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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2018

Überragender Familienroman der leisen Töne

All die Jahre
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Nora und Theresa wandern als junge Frauen in den 50 er Jahren von Irland nach Boston aus, der Vater und de Bruder bleiben zurück, die Mutter ist schon bereits verstorben. J. Courtney Sullivan beschreibt ...

Nora und Theresa wandern als junge Frauen in den 50 er Jahren von Irland nach Boston aus, der Vater und de Bruder bleiben zurück, die Mutter ist schon bereits verstorben. J. Courtney Sullivan beschreibt die Beziehung und Schwierigkeiten der beiden Schwestern über einen Zeitraum von 50 Jahren, den Wandel der Zeiten, ihre unterschiedlichen Leben und Entwicklungen, der Leser wird immer mehr auf Antworten vorbereitet deren Fragen er sich immer wieder und mehr stellt. Die Personen sind mit großer Präzision herausgearbeitet, vielschichtig und durchweg interessant und plastisch dargestellt. Das Lesen zieht sogar mich, als männlichen Leser in seinen Bann und hat mir die eine oder andere Träne abgerungen und es damit erst als zweites Buch überhaupt geschafft. Könnte ich 6 Sterne vergeben würde ich dies tun. Das Cover hat mir absolut nicht gefallen und ich dachte zuerst: oh, mein Gott, das wird zäh. War es aber absolut nicht- ich habe es verschlungen und es ist, wie Familien sind, manchmal ist man am grausamsten zu den Menschen, die man am meisten liebt und die einen am meisten bedeuten. Diese Autorin werde ich mir merken, wenn es verfilmt wird, bitte mit Meryll Strepp als Nora,...

Veröffentlicht am 08.03.2018

Tod in Greensbury, New York

Dein Tod komme
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Klappentext:Greenbury, New York: ein strahlend schöner Tag, wie gemacht für einen ruhigen Waldspaziergang. Doch plötzlich wird Rina Deckers Harmonie jäh gestört - tief im Wald stolpert sie über die verscharrten ...

Klappentext:Greenbury, New York: ein strahlend schöner Tag, wie gemacht für einen ruhigen Waldspaziergang. Doch plötzlich wird Rina Deckers Harmonie jäh gestört - tief im Wald stolpert sie über die verscharrten Überreste eines Menschen. Sofort benachrichtigt sie ihren Mann, Peter, der nach Jahren als Detective für das LAPD nun bei der örtlichen Polizei aushilft. Er stellt schnell fest, dass es sich bei den Leichenteilen um eine Studentin eines nahen College handelt. Weiteres ergeben seine offiziellen Ermittlungen nicht. Rina, die als Dozentin dort arbeitet, sieht sich gezwungen, selber nach der Wahrheit zu suchen und begibt sich dadurch in höchste Gefahr ...


Der Krimi beginnt sehr idyllisch bis Rina einen grausigen Fund macht. Mit ihrem Mann Peter hat sie auch schon diverse Fälle ( dies ist der 24. der Decker/Lazarus Reihe)mitgehört.Sie als Dozentin und Peter als Senioraushilfe bei der örtlichen Polizei. An ihrer Seite ist noch Tyler Mc Adams, der sohnesgleich fast schon Teil der Familie ist. Die jüdischen Gebräuche werden angerissen. Rina und Peter sind ein gereiftes und harmonisches Paar, was zum einen natürlich auch einmal angenehm ist, aber z. T auch etwas zu viel " heile Beziehungswelt" ist. sie wirken z.T , als wären sie schon einmal zur Paartherapie gegangen( was ich von der vorherigen Bänden nicht weiß, da es mein erster Fall ist, den ich von diesem Ermittlerpaar lese).
Die Fälle und Protagonisten haben Stärken und Schwächen und stechen nicht sonderlich von anderen Krimis/ Thrillern heraus. Zum Teil dümpelt er so vor sich hin.Lawrence/ Lorraine Pettingrew ist ein interessanter Charakter , dem ich mit der LGBT Gruppe des Colleges noch mehr Thematik und letztendlich auch ein Motiv erwünscht hätte. so kommt es zu einem kurzen Showdown und einer etwas gebastelten Auflösung des Täter/ Motiv Themas.
Durchschnittliche 3 Sterne, da Sprache und " Bilder" z.T recht ansprechend sind....

Veröffentlicht am 08.03.2018

Alles Pony, oder was?

Plötzlich Pony (Bd. 1)
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Plötzlich Pony- Eine Freundin zum Pferdestehlen ist der Auftakt einer Reihe um Pia Pohlmeister, die mit ihrer Freundin Moppie und einer neuen Freundin, der etwas andren Art beweist, was Mädchenfreundschaften ...

Plötzlich Pony- Eine Freundin zum Pferdestehlen ist der Auftakt einer Reihe um Pia Pohlmeister, die mit ihrer Freundin Moppie und einer neuen Freundin, der etwas andren Art beweist, was Mädchenfreundschaften alles sein können.Patricia Schröder bringt dabei voller Wortwitz und mit herrlichen Illustrationen von Sabine Rothmund auch den erwachsenen Leser dazu Freude am Lesen eines Comicromans zu haben, den man bis zum Schluß auch selbst verfolgen möchte. Es wird zu einem Leseerlebnis für die ganze Familie, bei dem sich jeder Leser einbringen kann. Mädchen und Jungs, die es zugeben, werden dieses Buch sehr mögen. Es ist absolut kein klassischer Pferderoman, sondern Pia schafft es durch ihre humorvolle Ernsthaftigkeit ihrem Gegenüber zu vermitteln, das er so gut ist, wie er ist. Jedes Mädchen braucht so eine Pia an der Seite.Über den Inhalt möchte ich nicht zu viel erraten, es bleibt aber spannend bis zum Schluß und man würde es gerne in einem Rutsch durchlesen.Wir freuen uns schon gespannt auf die Fortsetzung....

Veröffentlicht am 08.03.2018

Wo komm ich her, wo gehe ich hin und wer bin ich?

Zwischen zwei Sternen
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Becky Chambers hat ihren zweiten Sci-Fi Roman geschrieben. Es sind keine Vorkenntnisse aus Teil 1 notwendig. Das war als Neuleser auch mein Glück. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven beschrieben. ...

Becky Chambers hat ihren zweiten Sci-Fi Roman geschrieben. Es sind keine Vorkenntnisse aus Teil 1 notwendig. Das war als Neuleser auch mein Glück. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven beschrieben. Die Erste stammt von Lovelace alias Sidra, die Zweite von Jane, deren spätere Existenz ich nicht spoilern möchte. Die Auswahl der Charaktere ist interessant und schlüssig, die beiden Erzählstränge abwechslungsreich. Als Neuling dieses Genres hätte ich mir persönlich mehr Beschreibungen der verschiedenen Spezies gewünscht. Sie wurden sprachlich nicht ganz vor meinen Augen erschaffen. Das Thema könnte Zukunftspotential haben. Mit weiteren Beschreibungen hätte man ein noch opulenteres Leseerlebnis schaffen können, so blieb es manchmal etwas blass. Thematik und Idee auf jeden Fall sehr interessant, weil auch neu für mich, den Punktabzug gebe ich für das mangelnde Erschaffen dieser Welt. In Teilen wurde dies versucht und wurde dann z. T aber nicht weiter ausgeführt. Dafür müsste es noch weitere Teile geben, um mir diese Welt besser vorstellen zu können.

Veröffentlicht am 08.03.2018

Ist irgendwo Bananama?

Bananama
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Simone Wirth beschreibt in ihrem zum Februar 2018 erscheinenden Roman ein gescheitertes Aussteigeridyll einer dreiköpfigen Familie. Die Erzählperspektive ist dabei aus der Sicht der Tochter geschrieben ...

Simone Wirth beschreibt in ihrem zum Februar 2018 erscheinenden Roman ein gescheitertes Aussteigeridyll einer dreiköpfigen Familie. Die Erzählperspektive ist dabei aus der Sicht der Tochter geschrieben (ca. 6 Jahre alt). Die Eltern stammen wohl aus der gehobenen Bourgoisie und wollen ihren eigenen Traum verwirklichen fernab jeglicher Außeneinflüsse ein fast antikapitalistisches Leben zu führen.
Das Mädchen wird dabei mental alleine gelassen und ihr Alleinegelassensein bringt sie dazu Tagträumen und Illusionen nachzuhängen. Sie beerdigt Wörter und tote Tiere, versucht sich eine Schwester zu erfinden und wünscht sich Nähe durch Lebewesen jeglicher Art.
Der Leser begleitet sie durch verschiedene Jahreszeiten und je weiter das Jahr fortschreitet, desto aussichts- und trostloser wird ihr kläglicher Versuch. Sie muss aushalten, das der angeschaffte Hase vom Tauschkreis, dessen Modell ihrem Vater sehr wichtig ist, nur Nahrungsmittel, denn Familienmitglied ist.I hr Vater kommt blutbefleckt vom Schlachtkurs nach Hause und sie muss sich mit dem angetrocknetem Blut auseinandersetzen.
Die Mutter, als Alleinverdienerin doch noch im Sog des Materialismus bleibt überbläht in der Geschichte- zu voll und mit sich beschäftigt, das ihre Tochter eine Randerscheinung bleibt, als Teil dieses Projektes. Auch der Vater, alle namenlos, sieht das Mädchen für mich als zu bemalende Leinwand, die es gilt nach den selbsterschaffenen idealisierten Regeln, die im elterlichen Gedankenkonstrukt ( wenn auch nicht übereinstimmend ) wage angedacht sind, zu formen.
Das Mädchen entfernt sich immer weiter und bleibt sich isoliert selbst überlassen. Bananama findet sich sicher in vielen Haushalten und Erziehungsmodellen und so wirkt das Buch auf mich nach und wird mich in vielen Erzählungen von Eltern, Familien , Lebensmodellen weiter begleiten und daran erinnern, das viele Vorstellungen auf Kosten anderer Menschen ( Lebewesen) gedacht und durchgeführt werden.
Ein Buch, das mich zwischendurch wütend gemacht hat, im Sinne eines Wachrüttelns , seinen Kindern oder den Menschen, die man vorgibt zu lieben, ob das eigene Bananama auch ein idealisiertes Idyll ist, welches nicht existiert, nicht existieren kann und alle Beteiligten nur freudlos weiterverfolgen ...Man sich z.T gesellschaftliche Revolten, Selbst- und Fremdbilder überprüfend auf seine Gegenrevolte hinterfragt.