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heinoko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2017

Super super spannend

Minus 18 Grad
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Das Cover ist großartig. Und das Buch ist großartig. So viel Spannung! So viel eindrückliche Schilderungen! So viel brüchige Lebensschicksale! So viele gescheiterte Existenzen, auf der guten wie auf der ...

Das Cover ist großartig. Und das Buch ist großartig. So viel Spannung! So viel eindrückliche Schilderungen! So viel brüchige Lebensschicksale! So viele gescheiterte Existenzen, auf der guten wie auf der bösen Seite! Und was für eine Geschichte, die sich durchs Buch mäandert, in verschiedenen Handlungssträngen aufgefasert, die letztlich doch wieder zusammenstreben, in ganz unglaublicher Weise.
Ein Auto schießt nach einer wilden Verfolgungsjagd über das Hafenbecken ins Wasser. Der aus dem Wasser geborgene Tote war nach Obduktionsergebnis allerdings schon lange vor dem Sturz ins Wasser tot, dennoch war er noch wenige Tage zuvor ganz lebendig gesehen worden. Wie konnte ein Toter das Auto gefahren haben? Und wie konnte ein Toter noch fröhlich herumspaziert sein?
Das ist erst der Anfang einer ganz und gar unglaublichen Mordserie. In Schweden und in Dänemark machen sich gleichzeitig Ermittler auf die Suche, unabhängig voneinander. Jede gefundene Spur löst sich auf rätselhafte Weise wieder auf und neue Spuren tauchen auf. Der Leser hat Vermutungen und merkt sehr schnell, dass er ebenso wie die Ermittler in die Irre geführt wird.

Dieses Buch ist eines der spannendsten, das ich in letzter Zeit gelesen habe, und zwar bis zur letzten Seite. Ich kann es nur uneingeschränkt empfehlen!

Veröffentlicht am 23.01.2017

Spannend, aber auch mit Längen

Die Tochter des Fechtmeisters
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Das Cover ist so gestaltet wie bei so vielen anderen historischen Romanen auch: Im Vordergrund eine zur erzählten Zeit passend gekleidete Person, im Hintergrund die dazugehörige Landschaft. Nicht sehr ...

Das Cover ist so gestaltet wie bei so vielen anderen historischen Romanen auch: Im Vordergrund eine zur erzählten Zeit passend gekleidete Person, im Hintergrund die dazugehörige Landschaft. Nicht sehr originell, aber eindeutig sofort als historischer Roman identifizierbar.

Das seitenstarke Buch widmet sich der Zeit Anfang des 17. Jahrhunderts und spielt aufgrund der verschiedenen Handlungsstränge in Rostock, Frankfurt, in Prag und in Nürnberg. Clarissa, die Tochter des Fechtmeisters, war sehr sorgfältig – und für die Zeit ungewöhnlich – von ihrem Vater in der Kunst des Fechtens ausgebildet worden. Ebenso ungewöhnlich für die Zeit darf sie ihren Vater auf eine Reise nach Frankfurt begleiten, wobei diese Reise alles andere als gut verläuft. Ihr Vater wird getötet und Clarissa von einer räuberischen Gruppe in Gefangenschaft genommen. Von Anfang an werden viele weitere Personen in die Handlung einbezogen und deren Charaktere und Fortkommen geschildert. Geschickt wird in der Erzählung das persönliche Schicksal von Clarissa, einer ungewöhnlich starken und sympathischen Frau, verwoben mit einem brisanten zeitgeschichtlichen Hintergrund

Sabine Weiß schreibt sehr detailreich, was einerseits, wenn es um das Beschreiben der Protagonisten geht oder um Schilderungen von Örtlichkeiten und Geschehnissen, ein großer Gewinn für den Leser ist, andererseits jedoch recht ermüdend, wenn z. B. die Aufzählung der Fecht-Fachbegriffe gar kein Ende nehmen will oder man Mühe hat, die vielen Personen und Handlungsstränge im Hinterkopf zu behalten. Auch die ca. 100 Seiten am Ende des Buches sind mühsam zu lesen und verführen zum Überblättern.

Alles in allem ein gekonnt geschriebener, einmalig gut recherchierter historischer Roman, teilweise sehr spannend und informativ, teilweise mit einigen Längen versehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Gefühle
  • Recherche
  • Schreibstil
Veröffentlicht am 20.01.2017

Filmreif

Jungfrau, männlich, Single, mit Teddy
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Das vernüglich wirkende Titelbild verspricht einen heiteren Roman. Und in der Tat ist allein schon die Darstellung der Hauptperson (männlich, 33, Single, lebt mit Teddy Bienchen zusammen) des Lesens wert. ...

Das vernüglich wirkende Titelbild verspricht einen heiteren Roman. Und in der Tat ist allein schon die Darstellung der Hauptperson (männlich, 33, Single, lebt mit Teddy Bienchen zusammen) des Lesens wert. Beim Finanzamt beschäftigt und geprägt von den Ansichten und Geboten seiner Mutter lebt Arthur zufrieden in seiner sehr begrenzten, bescheidenen Welt. Doch eines Tages bekommt dieses Leben Risse und Sprünge, eine hübsche junge Nachbarin taucht auf, dazu ein Millionengewinn, der verwaltet werden möchte…

Im Buch werden reichlich Klischees bedient, aber das stört nicht, denn eingepackt ist das Ganze in sehr viel komische Situationen, die den Leser zum Lächeln, teilweise auch zum lauten Auflachen bringen. Und genau diese humorigen Passagen verhindern auch, dass der Text in ernsteren Szenen abgleitet in Kitsch oder Rührseligkeit.

Alles in allem genommen könnte ich mir das Buch wunderbar als Filmvorlage vorstellen. Die Slapstick-Einlagen, insbesondere am Anfang des Buches, und die vielen Reiseeindrücke im Fortgang der Geschichte, dazu die allesamt sehr schrägen Hauptpersonen, die einerseits sehr witzigen Kommentare, andererseits die Verletzlichkeiten und erlittenen Traumata: Die Geschichte bietet viel, was einem guten Regisseur zu einem erfolgreichen Film verhelfen könnte. Auf jeden Fall lesenswert!

Veröffentlicht am 15.01.2017

Spannend und sorgfältig recherchiert

Die Tage der Sintflut
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Das wohltuend unspektakulär gestaltete Cover mit der mittelalterlichen Stadtansicht, die auf einen historischen Roman hinweist, passt exakt zum Inhalt des Buches.
Ohne unnötigen Ballast und ohne Schnörkel ...

Das wohltuend unspektakulär gestaltete Cover mit der mittelalterlichen Stadtansicht, die auf einen historischen Roman hinweist, passt exakt zum Inhalt des Buches.
Ohne unnötigen Ballast und ohne Schnörkel erzählt der Autor die Geschichte der Belagerung Aachens im Jahr 1248. Der Staufer-Kaiser wurde vom Papst unter Bann gestellt und der von den papsttreuen Reichsfürsten gewählte Graf Wilhelm von Holland möchte sich in Aachen standesgemäß krönen und salben lassen. Doch die kaisertreuen Aachener weigern sich, ihm die Tore zu öffnen, sodass sich Wilhelm gezwungen sieht, einen Belagerungsring um die Stadt zu ziehen.
Diese geschichtlich gut recherchierte, durchaus dramatische Situation dient als Hintergrund, um über Beatrix, Frau eines Aachener Sattlers, und über andere starke Persönlichkeiten zu erzählen, die allesamt sehr sympathisch gezeichnet werden. Leicht und flüssig lesbar steigt man sofort ein in das Leben der Protagonisten. Dem Autor gelingt es perfekt, alles Geschehen glaubhaft und farbig darzustellen. Bis zum Schluss bleibt das Buch spannend. Allenfalls vermisst man mitunter eine etwas breitere Schilderung des beschwerlichen mittelalterlichen Alltagslebens. Das hätte das Geschehen insgesamt vielleicht noch ein wenig plastischer gemacht, ein wenig greifbarer.
Sehr gut hat mir gefallen, dass der Autor zum Schluss noch in Kurzform erzählt, wie es mit den vorgestellten Personen weiter ging. Das rundet die Geschichte sehr wohltuend ab und man kann als Leser das Buch beenden, ohne dass Fragen offen bleiben.

Veröffentlicht am 06.01.2017

Filmreif

Gefährliche Empfehlungen
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Das Cover, als Speisenankündigung gezeichnet, legt das Hauptgewicht auf den Buchtitel. Insofern perfekt, denn wir bewegen uns in diesem Buch permanent zwischen Essen und Getränken...
Das Buch war für ...

Das Cover, als Speisenankündigung gezeichnet, legt das Hauptgewicht auf den Buchtitel. Insofern perfekt, denn wir bewegen uns in diesem Buch permanent zwischen Essen und Getränken...
Das Buch war für mich eine totale Überraschung. Ich kenne die bereits erschienenen Bücher mit dem Koch-Ermittler Kieffer nicht, deshalb begann ich völlig unvoreingenommen zu lesen und war von Anfang an begeistert über den lebendigen Schreibstil. Insbesondere Menschen kann der Autor perfekt "zeichnen". Ein geklauter Gastro-Führer, eine Leiche, die Geschichte Frankreichs, Rückblenden in die Nazi-Zeit, gefährliche Ermittlungen - und immer wieder Speisen und Getränke: Dieser bunte Mix aus allem ergibt einen überaus spannenden "Gastro-Krimi", den man in einem Zug ausliest. Auch wenn allzu viel Fremdsprachliches aus Luxemburg und Frankreich das Lesen mitunter erschwert, auch wenn es einige etwas langatmige Passagen über die französische Küche der früheren Jahre gibt, auch wenn der Fortgang der Geschichte insgesamt doch recht märchenhaft ist, mir hat das Lesen dieses Buches richtig Spaß gebracht. Allein schon die Szene, als man der Hauptperson Kieffer in seiner Restaurantküche auflauert und er sich mit den Waffen seiner Zunft wehrt, ist filmreif und wird mir im Gedächtnis bleiben.