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Veröffentlicht am 16.11.2017

Solider Ermittlungsroman ohne Emotionen

Der letzte Befehl
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Klappentext
Alles hat irgendwo einen Anfang. Für den Elite-Militärpolizisten Jack Reacher war dieses Irgendwo Carter Crossing, Mississippi, 1997. Eine einsame Straße. Der Schauplatz eines Verbrechens. ...

Klappentext
Alles hat irgendwo einen Anfang. Für den Elite-Militärpolizisten Jack Reacher war dieses Irgendwo Carter Crossing, Mississippi, 1997. Eine einsame Straße. Der Schauplatz eines Verbrechens. Eine Vertuschung. Eine junge Frau ist tot und verlässliche Indizien deuten auf einen Soldaten von der nahegelegenen Militärbasis als Schuldigen. Doch dieser Soldat hat mächtige Freunde in Washington. Reacher wird inoffiziell beauftragt, alles herauszufinden, was er kann, und es dann zu verbergen. Aber als er Carter Crossing erreicht, trifft Reacher auf den örtlichen Sheriff Elizabeth Deveraux, die es nach Gerechtigkeit verlangt und die Geheimnisse gar nicht leiden kann. Die beiden sind sich nicht sicher, ob sie einander trauen können, tun sich aber dennoch zusammen. Als Reacher auf unerwartete Zusammenhänge stößt, setzt er alles daran, die Wahrheit aufzudecken, während andere alles tun, um die Wahrheit zu begraben. Die Verschwörung lässt Reacher an der Rechtmäßigkeit seines Auftrags zweifeln - und macht aus ihm einen Mann, den man fürchten muss,

Einstieg ins Buch
Mit hundertfünfunddreißigtausend Quadratmetern Grundfläche, dreihundertfünfundvierzigtausend Quadratmetern Bürofläche, achtundzwanzigtausend Kilometern Korridoren und dreißigtausend Beschäftigten ist das Pentagon, der Sitz des amerikanischen Verteidigungsminesteriums, das größte Bürogebäude der Welt. ...

Meine Meinung
Jack Reacher ist ein Militärpolizist und seit vielen Jahren im Dienst. Er hat viele Dinge gesehen und schlimme Dinge erlebt. Das hat ihn zum Einzelgänger werden lassen. Seinen neuen Auftrag geht er mit gutem Gefühl, aber dennoch vorsichtig an. Jack Reacher ist gerne vorbereitet und stellt sich stets auf das Schlimmste ein. Der Militärpolizist soll in dem kleinen Ort Carter Crossing herausfinden, ob eventuell ein Soldat aus der Militärbasis Kelham in einen Mordfall verwickelt ist und wenn nötig alle Spuren beseitigen. In Carter Crossing angekommen, trifft er sogleich auf den Sheriff - Elizabeth Deveraux. Sie sieht auf den ersten Blick, dass Jack kein gewöhnlicher Mann ist, der nach seiner Militärlaufzeit einen ruhigen Ort wie Carter Crossing sucht um einen Freund zu besuchen. Sie enttarnt ihn sofort als verdeckten Ermittler und hilft ihm bei der Suche nach der Wahrheit. Doch irgendwann muss Jack sich für eine Seite entscheiden - kann er die Wahrheit ignorieren?

Das Buch beginnt mit einer Rückblende ins Jahr 1997. Jack Reacher macht sich auf den Weg ins Pentagon und ist sich ziemlich sicher, dass er es nicht weit schaffen wird. Hier habe ich gleich gemerkt, dass Jack offensichtlich etwas paranoid ist und als Verschwörungstheoretiker sicherlich einen guten Job gemacht hätte. Hinter jeder Ecke vermutet er das Schlimmste. Doch im Laufe der Geschichte rettet ihm diese Eigenschaft auch ein paar mal das Leben. Der Charakter Jack ist als sehr ruhig und geduldig dargestellt. Nicht ein einziges Mal rastet er aus oder macht einen unüberlegten Schritt. Er scheint fast tiefenentspannt und ist sich seiner Sache mehr als sicher. Leider zeigt er keine Emotionen, es gibt keine Wut, keine Zuneigung, keinen Hass und auch keine Enttäuschung bei Jack. Für mich wirkt er wie ein Super-Cop, der genau weiß, dass er unverwundbar ist und am Ende sowieso gewinnen wird. Die Figur Jack Reacher empfinde ich daher als oberflächlich und unauthentisch. Auch den anderen Charakteren fehlt es leider an Tiefgang, denn selbst nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, weiß ich so gut wie nichts über die Charaktere. Alle anderen Figuren, vor allem der Pathologe und die anderen Polizisten werden als dümmlich und von der Welt gelangweilt dargestellt. Sogar der Sheriff wirkt für mich wie ein Anfänger, weil sie die eindeutigsten Dinge bei den Ermittlungen einfach nicht beachtet.

Mit dem Schreibstil habe ich mich anfänglich sehr schwer getan. Der Satzbau ist sehr holprig und es kam oft vor, dass mein Kopf beim Lesen "stolperte" und ich manchen Satz zwei bis dreimal lesen musste bis ich ihn begriffen hatte. Hinzu kommt, dass die Beschreibungen von alltäglichen Dingen in unnötigen Ausschweifungen und Erklärungen enden. Als Jack beispielsweise Schienen überquert, achtet er auf das Andreaskreuz. Und die weiß-roten Streifen darauf. Und auf das Signallicht. Und auf die Glocke, die ein schrilles Warnsignal von sich gibt, wenn sich ein Zug nähert. Diese Beschreibungen bis ins kleinste Detail waren mir einfach zu lang, schließlich sollte man davon ausgehen, dass jeder einen Bahnübergang kennt. Auch die Dialoge waren für mich anfangs schwer zu ertragen, denn das ständige "ich sagte" ... "er sagte" ..."ich sagte" ... "er sagte" ... machte es mir schwer mich gedanklich auf die Unterhaltung einzulassen.

Positiv kann ich hervorheben, dass die Grundidee des Buches sehr gut ist und der Klappentext mich ja auch animiert hat das Buch zu lesen. Ich finde aber, der Autor hätte deutlich mehr daraus machen können, ich habe einfach mehr erwartet. Das Ganze wirkt irgendwie sehr strategisch und kühl. Der Plot an sich entwickelt sich immer weiter, wenn auch nicht steil, aber doch stetig. Einen Spannungsbogen habe ich vermisst, für mich war der Verlauf der Geschichte unspektakulär und vorhersehbar. Gut fand ich den Cliffhanger, den es häufig am Ende eines Kapitels gab. Das brachte mich dann doch dazu weiterzulesen. Zum Ende des Buches muss man sagen, dass es mich nicht überrascht hat. 40 Seiten vor Ende wusste ich nicht genau, wer der Mörder ist und doch ging es dann so schnell, dass ich keine Zeit hatte schockiert zu sein oder überhaupt zu verarbeiten, dass Person X wirklich der Mörder ist.

Das Cover des Buches finde ich sehr passend. Jack Reacher, Sheriff Deveraux mit ihrem alten Streifenwagen und die Schienen, die eine große Rolle spielen sind alle zu sehen. Sogar der Güterzug hat es noch knapp aus Bild geschafft.

Zitat
"Außerdem hat er gesagt, dass der Tag, an dem wir die Wahrheit sehen und sie nicht aussprechen, der Tag ist, an dem wir zu sterben beginnen." (Seite 273)

Fazit
"Der letzte Befehl" ist ein solider Roman, der geleitet wird von militärischen Aktionen und Denkweisen. Für alle Leser, die kalte und emotionslose Ermittlungen mögen ist dieser Roman ein gutes Buch. Leser, die auf authentische Charaktere und Bindung zum Protagonisten wert legen, sollten lieber die Finger davon lassen. Von mir eine solide Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 13.11.2017

Spannendes Buch mit Gruselfaktor!

Johnny Sinclair - Beruf: Geisterjäger
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Klappentext
"Wie es aussieht, hast Du ein ganz massives Flatterlaken-Problem", knurrte der Schädel. Moment mal! Seit wann können Schädel sprechen? Dem 12-jährigen Johnny läuft es kalt den Rücken runter, ...

Klappentext
"Wie es aussieht, hast Du ein ganz massives Flatterlaken-Problem", knurrte der Schädel. Moment mal! Seit wann können Schädel sprechen? Dem 12-jährigen Johnny läuft es kalt den Rücken runter, als ihn der Totenkopf anquatscht, den er im Moor gefunden hat. Als hätte er mit dem zickigen Geistermädchen und dem grölenden Highlander auf seiner Burg nicht schon genug Spuk am Hals! Doch der Totenkopf entpuppt sich als Profi in Sachen Gruselbekämpfung und hilft Johnny dabei, der mutigste Geisterjäger zu werden, dem die Welt je gesehen hat!

Einstieg ins Buch
Trutzig wie ein steinerner Riese hockte die alte Burg auf ihrem Hügel in den schottischen Highlands und ließ den Blick über dunkle Moore und grüne Täler schweifen. ...

Meine Meinung
Der 12-jährige Johnny Sinclair lebt in Schottland auf einer mächtigen Burg namens Greyman Castle. Seine Vorfahren reichen viele Jahrhunderte zurück und so mancher kann sich einfach von der Burg nicht trennen. Also spuken sie zu jeder Zeit in der Burg herum und jagen Johnny immer wieder einen großen Schreck ein. Seine Eltern glauben ihm nicht und tun die Geister als Produkt kindlicher Fantasie ab. Doch Johnnys Kindermädchen Cécile ist Geistergeschichten gegenüber aufgeschlossener. Sie ist eine Mambo, eine Voodoo-Priesterin. Sie versucht Johnny vor allem zu beschützen, vor allem wenn seine Eltern nicht zu Hause sind. Da Cécile ihren Job sehr ernst nimmt, ist sie umso empörter als sie erfährt, das Johnny von einem sprechenden Totenkopf zu einem echten Geisterjäger ausgebildet werden soll. Doch Johnny denkt gar nicht daran sich diesen Spaß verbieten zu lassen und setzt alles daran, die Geister von Greyman Castle zu vertreiben.

Johnny ist ein 12-jähriger Junge, der voller Tatendrang steckt und sich neugierig in die Welt um ihn herum stürzt. Auch wenn er manchmal vor Angst fast umkommt, stellt er sich tapfer und mutig jeder Gefahr. Schließlich will er doch mal ein so großer Geisterjäger werden wie sein Vorbild John Sinclair von Scotland Yard. Viele Freunde hat Johnny nicht, denn in der Schule halten ihn alle für einen Freak. Alle außer sein Freund Russell. Doch als Johnny ihm von den Geistern und dem sprechenden Totenkopf erzählt, wird auch Russell skeptisch. Letztendlich jedoch hält Russell trotzdem zu seinem Freund.

Der Schreibstil ist sehr locker und flüssig zu lesen. Die Sprache und die Dialoge sind dem Alter von 10 bis 12 Jahre sehr gut angepasst. Gut gefallen hat mir der Humor, der keinesfalls niveaulos ist, sondern geschickt und witzig einstreut wird. Der Schädel namens Erasmus ist sogar ein kleines bisschen sarkastisch. Ich bin zwar nicht sicher ob alle Kinder in dem Alter bereits etwas damit anfangen können aber wenn es in der richtigen Tonlage vorgelesen wird, sollte das kein Problem sein. Meine beiden Zuhörer waren jedenfalls total begeistert! Die Kapitel haben eine angenehme Länge und es ist jederzeit möglich zum Ende eines Kapitels eine Pause einzulegen.

Die Geschichte in sich finde ich total stimmig und spannend. Als Johnny auf dem Nachhauseweg von der Schule durch ziemlichen dichten Nebel laufen muss und er auf halbem Weg auf eine gruselige Gestalt trifft, gruselte sogar ich mich ein bisschen. Nach und nach baut sich die Spannung auf. Schafft Johnny es wirklich alle Geister von Greyman Castle zu vertreiben? Mit seinem Assistenten Russell findet Johnny auf jeden Fall jede Menge über die Geister und seine eigenen Vorfahren heraus.

Das Cover finde ich sehr gelungen. Die grelle gelbe Farbe der Schrift findet sich im farbigen Seitenschnitt wieder. Auf dem Cover ist Johnny mit einer Lampe zu sehen, vor einem riesigen Mond. Schaut man genauer hin, ist der Mond als Schädel zu erkennen. Ein sehr schöner Hinweis auf Erasmus.

Zitat
"Der beste Zeitpunkt war ... gestern. Heute ist der zweitbeste Zeitpunkt. Mit der Geisterjagd ist es wie mit dem Radfahren. Man lernt es nur durchs Üben." (Seite 138)

Fazit
"Johnny Sinclair - Beruf: Geisterjäger" ist ein spannendes und gruseliges Buch für Kinder ab 10 Jahren, das eine tolle Atmosphäre schafft. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

Danke lesejury.de für dieses spannende Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 13.11.2017

Unterhaltsame Geschichte mit viel Charme

Petronella Apfelmus
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Klappentext
Herbstzeit ist Bastelzeit. Und auch in Petronellas Apfelhaus geht es hoch her. Zusammen mit den Zwillingen, Hirschkäfer Lucius und den Apfelmännchen wird gebastelt, was das Zeug hält. Doch ...

Klappentext
Herbstzeit ist Bastelzeit. Und auch in Petronellas Apfelhaus geht es hoch her. Zusammen mit den Zwillingen, Hirschkäfer Lucius und den Apfelmännchen wird gebastelt, was das Zeug hält. Doch am nächsten Tag sind Gurkenhut und und seine Männer plötzlich verschwunden. Was ist bloß mit ihnen passiert? Dank Luis und seinem Detektiv-Set kommen sie schnell dahinter, dass die Apfelmännchen entführt wurden. Wie gut, dass auf der Suche nach ihnen auch Ferienhund Bello mit von der Partie ist. Mit seiner Schnüffelnase führt er die kleine Hexe und ihre Freunde schon bald auf die richtige Fährte. Tief in den Wald hinter Petronellas Garten ...

Einstieg ins Buch
Petronella Apfelmus musste ihren Hexenhut mit beiden Händen festhalten. ...

Meine Meinung
Petronella Apfelmus ist eine Apfelhexe, die im Garten der Familie Kuchenbrand in einem Apfelbaum lebt. Ihr Haus ist ein Apfel - wie sollte es auch anders sein. Mit den Kindern der Kuchenbrands, Lea und Luis, ist die Hexe befreundet und durchsteht mit ihnen so manches Abenteuer. Auch der Hirschkäfer Lucius und die Apfelmännchen sind Freunde der Hexe. Als die Apfelmännchen von einem magischen Wesen entführt werden, setzen die Freunde alles daran, sie zu finden und zu befreien. Zum Glück ist gerade der Hund von Leas Freundin zu Besuch. Bello führt die Truppe schnurstracks mit seiner feinen Nase zum Haus eines Ungeheuers. Ob die Freunde die Apfelmännchen befreien können?

Petronella Apfelmus erlebt in "Hexenbuch und Schnüffelnase" bereits ihr fünftes Abenteuer. Mit viel Charme und Witz kämpft sich die kleine Hexe durch den Tag und hat es nicht nur mit einem nassen Wohnzimmer und der Behandlung kranker Tiere zu tun, sie muss nebenbei auch noch das Leben der Apfelmännchen retten. Dafür jedoch muss sie zuerst einmal herausfinden, wohin sie denn verschwunden sind. Als die Zwillinge die gemeinsam gebastelten Kürbisse der Apfelmännchen im Garten finden, ist klar, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Die Figuren sind sehr liebevoll gestaltet und die passenden Bilder sind wirklich zuckersüß. Je genauer man die Bilder betrachtet, desto deutlicher wird die Liebe zum Detail. Sabine Büchner, die die Bilder illustriert, beweist für jedes Bild das richtige Händchen.

Die Geschichte rund um die kleine Hexe und ihren Freunden ist eine interessante und fesselnde Erzählung, obwohl die Bestandteile typisch sind für Kindergeschichten: ein bisschen Magie, zwei Kinder und ein Bösewicht. Meine Kinder, genauso wie ich, wurden durch die Geschichte gut unterhalten. Vor allem die Zaubersprüche von Petronella Apfelmus wirken sehr innovativ und in keinster Weise abgedroschen.

Durch das komplette Buch hindurch entwickelt sich der Plot und durch die Entführung der Apfelmännchen, die plötzlich wie vom Erdboden verschluckt sind, baut sich natürlich auch Spannung auf. Aber immer mit der Gewissheit, dass es wahrscheinlich gut ausgehen wird.

Die Länge der Kapitel sowie der Schreibstil sind sehr angenehm und eignen sich nicht nur gut zum selber lesen. Auch das Vorlesen macht einen riesen Spaß und obwohl es hier ja um eine Hexe geht, wird das Buch nie zu gruselig. Sabine Städing schafft es flüssig und vor allem altersgerecht die Abenteuer der Hexe zu erzählen. Allerdings sind verhältnismäßig wenig Bilder im Buch zu finden, sodass auf den über 200 Seiten viel Text vorhanden ist. Gerade für Kinder im Grundschulalter ist das oft eine Herausforderung. Die Altersempfehlung ist ab 8 Jahre.

Zitat
Mitten in der Nacht knackte vor dem Fenster ein Ast. Sofort stellte Bello die Ohren auf. Dann knackte es ein zweites Mal. (Seite 50)

Fazit
Ein tolles Buch für die ganze Familie mit Witz und unschlagbarem Charme. Altersgerecht, spannend und unterhaltsam ist "Hexenbuch und Schnüffelnase" genau das richtige Buch für einen Familien-Leseabend. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Danke lesejury.de für dieses sehr süße Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 08.11.2017

Abgerundeter Thriller ohne Überraschungen

Das Haus des Todes
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Klappentext
Das stillgelegte Schlachthaus von Christchurch City, Neuseeland, wird zum Schauplatz eines furchtbaren Verbrechens. Bei seinem ersten Einsatz findet der junge Polizist Theodore Tate dort die ...

Klappentext
Das stillgelegte Schlachthaus von Christchurch City, Neuseeland, wird zum Schauplatz eines furchtbaren Verbrechens. Bei seinem ersten Einsatz findet der junge Polizist Theodore Tate dort die grausam zugerichtete Leiche eines zehnjährigen Mädchens. Nie wieder wird Tate die Bilder dieses albtraumhaften Szenarios vergessen können.
15 Jahre später: Christchurch, auch bekannt als Paradise City, wird von einer Serie brutaler Morde heimgesucht. Ein unheimlicher Serienkiller treibt sein Unwesen und bringt in einer einzigen Nacht vier Menschen mit jeweils 19 Messerstichen um. Auf den Körpern der Leichen finden sich Teile einer mysteriösen Botschaft.
Theo Tate ist mittlerweile aus dem Polizeidienst ausgeschieden und arbeitet als Gelegenheits-Privatdetektiv. Doch jetzt scheint seine Chance gekommen, wieder in das alte Team zurückzukehren, denn niemand kennt sich mit Serienkillern besser aus als er. Zusammen mit Detective Schroder macht er sich daran, das blutige Puzzle zusammenzusetzen. Schon bald wird klar, dass ihnen nur noch wenig Zeit bleibt. Der Killer entführt einen Arzt mit dessen Töchtern und verschleppt die Familie in das alte Schlachthaus von Christchurch, in dem einst das junge Mädchen ermordet wurde. Ein perfides Spiel nimmt seinen Anfang: Der Vater muss die Reihenfolge bestimmen, in der seine Töchter durch die Hand des Killers sterben sollen …

Einstieg ins Buch
Es war Weihnachten mitten im August. Eine verzauberte Winterlandschaft. Der Tatort war mit gelbem Absperrband dekoriert, als wäre es Lametta, und auf dem Schriftzug Durchgang verboten hatte sich im Nu Raureif gebildet, sodass die einzelnen Buchstaben nicht mehr zu unterscheiden waren. ...

Meine Meinung
Caleb Cole, Serienmörder, wird aus dem Gefängnis entlassen und macht sich sogleich auf den Weg in ein Altenheim. Hier bringt er auf brutalste Weise einen Bewohner um. Doch das ist nur der Auftakt einer Mordserie, die die Öffentlichkeit und die Medien noch einiges an Nerven kosten wird. Theo Tate, der aus dem Ruhestand zurückgeholt wird und Detective Carl Schroder nehmen unverzüglich die Ermittlungen auf. Doch so schnell wie die Menschen ermordet werden, kommen sie gar nicht hinterher. Die beiden Polizisten tun sich schwer und kommen nur langsam mit ihren Ermittlungen voran. Welche Verbindung gibt es zwischen den Morden? Wer ist der Mörder? Wer das nächste Opfer? Was ist das Motiv? Als persönlichen Höhepunkt der Mordserie entführt Cole einen Arzt und seine drei Töchter. Der Arzt darf wählen: Welches Kind stirbt zuerst, welches danach und welches der drei Mädchen darf weiterleben? Tate und Schroder läuft die Zeit davon.

Wer der Bösewicht ist, steht von Anfang an fest. Caleb Cole - kaltblütig, skrupellos und konsequent. Nach und nach werden seine Motive aufgedeckt und ein bisschen konnte ich ihn manchmal verstehen und nachvollziehen. Mit der Zeit konnte ich mich auch gar nicht mehr entscheiden - soll die Polizei ihn jetzt schnappen oder bin ich doch auf seiner Seite. Paul Cleave schafft es auch in diesem Thriller wieder eine sympathische Verbindung zwischen mir und dem Mörder herzustellen.

Die Charaktere sind allesamt sehr gut ausgearbeitet. Sie sind tiefgründig und vielschichtig mit vielen menschlichen Zügen. Das machte es mir so leicht, mich mit ihnen zu identifizieren und eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Die beiden Detectives sind ja bereits aus anderen Büchern von Paul Cleave bekannt.

Der Sprachstil ist sehr direkt und bildlich. Paul Cleave schafft es mit wenigen Beschreibungen mir einen Ort oder eine Stimmung sofort zu vermitteln. Er ist niemand, der Dinge mit Worten tot schreibt. Dank dieser einfachen aber ausdrucksstarken Formulierungen spielt er mit den Ängsten der Menschen, in diesem Thriller vor allem mit der Urangst jeder Eltern. Es ist fast unerträglich gewesen mit anzusehen wie sich der Arzt zwischen seinen Kindern entscheiden muss. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive, aus der Sicht von Theo Tate. Paul Cleave wechselt aber auch mal die Perspektive. Wenn die Kapitel sich um Caleb Cole drehen wird aus einer distanzierten Perspektive erzählt.

Als Leser wusste ich immer ein bisschen mehr zum Stand der Ermittlungen als die beiden Detectives. Immer waren sie einen Schritt hinterher und manchmal hat mich das leicht frustriert. Am liebsten hätte ich sie wachgerüttelt und sie von der falschen Spur auf die richtige Spur gelenkt. Aber ich hatte es ja leicht mit meinem Hintergrundwissen. Grundsätzlich war der Verlauf des Buches immer spannend und nur selten gab es ein paar Passagen, die mir ein bisschen langatmig vorkamen. Über 500 Seiten können aber auch nicht NUR spannend sein. Große Überraschungen blieben aus, dafür wusste ich einfach zu viel über die Geschichte und den Unterhaltungswert hat es nicht geschmälert.

Zitat
Es war ein gutes Gefühl, als er vor fünfzehn Jahren zum Mörder wurde. Heute Abend hat er gar nichts gefühlt. Auf der Hinfahrt ist er zwar aufgeregt und nervös gewesen, doch dann - nichts. (Seite 70)

Fazit
Dieser Thriller von Paul Cleave ist nichts für schwache Nerven. Er ist spannend und fesselnd und hat meine Erwartungen erfüllt. Ein abgerundeter Thriller ohne große Überraschungen, deshalb von mir eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 25.10.2017

Pageturner mit Wohlfühlatmosphäre

Fliedersommer
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Meine Meinung
Das englische Herrenhaus Wickham Hall ist ein Haus mit Traditionen. Vor allem die Veranstaltungen sind wunderschön und ein wahrer Publikumsmagnet. Holly ist überwältigt, als sie den Job auf ...

Meine Meinung
Das englische Herrenhaus Wickham Hall ist ein Haus mit Traditionen. Vor allem die Veranstaltungen sind wunderschön und ein wahrer Publikumsmagnet. Holly ist überwältigt, als sie den Job auf Wickham Hall als Organisatorin bekommt, denn seit sie denken kann, besucht sie jedes Jahr mindestens das Sommerfest gemeinsam mit ihrer Mutter. Sie kennt das Anwesen bereits und freut sich auf ihre neue Aufgabe. Organisation bedeutet Stress und als sie alle geplanten Veranstaltungen plötzlich ganz allein planen und umsetzen muss, geht sie an ihre körperlichen Grenzen. Und nicht alle Mitarbeiter auf Wickham Hall sind von Holly begeistert. Holly muss sich durchsetzen und vertraut auf ihr Planungstalent, mit dem sie noch jede Hürde geschafft hat. Als sie den vermeintlichen Erben Ben kennen lernt, fällt es ihr immer schwerer sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Ben verschwindet immer mal wieder von Wickham Hall, doch er verschwindet niemals aus Hollys Gedanken.

Holly Swift ist eine sympathische Protagonistin und ich habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen. Sie ist ein organisierter Mensch und arbeitet am liebsten mit Übersichten und Listen. Ohne Notizbuch und Stift würde Holly niemals das Haus verlassen. Ihre Arbeit liebt sie über alles und sie trifft bei Lady und Lord Fortescue mit ihren Veranstaltungsvorschlägen immer genau ins Herz. Holly macht sich Gedanken über außergewöhnliche Dinge und möchte nicht nur Wickham Hall, sondern auch die Meschen dort in einem besonderen Licht erscheinen lassen. Cathy Bramley hat hier wirklich einen wundervollen Charakter mit Humor und der richtigen Menge an Zielstrebigkeit erschaffen.

Auch die anderen Figuren sind nicht oberflächlich, sondern mit Tiefe gestaltet. Jeder hat seine ganz eigene Art mit Ecken und Kanten: Gärtnerin Nikki, die so stolz auf ihre Arbeit ist, Köchin Jenny, die zwar in der Küche knallhart ist, aber einen weichen Kern hat, und Wachmann Jim, der sein Leben geben würde um alle zu beschützen. Lady und Lord Fortescue, die Besitzer von Wickham Hall, sind etwas exzentrisch und vor allem die Lady ist nicht immer ganz fair. Um so mehr mag ich den Lord, der mit seiner herzlichen Art immer wieder die Situationen zu retten vermag. Und natürlich der Sohn Benedict Fortescue, genannt Ben, der nicht nur ein Sturkopf, sondern auch ein sehr kreativer Kopf ist.

Der Schreibstil hat mir in diesem Buch sehr gut gefallen. Ich habe nur zweimal mit dem Lesen angesetzt und danach war der Roman auch schon durch. Flüssig, leicht und herzlich schreibt Cathy Bramley die Geschichte von Holly nieder, die es nach und nach wagt, endlich sie selbst zu sein. Die Spannung baut sich dadurch auf, dass der Leser einfach wissen will, wie es mit Holly weitergeht. Mit Ben, mit ihrem Job, mit den Veranstaltungen und mit ihrer Mutter, die offensichtlich dem Messie-Wahn verfallen ist. All das hat mich gefesselt und sehr gut unterhalten. Ich mochte Holly so gerne, dass ich einfach nur wissen wollte, was in ihrem Leben passiert und ob es für sie ein Happy End gibt.

Leider ist der Roman auf den letzten Seiten etwas abgeflacht und alle offenen Fragen wurden zwar geklärt, aber das auch nur irgendwie so nebenbei. Das fand ich ein bisschen schade, denn es machte für mich den Eindruck, als müsste man die Klärung noch schnell irgendwie unterbringen. Deshalb ziehe ich einen Punkt ab.

Das Cover mit dem Flieder finde ich sehr schön und absolut ansprechend. Leider hat es mit der Geschichte des Buches nichts zu tun. Genauso wie der deutsche Titel "Fliedersommer". In dem Roman geht es zwar um Sommer und Sommerfeste aber Flieder spielt keine entscheidende Rolle. Der Originaltitel passt hier wesentlich besser.

Zitat
"Wenn man die Augen schließt, kann man sich vorstellen, wie dort die ganzen Vorfahren der Fortescues gelebt haben. Für die heutige Familie muss es toll sein, eine so enge Verbindung zu ihrer Familientradition zu haben. " (Seite 58)

Fazit
Ein wunderschöner Roman, der angenehm zu lesen ist und zum Träumen einlädt. Ein Buch über den Mut, man selbst zu sein, sich nicht zu verstellen und dafür zu kämpfen, was einem wichtig ist. Für alle Romantiker und Fans von herzlicher Unterhaltung ein Muss. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Vielen Dank an die Verlagsgruppe Random House GmbH für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!