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Veröffentlicht am 07.03.2025

Saubere Ermittlungen

»Wenn Ende gut, dann alles«
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„Hilf mir.“ (S. 31) steht auf dem Zettel, den Möchtegern-Schriftsteller Tommi und seine ukrainische Putzfrau Svetlana im Rucksack eines kleinen Mädchens mit Down-Syndrom finden, das allein auf einer Landstraße ...

„Hilf mir.“ (S. 31) steht auf dem Zettel, den Möchtegern-Schriftsteller Tommi und seine ukrainische Putzfrau Svetlana im Rucksack eines kleinen Mädchens mit Down-Syndrom finden, das allein auf einer Landstraße unterwegs ist. Da sie sonst keine Hinweise auf ihre Identität bei sich hat und nicht spricht, rufen sie die Polizei. Die bringt das Kind erst in ein KKH und dann in ein Heim, weil sich niemand meldet. Das will Svetlana nicht hinnehmen, ein Kind gehört zu seiner Mutter! Und wenn die Polizei die nicht findet, sucht sie nicht richtig. Also muss sie das zusammen mit Tommi selbst in die Hand nehmen, ob der nun will oder nicht. Schließlich kann er die Recherche doch für seinen Thriller nutzen, an dem er seit 3 Monaten schreibt.

„Wenn Ende gut, dann alles“ ist der Auftakt einer Krimireihe von Volker Klüpfel, von der es hoffentlich noch viele Teile geben wird. Tommi und Svetlana sind Originale, die man sofort ins Herz schließt. Tommi, weil man ihn bemitleidet, da er als einziger nicht begreift, dass die „Beziehungspause“ seiner Freundin vor einem Jahr eine nette Umschreibung fürs Schlussmachen war, und Svetlana, weil sie ihn einfach zum Mitmachen zwingt, mit ihren grammatikalisch (und manchmal auch inhaltlich) recht fragwürdigen Sprichwörtern in den Wahnsinn treibt, ganz zu schweigen von den Hausmitteln, mit denen sie ihn traktiert (Knoblauch, Wodka und blaue Fäden gegen … ach, das lest ihr lieber selbst).

Tommi hat Svetlana zusammen mit einem alten Wohnmobil von seinem Vater geerbt. Wobei „übernommen“ vielleicht das bessere Wort wäre, denn noch lebt sein Vater, sogar ziemlich gut, im Seniorenheim, wo er rundum versorgt wird und sich ganz seinem, nennen wir es mal „Hobby“, widmen kann (welches, verrate ich natürlich nicht). Eigentlich ist Tommi Schriftsteller, aber er kommt nie zum Schreiben, weil Svetlana ihn angeblich immer wieder unterbricht. Sie kontrolliert, was er liest (russische Klassiker statt John Sinclair!) und isst, dass er sich genug bewegt, und wenn sie mit dem Putzen fertig ist, schneidet sie ihm auch noch die Haare. Kurz gesagt, sie ist die Verkörperung seines schlechten Gewissens. Und sie hat deutlich mehr kriminalistischen Spürsinn als er, ist impulsiv und risikofreudig, wo er konfus ist und erst mal ausgiebig grübeln muss. Doch ihre gemeinsame Verbrecherjagd läuft erstaunlich gut, sogar besser, als die der Polizei. Was aber auch daran liegt, dass sie schnell Hinweise finden, die in die Ukraine führen und Svetlana da einfach Sprach- und Heimvorteil hat.

Volker Klüpfel baut die Spannung langsam, aber kontinuierlich auf. Ich habe das Buch an nur zwei Abenden inhaliert und liebe die Situationskomik. Zudem punktet er mit ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden und schönen Sidekicks. Neben Tommis Vater, der für einige Aufregung sorgt, haben es mir besonders die Rommé-Runde im Café Klatsch und Herr Kleinschmidt vom Ordnungsamt angetan, der einen persönlichen Kleinkrieg wegen Dauerwohnens im Camper gegen Tommi führt.

5 Sterne und meine Empfehlung für diese #krimihighlight.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Ein Haus auf Amrum

Der Duft von Kuchen und Meer
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„Jetzt lag es an mir, eine Verbindung und die Vergangenheit zu finden, die meine Oma aus der Bahn geworfen hatte. Und die doch uns alle betraf.“ (S. 75)
Maren ist überrascht, als ihr ihre Oma Undine erzählt, ...

„Jetzt lag es an mir, eine Verbindung und die Vergangenheit zu finden, die meine Oma aus der Bahn geworfen hatte. Und die doch uns alle betraf.“ (S. 75)
Maren ist überrascht, als ihr ihre Oma Undine erzählt, dass sie vor vielen Jahren von ihrem Vater ein Haus auf Amrum geerbt hat. Doch sie will es nicht, hat die Insel schon mit 21 verlassen und sich geschworen, nie wieder zurückzukehren, auch wegen dem Streit mit ihrem Bruder Ocke, der immer noch dort lebt.
Maren ist seit dem Tod ihres Partners alleinerziehend, soll das Haus für sich und ihre kleine Tochter Leni haben, es vermieten oder verkaufen. Die Sache hat nur einen Haken, noch lebt Undines Tante Gesche darin. Die hat ein lebenslanges Wohnrecht, will jetzt aber zu ihrer Tochter ziehen und erwartet dafür einen monetären Ausgleich. Maren soll mit Leni hinfahren, sich das Haus ansehen, mit Gesche reden und dann entscheiden, was sie damit macht.

Das Buch weckt schon auf den ersten Seiten die Sehnsucht nach Kuchen und Mee(h)r. Maren ist Konditorin und träumt von einer Weiterbildung in Paris, will irgendwann ein eigenes Café eröffnen. Noch geht Leni vor, aber durch das vorgezogene Erbe könnte sie sich diesen Traum vielleicht bald erfüllen, schließlich ist das Haus auf Amrum einiges wert. Doch sobald sie auf der Insel angekommen sind, fühlen sie sich mit ihr verbunden, sind viel entspannter und weniger traurig als zu Hause. Der Verlust ihres Partners bzw. Papas ist plötzlich weiter weg. „Ich fühlte mich freier – und irgendwie auch zu Hause.“ (S. 258). Außerdem treibt sie die Neugier an. Maren will unbedingt ihre Familiengeschichte ergründen, Undine und Ocke aussöhnen. Dabei erfährt sie, dass sie das Backtalent von ihrer Urgroßmutter Hedwig geerbt hat, die 1946 der Liebe wegen nach Amrum gekommen ist.
Zusammen mit Leni erkundet sie die Insel, deren Geschichte, Sitten und Bräuche und versucht Öömrang (Friesisch) zu lernen.

Ich mag die Einbindung der Familiengeschichten und Geheimnisse, die in einer zweiten Zeitebene erzählt werden. Dadurch erfährt man, wie sich das Leben auf Amrum nach dem Krieg entwickelt hat, dass die Frauen die meiste Zeit des Jahren allein waren, weil die Männer zur See fuhren, und wie Marens Uroma Hedwig damit zurechtgekommen ist.

In Anne Barns Büchern erlebt man das Meer und die Inseln immer wieder neu. Ich mag ihren literarischen Schreibstil, den leicht melancholischen Unterton. Trotzdem verbreitet sie aber immer auch Hoffnung und Zuversicht.

Das perfekte Buch für eine Auszeit im Strandkorb oder wenigstens auf der heimischen Couch, um sich mal wieder ans Meer (und in die nächste Konditorei) zu träumen.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Zwei Frauen, eine Reise?

Weserleuchten
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Emilie ist eine anerkannte Naturforscherin und berühmt für ihre Herbarien. Trotzdem ist sie überrascht, als der reiche Bremer Kaufmann Jost Ostherloh sie zu einer Australien-Expedition einlädt. Bei den ...

Emilie ist eine anerkannte Naturforscherin und berühmt für ihre Herbarien. Trotzdem ist sie überrascht, als der reiche Bremer Kaufmann Jost Ostherloh sie zu einer Australien-Expedition einlädt. Bei den Vorbereitungen dazu lernt sie Louise kennen, eine Bürgerstochter und begnadete Zeichnerin. „Sie sind wirklich begabt. Wissen Sie, jemanden wie Sie könnten wir gut gebrauchen.“ (S. 20) Ihre Arbeiten würden sich perfekt ergänzen, aber natürlich ziemt es sich für Louise nicht. Schafft sie es trotzdem ins Team der Expedition?

Ich hatte aufgrund des Klappentextes gedacht, dass es in „Weserleuchten“ um die Reise von Emilie (und evtl. auch Louise) nach Australien geht, aber diese wird hier nur vorbereitet und das sehr umfangreiche Personal vorgestellt. Zum Glück gibt es zur besseren Übersicht ein Personenverzeichnis.

Emilie stammt aus einfachen Verhältnissen. Alles, was sie kann und weiß hat ihr ihr Mann beigebracht. Als sie entdeckt, dass er ihre Arbeitskraft nur ausnutzt und ihr das Angebot von Ostherloh verheimlicht, verlässt sie ihn und reist allein nach Bremen. Dort hat sie einen schweren Stand, wird von den männlichen Expeditionsteilnehmern nicht ernst genommen und muss sexuelle Übergriffe erdulden.
Louise stammt aus gutem Haus, hat aber früh ihre Mutter verloren und wurde vom iVater zu Verwandten gegeben. Inzwischen ist sie alt genug, um verheiratet zu werden, doch sie will aus dem goldenen Käfig ausbrechen und ihr Leben selbst bestimmen. Sie darf ja nicht mal allein ihre Freundinnen besuchen: „Immer war eine Begleitung erforderlich, eine Garantie für Anstand und Tugend in einer Welt, die die Selbstständigkeit einer Frau argwöhnisch beäugte. Wie ein unsichtbares Korsett umschlang die Etikette sie fest und unerbittlich.“ (S. 26) Und wenn sie schon heiraten soll, will sie ihren Mann gern selbst wählen. Sie hat sich in Ostherlohs Sohn Alexander verguckt, der ihr in gestohlenen Minuten immer wieder heiße Liebesschwüre macht, allerdings nie offiziell um ihre Hand anhält. Bald muss sie überlegen, wie viel sie für die Liebe riskieren will.

Christiane Lind schildert, wie Frauen verschiedener Gesellschaftsschichten von Männer bevormundet werden bzw. von ihnen abhängig sind und kaum eine Chance haben, ihr Schicksal zu ändern. Gemeinsam ist ihnen der Traum von einem selbstbestimmten und selbstfinanzierten Leben, das sie der Natur und Kunst widmen wollen.
Außerdem zeigt sie die unterschiedliche Lebensumstände. Während Emilie eine Kammer bei einer Witwe mit mehreren Kindern mietet, die von der Hand in den Mund leben und sich keine ärztliche Versorgung leisten können, wird Louise alles hinterhergetragen – Hauptsache, sie sieht auf dem nächsten Ball gut aus und angelt sich endlich einen Mann.
Die Gegebenheiten und Personen sind sehr anschaulich beschrieben. Die niedere Bevölkerung spricht Platt, was zwar schwierig zu lesen ist, aber gut zur Handlung passt. Etwas anstrengend fand ich allerdings Louises Fixierung auf Alexander und das ewige Auf und Ab ihrer Gefühle. Überhaupt sind die Männer bis auf wenige Ausnahmen hier nicht gut weggekommen.

Ein interessanter Auftakt der Reihe mit einigen Längen, ich hoffe, dass es in Australien etwas spannender wird.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Überraschendes Lesehighlight

Von hier aus weiter
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„Der Wunsch, sich permanent zu betäuben, war ihr irgendwie abhandengekommen. Ihre Sehnsucht nach einem barmherzigen Ende hingegen blieb.“ (S. 61)
„𝐕𝐨𝐧 𝐡𝐢𝐞𝐫 𝐚𝐮𝐬 𝐰𝐞𝐢𝐭𝐞𝐫“ von Susann Pásztor wäre mir in der ...

„Der Wunsch, sich permanent zu betäuben, war ihr irgendwie abhandengekommen. Ihre Sehnsucht nach einem barmherzigen Ende hingegen blieb.“ (S. 61)
„𝐕𝐨𝐧 𝐡𝐢𝐞𝐫 𝐚𝐮𝐬 𝐰𝐞𝐢𝐭𝐞𝐫“ von Susann Pásztor wäre mir in der Buchhandlung wahrscheinlich nicht aufgefallen (Asche auf mein Haupt), auch weil der Klappentext so traurig klingt. Und ja, es ist traurig, wie Marlene nach dem Tod ihres Mannes nicht damit klarkommt, allein weiterzuleben, denn eigentlich war alles anders geplant. „Ich habe mein Leben nie besonders gemocht. Und die Vorstellung, allein alt zu sein, erst recht nicht.“ (S. 115)
Sie hatte sich vorgenommen, nur noch Rolfs Beerdigung hinter sich zu bringen und danach selber abzutreten. Bis dahin ignoriert sie das Klingeln der Haustür und sämtlicher Telefone, beantwortet keine Nachrichten und schottet sich mit Hilfe von Valium ab. Doch dann muss sie einen Klempner rufen, weil ihre Dusche nicht geht und ein junger Mann tritt in ihr Leben, der ähnlich haltlos zu sein scheint wie sie. Jack schläft in seinem Firmenpritschenwagen, kann wahnsinnig gut kochen und bittet seine Kunden, ihre Dusche benutzen zu dürfen. Die beiden bilden für kurze Zeit eine Zweckgemeinschaft. Kann Jack sie davon abhalten, ihren Plan zu vollenden?
Die Geschichte ist berührend, überraschend und traurig, aber auch voller Hoffnung. Ein warmherziges Buch über das Sterben und Über-/Weiterleben, das ich, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen konnte.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Die Puppe

Ein Leben für Barbie
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„Wenn Sie einem kleinen Mädchen eine Babypuppe geben, wird es sich für eine Mutter halten. Aber wenn Sie ihr solch eine Puppe geben, kann sie spielen, sie wäre eine unabhängige Frau. Vielleicht spielt ...

„Wenn Sie einem kleinen Mädchen eine Babypuppe geben, wird es sich für eine Mutter halten. Aber wenn Sie ihr solch eine Puppe geben, kann sie spielen, sie wäre eine unabhängige Frau. Vielleicht spielt sie, dass sie ins Büro geht oder zu einer Verabredung, aber sie wird ganz bestimmt nicht spielen, dass sie Windeln wechselt und einen Kinderwagen schiebt.“ (S 14)
1956 entdeckt Ruth Handler im Familienurlaub in der Schweiz die „Bild Lilli“, eine Puppe, die nach dem Vorbild des gleichnamigen Comics als Werbefigur verkauft wird. Allerdings ist Lilli nicht für Kinder gedacht, dazu ist sie viel zu sexy. Doch Ruth, der zusammen mit ihrem Mann Elliot und einem Geschäftspartner die Spielzeugfirma Mattel gehört, sieht sofort das Potential, das in einer erwachsenen Puppe steckt. Leider steht sie damit allein, denn auch die Ingenieuren von Mattel sagen, dass Lilli wie eine Sexpuppe aussieht. Ruth, die sich bisher nur um Marketing und Verkauf gekümmert hat, kämpft diesmal gegen alle Widerstände und Rückschläge, bis es ihr zusammen mit Chefentwickler Jack Ryan und der Modedesignerin Stevie Klein gelingt, Barbie herzustellen und auf den Markt zu bringen.

Ich hatte als Kind keine Barbie, da es die in der DDR nicht gab, und habe den Hype um die Puppe und das Zubehör ehrlich gesagt auch später bei meinen Nichten nie verstanden. Mir ging es da wie den Barbie-Gegner in Reneé Rosens Buch: Ich fand sie zu dünn und unnatürlich, kein gutes Vorbild für kleine Mädchen. Alles drehte sich ums perfekte Aussehen bzw. das perfekte Leben. Dass Barbie die Mädchen zum Träumen anregen sollte, was sie später alles werden und machen können, kam bei meinen Nichten (und mir) nicht an.

Und obwohl ich bis heute kein Fan der Puppe bin und ihre Geschichte schon aus mehreren Podcasts kannte, hat mich der Roman überrascht. Zum einen wartet Reneé Rosen mit vielen neuen Fakten auf, von denen ich noch nicht gehört hatte, zum anderen wirkt er fast so spannend wie einen Krimi, weil sie ihn aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählt.
Da ist als erstes Ruth, die bei ihrer ältesten Schwester aufwuchs, weil ihre Mutter nicht noch ein 10. Kind aufziehen wollte. Ihre Schwester hat ihr zwar gezeigt, wie man erfolgreich ein Geschäft führt, war ihr aber keine liebevolle Mutter. Auch Ruth steckt jede freie Sekunde in Barbie, während sich ihr Mann (neben der Arbeit) um die Kinder kümmert.
Jack, der geniale Chefingenieur, hat früher Raketen gebaut. Er ist hypersexuell, manisch-depressiv und Legastheniker. Letzteres kann er dank seiner Sekretärin vor den anderen verbergen. Aber er braucht ständige Abwechslung und Ablenkung von seinem Gedankenkarussell. Die findet er beim Tüfteln, Fremdgehen und später bei seinen legendären Partys, die wahrscheinlich selbst Hugh Heffner vor Neid erblassen lassen würden.
Stevie, die junge Designerin, wollte eigentlich „richtige“ Haute Couture entwerfen. Sie muss erst lernen, dass man Mode nicht einfach kleiner machen kann, weil Barbies Maße keiner normalen Frau entsprechen. Sie hadert lange mit ihrer Situation, obwohl sie viel besser verdient als ihre KommilitonInnen, machen die sich über „die Puppe“ lustig. Zudem ist sie selber nicht mit dem Bild einverstanden, das Barbie verkörpert.

Reneé Rosen hört nicht mit Barbies schwieriger „Geburt“ auf, sondern erzählt, wie es danach weitergeht, welche Rückschläge Ruth und ihr Team hinnehmen müssen, welche Erfolge und Höhenflüge sie erreichen, wie aus der kleinen Spielzeugfirma eine Aktiengesellschaft und Ruth am Ende aus ihrer eigenen Firma geworfen wird. Aber wie es dazu kam, lest ihr am besten selbst. Das war alles wahnsinnig spannend, aber im letzten Drittel verliert sich die Handlung in den Umwälzungen und Unternehmensstrukturen und es wurde mir zu unübersichtlich und ausufernd.

Ruth hat mir imponiert. Sie sprühte vor Ideen und hatte ein gutes Gespür für Trends und Mode, war die geborene Verkäuferin und wusste, wem sie was zutrauen konnte. In einer reinen Männerwelt setzte sie sich gegen alles und jeden durch, auch gegen den Willen ihres Mannes, und ging ihren Weg. Ohne sie wäre Mattel nie so groß geworden.

Ein sehr interessantes Buch über eine beeindruckende und umstrittene Frau.

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