Platzhalter für Profilbild

giselaslesehimmel

Lesejury Star
offline

giselaslesehimmel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit giselaslesehimmel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2025

An einem Tag durchgelesen

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
0

Meine Meinung


Dieser Titel hat mich von Anfang an magisch angezogen. Nachdem die Autorin Gabriele Diechler auf Instagram das Buch vorgestellt hatte, habe ich es mir sofort gekauft. Beste Entscheidung ...

Meine Meinung


Dieser Titel hat mich von Anfang an magisch angezogen. Nachdem die Autorin Gabriele Diechler auf Instagram das Buch vorgestellt hatte, habe ich es mir sofort gekauft. Beste Entscheidung ever! .

Die Figur Elisa ist wunderbar gezeichnet und kommt sehr empathisch rüber. Ihr Leben ist wahrlich nicht leicht und dennoch sprüht einem so viel Optimismus entgegen.

Elisa hat vor einigen Jahren die Lyrikerin Mascha Kaléko für sich entdeckt. Mascha lebt in ihren Worten weiter. Ihre wunderbaren Verse helfen Elisa stets weiterzukämpfen; nicht aufzugeben. Ihr Leben ist von Verlusten und der Suche nach Liebe geprägt. Ihre Eltern ließen sich scheiden, woraufhin sie die Liebe ihrer Mutter verlor. Sie landete in einem großen kalten Haus in der großen verhassten Stadt.

Poesie und Punk zu einem stimmigen Ganzen zu vereinen, ist wahre literarische Kunst, die Sarah Lorenz hervorragend gelungen ist. Ohne Weichzeichner erzählt sie uns aus dem Leben der verzweifelten, optimistischen sowie liebenswerten Elisa. Alkohol, Drogen und toxische Liebesbeziehungen pflastern Elisas Weg in der großen Stadt. Elisas Liebe zu Mascha Kaléks Büchern ist stets präsent, da sie Mascha aus ihrem Leben erzählt. Mit ihr, möchte sie im Himmel Kaffee trinken. Jedes Kapitel beginnt mit einem wunderschönen Vers von Mascha.

Der bildliche Schreibstil hat mich in die Geschichte hineingezogen und nicht mehr losgelassen. Bücher spielen eine große Rolle und zeigen, wie heilsam sie sein können. Das geschriebene Wort ist so manches Mal die beste Medizin.

Fazit

Von mir eine klare Empfehlung für Leser*innen, die mit so schwierigen Themen umgehen können. Nicht jeder Mensch verfügt über eine so ausgeprägte Resilienz, wie die Hauptfigur Elisa, die an ihren Fehlern und Tragödien wächst.

>>Um Schicksalsschläge auszuhalten, braucht es ein Fundament. Braucht es einen Halt, am besten in Form eines Netzes aus verschiedenen Menschen.<< Seite 19
Einige Figuren erleiden ein grausames Schicksal. Auch Elisas Lebensweg muss man aushalten können und wollen.
>>Unglaublich, wie viel Gegenwart man aushalten muss, bis sie Erinnerung wird.<< Seite 135
Die Geschichte enthält so viel mehr und lohnt sich wirklich, sie zu entdecken. Bitte Taschentücher bereit halten.

Danke, Sarah Lorenz. Mit ihnen möchte ich im Hier und Jetzt (auf einer Buchmesse) Kaffee trinken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.05.2025

Kopflos in Neapel

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
0

Meine Meinung

Jedes Mal, wenn die Neapolitaner ihren Heiligen San Gennaro feiern, herrscht großer Trubel in der Großstadt, die Polizeieinsätze erfordert. Salvatore Gaetano erhält in seinem Büro Besuch ...

Meine Meinung

Jedes Mal, wenn die Neapolitaner ihren Heiligen San Gennaro feiern, herrscht großer Trubel in der Großstadt, die Polizeieinsätze erfordert. Salvatore Gaetano erhält in seinem Büro Besuch von einem total verängstigten Mann, der um sein Leben fürchtet. Der Turiner bittet Gaetano seine Wohnung zu überwachen, da in seiner Abwesenheit immer wieder eingebrochen wird. Gaetano nimmt die Sache erst mal nicht ernst, schickt aber dann trotzdem einen Kollegen hin, um nach dem Rechten zu sehen. Das ist wirklich nicht umsonst, da in der Wohnung ein kopfloser Mann an einem Tisch sitzt. In unmittelbarer Nähe ein Rucksack mit einem stinkenden Fisch ...

Es fiel mir ausgesprochen schwer, die richtigen Worte für dieses Buch zu finden. Fabio Nola hat hier einen durchaus interessanten Krimi geschrieben, dessen Spannung aber leider an zu detaillierten Nebensächlichkeiten gelitten hat. Auch unglückliche Formulierungen haben meinen Lesefluss gestört.

>>Im Lufthauch ihrer Flüsterstimme zitterten seine Wimpern. << Seite 263
Meiner Meinung nach sind viele unnötige Beschreibungen enthalten, die in einem Krimi nichts verloren haben. Ich fühlte mich abwechselnd genervt und gut unterhalten. Der Mordfall an sich ist wirklich spannend und einige Charaktere interessant.

In Neapel war ich noch nie; konnte mir die italienische Großstadt jedoch bildlich vorstellen. Hier hat der Autor alles richtig gemacht. Den Großstadtlärm hörte; hatte den Geruch von Abgasen in der Nase und spürte die Hitze auf meiner Haut.

Salvatore Gaetano war mir bedauerlicherweise sehr unsympathisch. Ständig nuschelte er und merkte sich nicht mal den Namen einer Mitarbeiterin. Sein Familienleben war mir zu sehr im Vordergrund.

Die Auflösung des Mordfalls konnte mich dann überzeugen und ich hatte, für die für den Mord verantwortliche Person, sogar eine gewisse Sympathie und vollstes Verständnis. Salvatore Gaetano kann aber die Lorbeeren nicht für sich einheimsen, da der wertvolle Hinweis von einem katholischen Pfarrer kam. Gaetano hatte sehr oft Nebensächlichkeiten im Kopf und konnte mich in keinster Weise überzeugen.

Fazit
Ich habe mich sehr auf diesen Krimi gefreut, konnte aber leider mit Commissario Gaetano nicht warm werden. Seine Gedankengänge und Ermittlungsverfahren fand ich nicht überzeugend. Trotz meiner Kritikpunkte gab es aber immer wieder etwas Spannung und die Beschreibungen von Neapel haben mir gefallen.

Danke, Fabio Nola.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.05.2025

Shakespeare statt Sauerstoffmasken - Ideen halten jung!

Crime im Heim
0

Meine Meinung


Ich bin immer wieder begeistert, was sich in Altenheimen so abspielt. Bitte nicht falsch verstehen; natürlich nur in Büchern.

Das Haus Silberblick beherbergt einige kulturell interessierte ...

Meine Meinung


Ich bin immer wieder begeistert, was sich in Altenheimen so abspielt. Bitte nicht falsch verstehen; natürlich nur in Büchern.

Das Haus Silberblick beherbergt einige kulturell interessierte alte Leuchtchen. Darunter Friedhelm Klemp, der eine Inszenierung von Hamlet aufführen möchte. Vielleicht kann er ja damit bei Katia Horenfeld punkten, auf die er seine betagten Äuglein geworfen hat. Die Idee stößt bei einigen Senioren auf Begeisterung. Ob sich alle den Text merken können, wird sich beizeiten herausstellen. Natürlich läuft nicht alles so glatt wie geplant, da zwei Leichen dazwischen kommen. Der Mops Ophelia und ... ups, jetzt hätte ich beinahe gespoilert.

Von Anfang an konnte mich der fesselnde Schreibstil abholen und hat mir die Bewohner näher gebracht. Der Wortwitz ist einfach nur köstlich, da die Senoren nicht auf den Mund gefallen sind. Das eine oder andere Schnäpschen und Likörchen lockert schon mal die Zunge und beruhigt nebenbei auch noch ungemein.

Was treibt Menschen jeden Alters in den Wahnsinn? Geld! Noch dazu, wenn es sich um ein paar Millionen handelt, die irgendwann mal im Garten des Hauses Silberblick begraben wurden. Was macht noch verrückter? Wenn statt Geld eine Leiche im Garten ausgebuddelt wird! Und was setzt dem Fass die Krone auf? Wenn die Heimleiterin, die früher mal mit Kindern gearbeitet hat, zur Bastelstunde aufruft. Das noch dazu, wenn die Laientheatergruppe gerade eine Leiche wegschaffen muss!

Dass es im Haus Silberblick hoch hergeht, kommt den rüstigen Heimbewohnern gerade recht. Und so ganz nebenbei heißt es: >>Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage. <<

Fazit

Dieser charmante Cosy Crime lässt einen Seniorenstift richtig abenteuerlich aussehen. Demenz und Lebenslust gehen hier Hand in Hand und zaubern dem Leser ein Lächeln ins Gesicht. Die Auflösung der Mordfälle konnte mich tatsächlich überraschen. Bis auf ein paar kleine Längen fühlte ich mich gut unterhalten.

Von mir eine klare Empfehlung. Danke, Ida Tannert

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2025

Tolles Sachbuch zum besseren Verständnis

Krebs - Das Ende einer Angst
0

Meine Meinung


"Das Ende der Ära Krebs" ist, - meiner Meinung nach, - ziemlich übertrieben formuliert. Eine Welt ohne Krebs wird es niemals geben; so mein Eindruck nach diesem Buch. (Die Autorin bezeichnet ...

Meine Meinung


"Das Ende der Ära Krebs" ist, - meiner Meinung nach, - ziemlich übertrieben formuliert. Eine Welt ohne Krebs wird es niemals geben; so mein Eindruck nach diesem Buch. (Die Autorin bezeichnet es in ihrer Danksagung als konkrete Utopie.) Ich lasse mich jedoch gerne eines Besseren belehren. Das Fachbuch liest sich wie Butter, da es für Laien gut verständlich geschrieben ist und gute Ansätze bietet, Selbstvorsorge zu betreiben.

Hanna Heikenwälder gewährt uns Einblicke, über die neuesten wissenschaftliche Erkenntnisse in der Krebsforschung, die hoffnungsvoll stimmen. Sie zeigt uns auch, wie wir Eigenverantwortung übernehmen können, um das Krebsrisiko maßgeblich zu verringern. Das passiert ohne erhobenen Zeigefinger und radikalen Tipps. Ernährung kann man nach und nach umstellen. Es bringt schon viel, wenn der gesunde Bestandteil einer Mahlzeit, den weniger gesunden um einiges übertrifft. Ein Raucher sollte versuchen, seinen Zigarettenkonsum zumindest erst mal zu halbieren. Das Gleiche gilt für sportliche Aktivitäten, bei denen man mit Treppensteigen und kleineren Sporteinheiten beginnen kann. Selten schafft jemand alles von heute auf morgen zu ändern. Mit kleinen Schritten kommt man auch zum Ziel.

>>Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch geschwinder, als der, der ohne Ziel herumirrt.<< (Gotthold Ephraim Lessing) Zitat aus dem Buch.
Ich fand die Passagen, in denen es um die Krebsvorsorgeuntersuchungen geht, besonders interessant. Sie waren für mich der Grund, zu diesem Buch zu greifen, da ich diesbezüglich sehr verunsichert war.

>>Jedes Ding hat drei Seiten: eine gute, eine schlechte - und eine komische.<< (Karl Valentin) Zitat aus dem Buch.
Ich werde nichts mehr erzählen, da Frau Dr. Heikenwälder dies viel besser kann. Man sollte das Buch mehrmals lesen, weil eine Auffrischung uns eventuell achtsamer mit unserer Gesundheit umgehen lässt. Die beste Waffe gegen Krebs ist immer noch: ein gesunder Lebensstil und alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Warum das nicht bei allen Menschen gleich gut hilft, erklärt Dr. Heikenwälder ausführlich.

Fazit

Eine klare Empfehlung, für dieses wissenschaftlich fundierte Sachbuch, das vielen Menschen Hoffnung geben könnte. Die Autorin verzichtet auf jeglichen Weichspüler und spricht klare Worte.

Vieles wusste ich vorher schon - einiges habe ich dazu gelernt.

Herzlichen Dank, Hanna Heikenwälder. Ich werde Vorsorgeuntersuchungen weiterhin nutzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2025

Eine Geschichte, die zur Selbstreflexion animiert

Babel
0

Meine Meinung


Das kommt nicht oft vor, dass mir nach dem Beenden eines Buches, die Worte fehlen. Bei Babel ist genau das passiert. Ich habe das Buch zugeschlagen und mich gefragt: echt jetzt?
Mit ...

Meine Meinung


Das kommt nicht oft vor, dass mir nach dem Beenden eines Buches, die Worte fehlen. Bei Babel ist genau das passiert. Ich habe das Buch zugeschlagen und mich gefragt: echt jetzt?
Mit Robin Swift hat Kuang einen Charakter geschaffen, der mir mit all seinen Stärken und Schwächen sehr sympathisch war. Ich konnte sein Denken und Handeln nur zu gut nachvollziehen, da es mich an mich selbst, und sämtliche Menschen in meinem Umfeld erinnert. Oftmals will man die Wahrheit nicht erkennen, weil das eigene Leben sonst unbequem wird ...

China - Kanton

Robin liegt schwerkrank im Bett; neben ihm seine verstorbene Mutter, als ihm Professor Lovell mit einem Silberbarren das Leben rettet. Später wird man erfahren, dass es sich um Cholera handelte. Professor Richard Lovell, der sich als Robins Vormund entpuppt, nimmt Robin zu sich nach London und bereitet ihn auf Babel in Oxford vor. Robins chinesische Sprache ist von großer Wichtigkeit.

In der Geschichte haben Silber und Sprachen eine tragende Rolle. In Silberbarren werden Worte graviert, die sämtliche Arbeitsbereiche optimieren. Natürlich, wie kann es auch anders sein, nicht zum Wohle der einfachen Arbeiter und Armen.

Dieses Buch zu lesen, war für mich eine große Herausforderung, da ich im Moment Literatur bevorzuge, die mich positiv stimmt und nichts mit dem aktuellen Zeitgeschehen gemeinsam hat. Die Geschichte spielt zwar in einem anderen Zeitalter; die Parallelen zur Gegenwart konnte ich jedoch gut erkennen. So verglich ich die Silberbarren mit KI, da sie hilfreich sein konnten und gleichermaßen verheerende Auswirkungen hatten.
Rassismus und Kolonialismus sind ein wichtiges Thema, das absoluten Erkennungswert im Jetzt hat. Dazu möchte ich jedoch nicht näher eingehen, da sich jeder - am Buch Interessierte - selbst ein Bild dazu machen sollte.

Der Schreibstil ist magisch, trotz der gut 100 Seiten, in der es um Sprachen geht. Diese Thematik wurde für meinen Geschmack zu detailliert behandelt, und hat mir das Gefühl gegeben, ein Sachbuch in den Händen zu halten. Trotzdem konnte mich die Geschichte fesseln. Ich weiß; das klingt total paradox. Kuang hat mich bei der Hand genommen und durch die (für mich) schwierigen Passagen geführt. Sie hat mir gezeigt, dass ich da durch muss, um den späteren Verlauf zu verstehen.

Der Fantasyteil ist eher gering, was mich ein bisschen geärgert hat. Dafür habe ich sehr gerne am Studentenleben teilgenommen. In Oxford werden Ausländer gefördert. Aber eins könnt Ihr mir glauben: rein gar nichts ist so, wie es Anfangs scheint.

Fazit

Wer von Anfang an akzeptiert, dass der Fantasyteil gering - Linguistik groß ist, der wird in keinster Weise von dem Buch enttäuscht sein. Ich bin von der Geschichte und dem Schreibstil beeindruckt. Wären die Sachbuch-Passagen nicht gewesen, könnte ich "Babel" als Highlight vorstellen.

Das Ende kann ich immer noch nicht fassen ...

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere