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Veröffentlicht am 05.03.2026

Fesselnder Jugendthriller mit sympathischen Protagonisten

Liars all around me
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Nach außen scheint Avery das perfekte Leben zu führen, Ihre Eltern sind beruflich erfolgreich und wohlhabend, sie selbst ist eine der besten Schülerinnen ihres Jahrgangs. Ryle, der aus einer armen Familie ...

Nach außen scheint Avery das perfekte Leben zu führen, Ihre Eltern sind beruflich erfolgreich und wohlhabend, sie selbst ist eine der besten Schülerinnen ihres Jahrgangs. Ryle, der aus einer armen Familie stammt, ist es gewohnt, von ihr und ihrem Freundeskreis übersehen zu werden, umso mehr erstaunt es ihn, als Avery fragt, ob er ihr eine Schusswaffe besorgen könne. Obwohl er sie weg schickt, wird nur eine Woche später Averys ewige Konkurrentin Sheila tot aufgefunden - erschossen. Um Ryle zu beweisen, dass sie nicht die Mörderin ist, für die er sie hält, beginnt Avery selbst zu ermitteln und muss feststellen, dass beinahe jeder in Sheilas Umfeld von Lügen und Geheimnissen umgeben ist.

"Liars all around me" von Clara Blais ist ein spannender Jugendthriller, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Ryle war mir direkt sympathisch. Die sarkastische Art, wie er bereits zu Beginn in Gedanken über die Gerüchte um seine Person spricht und die Tatsache, dass er aus der familiären Not heraus keine andere Chance gesehen hatte, als bei Einbrüchen nach Medizin oder getragenen Schuhen zu suchen, haben mich schnell für ihn eingenommen. Bei Avery hat es dagegen etwas länger gedauert, ehe ich mit ihr warm geworden bin, sie hielt sich zunächst sorgsam hinter der Fassade der Perfektion verborgen, die ihre Familie von ihr erwartet. Nachdem mit aufgegangen ist, dass sie emotional wesentlich einsamer ist, als Ryle, trotz seines schwierigen Lebens, hat mein Mutterherz für sie geblutet und ich habe sie ebenso sehr gemocht.

Der mitreißende Schreibstil hat mich gefesselt, die Spannung hielt sich meiner Meinung nach auf einem konsequent hohen Niveau. Anscheinend hatte jeder von Averys und Ryles Mitschülern etwas zu verbergen, wodurch sich immer wieder unerwartete Wendungen ergaben. Eine Kleinigkeit im Mittelteil hat mich dann auf die Idee gebracht, wer für Sheilas Tod verantwortlich gewesen sein könnte - zwischendrin habe ich den Gedanken öfter verworfen und immer wieder neue Theorien aufgestellt, dieses Miträtseln hat mir beim Lesen viel Freude gemacht. Ganz am Ende ist es der Autorin noch einmal gelungen, mich zu überraschen, so dass ich restlos begeistert zurück geblieben bin. Für diese wunderbare Lektüre spreche ich daher gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Der fesselnde Jugendthriller hat in meinen Augen keine Wünsche offen gelassen, ich war in jeder Leseminute gespannt und emotional tief in der Geschichte versunken, dieses mitreißende Lesevergnügen empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Eine verträumte, fantasievolle Geschichte, die mit sanfter Romantik bezaubert

Zwei in einem Bild
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Seit mehr als einhundert Jahren lebt Jean bereits in einem Bild seines berühmten Vaters Henri Matisse. Tagsüber, wenn das Gemälde von den vielen Museumsbesuchern betrachtet wird, sitzt er unbeweglich in ...

Seit mehr als einhundert Jahren lebt Jean bereits in einem Bild seines berühmten Vaters Henri Matisse. Tagsüber, wenn das Gemälde von den vielen Museumsbesuchern betrachtet wird, sitzt er unbeweglich in seinem Sessel, doch nachts können sich die gemalten Figuren durch sämtliche Bilder der Ausstellung bewegen. Während seine Geschwister beinahe jede Nacht unterwegs sind, bleibt der introvertierte Jean häufig in seiner angestammten Umgebung allein, erst als die Reinigungskraft Claire beginnt, während ihrer Arbeit mit ihm zu sprechen, erwacht in ihm die Sehnsucht nach Gesellschaft. Zufällig entdecken sie, dass Claire in Jeans Bild hinein klettern kann und sie erleben gemeinsam, welche Abenteuer in den verschiedenen Gemälden auf sie warten. Dabei vertiefen sich ihre Gefühle füreinander immer mehr, doch kann ihre Liebe der Realität stand halten?

"Zwei in einem Bild" von Morgan Pager ist eine Geschichte, die sich entspannt und unaufgeregt vor dem Auge des Lesers ausbreitet, weshalb es ein wenig gedauert hat, ehe ich emotional in die Handlung eintauchen konnte. Die Protagonisten fühlten sich für mich anfangs wenig greifbar an, auch ihnen bin ich nur ganz gemächlich näher gekommen. Da Claire nicht nur Jean gegenüber, sondern auch den Lesern lange Zeit kaum etwas über ihr Leben außerhalb des Museums preis gibt, hatte ich den Eindruck, immer nur einen kleinen Teil ihrer Persönlichkeit zu sehen. Später ist sie mir dafür umso mehr ans Herz gewachsen und ich habe mit ihr und Jean auf jeder einzelnen Seite gehofft und gebangt.

Der ruhige Schreibstil hat sich für mich erst einmal ungewohnt angefühlt, doch je weiter ich gelesen habe, umso mehr hat der Roman mich gefesselt, die romantische Entwicklung zwischen Jean und Claire habe ich begeistert begleitet. Diese verträumt daher kommende Geschichte besitzt ihren ganz eigenen Zauber, wer bereit ist, sich auf das gemächliche Erzähltempo einzulassen, wird mit einem wunderbar fantasievollen Lesevergnügen belohnt, das ich gern weiter empfehle.

Fazit: Die fantasievolle Geschichte lädt ihre Leser zum träumen ein, die sanfte Romanze hat mich nach und nach in ihren Bann gezogen und immer mehr begeistert. Für diesen außergewöhnlichen Roman spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 03.03.2026

Liebenswerte Protagonisten und jede Menge Spice

For the Fans (Deutsche Ausgabe)
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Kyran Harbor und Avi Vega könnten nicht unterschiedlicher sein, der eine ein disziplinierter Sportler, der andere ein kiffender Künster. Als Kyrans Vater und Avis Mutter heiraten, sind beide Teenager nicht ...

Kyran Harbor und Avi Vega könnten nicht unterschiedlicher sein, der eine ein disziplinierter Sportler, der andere ein kiffender Künster. Als Kyrans Vater und Avis Mutter heiraten, sind beide Teenager nicht begeistert, doch während Avi versucht, gute Miene zu machen, lehnt Kyran die neuen Familienmitglieder mürrisch ab, jahrelang wechselt er kaum ein Wort mit seinem verhassten Stiefbruder. Erst als sie auf dem College sind und die Familie in finanzielle Schwierigkeiten gerät, finden Avi und Kyran unkonventionelle Wege, die Gebühren für das College zu verdienen. Dabei kommen sie sich näher als gedacht, doch alles was sich zwischen ihren abspielt ist nicht echt, sie tun es nur für die Fans - oder?

"For the Fans" von Nyla K. ist eine sehr heiße Gay-Romance, in dem Punkt hält das Buch definitiv, was die Werbung verspricht. Dennoch bin ich bei meiner Bewertung ziemlich hin und her gerissen. Hat mich die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt? Ja, auf jeden Fall! Habe ich Kyran und Avi geliebt und in jedem einzelnen Moment mit ihnen mit gefiebert? Aber sowas von! Waren die Spice-Szenen gut beschrieben? Definitiv! Und dennoch kann ich es mir nicht verkneifen, den einen oder anderen Kritikpunkt anzumerken. Da hätten wir als erstes die Handlung - zugegeben, der Klappentext macht keinen Hehl daraus, dass die explizite Erotik den Hauptteil der Geschichte ausmacht, aber Avi und Kyran haben tatsächlich auch ein Leben außerhalb des Schlafzimmers, was allerdings recht knapp dargestellt wird. Einer der Protagonisten trägt tiefe Verletzungen aus einem traumatischen Erlebnis in der Vergangenheit mit sich, die nicht ganz unerheblich für sein Verhalten und damit auch für die Beziehung ist. In Ihrem (sehr langen) Vorwort weist die Autorin darauf hin, es gibt eine diesbezügliche Triggerwarnung am Ende des Buches. Und dennoch hatte ich den Eindruck, dass weder Kyran noch Avi besonders umfassend charakterisiert wurden.

Dabei denke ich, die Autorin kann es durchaus, in einem sehr emotionalen Social-Media Betrag im hinteren Buchteil, den Kyran über Avi schreibt, erfuhr ich gefühlt mehr über ihn, als auf den hunderten Seiten davor. Insgesamt war im Prinzip alles vorhanden, intensive Gefühle, Szenen aus dem Alltag, Probleme und deren Lösung, doch trotz allem schien es mir, als ob das lediglich der Rahmen für den ganzen Spice war. Außerdem gab es gegen Ende hin zweimal eine Andeutung, die mich neugierig gemacht hat, wobei dieser Faden letztendlich in der Luft hängen blieb, so als ob damit zwar Spannung erzeugt werden sollte, die Aufklärung aber zugunsten einer weiteren Erotikszene entfallen ist. Was mich ebenfalls irritiert hat, war die ständige gegenseitige Versicherung, wie groß die jeweilige anatomische Ausstattung doch ist - spätestens nach der dritten Wiederholung hatte ich es doch gerafft, dass beide Hauptfiguren so gut bestückt sind, dass jeder vierbeinige Hengst vor Neid erblassen würde. Nach der fünfzigsten Erwähnung ging es mir dann schon etwas auf den Wecker, hätte das Lektorat lediglich die Adjektive groß und riesig aus den heißen Szenen gestrichen, wäre das Buch bestimmt fünfzig Seiten kürzer ausgefallen.

Auch das Nachwort der Autorin zog sich recht lang hin, es war spürbar, wie sehr ihr die Protagonisten am Herz liegen, dennoch war meiner Meinung nach das Verhältnis zwischen ihrem Alltag (und dazu zähle ich auch die emotionalen Entwicklungen) und dem Spice unausgewogen. So hatte ich zwar ein unterhaltsames Leseerlebnis, bin schlussendlich aber nicht wirklich zufrieden zurück geblieben.

Fazit: Explizite Erotik und die zwar etwas klischeehaften aber äußerst liebenswerten Protagonisten sind die Pluspunkte dieser Geschichte, für meinen Geschmack hätte die Rahmenhandlung allerdings etwas tiefgründiger geschrieben sein dürfen.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Spezieller Schreibstil mit viel Raum für Interpretationen

Grüne Welle
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Die namenlose Protagonistin fährt nach einem Kinobesuch nach Hause, eine Umleitung und eine falsch gewählte Abzweigung führen sie allerdings aus der Stadt heraus. Es geht immer geradeaus, die Landstraße ...

Die namenlose Protagonistin fährt nach einem Kinobesuch nach Hause, eine Umleitung und eine falsch gewählte Abzweigung führen sie allerdings aus der Stadt heraus. Es geht immer geradeaus, die Landstraße bietet keinen Platz zum Wenden und jede Ampel, an die sie heran fährt, steht auf grün. Sie ist sich sicher, dass ihr Mann sich sorgt, aber sie kann ihn nicht anrufen, denn der Handyakku ist leer und so fährt sie immer weiter und weiter. Je mehr Abstand sie zu ihrem Zuhause hat, umso fokussierter betrachtet sie ihr Leben, doch solange sie fährt, muss sie keine Entscheidungen treffen.

"Grüne Welle" von Esther Schüttpelz ist ein Roman, den ich anfangs etwas sperrig geschrieben fand, erst nach und nach hat der Text seine Anziehungskraft auf mich entfaltet. Die Frau, deren Konzentration sich zunächst nur auf die Fahrtstrecke und einige oberflächliche Erinnerungen richtet, wirkte auf mich recht unpersönlich charakterisiert. Mit der Zeit ist mir aufgegangen, dass dieser emotionsarme Schreibstil wohl den Abstand verdeutlicht, den sie selbst zu ihrer Gefühlswelt hat. Die Gedanken an ihren Mann, dass sie ihn anrufen sollte, dass es ihm nicht gefällt, wenn sie sich monatlich mit einer Freundin zum Kinobesuch trifft, ließen in mir langsam die Ahnung aufsteigen, dass mit dieser Beziehung etwas ganz und gar nicht stimmt. Was mit einer falsch genommenen Abzweigung begann, scheint für die Frau der Weg in die Freiheit zu sein.

Keine der Figuren ist namentlich benannt, es sind die Frau, der Mann, die Freundin der Frau usw. Trotz dieser distanzierten Erzählweise entstand nach und nach ein Bild vor meinem geistigen Auge. Die Selbstreflektion, die zunahm, je weiter die Frau fuhr, hat mich zunehmend gefesselt, doch nach einigen doch recht intensiv empfundenen Einblicken verlor sich meine Verzauberung erneut in Belanglosigkeit und Gefühlskälte. Diese Geschichte bietet viel Raum für Interpretationen der Lesenden und dennoch hatte ich den Eindruck, dass die Handlung gegen Ende hin ein wenig zerfasert, genau wie die Gedanken der Protagonistin. Meinen Geschmack hat die Autorin damit leider nicht so ganz getroffen, auch wenn ich durchaus das Potential des Buches anerkennen möchte.

Fazit: Der unpersönliche Schreibstil gewährte mir einen recht distanzierten Blick auf das Geschehen, einige Sequenzen der Selbsterkenntnis haben zwar leichte Sympathie für die Protagonistin geweckt, dennoch fand ich das Leseerlebnis trotz des ernsten Themas zu oberflächlich gehalten.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Mehr Psycho als Thriller

The Exes
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Als Natalie James kennenlernt, glaubt sie, endlich den Richtigen gefunden zu haben, nachdem sie zuvor nur negative Erfahrungen mit Männern gemacht hatte. James ist freundlich, aufmerksam und liebevoll, ...

Als Natalie James kennenlernt, glaubt sie, endlich den Richtigen gefunden zu haben, nachdem sie zuvor nur negative Erfahrungen mit Männern gemacht hatte. James ist freundlich, aufmerksam und liebevoll, die gegenseitige Vereinbarung, sich nicht über die Vergangenheit auszutauschen, scheint das beste Rezept für eine glückliche Ehe zu sein. Das ändert sich allerdings, als James eines Tages die Briefe findet, die Natalie an ihre Ex-Freunde geschrieben hat - denn jeder der Verflossenen ist zum Ende der jeweiligen Beziehung zufällig ums Leben gekommen.....doch waren es wirklich zufällige Unglücke? Und was bedeutet das jetzt für James?

"The Exes" von Leodora Darlington ist eine Geschichte, die sich zwar ganz nett lesen ließ, für mich in Puncto Spannung aber leider nicht gehalten hat, was der Klappentext versprach, nach einem durchaus fesselnden Einstieg hat sich das Ganze dann etwas zähe in die Länge gezogen. Dass keine der Figuren ein wirklicher Sympathieträger war, hat sich meiner Meinung nach nicht unbedingt negativ auf das Leseerlebnis ausgewirkt, allerdings fand ich gerade Natalie leicht verschwommen charakterisiert. Dadurch konnte ich mich ihr weder im positiven noch im negativen Sinne emotional annähern.

Dabei hat die Grundidee durchaus Potential, die Ungewissheit, ob Natalie für den Tod ihrer Ex-Freunde verantwortlich ist, James´ Umgang mit diesem heiklen Thema und die familiären Verstrickungen hätten Stoff für einem fesselnden Thriller geboten, die immer wieder eingefügten Rückblenden in die Vergangenheit haben jedes Mal eine Prise Spannung mit sich gebracht. Die Gegenwart hat sich dann aber eher um die psychischen Belange der Protagonistin gedreht - auch dass hätte zum Nervenkitzel beitragen können, allerdings hatte ich eher den Eindruck, dass sich die Handlung zum Ende hin reichlich verworrenen entwickelt, bis der unübersichtliche Knoten endlich aufgelöst wird.

Fazit: Das Potential dieses Romans ging leider teilweise zwischen langatmigen Kapiteln und schwer überschaubaren Handlungssträngen verloren, wodurch es mir schwer fiel, emotional in die Handlung einzutauchen.