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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2023

Prinz des Dschungels

Eisige Stille. Ein Mara-Billinsky-Thriller
1

Wahnsinn, bereits der 8 Band und mit Mara und Jan wird es nicht langweilig. Wie Leo Born die beiden Charaktere weiterentwickelt, hat mich überzeugt. Wir lernen wieder neue Facetten an ihnen kennen. Jan ...

Wahnsinn, bereits der 8 Band und mit Mara und Jan wird es nicht langweilig. Wie Leo Born die beiden Charaktere weiterentwickelt, hat mich überzeugt. Wir lernen wieder neue Facetten an ihnen kennen. Jan scheint in der neuen Abteilung seinen Platz gefunden zu haben und geht in der Funktion auf. Von Mara lernen wir eine ungewohnt emotionale und verletzliche Seite kennen. Wegen ihrer verschiedenen Aufgaben arbeiten sie zwar nicht als Team zusammen, aber bei den Ermittlungen gibt es mehrfache Überschneidungen wo sie aufeinandertreffen, Erkenntnisse austauschen oder auch zusammen unterwegs sind.

Der Prolog erzeugt Gänsehaut und ist fesseln. Wirft er doch direkt mehrere Fragen auf, die uns Leser auf den kommenden Seiten beschäftigen und auf deren Antwort bis etwa zur Hälfte des Buches warten muss.

Auf den gewohnten Schreibstil von Leo Born kann man sich hier wieder verlassen. Kurze Kapitel, ständige Perspektivwechsel, keine verlieren in zu weitschweifigen Details und Beschreibungen, sondern die Handlung wird vorangetrieben.
Mit jedem Band wird man auch ein bisschen kritischer. Was mich hier gestört hat, sind die vielen unterschiedlichen Fälle. Zwischenzeitlich eine ganze Hand voll. Es ist klar, dass letztendlich alles zusammenhängen wird. Aber es fehlte einfach der rote Faden in der Ermittlung. Mara kann sich nicht auf alle konzentrieren. Bekommt einen abgenommen, weil sie keine Ergebnisse vorweisen kann. Andere Fälle werden mehr aus der Sicht von Jan oder Rafael beschrieben. Für mich wirkte es etwas überfrachtet und ein oder zwei Fälle weniger hätten es bestimmt auch getan.

Fazit: nicht nur etwas für Fans dieser Reihe. Aber auch wenn die Fälle in sich abgeschlossen sind, empfehlen sich Vorkenntnisse.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 06.11.2023

Mehr als ein griesgrämiger Postbote?

Kein guter Mann
0

Wer ist eigentlich Walter? Ein oder kein guter Mann?

Der griesgrämige Postbote fällt negativ auf. Der Autor schafft es auf leicht verständliche und auch humorvolle Art, das Portrait von Walter zu zeichnen. ...

Wer ist eigentlich Walter? Ein oder kein guter Mann?

Der griesgrämige Postbote fällt negativ auf. Der Autor schafft es auf leicht verständliche und auch humorvolle Art, das Portrait von Walter zu zeichnen. Als Leser kann man über die Aktionen und das Verhalten von Walter durchaus schmunzeln, aber ehrlich – in der Realität würden wir ihn lieber nicht als Nachbarn haben wollen.

Aber Walter war nicht immer so. In Rückblenden erfahren wir mehr von dem jungen Mann. Die ersten Begegnungen sind verwirrend. Will das Portrait des jungen Walter doch so gar nicht mit dem aktuellen übereinstimmen. Was ist in der Zwischenzeit geschehen und hat ihn so nachhaltig beeinflusst? Wie ist er zu dem griesgrämigen Postboten geworden? Mit dazu beigetragen hat das Gerede der Personen im Ort / in seinem Umfeld. Ist es doch so viel einfacher sich eine Meinung auf Grund der kursierenden Erzählungen zu bilden, anstatt sich die Mühe zu machen mit Walter persönlich zu reden und seine Sicht zu hören. Doch was ist genau passiert?

Das Buch ist ein leichter, warmherziger, stellenweise humorvoller Roman mit Schmunzelfaktor. Er geht zu Herzen ohne kitschig zu werden. Macht aber auch nachdenklich. Leise Gesellschaftskritik klingt an, ohne das der Autor mit dem gehobenen Zeigefinger daherkommt.

Veröffentlicht am 31.10.2023

Unterstützer oder Feind?

Feindesopfer
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Wie das Buch bewertet wird, ist eine sehr persönliche Einschätzung. Ich habe eine Bewertung gelesen, die ich komplett nachempfinden kann und die nur 3 Sterne bekommen hat. Im Gegensatz empfinde ich die ...

Wie das Buch bewertet wird, ist eine sehr persönliche Einschätzung. Ich habe eine Bewertung gelesen, die ich komplett nachempfinden kann und die nur 3 Sterne bekommen hat. Im Gegensatz empfinde ich die dort angebrachten Kritikpunkte wiederum als Stärke.

Die Kapitel sind kurzgehalten und flüssig zu lesen. Lediglich die finnischen Orts- und Straßennamen sind für unser deutsches Ohr ungewöhnlich und können irritieren. Die Anzahl der verwickelten Personen ist angenehm überschaubar, so dass man keine Probleme bei der namentlichen Zuordnung hat.

Wenn man es für einen Thriller nicht außergewöhnlich genug findet oder einem der Nervenkitzel fehlt, kann ich die Kritik nachvollziehen. Aber mich hat es zu keiner Zeit gestört. Es überwiegen die Ermittlungsarbeit und trotzdem hat man kleine (und kurze) private Einblicke bei den Hauptermittlern Jusuf und Jessica. Der Druck unter dem Jusuf steht, nachdem er zum ersten Mal die Ermittlungen leitet, konnte ich spüren und hat die Handlung vorangetrieben.

Am Anfang ist durchaus Durchhalten gefragt. Der Mordfall kommt nicht besonders spektakulär daher. Und die Ermittlung gestaltet sich zunächst schleppend. Es gibt nicht viele Anhaltspunkte und neue Ergebnisse lassen auf sich warten. So gibt es hier leider ein paar Längen. Aber so abgedroschen es klingen mag, ich wurde für das Durchhalten belohnt. Es wurde immer interessanter und wendungsreich. Wenn man meinte die Zusammenhänge verstanden zu haben und zu durchschauen, war doch wieder alles anders. Man könnte sogar sagen, dass es bis zur letzten Seite noch Überraschungen gab. Das findet man äußerst selten und hat mich mehr als überzeugt.

Veröffentlicht am 27.10.2023

Dörfliche Idylle mit ungeahnten Abgründen

Beuteherz
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Mit Beuteherz hält man ein ruhiges Buch in den Händen. Ich würde es nicht wirklich als spannend bezeichnen, aber es baut sich eine Sogwirkung auf, die einen genauso wenig loslässt wie die Hauptperson Annie. ...

Mit Beuteherz hält man ein ruhiges Buch in den Händen. Ich würde es nicht wirklich als spannend bezeichnen, aber es baut sich eine Sogwirkung auf, die einen genauso wenig loslässt wie die Hauptperson Annie.

Die ersten 100 Seiten drehen sich vor allem um die Rückkehr von Annie in ihr Heimatdorf. Wie es für sie ist wieder dort zu sein und auf Bekannt aus ihrer Jugendzeit zu treffen. Sowohl gute als auch schlechte Erinnerungen sind damit verbunden. Ein Leben war ihr dort nicht mehr möglich, da sich Vorfälle schnell rumsprechen. Und genauso schnell werden Urteile gefällt ohne die Sichtweise aller Betroffenen zu kennen.

Der Krimianteil kommt nach und nach hinzu. Ein Mädchen verschwindet und die Hintergründe sind unklar. Ist sie davongelaufen oder nicht? Als Saga endlich gefunden wird, lässt Annie deren Schicksal nicht los. Zum einen ist dies ihrem beruflichen Hintergrund als Sozialarbeiterin, als auch ihrer familiären Verbundenheit geschuldet. Ihre Hartnäckigkeit fand ich nicht immer nachvollziehbar, aber das ist Geschmackssache. Da sie keine Polizistin ist, lässt sie sich von Spekulationen und zu schnellen Schlussfolgerungen leiten. Dies sorgt für Abwechslung und der ein oder anderen Wendung.

Mit wirklicher Spannung kann der Fall nicht punkten. So hatte ich beim Täter den richtigen Riecher. Aber interessant und realistisch beschrieben sind die Einblicke in die Gefühlswelt der Betroffenen. Was die Ungewissheit mit ihnen macht, das Aufkommen von Schuldgefühlen, das Verarbeiten der Trauer, wie schwer es fällt die Realität zu akzeptieren, …

Fazit: ein unblutiger, leicht zu lesender Krimi vor der Kulisse einer dörflichen Gemeinschaft

Veröffentlicht am 23.10.2023

Wenn die Vergangenheit einen einholt

Schwarzvogel
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Die Story ist nicht wirklich neu, aber trotzdem hat sie mir sehr gut gefallen. Fredrika fängt in Lund neu an. Die Ausgangsbasis ist also, dass Fredrika erstmal ihre neuen Kollegen kennenlernen muss. Allen ...

Die Story ist nicht wirklich neu, aber trotzdem hat sie mir sehr gut gefallen. Fredrika fängt in Lund neu an. Die Ausgangsbasis ist also, dass Fredrika erstmal ihre neuen Kollegen kennenlernen muss. Allen voran ihren Partner Henry. Und die neuen Kollegen müssen Fredrika näher kennenlernen. Und so lernen auch wie Leser mit jeder Seite Fredrika und Henry etwas besser kennen und werden mit ihnen vertrauter. Beide haben ihre Geheimnisse. Was ist in Stockholm passiert und warum fängt Fredrika in Lund neu an? Wie kann sich Henry seinen Lebensstil leisten?

Der Krimi kommt wunderbar unblutig und gewaltfrei daher. Der Fall könnte genauso als Unfall eingestuft werden. Die Beobachtungen von Fredrikas Großmutter lassen aber auch einen anderen Schluss zu. Wovor lief die Frau davon?

Das Buch ist sehr von der persönlichen Situation von Fredrika geprägt. Etwas am Rande von den Geschehnissen in Stockholm. Aber viel mehr von der Familiensituation. So vermischen sich die polizeiliche Ermittlung mit der persönlich motivierten Ermittlung. Und manchmal scheint die Familiengeschichte im Mittelpunkt zu stehen. So müssen Fredrika und Henry aufpassen sich hier nicht zu verzetteln und den Bezug zu der eingebrochenen Frau nicht zu verlieren. Je nach Geschmack und Erwartungshaltung, kann das als störend empfunden werden. Auch ich ziehe dafür einen Punkt ab.

Fredrika handelt recht impulsiv und spontan. Für eine Polizistin finde ich es etwas ungewöhnlich und nicht immer nachvollziehbar. Macht es Fredrika aber doch auch sympathisch und menschlich. Sie ermittelt hartnäckig in dem Fall und geht auch persönlichen Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg.

Die Auflösung und die genauen Hintergründe sind nachvollziehbar und realistisch und liegen bis zum Schluss im Verborgenen.

Fazit: ruhiger Krimi mit (zu) hohem Anteil an privater Verstrickung