Platzhalter für Profilbild

gedankenbuecherei

Lesejury Star
offline

gedankenbuecherei ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gedankenbuecherei über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2025

Hab’s sehr geliebt

Crushing
1

Ich habe schon lange nicht mehr so viele Stellen markiert, wie in „Crushing“… oh mein Gott, war das ein Highlight. Und das besondere hier war, dass mir das bis zum Schluss nicht einmal klar war. Wer „No ...

Ich habe schon lange nicht mehr so viele Stellen markiert, wie in „Crushing“… oh mein Gott, war das ein Highlight. Und das besondere hier war, dass mir das bis zum Schluss nicht einmal klar war. Wer „No hard feelings“ von der Autorin gelesen hat, weiß, dass Genevieve Novak gerne Charaktere schreibt, die ihre Fehler haben, die erst noch lernen müssen und rausfinden müssen, was sie wollen und wer sie sind. Das war auch bei Marnie so, die nach einer Trennung beschließt, das war’s jetzt, ich habe keinen Bock mehr auf Beziehungen und will einfach frei sein. Aber was das frei bedeutet und dass es auch bedeutet, erst mal mit sich selbst klarzukommen, das muss Marnie auch erst noch lernen und auf diesem Weg begleiten wir sie.

Unvergleichlich war wieder der Humor der Autorin, die Marnie mit einer Schlagfertig ausstattet, dass ich beim Lesen höllisch Spaß hatte. Vor allem die Schlagabtausche mit ihrem Chef Kit haben besonders viel Spaß gemacht, aber auch Nicola, Marnies Schwester und ihre neue Freundin Claud sind nicht auf den Mund gefallen. Alle drei Frauen haben Männer in ihrem Leben, die ihre Fehler haben und wie sie damit umgehen, ist in gewisser Weise Kern der Geschichte. Aber nicht nur, denn auch Freundschaft, Zusammenhalt und ganz viel Selbstfindung sind Thema. Marnie lernt Isaac kennen, den sie ganz interessant findet, aber nachdem sie Beziehungen abgeschworen hat und Isaac außerdem eine Freundin hat, werden sie nur gute Freunde. Zumindest beschließen sie das und wie gut das funktioniert müsst ihr selbst lesen. Ich kann nur sagen, dass die Geschichte an einen Punkt kommt, den ich mir irgendwie anders gewünscht hätte, bis ich gecheckt habe, dass einfach nichts anderes jetzt passen würde. Wie Marnie sich entwickelt, ihre Erkenntnisse und wie sie ihren eigenen Weg findet, fand ich unglaublich beeindruckend erzählt. Wie erwachsen sie am Ende mit all ihren Problemen umgeht und die Message, die dahinter steckt, haben das Buch für mich zum Highlight werden lassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 21.09.2025

So ein emotionales Buch

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
0

Mich hat Susanne Abel schon mit „Stay away from Gretchen“ begeistert, aber ihr neuestes Buch hat mich noch ein klein wenig mehr gerührt. Die Geschichte startet nach dem zweiten Weltkrieg, Hardy ist etwa ...

Mich hat Susanne Abel schon mit „Stay away from Gretchen“ begeistert, aber ihr neuestes Buch hat mich noch ein klein wenig mehr gerührt. Die Geschichte startet nach dem zweiten Weltkrieg, Hardy ist etwa 3 Jahre alt und eigentlich weiß niemand so genau, ob er wirklich Hartmut heißt und es interessiert sich auch niemand wirklich dafür. Er ist völlig auf sich allein gestellt, wird im Kinderheim von allen nur „Nr. 104“ genannt wird. Mit Zucht und Ordnung wird erzogen, das kleinste Vergehen hat weitreichende Konsequenzen. Hardys einzige Stütze ist Margret, ein 6 Jahre älteres Mädchen, das ihn unter seine Fittiche nimmt. Als sie von ihrer Tante abgeholt wird, verlieren sie sich aus den Augen, finden sich jedoch mit der Zeit wieder und lassen sich nicht mehr los. In der Gegenwart sind sie Urgroßeltern und kümmern sich um ihre Urenkelin Emily, die sich einfach nur eine intakte Familie wünscht.
Die Geschichte ist nichts für schwache Gemüter. Ungeschönt erfahren wir, was Hardy und Margret in den Heimen ertragen müssen, aber auch was Margret als Mädchen nach dem zweiten Weltkrieg widerfährt und wie diese Erfahrungen beide Leben immens prägen und bis ins hohe Alter beeinflussen. Ihr Schicksal ist kaum zu ertragen und ist definitiv keine leichte Kost für Zwischendurch. Es wird emotional und tiefgründig und die Autorin bringt uns die Charaktere auf eine Weise nah, dass am Ende sogar die ein oder andere Träne vergossen wird. Die erlebten Traumata der beiden prägen nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Tochter, Enkelin und Urenkelin, wie wir im zweiten Erzählstrang vor Augen geführt bekommen. Hin und wieder wurde mir das Drama in der Gegenwart zu viel, hin und wieder habe ich mir einen Ausweg gewünscht - Antworten, klärende Gespräche, irgendwas. So wirklich gab es das nicht, aber es hat auch zur Geschichte gepasst. Das Buch ist harter Tobak und wer sich bereit dafür fühlt, sollte es unbedingt lesen. Susanne Abel wühlt auf und klärt gleichzeitig auf. Eine tief bewegende Geschichte zweier Heimkinder in der Nachkriegszeit. Für mich ein Highlight. 5⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2025

Hat Spaß gemacht

Der Lehrer – Will er dir helfen oder will er deinen Tod?
0

Es war wie immer: man fängt an, liest, liest, liest, wenn es unbedingt sein muss geht man zwischendurch mal ins Bett, aber ansonsten liest man, bis es fertig ist. 😂 So geht es mir zumindest immer wieder, ...

Es war wie immer: man fängt an, liest, liest, liest, wenn es unbedingt sein muss geht man zwischendurch mal ins Bett, aber ansonsten liest man, bis es fertig ist. 😂 So geht es mir zumindest immer wieder, wenn ich ein Buch der Autorin inhaliere. Das liegt vor allem an dem unglaublich einfach gehaltenen Schreibstil. Hier darf man bitte keine hohen Ansprüche haben. Die Charaktere waren wie gewohnt unsympathisch, schrullig, mit seltsamen Eigenheiten und irgendwelchen Leichen im Keller, die man nach und nach erstmal herauskramen muss. Zugegeben, der ein oder andere Twist am Ende konnte mich schon überraschen und ich habe mich ja auch ein wenig gefreut, dass die gute Freida mich nochmal an der Nase herumführen konnte. 😂 Aber den großen und entscheidenden Plottwist habe ich wieder aus 10km Entfernung gerochen und mir hat sich wieder bestätigt: kennt man ein Buch der Autorin, kennt man sie alle. Es ist doch immer wieder dasselbe Schema. Trotz allem wurde ich wunderbar unterhalten. Das kann sie einfach und ich bin mir sicher, das wird auch so bleiben.

Wer sich hier einen rasanten Thriller erhofft, wird enttäuscht werden. Den „Thriller“ habe ich sowieso bis zum Schluss gesucht und nicht wirklich gefunden. Es war eher amüsant, zum Augenverdrehen und Schmunzeln, als dass man sich hier gruseln müsste. Allein durch den Unterhaltungswert und die netten Lesestunden würde ich das Buch mit 4⭐️ empfehlen, auch wenns jetzt nicht der große Wurf war. 😄

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2025

Puh... was war das?

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
0

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich am besten anfange. Das gute an Arno Strobels Büchern ist ja der flüssige und sehr einfach gehaltene Schreibstil. Man kommt gut durch und das war hier auch bitter ...

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich am besten anfange. Das gute an Arno Strobels Büchern ist ja der flüssige und sehr einfach gehaltene Schreibstil. Man kommt gut durch und das war hier auch bitter nötig, damit ich dran bleibe. Gestartet hat es für mich eigentlich super, wir bekommen eine kleine Einführung ins Geschehen und dann geht’s auch schon thrillig los. Es wird gruselig, Gänsehaut-Faktor in den ersten Kapiteln garantiert. Ja und dann? Dann sind wir aber irgendwo völlig falsch abgebogen.

Das Buch hat nicht viele Seiten, aber alles wiederholt sich gefühlt ständig und ich hatte den Eindruck, wir kommen nicht vom Fleck. Es wird viel spaziert, viel geschimpft, viel darüber geredet, was man jetzt tun sollte, ohne es zu tun. Die Luft war relativ schnell raus und die Handlung eigentlich nicht existent. Bis dann etwas passiert, was eigentlich wirklich heftig hätte sein können, wäre es nicht auf zwei Seiten erzählt gewesen. Der Protagonist verhält sich für mich danach völlig unrealistisch, ich dachte mir die ganze Zeit Dinge wie: „Come on, als ob du jetzt in Ruhe duschen gehst“ und konnte die ganze Handlung irgendwie nicht ernst nehmen. Hinzu kommt noch, dass die Polizei dargestellt wird, wie der letzte Clownsverein. Der Serienmörder hat schon drölf Menschen gekillt, aber wir haben grade keine Kapazitäten, um ne Nachtwache bereitzustellen, soooorry. Als ob? Puh. Ja und dann kam die Auflösung und die war soooo verdammt random. 😂 Als hätte der Autor einfach keine Lust mehr gehabt, sich was spannendes zu überlegen. Ich fands irgendwie lieblos, die komplette Auflösung in 20 Seiten zu packen und als ich gelesen habe, was der Auslöser für all die Geschehnisse war… 🤦🏻‍♀️🤯

Nenenene, also ihr merkt, das war nix. Aber Geschmäcker sind verschieden und ihr dürft das Buch auch gerne mögen, aber ich kanns wirklich wirklich nicht empfehlen. Tschuldigung. 🥹 1,5⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2025

WOW!

Der Gott des Waldes
0

Wenn du „Der Gesang der Flusskrebse“ mochtest, könnte das dein Buch sein. Vor allem die subtile Spannung und die Atmosphäre haben mich daran erinnert. Die Handlung startet mit dem Verschwinden von Barbara ...

Wenn du „Der Gesang der Flusskrebse“ mochtest, könnte das dein Buch sein. Vor allem die subtile Spannung und die Atmosphäre haben mich daran erinnert. Die Handlung startet mit dem Verschwinden von Barbara in den 70er Jahren, ein Mädchen aus gutem Hause, das aus dem Feriencamp verschwindet, das ihren Eltern gehört. Die Aufregung ist groß, zumal ihr älterer Bruder Bear vor Jahren bereits verschwand und nie wieder aufgetaucht ist. Hat Barbara dasselbe Schicksal ereilt?

Die Geschichte startet langsam und zunächst lernen wir aus unterschiedlichen Perspektiven die verschiedenen Charaktere kennen, die in der Handlung noch eine Rolle spielen werden. Da ist zum Beispiel Tracy, ein Mädchen, das sich mit Barbara angefreundet hatte, oder Louise, die Betreuerin der Camps. Wir springen immer wieder zwischen den Zeiten und erfahren auch viel zum Verschwinden des Bruders. Barbaras Verschwinden und die Ermittlungen dazu spielen eine große Rolle, doch die Geschichte bietet so viel mehr. Klassenkritik, die Rolle der Frau in der Gesellschaft - die Autorin verwebt die Themen gekonnt und hat mich öfter fassungslos den Kopf schütteln lassen. Es gab die ein oder andere Überraschung, es wurden immer wieder winzige Details aufgegriffen, die ich schon längst wieder vergessen hatte und auch die Auflösung konnte mich total überzeugen. Den Start fand ich etwas zäh, aber je mehr ich in die Geschichte eingetaucht bin, desto größer war auch die Sogwirkung. Wer hier einen extrem spannenden Kriminalfall erwartet, ist vielleicht falsch, denn es geht um so viel mehr. Trotzdem war es für mich durchgehend interessant und deswegen gibt es auch eine dicke Leseempfehlung. 4,5 ⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere