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Veröffentlicht am 04.03.2026

Ganz großes Kopfkino

Heimliche Zeilen
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Ganz großes Kopfkino!

Zum dritten Mal hat es Clare Chambers geschafft, mich mit einer emotionalen Geschichte zu verzaubern. Die Vielschichtigkeit und Lebendigkeit ihrer Figuren ist einzigartig.

Aus der ...

Ganz großes Kopfkino!

Zum dritten Mal hat es Clare Chambers geschafft, mich mit einer emotionalen Geschichte zu verzaubern. Die Vielschichtigkeit und Lebendigkeit ihrer Figuren ist einzigartig.

Aus der Sicht von Christopher Flinders erleben wir eine Story, deren Komplexität dafür sorgt, dass sie nicht eine Sekunde langweilig wird. Ich bin förmlich an den Seiten geklebt, um zu erfahren, was als Nächstes passieren wird.

Es geht um gescheiterte Ehen und eine zerbrochene Freundschaft. Um den Wunsch, ein berühmter Autor zu werden, und der Einsicht, dass nicht jedes hochgelobte Buch ein Bestseller wird. Ferner erleben wir eine Bruderliebe, die nach vielen Jahren wieder erwacht. Schuldgefühle und eine große Liebe, die durch Irrtümer und Schweigen kaum noch auf ein Happy End hoffen lassen, geben dem Geschehen eine besondere Note.

Im letzten Drittel mochte ich besonders den feinen englischen Humor, der mich zum Lachen gebracht hat. Ungeahnte Wendungen haben mich ziemlich überrascht, da ich sie nicht kommen sah.

Ich bin zwischen Yorkshire und London hin und her gependelt. Geheime Zeilen haben mich an Christophers Vergangenheit teilhaben lassen, die auch 20 Jahre später an Aktualität nichts verloren haben, da ihre Auswirkungen stets gegenwärtig sind.

In Yorkshire habe ich Schafe blöken gehört und der häufig prasselnde Regen hat mich bis auf die Haut durchnässt. Eine Heimgeburt durfte ich auch miterleben, da Wind, Regen und Überflutungen eine Fahrt ins Krankenhaus unmöglich machten. Der bildliche Schreibstil hat mir durchgehend das Gefühl gegeben, mit dabei zu sein.

Die Figuren wirken authentisch und mir waren alle sympathisch, samt ihren Ecken und Kanten. Ich habe das Gefühl, sie persönlich zu kennen. Eigentlich tue ich das wirklich. Ich empfehle Euch, die Geschichte selbst zu entdecken, und ich bin mir sicher, wir werden uns begegnen. Ich war nämlich überall und zu jeder Zeit mit dabei.

Eine klare Empfehlung. Danke, Clare Chambers.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Am Thema vorbei! Ich sage nein.

Hazel sagt Nein
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>>Ein Roman, über den man sprechen möchte - und muss.

>>Ein Roman, über den man sprechen möchte - und muss. << So steht es in der Beschreibung und war für mich ein guter Grund, das Buch zu lesen. Leider hat sich die Autorin bei diesem Thema ziemlich verzettelt. Die Geschichte hätte sehr viel Potenzial, das nicht genutzt wurde.

Es geht um die Familie Blum, die aus finanziellen Gründen von Brooklyn in das beschauliche Riverburg zieht. Der Vater ergattert dort endlich die heiß ersehnte Professur. Die Mutter ist glücklich darüber, nicht mehr so viele Anreize zu unüberlegten Einkäufen zu haben. In New York verband sie Gassigehen mit dem Hund mit einer Shoppingtour.

Hazel und ihr Bruder sind von dem Umzug nicht begeistert. Gerade als beide sich langsam aber sicher mit dem Ortswechsel arrangieren, passiert das Unfassbare: Hazel erhält vom Direktor an ihrem ersten Schultag ein unmoralisches Angebot. Jedes Jahr sucht er sich ein Mädchen für gewisse Stunden aus. Dieses Jahr fällt seine Auswahl auf sie. Als Gegenleistung bietet er ihr an, seine Beziehungen für einen guten Collegeplatz spielen zu lassen.

Für mich gibt es in dieser Geschichte sehr viele Unstimmigkeiten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Schuldirektor auf diese plumpe Weise eine Schülerin anmacht und sie dafür extra in sein Büro zitiert. Er kannte doch Hazel nur von Unterhaltungen im Schwimmbad und musste damit rechnen, dass er auffliegt.

Was das Ganze mit einer Familie macht, fand ich gut beschrieben. Auch die Hilfe, die Hazel bekommen hat, war dem Vorfall durchaus angemessen. Was ich nicht verstand: Warum haben andere Mädchen sich nicht dagegen gewehrt?

Den Schreibstil fand ich gut leserlich. Und die Hauptfigur Hazel anfangs gut gezeichnet. Ab dem Zeitpunkt, an dem ihr Vater sie zu einer Autorinnenlesung mitgenommen hatte, driftete die Geschichte in totalen Hollywood-Kitsch ab. Hazel schreibt ihre Geschichte auf und wird damit berühmt und erfolgreich.

Es gibt wahre Schicksale, die Buchbestseller wurden. Aber mich hat das weder interessiert noch fand ich es passend im Kontext.

Das Thema finde ich sehr wichtig, da viele Mädchen und Frauen davon betroffen sind. Nur: Die Aufarbeitung in diesem Buch gefällt mir nicht. Geh an die Öffentlichkeit mit deinem Leid und du wirst berühmt. So könnte das bei jungen Mädchen ankommen.

Hazel sagt nein zum Direktor. Ich sage nein zu diesem Buch.

Zu diesem Buch gibt es viele begeisterte Rezensionen. Leider konnte es mich nicht überzeugen.

Danke Jessica Berger Gross.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Ein Drama, das sehr abenteuerlich daherkommt.

Kerbholz
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1978 in Neuseeland

Es geht um eine sechsköpfige Familie, die von London nach Neuseeland ausgewandert ist. Bevor der Vater seinen neuen Job antritt, möchte er mit Frau und Kindern die Westküste erkunden. ...

1978 in Neuseeland

Es geht um eine sechsköpfige Familie, die von London nach Neuseeland ausgewandert ist. Bevor der Vater seinen neuen Job antritt, möchte er mit Frau und Kindern die Westküste erkunden. Beim Abendessen im Restaurant schlägt die Mutter vor, wegen des starken Regens in einem Hotel zu übernachten. Der Vater ist der Meinung, dass der Regen bald aufhört, und somit fahren sie nach dem Essen weiter. Es ist dunkel und es regnet ohne Unterbrechung weiter, was dazu führt, dass wegen schlechter Sicht das Auto über eine Klippe stürzt. Die drei älteren Kinder sind von einer Minute auf die andere auf sich alleine gestellt, da die Eltern und das Baby nicht überleben.

Der 14-jährige Maurice hat eine Beinverletzung und bekommt nach ein paar Stunden Fieber. Den 7-jährigen Thommy hat es nach einem schweren Sturz auf den Kopf sehr schlimm erwischt. Er scheint seine Geschwister nicht mehr zu erkennen und legt insgesamt ein sehr merkwürdiges Verhalten an den Tag. Einzig die 12-jährige Katherine kommt mit ein paar Rippenprellungen davon. Sie kümmert sich um ihre Brüder und nach einigen Stunden bekommen sie endlich Hilfe. Der Outlaw Peters bringt die Kinder auf eine verwahrloste Farm ohne Strom und Wasseranschluss. Die von Arthritis geplagte Martha pflegt das Bein von Maurice mit Kräutern und Tees. Die Bitte, Maurice zu einem Arzt zu bringen – oder zu holen – wird abgelehnt, da sie angeblich zu weit von der nächsten Straße und dem nächsten Ort entfernt sind.

Ich habe das Buch in ein paar Stunden gelesen, da ich wirklich an den Seiten festgeklebt war. Das Schicksal der Kinder geht nicht spurlos an einem vorbei. Die Hilfe der zwei Outlaws entpuppt sich als Sklaverei. Da der kleine Thommy seit dem Unfall eine geistige Behinderung davongetragen hat, wird er als unnützer Mitesser betrachtet. Katherine und Maurice dürfen den Hof erst verlassen, wenn sie ihre Schulden für Kost und Logie beglichen haben. Martha überreicht Katherine ein Kerbholz, das für Schulden steht. Maurice hilft Peters beim Anbau von Drogen. Katherine schuftet im Haushalt und Garten. Auch das Kühe melken gehört schon bald zu ihren Aufgaben. Die Arbeit ohne Strom- und Wasseranschluss ist sehr beschwerlich.

Natürlich war mir von Anfang an klar, dass die Kinder von den beiden Outlaws keine Hilfe zu erwarten haben. Zeitgleich versucht Suzanne, die Schwester der verstorbenen Mutter, die Familie zu finden. Sie reist mehrere Male über Jahre hinweg nach Neuseeland und wird immer mutiger. Ihre letzte Suche hat mir die Haare raufen lassen. Warum solltet ihr unbedingt selbst erkunden.

Die Kinder haben nicht einmal Zeit, um ihre Eltern zu trauern. Es gibt einige Szenen, die wirklich sehr unmenschlich daherkommen. Manchmal zeigen die Outlaws Mitgefühl, nach dramatischen Ereignissen, das jedoch nie lange anhält.

Anfangs habe ich mit dem Ende gehadert, welches mich noch Stunden beschäftigt hatte. Ich habe die meisten Antworten eigentlich bekommen. Aber Ereignisse mitten im Geschehen waren mir nicht ganz schlüssig. Was ich absolut nicht verstanden habe: Warum hat die Polizei nicht bei den Outlaws nach den Verschollenen gesucht? Was Katherine widerfahren ist, habe ich auch nicht ganz nachvollziehen können. Zumindest einmal nicht. Darauf möchte ich aber auch nicht näher eingehen.

Eine klare Empfehlung für dieses Abenteuer, das in Neuseeland spielt. Ich empfehle jedem dieses Buch, der mit einem Drama, das Kinder betrifft, umgehen kann. Diese Geschichte ist wirklich kein Spaziergang.

Trotz Ungereimtheiten vergebe ich sehr gerne 5 Sterne.

Danke, Carl Nixon.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Stille Literatur

Der stille Freund
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Ferdinand von Schirach besitzt die Gabe, ereignisreiches Geschehen mit Ruhe zu verbinden. "Der stille Freund" kommt still und dennoch spannend daher. Tragödien bilden einen Kontrast zu seiner unaufgeregten ...

Ferdinand von Schirach besitzt die Gabe, ereignisreiches Geschehen mit Ruhe zu verbinden. "Der stille Freund" kommt still und dennoch spannend daher. Tragödien bilden einen Kontrast zu seiner unaufgeregten Erzählweise. Besonders die erste Geschichte, bei der Erzähler einen Freund durch ein Flugzeugunglück verliert, unterstreicht das.

Die Menschen, denen er auf sämtlichen Reisen begegnet, wissen seine Empathie meist zu schätzen. Sie kann man nicht alle als ehrenhaft bezeichnen. Verbrecher behandelt der Erzähler stets ohne Wertung. Er will die Menschen nicht verändern; vielmehr will er sie kennen und verstehen lernen.

Schirachs Bücher beeindrucken, obwohl sie oftmals nach dem gleichen Schema ablaufen. Reisen, Freunde besuchen und intensive Gespräche führen. Besonders die Zufälle haben etwas Magisches an sich. Er verwebt Fiktion und Realität zu einem stimmigen Ganzen.

Ich denke, wir alle erleben magische Momente und haben oftmals verlernt, sie als solche zu erkennen. Ich empfehle, den stillen Freund zu lesen und die eigenen Begegnungen einmal Revue passieren zu lassen. Ihr werdet erstaunt sein, wie viele solcher Momente denen in diesem Buch gleichen. Natürlich anders, aber auch Zufälle, die für das weitere Leben entscheidend waren.

Eine klare Empfehlung. Danke, Ferdinand von Schirach. Es war mir wieder ein Fest.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Ein Psychothriller, der mit leiser Spannung überzeugt

Das Signal
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Es geht um die Innenarchitektin Viola Decker, die bei einem Unfall im hauseigenen Weinkeller schwer verletzt wird, sodass ein Bein amputiert werden muss. Ihr Mann gibt sich fürsorglich, was ihm Viola ...



Es geht um die Innenarchitektin Viola Decker, die bei einem Unfall im hauseigenen Weinkeller schwer verletzt wird, sodass ein Bein amputiert werden muss. Ihr Mann gibt sich fürsorglich, was ihm Viola jedoch von Anfang an nicht abnimmt. Adam ist ein Perfektionist, der sich ausschließlich mit perfekten Dingen abgibt. Viola hat das Gefühl, ihrem Mann nun nicht mehr zu genügen. Es scheint ihm nicht daran gelegen, ihr gemeinsames Haus für Viola barrierefrei umzubauen. Er schenkt ihr statt Zuwendung teure Blumensträuße. Adam stellt eine Pflegerin für sie ein, die gewissenhaft ihre Arbeit verrichtet, aber kein einziges Mal mit ihr ein nettes Gespräch führt. Vielmehr scheint sie Viola den ganzen Tag zu überwachen und sie von anderen Menschen fernhalten zu wollen.

Adam ist die meiste Zeit beruflich unterwegs. Irgendwie hat Viola das Gefühl, er verschweigt ihr etwas. Mit winzigen GPS-Trackern verfolgt sie seine Aktivitäten und bemerkt, dass ihr Mann sie belügt.

Der Klappentext verspricht eine spannende Geschichte und der Inhalt hält sein Versprechen. Die Thematik hat mich sehr angesprochen und berührt. Mit der sympathischen Viola hat die Autorin eine Figur gezeichnet, die zu überzeugen weiß. Sie ist eine Kämpfernatur, die sich nicht unterkriegen lässt. Was sie in Erfahrung bringt, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren.

Die leise Spannung steigt mit jeder Seite kontinuierlich. Viola ist mir sehr nahe gegangen, da eine Amputation wirklich kein Spaziergang ist und sie eigentlich Adam an ihrer Seite gebraucht hätte. Mit bewundernswerter Disziplin arbeitet sie an ihrer Beweglichkeit, um ihr selbstständiges Leben wieder aufnehmen zu können. Als Leser bekommt man gute Einblicke über Therapien nach einer Beinamputation, was ich sehr interessant finde.

Die GPS-Tracker erweisen sich als Segen für Viola, da sie verschwundene Dinge und ihren Mann orten kann. Es gibt jedoch noch andere Menschen in ihrem Umfeld, die ein falsches Spiel mit ihr spielen.

Aus der Sicht von Viola erfahren wir das Geschehen, das mich mit seinem bildlichen Schreibstil an die Seiten gefesselt hat. Alle Figuren wirken authentisch und wissen zu überzeugen. Das Einzige, was für mich nicht nachvollziehbar ist: Wieso hat Viola erst nach ihrem Unfall an ihrem Mann gezweifelt? Das sogar schon im Krankenhaus. Da wusste sie ja noch gar nichts von seinem falschen Spiel! Oder doch?

Insgesamt konnte mich "Das Signal" überzeugen. Von mir eine klare Empfehlung.

Danke Ursula Poznanski. Ich hatte spannende Lesestunden.

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