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Veröffentlicht am 21.01.2020

Witzige Kurzgeschichten aus dem Leben mit zwei Katzen

Für Leckerlis könnten wir ster'm
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Noch bevor der Autor Sebastian Niedlich und seine Frau wissen, welches Geschlecht die beiden ausgewählten Kätzchen haben, sind die Namen festgelegt, Simon und Garfunkel wird der Familienzuwachs benannt. ...

Noch bevor der Autor Sebastian Niedlich und seine Frau wissen, welches Geschlecht die beiden ausgewählten Kätzchen haben, sind die Namen festgelegt, Simon und Garfunkel wird der Familienzuwachs benannt. Und natürlich stellt sich später heraus, dass beide Kätzchen weiblich sind.....schon der Beginn des Buches ist unterhaltsam und auch die folgenden Geschichten sind herrlich witzig geschrieben, es macht einfach Spaß sie zu lesen.

Dabei gibt der Autor den beiden Katzendamen eine Stimme, indem er ihnen Sätze in den Mund legt, die zur jeweiligen Situation passen. Er dichtet der draufgängerischen Simon einen liebenswerten Sprachfehler an, während die vorsichtige Garfunkel eher mit gebildeter Artikulation glänzt. Im Alltag benehmen die Beiden sich sehr typisch und versuchen dann oft, den angestellten Blödsinn mit Ausreden zu entkräften. Wer selbst mit einem oder mehreren Stubentigern zusammen lebt, dem wird manche der beschriebenen Situationen sehr bekannt vorkommen, einige der von den Miezen geäußerten Sätze meinte ich auch schon auf den Gesichtern meiner Katzen gelesen zu haben.....

Beim Lesen habe ich mich sehr über die Kapriolen der Katzendamen amüsiert und die lustigen Begebenheiten machen das Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre, die man im Stück genießen oder auch in einzelnen Geschichten immer mal wieder zwischendurch lesen kann. Mir hat das Buch viel Spaß gegeben und ich empfehle es gern weiter, besonders an Katzenfreude, die sich in der einen oder anderen Geschichte vielleicht ein wenig wieder erkennen werden. "Für Leckerlis könnten wir ster´m" ist das erste Buch, das ich vom Autor Sebastian Niedlich gelesen habe und es hat mir Lust gemacht, weitere Bücher von ihm kennen zu lernen.

Fazit: Die Kurzgeschichten um die Katzendamen Simon und Garfunkel sind herrlich witzig geschrieben und haben mich gut amüsiert. Daher gebe ich gern eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.01.2020

Erschütternde Lebensgeschichte

Platzspitzbaby
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Michelle Halbheers Mutter ist schwer drogenabhängig, dennoch wird ihr bei der Trennung von ihrem Mann das Sorgerecht für die kleine Tochter zugesprochen. Über ihre Kindheit in der Drogenszene erzählt Michelle ...

Michelle Halbheers Mutter ist schwer drogenabhängig, dennoch wird ihr bei der Trennung von ihrem Mann das Sorgerecht für die kleine Tochter zugesprochen. Über ihre Kindheit in der Drogenszene erzählt Michelle in diesem erschütternden Buch, dabei schildert sie die nicht nur die Zeit ihres Aufwachsens sondern stellt auch Hintergrundinformationen zusammen. Am Anfang des Buches wird geschildert, wie sich ihre Großeltern kennen lernen und wie die Töchter aus dieser Ehe darunter leiden, als Mischlingskinder in der Schweiz aufzuwachsen. Sandrine, die Mutter von Michelle, ist schon im jugendlichen Alter extrem in ihrem Verhalten und beginnt zeitig Drogen zu nehmen.

Mit der Ehe und der Geburt ihrer Tochter Michelle glaubt Sandrines Umfeld, dass sie den Weg aus dem Drogensumpf geschafft hat, nur Michelle und ihr Vater erleben den schrecklichen Alltag. Beim Lesen war es unfassbar für mich, dass Michelle nach der Trennung bei ihrer Mutter bleiben musste, obwohl diese bereits in der Szene auf dem Platzspitz unterwegs war und ihr Kind sträflich vernachlässigt hat. Als der Vater später bemerkt, dass die Tochter unterernährt ist und organisiert, dass sie an einer Tankstelle Sandwiches holen darf, unterbindet das die Mutter mit behördlicher Unterstützung, die Hilfe für das Kind sei ein unrechtmäßiger Eingriff in ihre Erziehungskompetenzen.

Später im Buch wird es deutlich angesprochen: drogenabhängigen Menschen wird zugestanden, dass sie nicht in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen, in Hilfsprogrammen wird ihnen fertig gekochtes Essen, gewaschene Kleidung und alles weitere, was benötigt wird, zur Verfügung gestellt. Aber gleichzeitig sollen diese so hilfsbedürftigen Personen in der Lage sein, ihre Kinder zu versorgen und erziehen?? Das Leid dieser Kinder prangert die Autorin mit ihrer eigenen Lebensgeschichte an, auch heute noch leben viele Minderjährige bei ihren schwer drogenabhängigen Eltern und während es viele Hilfsangebote für die Süchtigen gibt, kümmert sich auch heute noch kaum jemand um das Leid ihrer Kinder.

Fazit: Dieses Buch hat mich traurig und sprachlos zurück gelassen, Michelle Halbheer mach darin auf die aufmerksam, die häufig übersehen werden und um die sich kaum eine Hilfsorganisation sorgt. Auch wenn der Ansatz mittlerweile dahin geht, dass es den Süchtigen nicht aus ihrer Sucht hilft, die Verantwortung für ein Kind zu tragen, gibt es immer noch Tausende von Kindern, die bei einem schwer abhängigen Elternteil aufwachsen und vernachlässigt werden.

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Veröffentlicht am 13.01.2020

Origineller Erzählstil, doch stellenweise langatmig

Die Brautprinzessin
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Erst als der Stalljunge Westley den Hof verlassen will, entdeckt das Mädchen Butterblume ihre Liebe für ihn. Doch um ihr ein gutes Leben bieten zu können, geht Westley dennoch fort um sein Glück zu machen ...

Erst als der Stalljunge Westley den Hof verlassen will, entdeckt das Mädchen Butterblume ihre Liebe für ihn. Doch um ihr ein gutes Leben bieten zu können, geht Westley dennoch fort um sein Glück zu machen und Butterblume hört später, dass er bei einem Piratenangriff getötet wurde. Da sich ihre Schönheit bereits herumgesprochen hat, kommt eines Tages Prinz Humperdinck, der dem Königreich einen Thronerben verschaffen muss, und befiehlt Butterblume, ihn zu heiraten. Um für den Prinzen standesgemäß zu sein, wird das Mädchen geschult und zur Prinzessin ernannt, doch bevor es zur Hochzeit kommt, wird Butterblume entführt.....

"Die Brautprinzessin" von William Goldman erzählt eine "Geschichte in der Geschichte". In der Rahmenerzählung schreibt der Autor, dass sein Vater ihm das Buch mit Butterblumes Abenteuern einst vorgelesen habe, als er in seiner Kindheit sehr krank war. Dabei stellt er dar, dass der Roman von einem fiktiven Schriftsteller namens Simon Morgenstern verfasst worden sei, erst Jahre später habe Wiliam Goldmann bemerkt, dass sein Vater die angeblich langweiligen Stellen aus Morgensterns Fassung weg gelassen hätte. Um die Geschichte für den eigenen Sohn spannender zu gestalten, habe Goldmann die "Originalgeschichte" Morgensterns gekürzt und neu veröffentlicht.

Durch die Erzählart der Rahmengeschichte, in der William Goldman sich selbst darstellt und dabei auch seine (fiktive, wie ich später erfuhr) Familie mit einbezieht, war ich zunächst geneigt, diesen Teil als Tatsache zu empfinden und habe sogar bei Google nach Simon Morgenstern gesucht. Diese ungewöhnliche Erzählweise macht das Buch auf jeden Fall originell, doch im späteren Verlauf der Handlung haben sich die "erklärenden" Rahmentexte arg in die Länge gezogen. Die Kerngeschichte um Butterblume, Westley und Prinz Humperdinck fand ich durchaus spannend und habe sie gern gelesen, dabei war ich dann von dem abrupten Ende überrascht und ein wenig enttäuscht, zumal es noch weit vor dem Ende des Buches kam. Die restlichen Seiten füllt Goldmann mit langatmigen Erzählungen von angeblichen Rechtsstreitigkeiten mit Morgensterns Erben und kurzen, nicht zusammenhängenden Geschichten über die Figuren aus der Kerngeschichte. Diesen Teil des Buches hätte der Autor für mich auch weg lassen können, der Rahmen war langweilig und die kurzen Kerngeschichten waren aus dem Zusammenhang gerissen und haben mich eher irritiert als unterhalten.

Fazit. Die durchaus spannenden Geschichte der Brautprinzessin war in einen leicht langweiligen Rahmen eingebettet, der letzte Teil des Buches schien mir willkürlich angefügt und war wenig unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 08.01.2020

Märchenhaft magischer Fantasy-Klassiker

Das wandelnde Schloss
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Als ältester von drei Schwestern ist es Sophie vorbestimmt zu versagen, wenn sie ihr Glück suchen sollte. So bleibt sie im Hutgeschäft ihrer Stiefmutter, als ihre beiden Schwestern zur Ausbildung fortgeschickt ...

Als ältester von drei Schwestern ist es Sophie vorbestimmt zu versagen, wenn sie ihr Glück suchen sollte. So bleibt sie im Hutgeschäft ihrer Stiefmutter, als ihre beiden Schwestern zur Ausbildung fortgeschickt werden. Doch eines Tages erscheint die Hexe der Wüste im Hutladen und verflucht Sophie, so dass diese nun eine alte Frau ist. Damit ihre Stiefmutter nicht auch noch von ihrem Pech betroffen wird, geht Sophie davon und gelangt ins wandelnde Schloss, wo der herzlose Zauberer Howl mit seinem Lehrling Michael und dem Feuerdämon Calcifer lebt. Obwohl sie Howl nichts von ihrem Fluch erzählen kann, hofft Sophie, dass er ihr eines Tages helfen wird, ihre wirkliche Gestalt zurück zu bekommen, doch der Zauberer ist zuerst wenig begeistert von Sophies Haushaltsführung, die auch vor seinen Anzpügen nicht halt macht.

"Das wandelnde Schloss" ist eine Neuauflage des Fantasy-Klassikers von Diana Wynne Jones, der mich von Anfang an begeistert hat. Die verrückte Geschichte von Sophie, Howl, Michael und Calcifer hat etwas bezaubernd Märchenhaftes an sich, als ich begonnen hatte zu lesen, wollte ich das Buch nie wieder aus der Hand legen. Die originellen Figuren sind liebevoll gestaltet und der Schreibstil ließ mich beinahe durch die Seiten gleiten, der Roman ist wunderbar, verrückt, magisch, märchenhaft, witzig und voller skurriler Wendungen. Die resolute Sophie, der flatterhafte Howl, der ernsthafte Michael und der zynische Calcifer haben mich bezaubert und ich hatte viel Spaß dabei, sie bei ihrem Abenteuer zu begleiten. Das Buch gehört mit Sicherheit zu denen, die ich mehrmals lesen werde, einfach weil es mir Freude macht, wieder in die Geschichte einzutauchen. In einigen Monaten erscheint die Fortsetzung der Howl-Saga und obwohl darin andere Figuren im Mittelpunkt stehen werden, freue ich mich schon sehr auf das Buch und ein Wiedersehen mit Howl, Sophie, Calcifer und Michael.

Fazit: Die bezaubernde Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert, für Kinder ab 10 Jahren geschrieben zieht das Buch auch Erwachsene in seinen Bann und ich kann es nur jedem empfehlen um etwas Magie in den Alltag zu bringen.

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Veröffentlicht am 08.01.2020

Wichtiges Thema in Romanform umgesetzt

Dr. Rodolfo, Anwalt der Tiere, verklagt den Menschen
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Dr. Rodolfo ist ein Kater, der das Buch mit der Geschichte seiner Mutter beginnt. Als Weihnachtsgeschenk wurde sie als junges Kätzchen von unüberlegten Menschen angeschafft, die nicht bedacht hatten, was ...

Dr. Rodolfo ist ein Kater, der das Buch mit der Geschichte seiner Mutter beginnt. Als Weihnachtsgeschenk wurde sie als junges Kätzchen von unüberlegten Menschen angeschafft, die nicht bedacht hatten, was es bedeutet ein Tier zu halten. Kurze Zeit später wurde die junge Katze ausgesetzt und bekam zeitig ihre Jungen, die in der Wildnis geboren wurden. Rodolfo hat dann Jura studiert und vertritt in seiner Kanzlei, unterstützt von seiner Assistentin, der Katze Mimi, Tiere, die zu ihm kommen und ihr Leid über die Behandlung, die ihnen durch die Menschen widerfährt, zu klagen. Dr. Rodolfo hört sich in jedem Kapitel die Geschichte des jeweiligen Tieres an und erstellt eine Klageschrift gegen die Menschheit. Zwischen den Kapiteln gibt es philosophische Gedanken der Katze Mimi in Form von Gedichten.

In "Dr. Rodolfo, Anwalt der Tiere, verklagt den Menschen" macht der Autor Jürgen Zwilling darauf aufmerksam, was Tieren heutzutage von Menschen angetan wird. Das Thema ist sehr wichtig und die Form der Geschichte ist geeignet, Leser zu erreichen, die sich nicht mit reinen Sachbüchern auseinander setzten wollen. Leider fehlen dabei sachlich fundierte Quellen, der Hinweis auf allgemeine Informationsseiten im Internet wie z.B. Wikipedia genügt dafür nicht. Durch das immer gleich geschriebenen Ende der jeweiligen Kapitel wurde die Geschichte etwas eintönig und es fanden sich auch einige Fehler im Buch, die das Lesevergnügen geschmälert haben.

Doch trotz dieser Schwächen empfehle ich jedem, das Buch zu lesen. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sollte Vieles bereits wissen, was Dr. Rodolfo in seiner Praxis zugetragen wird, aber leider denken wir Menschen noch nicht genug darüber nach, was Tiere oft erleiden müssen. Jürgen Zwilling macht auf dieses gedankenlose Verhalten aufmerksam um ein Umdenken zu erreichen, dafür verdient seine Geschichte Aufmerksamkeit und Respekt.

Fazit: Das Thema ist zu wichtig um die Augen davor zu verschließen, auch wenn einige Fehler und häufige Wiederholungen das Lesevergnügen etwas schmälern.

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