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Veröffentlicht am 27.01.2025

Sympathische Charaktere und eine dynamische, aufregende Gestaltung

PS: Du bist ein Traum! (PS: Du bist die Beste! 5)
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Beste Freundinnen für immer: das sind Emma und Lore. Um sich auch nach Emmas Umzug von Kiel nach Rosenheim weiterhin auf dem Laufenden halten zu können, teilen die beiden alle ihre Erlebnisse, Probleme ...

Beste Freundinnen für immer: das sind Emma und Lore. Um sich auch nach Emmas Umzug von Kiel nach Rosenheim weiterhin auf dem Laufenden halten zu können, teilen die beiden alle ihre Erlebnisse, Probleme und Gedanken per Brief miteinander. Und da kommt so Einiges zusammen - denn die beiden durchleben gerade nicht nur ihre erste große Liebe, sondern auch total verrückte Träume. Gut, dass Emma und Lore alles miteinander teilen können!

Bei "PS: Du bist ein Traum!" handelt es sich um den fünften Band der Reihe rund um die beiden besten Freundinnen. Ich kannte die vorherigen Bände bisher noch nicht, hatte aber dank einer kurzen und knappen grafischen Charakterbeschreibung auf den ersten Seiten keinerlei Probleme, mich in der Geschichte zurechtzufinden. Die Charakterbeschreibung enthält eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Figuren und deren Vorgeschichte, sodass ich sofort zu Beginn des Buches das Gefühl hatte, allesamt bestens zu kennen - fast ein wenig so, als wäre man selbst mit Emma und Lore befreundet.
Und wie gerne wäre ich das! Denn die beiden waren mir auf Anhieb sympathisch. Ich fand es total toll, wie ehrlich sie miteinander sind und wie sie sich über alles vertrauensvoll austauschen können. Dabei werden Emma und Lore ebenso wie die Themen, die die beiden gerade beschäftigen, absolut passend zu ihrem Alter dargestellt (und dabei auch ebenso aktuell). Unter anderem sind die erste große (zum Teil gleichgeschlechtliche) Liebe oder Patchworkfamilien ein Thema.

Eingerahmt wird all das von einem luftig-lockerem, kinderfreundlichen Schreibstil der Autorin. Natalie Buchholz schreibt sehr aufregend und verpackt die Gedanken und Gefühle der beiden Teenager für den jungen Leser optimal nachvollziehbar und mindestens ebenso authentisch. Und doch hatte ich manchmal das Gefühl, dass es teilweise eine Schippe zu viel war. Namen wie "Leon-der-beste-Stiefbruder-ever" oder "Jasmin-ich-schüttel-mein-Haar" sind zwar zu Beginn erstmal sehr unterhaltsam und witzig gewählt, bei spätestens der fünften Wiederholung war hier jedoch die Luft draußen.

Gut, dass die wundervolle Gestaltung des Buches meistens von diesem Kritikpunkt ablenken konnte. Unterschiedliche Schriftarten, zahlreiche kleine Zeichnungen und verschiedene Formate wie Tagebucheinträge, Briefe oder Chatnachrichten lassen die Geschichte wie auch den Text selbst sehr dynamisch wirken und lockern alles toll auf. So macht das Lesen sicherlich auch dem größten Lesemuffel Spaß!

Wer Lust auf ein aktuelles, realistisches Jugendbuch im "DORK Diaries"- oder "Julie"-Stil hat, ist mit dieser Reihe gut beraten und wird vor allem mit der tollen grafischen Gestaltung bestimmt genauso viel Freude wie ich damit haben.
4,5/5 Sterne

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2025

Authentisch und persönlich!

Tunesisch vegan
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Als Kind tunesischer Eltern ist der Autor Malek M'hiri mit tunesischem Essen sowie der tunesischen Kultur groß geworden. In "Tunesisch vegan" teilt er 60 verschiedene vegane Rezepte und Abwandlungen absoluter ...

Als Kind tunesischer Eltern ist der Autor Malek M'hiri mit tunesischem Essen sowie der tunesischen Kultur groß geworden. In "Tunesisch vegan" teilt er 60 verschiedene vegane Rezepte und Abwandlungen absoluter Klassiker. Dabei erfährt der Leser eine kulinarische Reise quer durch die tunesische Küche: Von Frühstücksideen, über Suppen, Brot und Salaten bis hin zu Getränken ist von allem etwas dabei.

Dem Leser begegnet zu Beginn dieses Kochbuches zunächst eine kurze, sympathische Einführung in die tunesische Küche sowie deren Grundzutaten. Dies habe ich als absoluter Neuling in der tunesischen Küche als überaus hilfreich empfunden, um einen guten ersten Überblick zu bekommen.
Eingerahmt wird diese Einführung von einigen Appellen in Sachen Klimaschutz und kultureller Aneignung. Ob und inwieweit das in ein Kochbuch gehört, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin bei Kochbüchern primär an den Rezepten interessiert und nehme solche Thematiken eher passiv auf, wobei ich allerdings erwähnen muss, dass diese Appelle durchaus die Mentalität des Verlages sowie des Autors widerspiegeln und dadurch zumindest einen authentischen, ehrlichen Eindruck mit einer persönlichen Note hinterlassen.

Die Rezepte selbst sind recht einfach gehalten und meiner Meinung nach sehr gelingsicher. Ich mochte die umfangreiche Auswahl gerne, hier wird sicherlich jeder fündig. Die Gestaltung der einzelnen Rezepte ist dabei sehr strukturiert, beginnend mit einigen persönlichen Worten des Autors, einer anschließenden Auflistung der einzelnen Zutaten sowie der Zubereitung und abschließend mit ein paar Tipps oder Abwandlungen.
Was mir jedoch an sehr vielen Stellen gefehlt hat, war eine optische Darstellung der Gerichte. Ich suche Rezepte gerne nach dem jeweiligen Foto aus und nutze es auch beim Kochen, um zum Beispiel den optimalen Bräunungsgrad festlegen zu können. In "Tunesisch vegan" sind ab und zu zwar Fotos der Gerichte vorhanden, für meinen Geschmack aber viel zu wenige. Dadurch hat das Buch an der ein oder anderen Stelle leider ein wenig unvollständig gewirkt.

Ich hoffe sehr, dass dieses Manko vielleicht noch einmal überarbeitet wird. Dann wäre es für mich das optimale vegane Kochbuch!
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Stilistisch ein Jugenbuch, inhaltlich eher für Erwachsene - ich tue mich mit der Einordnung schwer...

Crave
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Nach dem Unfalltod ihrer Eltern wird Grace von ihrem Onkel an der Katmere Academy aufgenommen. Das Internat befindet sich mitten im tiefen, verschneiten Alaska und wird von diesem geleitet. Doch die Schüler ...

Nach dem Unfalltod ihrer Eltern wird Grace von ihrem Onkel an der Katmere Academy aufgenommen. Das Internat befindet sich mitten im tiefen, verschneiten Alaska und wird von diesem geleitet. Doch die Schüler an der Academy sind so ganz anders als die Menschen, die Grace normalerweise umgeben. Dabei hat es scheinbar ganz besonders der Bad Boy Jaxon Vega auf Grace abgesehen. Und doch ist Vega das kleinste Problem der jungen Frau. Denn in den Schatten von Katmere lauern viel düstere Geheimnisse und Gefahren...

Aufmerksam geworden auf "Crave" bin ich zunächst durch den Hype auf diversen Social Media Kanälen, wo unter Anderem mit "grossen Gefühlen" und "knisternder Spannung" geworben wurde. Dementsprechend hoch waren anschließend meine Erwartungen an Tracy Wolffs Roman. Ich habe mich unheimlich auf eine knisternde Vampirromance im "Twilight"-Stil gefreut. Leider wurden meine Erwartungen im Verlauf des Buches immer weiter enttäuscht.
Zwar hat "Crave" mit dem ländlichen Setting, mysteriösen Männern und einer schüchternen, naiven und gänzlich normalen Protagonistin definitiv etwas von "Twilight" und die Grundidee recht interessante Ansätze. Ich wurde allerdings so gar nicht mit der Umsetzung warm.

Gleich zu Beginn des Buches ist mir der Schreibstil der Autorin negativ aufgefallen. Immer wieder gab es Aussagen und Passagen, die einfach nur erzwungen humorvoll auf mich wirkten. Hinzu kamen die langen Kapitelüberschriften, die zum Einen ebenfalls seltsam gezwungen wirkten und zum Anderen meiner Meinung nach auch oftmals kaum zum Kapitelinhalt passten. Insgesamt würde ich den Schreibstil der Autorin als jugendlich locker beschreiben - was sich aber nicht ganz mit dem Inhalt des Buches deckt.
Denn die teils expliziten (Gewalt-)szenen würde ich eher dem Erwachsenengenre zuordnen.

Auch inhaltlich konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen.
Im Verlauf der Handlung werden einige Klischees vertreten, was mich persönlich nicht weiter gestört hat. Ich fand sie teils vielmehr unterhaltsam.
Deutlich mehr gestört hat mich da deren Verarbeitung im Roman. Als Beispiel der "Bad Boy trifft auf schüchternes Mädchen und verliebt sich"-Trope: In "Crave" war der Beginn dieses Tropes noch recht interessant geschildert. Im weiteren Verlauf konnte ich persönlich aber kaum eine Chemie zwischen den Protagonisten ausmachen. Die Entwicklung ihrer Beziehung wurde durch Wiederholungen immer weiter in die Länge gezogen (allerdings nicht im Stile einer süßen "Slow-Burn"-Romance), bis sie gegen Ende praktisch über dem Leser zusammenbricht. Hätte man den Mittelteil teilweise übersprungen, wäre einem in der Hinsicht höchstwahrscheinlich nicht viel entgangen...

Ich hatte mich eigentlich auf eine packende neue Vampir-Reihe gefreut, werde nach diesem ersten Band jedoch nicht mehr zu den Folgebänden greifen. Obwohl die Grundidee spannend war, haben hier für mich persönlich einfach zu viele Sachen nicht gepasst. Vielleicht findet ja jemand Gefallen daran, der auf der Suche nach einer leichten Vampirromance ist, die man gut zwischendurch und nebenbei lesen kann.
2,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Modern, spannend und einfach magisch - ein großartiges Kinderbuch!

Amari und die Nachtbrüder
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Als ihr Bruder Quinton von einem Tag auf den anderen plötzlich verschwindet, fühlt sich die junge, aus einfachsten Verhältnissen stammende Amari so einsam wie noch nie. Es gibt keinerlei Hinweise auf Quintons ...

Als ihr Bruder Quinton von einem Tag auf den anderen plötzlich verschwindet, fühlt sich die junge, aus einfachsten Verhältnissen stammende Amari so einsam wie noch nie. Es gibt keinerlei Hinweise auf Quintons Verbleib - bis Amari eines Tages eine Einladung in die Behörde für Übernatürliches entdeckt. Schon bald eröffnet sich für Amari eine völlig neue, bis dato unbekannte Welt, die ihr Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen mit ihrem Bruder gibt. Doch um nach Quinton suchen zu können, muss sie zunächst ein strenges Auswahlverfahren bestehen...

Eine junge Heldin, die nichts von einer magischen Welt ahnt, dann aber doch auf irgendeine Art und Weise magische Fähigkeiten erlangt (hat) und sich damit beweisen muss, ist von der Grundidee wohl den meisten bekannt. Auch "Amari und die Nachtbrüder" ist nach diesem Schema gestrickt. Und doch bin ich der Meinung, dass dieses Buch etwas Besonderes ist.
Denn Amaris Geschichte enthält zwar so einige klassische Fantasyelemente aus dem Kinderbuchbereich, verknüpft diese aber an zahlreichen Stellen mit innovativen eigenen Ideen und - was meines Erachtens nach noch viel wichtiger ist - modernen, aktuellen Themen und Problematiken. Ein solches Thema ist bereits auf dem Cover ersichtlich: Mit Amari ist die Protagonistin des Buches eine PoC, was schon in der Erwachsenenliteratur grundsätzlich eher selten der Fall ist, noch viel seltener jedoch in Kinderbüchern. Verknüpft mit dem Milieu, aus dem Amari stammt, wird der (erwachsene) Leser so immer wieder behutsam zum Nachdenken angeregt.

Neben diesen wichtigen Aspekten hält das Buch von B. B. Alston aber noch viel mehr bereit: Durch den sehr flüssigen Schreibstil des Autors, der die Ich-Perspektive als Erzählform gewählt hat, fliegt man nur so durch die Seiten und kann sich optimal in die Protagonistin hineinversetzen. Ergänzt wird dies durch einige witzige, magische (und manchmal auch etwas abgedrehte) Besonderheiten, die oftmals unheimlich unterhaltsam sind, spannende Entwicklungen sowie einzigartige Charaktere.

Ich bin begeistert von Amari und empfehle dieses Kinderbuch gerne, auch an ältere Leser, weiter. Wer Lust auf aktuelle Themen, eine moderne Darstellung, jede Menge Magie und gute Unterhaltung hat, sollte es sich unbedingt näher ansehen.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Eine wunderschöne, sanfte Geschichte

Echo Mountain
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Nach der Wirtschaftskrise 1929 sind Ellie und ihre Familie gezwungen, ihr trautes Heim aufzugeben und Zuflucht in der Wildnis des Echo Mountains zu suchen. Während ihre Mutter und ihre große Schwester ...

Nach der Wirtschaftskrise 1929 sind Ellie und ihre Familie gezwungen, ihr trautes Heim aufzugeben und Zuflucht in der Wildnis des Echo Mountains zu suchen. Während ihre Mutter und ihre große Schwester mit dem neuen Leben hadern, gehen Ellie und ihr Vater in Mitten der wilden, puren Natur auf - bis ein Unfall eines Tages alles verändert und Ellies Vater in einen tiefen Schlaf sinken lässt. Um ihn zu retten, begibt sich Ellie auf eine lange Suche nach einem Heilmittel für ihn...

Wow, was für eine wunderschöne Geschichte! Ich habe mit der Erwartung, ein süßes, aber kurzweiliges Kinderbuch vorzufinden, losgelesen und war binnen einiger weniger Seiten vollkommen gefesselt von ihr.
Schnell ist mir der einzigartige Schreibstil der Autorin aufgefallen. Lauren Wolk erzählt die Geschichte aus Ellies Perspektive, kombiniert eine kindliche Naivität und Neugier mit stillen, ruhigen und gleichzeitig poetischen Worten. Dadurch wird über die einzelnen Seiten hinweg eine wundervolle, pure Atmosphäre geschaffen, die mich in ihren Bann gezogen hat.

Besagte Atmosphäre wird auch durch die Handlung selbst unterstrichen. Ich habe es geliebt, gemeinsam mit der sensiblen, neugierigen Ellie die Reinheit der unberührten Natur um Echo Mountain zu erkunden, mehr über das einfache Leben der Familie zu erfahren und auch die ab und an dargestellten Kontraste zum vergangenen Stadtleben zu ergründen. Müsste ich die Handlung in einigen wenigen Worten beschreiben, so würde ich sie als absolut pur, echt und gleichzeitig absolut ungeschönt beschreiben. Die Autorin scheut auch vor etwas schwierigeren Themen nicht zurück - immerhin ist das Koma, in welches Ellies Vater fällt, ein recht herber Schicksalsschlag -, bereitet diese aber so zart und vorsichtig wie möglich auf, kombiniert sie mit ein wenig Alltagsspannung und zaubert so eine tolle Geschichte.

Ich bin begeistert von "Echo Mountain" und würde dieses zauberhafte Buch als absolute Herzensempfehlung weiterempfehlen. Wer auf der Suche nach einem sanftem, ruhigem und doch zutiefst berührendem Kinderbuch ist, das sowohl Jung als auch Alt zu begeistern vermag, ist hier sicherlich an der richtigen Adresse.
5/5 Sterne

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