immer den besten Einblick in die Gefühle und Gedanken des Protagonisten und das liebe ich! Ich habe sehr schnell eine Beziehung zu ihr aufgebaut und mit ihr mitgefiebert, Kalinda war einfach sympathisch und authentisch.
Der Schreibstil ist, obwohl es scheint, als spiele die Story in einer weiter zurückliegenden Zeit, anschaulich und unkompliziert trotz etwas geschwollener Ausdrucksweise der Adligen hier und da, sehr detailliert und man kann sich alles gut vorstellen kann. Ich bin schnell in einen stetigen Lesefluss gekommen, sodass das Buch nach einem Tag leider auch schon beendet war. Ich war so gefangen in der Welt, die die Autorin konstruiert hat, dass ich noch Tage hätte weiterlesen können!

Kalinda mausert sich im Laufe der Geschichte vom schüchternen, zurückhaltenden Mädchen, das nach der Forderung am liebsten wieder in ihre Schwesternschaft zurückgekehrt wäre, zu einer starken, selbstbewussten jungen Frau, die für ihre Überzeugung kämpft und lernt, sich durchzusetzen, ganz zu schweigen davon dass sie auch noch eine übernatürliche Begabung besitzt.. Mir als Leser war Kali von der ersten Seite an super sympathisch. Sie war nicht die typische schlagfertige Alleskönner-Protagonistin aber auch nicht das standardmäßige Mauerblümchen, sondern irgendwas dazwischen. Ich mochte die Mischung sehr und hätte mir keinen besseren Hauptcharakter wünschen können als sie.

Die restlichen Charaktere waren ebenfalls überzeugend ausgearbeitet, begonnen mit Kalis besten Freundin Jaya, über den Soldaten Deven Naik bis hin zum grausamen Herrscher und seiner Hauptfrau Lakia. Manche hat man gehasst, manche hat man geliebt, aber faszinierend waren sie alle gleichermaßen, wie ich finde.
Die Beziehung von Deven und Kali steht jetzt nicht so sehr im Mittelpunkt, wie ich finde. Es gibt keine übertieben kitschigen Momente zwischen ihnen, aber dennoch merkt man, was sich zwischen den beiden entwickelt, denn dass sie sich begehren ist von Anfang an offensichtlich. Mir gefällt es, dass der Fokus mehr auf Kalidas Leben im Palast, ihren Fähigkeiten und den Machenschaften des Rajah liegt und die Liebesgeschichte nebenher läuft.

Generell finde ich die Geschichte mit der Welt, die geschaffen wurde, bis ins letzte Detail unfassbar faszinierend. Seien es nun die Schwesternschaften, in denen Mädchen großgezogen werden, die Forderungen, bei denen Herren junge Frauen auswählen und mit sich nehmen können, oder der gesamte Palast mit seinen Strukturen und Hierarchien, alles habe ich aufgesogen wie ein Schwamm. ^^
Wenn jemand eine ganze Welt konstruiert anstatt nur ein paar Details an der jetzigen zu verändern, finde ich das immer bewundernswert und auch in diesem Fall wurde ich ganz von der Story und dem Geschehen gefesselt.

Mein Fazit:
Ich bin begeistert! Wunderbar ausgearbeitete Charaktere, ein faszinierendes Setting, was ein bisschen was von Aladdin hat, und ein fesselnder Schreibstil sorgen für ein Leseerlebnis, was ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil und werde hibbeln, bis ich endlich herausfinden kann, wie es mit Kalinda und ihren Gefährten weitergeht.

Veröffentlicht am 16.03.2019

Wenn Nick einzieht

Wenn das Schicksal einzieht
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„Sie nahm nur noch die Leere wahr, die sich anfühlte wie das eisige Wasser Irlands, das sie immer tiefer hinabzog, bis alles um sie herum verschwand.“ (aus „Wenn das Schicksal einzieht“ von Teresa Wagenbach“)

Nach ...

„Sie nahm nur noch die Leere wahr, die sich anfühlte wie das eisige Wasser Irlands, das sie immer tiefer hinabzog, bis alles um sie herum verschwand.“ (aus „Wenn das Schicksal einzieht“ von Teresa Wagenbach“)

Nach einem Unfall ist Lola nicht mehr dieselbe. Zeitgleich mit jeglichem Gefühl in den Beinen ist ihr auch der Lebensmut abhanden gekommen und sie ist zu einem Schatten ihres früheren Ichs geworden. Was sie nicht weiß, ist, dass ihr der Unfall auch Erinnerungen genommen hat, nämlich die an ihre erste große Liebe Nick, der unerwartet nach fast einem Jahrzehnt wieder in ihr Leben tritt. Im Gegensatz zu ihr hat er sie und die Gefühle, die sie einst füreinander hatten, nie vergessen können und so nutzt er die Chance, ihr eingestellt von Lolas Vater wieder ein Stück ihrer Lebensfreude zurückzugeben. Gibt es für die beiden eine Zukunft oder wird es bei der gemeinsamen Vergangenheit bleiben?

Zuerst muss ich sagen, dass das Cover gepaart mit dem Verlag, in dem das Buch erschienen ist, eine geradezu magische Sogwirkung auf mich ausgeübt hat. Es ist einfach so hübsch anzusehen! Auch wenn ich nicht unbedingt einen Bezug zum Inhalt erkennen kann, vielleicht fehlt mir dazu die Fantasie.
Der Klappentext klingt im ersten Moment sehr tragisch und berührend, eine solche Geschichte hat gut umgesetzt bestimmt emotionales-Tränchen-Potential. Leider muss ich sagen, dass es etwas anders war, als ich es mir erhofft hatte.

Es wird aus den verschiedensten Sichten erzählt, sowohl auf Nick und Lola als auch auf Lolas Vater und deren Haushälterin, auch wenn es bei denen meist nur kurze Momente sind. Durch die fehlende Ich-Perspektive geht, wie ich finde, einiges an Gefühl verloren, man betrachtet das ganze Spiel zu distanziert, anstatt direkt in den Köpfen der Protagonisten drin zu stecken. Das finde ich sehr schade, da wäre glaube ich mehr Emotion möglich gewesen.

Zum Aufbau des eBooks muss ich sagen, dass es bei diesem eh schon recht kurzen Buch wirklich unglücklich ist, wenn einem suggeriert wird, man hätte noch 18% zu lesen, und auf einmal ist die Geschichte zu Ende und eine Leseprobe für ein anderes Buch beginnt. Beim Print-Exemplar hat man immer bessere Übersicht über die Rest-Seitenanzahl und gerade in diesem Fall hätte ich mir gewünscht, wenn die Länge des eBooks auch besser zur Länge der tatsächlichen Geschichte gepasst hätte.

Auch mit den Charakteren hatte ich so meine Probleme. Lola ist bereits 24, fast 25, ihre Einstellung und ihre Trotzanfälle passen aber besser zu einer 16-Jährigen. Gerade weil sie so einem Schicksalsschlag ausgeliefert war, hätte ich etwas mehr Reife erwartet und bin mit ihr einfach nicht warm geworden.
Genau wie ich zu ihr keine Beziehung aufbauen konnte, fehlte mir auch das gewisse Etwas bei Nick. Ich kann ehrlicherweise gar nicht spezifizieren, was das Problem war, ich mochte ihn schlichtweg nicht. Allerdings muss ich sagen, dass es bewundernswert ist, wie er sein Leben umgekrempelt hat, während er bei Lola und ihrem Vater gelebt hat. Er hat sich ungeachtet seiner schwierigen Kindheit aufgerappelt und was aus sich gemacht, zumindest wenn man außer Acht lässt, dass das alles nur mit Hilfe von Lolas Geld geschehen ist.

So traurig und berührend Lolas und Nicks Geschichte auch hätte sein können, ich bin einfach nicht reingekommen. Die (mit anderen Büchern verglichen wenigen) Seiten flogen nur so dahin und es ließ sich auch wunderbar leicht und flüssig lesen, doch ich habe auf den Moment gewartet, in dem mein Herz angesprochen wird und ich irgendwie mit den Beteiligten mitfühlen kann. Aber dieser Moment kam nicht, die Handlung war relativ vorhersehbar und so konnte auch das kleine Drama kurz vor dem Ende mich nicht schocken.
Es hat einfach noch mehr Tiefe gefehlt, der Funke konnte nicht wirklich überspringen.

Mein Fazit:
Ich bin relativ enttäuscht, muss ich sagen. Von der Geschichte hatte ich mir eindeutig mehr versprochen, mich konnte sie nicht berühren. Aber abgesehen vom Quäntchen Gefühl, was ich vermisse, war die Idee für die Story gut umgesetzt und die Handlung ordentlich. Für alle zu empfehlen, die eine leichte Nachmittagslektüre suchen und nichts allzu tiefgreifendes erwarten, Leuten mit Anspruch dagegen würde ich abraten.

Veröffentlicht am 14.03.2019

Reden ist Silber..

The Hardest Fall
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Die erste Begegnung von Dylan und Zoe hätte kaum schräger ablaufen können. Auf einer Party erwischt sie ihn gerade in dem Moment, wo er sein bestes Stück in der Hand hält, auch die zweite Begegnung läuft ...

Die erste Begegnung von Dylan und Zoe hätte kaum schräger ablaufen können. Auf einer Party erwischt sie ihn gerade in dem Moment, wo er sein bestes Stück in der Hand hält, auch die zweite Begegnung läuft nicht besser. Womit keiner der beiden rechnet: Nach ihrer dritten Begegnung werden sie Mitbewohner sein. Der aufstrebende, gutaussehende Footballstar und die schüchterne, chaotische, leicht verschrobene junge Frau freunden sich an und kommen sich näher, doch Zoe verbirgt etwas, was schnell für Missverständnisse sorgt und die zarten Bande auf eine harte Probe stellt.

Wenn ich ein Buch aus den forever-Verlag sehe, werde ich immer sofort neugierig. In diesem Fall kenne ich die Autorin nicht, aber das Cover ist natürlich ein Blickfang, das kann man nicht leugnen. Mir persönlich gefällt es auch sehr, dass man nicht nur einen Kerl sieht, sondern ein Paar, das wirkt nicht so gewollt aufreizend.

Abwechselnd erzählen Dylan und Zoe aus ihrer Ich-Perspektive die Geschichte, so gehört sich das meiner Meinung nach für einen guten New Adult Roman, auch wenn ich natürlich jederzeit bereit bin, Ausnahmen anzuerkennen. ^^ Ich finde einfach, so kommt man den Protagonisten am nächsten, man weiß, was in ihnen vorgeht und versteht ihre Gefühle am besten. So war es auch hier, besonders Zoes Gedankengänge fand ich zum schießen komisch!

Zoe war tatsächlich ein Grund, dieses Buch zu lieben. Ihre Art ist einmalig, anders kann man es gar nicht besser beschreiben. Wenn sie nervös ist, bricht sie in unzusammenhängende Redeschwälle aus, redet schneller als sie denken kann. Was sie da alles bei ausplappert, ist wirklich zum schreien gewesen, ich musste soo oft grinsen, wenn sie mal wieder in einer ihrer für sie total peinlichen Reden steckte und nicht aufhören konnte, ihre Situation mit jedem Satz zu verschlimmbessern. Dazu kommt auch noch ihre Besessenheit von Pizza und ihre schrägen M&M-Gewohnheiten runden ihr verrücktes Gesamtbild ab. Dennoch ist sie einfach nur herzensgut und liebenswert, man muss sie sofort gern haben und ins Herz schließen!

Dylan ist im Vergleich zu ihr ziemlich cool, er provoziert und neckt Zoe gern mit ihren Macken, akzeptiert die junge Frau aber zu jeder Zeit so, wie sie ist. Der Footballspieler ist eine treue Seele, steht zu 100% hinter seinen Freunden und macht sich für die stark, die ihm etwas bedeuten. Anders als Zoe ist er in diesem Fall mehr oder weniger ein offenes Buch, er hat keine bestürzenden Geheimnisse oder Laster, die seiner Beziehung zu Zoe gefährlich werden könnten, was ungewöhnlich ist, denn eigentlich tragen ja meistens beide Protagonisten ein Päckchen mit sich.

Die Beziehung der beiden beginnt harmlos, sie sind nur „Kumpel“. Doch wie es so sein muss, kommen sie sich langsam näher, in einem angemessenen Tempo, wie ich finde. Nichts wird überstürzt, keine Liebeserklärungen im ersten Drittel des Buches, wie bei manch anderen Geschichten, also alles im grünen Bereich.

Am Anfang des Buches wird man als Leser ziemlich hinters Licht geführt und erliegt genau wie Dylan einem Missverständnis, mit dem Unterschied, dass man früher aufgeklärt wird als er. Dennoch hat das für einen „Ernsthaft??“-Moment bei mir gesorgt, wo ich erst schockiert und dann erleichtert war. Eine gute Finte der Autorin, wie ich finde!

Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen. Die Nebencharaktere mochte ich, besonders Zoes Freunde, im letzte Drittel gibt es noch mal einen dramatischen, spannenden Moment wo einem ein bisschen der Atem stockt, der Zoes beste Freundin Kayla betrifft. Allerdings wurde mir diese Situation etwas zu schnell aufgelöst, darauf hätte man mehr machen können, selbst wenn es „nur“ einen Nebencharakter betraf.
Vielleicht bekommt Kayla ja ein eigenes Buch, ich würde es auf jeden Fall lesen wollen!

Mein Fazit:
Nicht zu kitschig, nicht zu viel Bettgeflüster, nicht zu platt, genau richtig viel Gefühl. Einen Stern Abzug für fehlende Spannung, die erst am Ende so richtig aufkommt, dafür aber tausend Sympathiepunkte für Zoe!
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und allen New Adult Fans, die auf College-Romanzen stehen, kann ich dieses Buch nur ans Herz legen.