Aufwühlend und toxisch
LimerenceH. C. Dolores entführt uns mit Limerence in eine Story mit düsteren Abgründen. Eine Reise voller Kontrolle, Obsession und Besitzdenken. Poppy und Adrian stehen so sehr im Zentrum dieser Geschichte, dass ...
H. C. Dolores entführt uns mit Limerence in eine Story mit düsteren Abgründen. Eine Reise voller Kontrolle, Obsession und Besitzdenken. Poppy und Adrian stehen so sehr im Zentrum dieser Geschichte, dass man sich ihrem Sog kaum entziehen kann, sie sind zwei morally grey Charaktere, deren toxische Dynamik einen fesselt, obwohl man manchmal lieber wegschauen würde.
Adrian ist auf Poppy fixiert, fast schon besessen, dominant und besitzergreifend. Poppy ist hin- und hergerissen zwischen dem berauschenden Gefühl, endlich gesehen zu werden und im Mittelpunkt zu stehen, und der Angst, sich selbst und ihre Werte zu verlieren. Diese Spannung zwischen den beiden macht das Ganze unglaublich intensiv.
Der Schreibstil ist absolut mitreißend, atmosphärisch, dunkel und emotional. Die Dynamik zwischen den beiden hat mich komplett gepackt. Gleichzeitig bleiben die Nebenfiguren leider etwas blass, und die familiären Konflikte hätten für meinen Geschmack tiefer ausgearbeitet sein dürfen. Auch die Dark-Romance-Elemente sind eher nur angedeutet, da wäre definitiv noch Luft nach oben gewesen.
Trotzdem: Wer obsessive, psychologisch dichte Beziehungen liebt und sich gerne in moralisch graue Gefilde ziehen lässt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Fesselnd, düster, emotional eine Geschichte, die man nicht so schnell abschüttelt.