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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2025

Viel Potential

Secrets - Five Hearts for a Witch: Paranormal Why Choose Romantasy
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Das ist ein Buch mit viel Potenzial, das mich aber leider nicht ganz überzeugen konnte. Erstmal vorweg: Es handelt sich um den ersten Teil einer Reihe, was ich vor dem Lesen nicht wusste. Der Cliffhanger ...

Das ist ein Buch mit viel Potenzial, das mich aber leider nicht ganz überzeugen konnte. Erstmal vorweg: Es handelt sich um den ersten Teil einer Reihe, was ich vor dem Lesen nicht wusste. Der Cliffhanger hat es dann verraten. Ehrlich gesagt hätte ich diese Info gern vorher gehabt. So bin ich mit der Erwartung einer abgeschlossenen Geschichte hineingegangen und wurde am Ende ziemlich in der Luft hängen gelassen.
Was mir beim Lesen direkt aufgefallen ist, waren die starken Sprünge in Zeit und Handlung. Man landet plötzlich in einer neuen Szene und fragt sich, was eigentlich dazwischen passiert ist. Gerade am Anfang hat mir das den Einstieg ziemlich schwer gemacht, und dieses Gefühl zieht sich leider bis weit über die Hälfte des Buches. Weil Erklärungen fehlen, fühlt sich ein wenig abgekoppelt vom Erzählfluss.
Der Anfang ist sehr ruhig, fast schon zu ruhig. Richtig Fahrt nimmt das Buch erst ab ungefähr 45 Prozent auf. Ich wollte zwar wissen, wie es ausgeht, aber ich hatte kein Problem damit, das Buch zwischendurch zur Seite zu legen. Und wenn ich vorher gewusst hätte, dass es noch weitere Teile gibt, hätte ich es wahrscheinlich sogar abgebrochen - dafür war es mir bis nach der Hälfte einfach zu unspektakulär, zu langatmig. Ich habe die ganze Zeit auf eine schöne Auflösung gehofft, einen runden Abschluss. Stattdessen gibt es nur eine halbe Auflösung und einen Cliffhanger, der mich persönlich nicht genug neugierig gemacht hat um Interesse am zweiten Teil zu haben.
Trotzdem gibt es Elemente, die mir gut gefallen haben. Die Beschreibung der Magie fand ich wirklich schön. Sie wirkt zart und gleichzeitig mächtig, was perfekt zu Rose passt. Sie wirkt auch erst zart, bis sie merkt, wie viel wirklich in ihr steckt. Auch die Grundidee der Storyline hat viel Potenzial und der Schreibstil an sich ist angenehm. Bildhaft, leicht sarkastisch, mit Humor und Emotion, auch wenn mich diese nicht immer erreichen konnten.
Was für mich leider gar nicht richtig funktioniert hat, ist der Reverse-Harem-Ansatz. Eigentlich liebe ich dieses Trope, aber hier wirkte es irgendwie falsch, als würde sie es nicht wollen. Zu oberflächlich, fast so, als müsse Rose gezwungenermaßen von einem Mann zum nächsten gehen, damit der Trope abgedeckt wird. Wo ist der Funke von dem gesprochen wird. Er steckt zwar in ihr, aber zwischen den einzelnen Paaren fehlt für mich einfach. Durch die fehlenden Übergänge und die Zeitsprünge ging auch viel Chemie verloren. Ich habe die Anziehung zwar gespürt, aber nicht so, dass sie mich komplett abgeholt hätte.
Die Nebencharaktere sind an sich auch schön beschrieben, blieben für mich aber zu verschwommen. Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht: mehr Hintergrund, mehr Motiv, einfach ein klareres Bild davon, wer sie eigentlich sind und was sie wollen. Auch hier fehlt mir das “Mehr”, das die Geschichte runder gemacht hätte. Vielleicht kommt dazu mehr im zweiten Teil, aber nachdem mich der erste nicht überzeugt hat, reicht mir eine Erklärung im zweiten leider nicht.
Positiv hervorheben möchte ich trotzdem die Jungs in der Geschichte. Sie sind unterschiedlich, charmant und greifbar, ihre Dynamiken haben Spaß gemacht. Auch wenn sie mir doch zu sehr bereit waren wirklich alles zu tun, ohne einen zweiten Gedanken zu verschwenden. Wer in das Genre reinschnuppern möchte, ohne direkt mit Drama und Gefühlen überrollt zu werden, könnte hier gut aufgehoben sein.
Für mich persönlich war es ein Buch, das gute Ansätze hat, aber zu unausgereift wirkt, um mich wirklich mitzunehmen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2025

Locker Leichte Liebe

Mayfair Ladys - Drei Junggesellen für Lady Beatrice
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Gleich mal vorweg: Ich glaube, ich hatte selten so einen so leichten und angenehmen Einstieg in ein Buch wie hier. Schon nach den ersten Seiten habe ich mich richtig wohlgefühlt. Das Setting war zauberhaft ...

Gleich mal vorweg: Ich glaube, ich hatte selten so einen so leichten und angenehmen Einstieg in ein Buch wie hier. Schon nach den ersten Seiten habe ich mich richtig wohlgefühlt. Das Setting war zauberhaft und hatte etwas unglaublich Warmes und Leichtes. Alles wirkte harmonisch, liebevoll gestaltet und mit einer feinen Prise Humor versehen, die den Ton der Geschichte perfekt getroffen hat.
Beatrice war mir vom ersten Moment an super sympathisch. Sie ist eine junge Frau mit viel Herz, Mut und Verstand, die trotz der gesellschaftlichen Erwartungen und Zwänge ihrer Zeit ihren eigenen Weg geht. Ihre Narbe begleitet sie seit der Kindheit und hat sie geprägt, auch wenn der Schmerz darüber mehr von den Blicken und Urteilen anderer stammt als von der Verletzung selbst. Es war berührend zu sehen, wie sie sich trotzdem nicht verbiegen lässt.
Die drei Junggesellen Hugh, Walther und Francis waren alle auf ihre Weise herzlich und charmant. Auch wenn Hugh und Walther anfangs eher oberflächlich wahrzunehmen waren hat man im Umgang mit Bea gemerkt, dass das eher aus gesellschaftlichem Zwang heraus geschah. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Charakter, seine kleinen Eigenheiten und Stärken, und gemeinsam sorgen sie für eine wunderbare Dynamik. Außerdem war es toll, wie Bea stets ein Gespür dafür hat, wer zu wem passt, und dabei mehr auf Herz als auf gesellschaftliche Konventionen hört. Nur bei sich selbst fällt es ihr schwer, diese Intuition anzuwenden. Man merkt, dass sie viel Liebe und Einfühlungsvermögen für andere hat, aber wenn es um ihr eigenes Glück geht, steht ihr die Unsicherheit oft im Weg. Umso schöner war es zu lesen, wie sie langsam erkennt, dass Schönheit und Wert nichts mit Äußerlichkeiten zu tun haben. Nach einem kurzen Missverständnis und einem Überfall, den man wirklich keinem wünscht, haben Bea und Francis doch noch zueinander gefunden, was die Geschichte wunderbar abgeschlossen hat.
Die kurzen Kapitel mochte ich sehr gerne, sie machen das Lesen angenehm leicht. So greife ich auch zwischendurch gerne noch einmal zum Buch, ohne mir zu denken, dass ich kein ganzes Kapitel mehr schaffe. Der Schreibstil war flüssig, humorvoll und passte perfekt zur Atmosphäre. Auch die romantischen Szenen waren sehr schön geschrieben: liebevoll, zart und genau richtig für dieses historische Setting. Das Ende war rund und das abschließende Kapitel von Lady Bayne ein schöner, stimmiger Abschluss.
Nach diesem tollen Auftakt freue ich mich schon jetzt auf die anderen beiden Bücher aus dieser Reihe.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 15.11.2025

Hello Darkness

Bite the Bride (Darkthorn Archives 1)
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Ich hatte wirklich unglaublich viel Spaß beim Hören. Das Buch bringt genau die Mischung mit, die ich liebe: eine selbstbewusste, witzige Protagonistin, einen grummeligen, aber unheimlich faszinierenden ...

Ich hatte wirklich unglaublich viel Spaß beim Hören. Das Buch bringt genau die Mischung mit, die ich liebe: eine selbstbewusste, witzige Protagonistin, einen grummeligen, aber unheimlich faszinierenden Vampir an ihrer Seite und ein atmosphärisches Setting, das mich sofort abgeholt hat.
Allen voran mochte ich Kat total. Sie ist schlagfertig, clever und hat dieses gewisse Feuer, das sie sofort sympathisch macht. Sie steht für ihre Freunde ein und gibt alles, wenn es darum geht ihnen zu helfen. Ethan wiederum ist der perfekte Gegenpol. Er ist düster, beschützend und geheimnisvoll, aber nicht in einer übertrieben dramatischen Art, sondern genau so, dass man ständig weiterlesen möchte. Die Chemie zwischen den beiden ist absolut on point. Witzig, prickelnd und mit genau der richtigen Portion Spannung.
Das Setting fand ich hier auch wirklich klasse. Die 1920er Jahre bringen eine Stimmung mit, die einfach einzigartig ist. Es wirkt leicht mystisch, ein bisschen glamourös und wunderbar düster. Die Welt aus Menschen, Hexen, Vampiren und Werwölfen ist für meinen Geschmack richtig gut ausgearbeitet, mit klaren Regeln und spürbarer Tiefe. Man merkt, dass hinter dieser Geschichte eine größere Saga steckt, auf die ich jetzt schon neugierig bin.
Auch der Schreibstil ist wirklich gelungen. Die Autorin schreibt lebendig, flüssig und mit herrlich pointierten Dialogen. Es gibt viele witzige Momente, die das Ganze angenehm leicht machen, ohne dass die Geschichte an Tiefe verliert. Insgesamt passt die Tonalität richtig gut zu diesem Mix aus Romantik, Magie und dunkler Atmosphäre.
Unterm Strich war ich einfach wirklich happy mit der Geschichte. Ein charmantes, atmosphärisch dichtes und einfach unterhaltsames Buch, das Lust auf mehr macht. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band!

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Veröffentlicht am 12.11.2025

No Drama

The Love Experiment
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Ein Buch, das mehr zu bieten hat als Drama und Liebe. Die Geschichte nimmt sich anfangs etwas mehr Zeit als nötig, um Fahrt aufzunehmen, aber das hat mich ehrlich gesagt überhaupt nicht gestört. Ganz im ...

Ein Buch, das mehr zu bieten hat als Drama und Liebe. Die Geschichte nimmt sich anfangs etwas mehr Zeit als nötig, um Fahrt aufzunehmen, aber das hat mich ehrlich gesagt überhaupt nicht gestört. Ganz im Gegenteil, es hat perfekt zum Ton des Buches gepasst. Es fühlt sich irgendwie ehrlich an, langsam, aber sicher, genau so wie sich Ingrid in ihrer Beziehung gefühlt hat, bis sich alles so plötzlich verändert hat.
Ingrid mochte ich sofort. Sie ist ruhig, nachdenklich und jemand, der Dinge gern mit sich selbst ausmacht. Gerade dadurch wirkt sie authentisch. Macon ist da ihr Gegenpol: direkt, ein bisschen ungeduldig, aber auch charmant auf eine Art, die nicht aufgesetzt ist - und ein bisschen grummelig. Zusammen ergeben sie ein Duo, das sich wunderbar ergänzt, auch wenn sie sich gegenseitig ständig herausfordern. Cory bringt eine eigenartige Leichtigkeit mit, die auch irgendwie wie Gleichgültigkeit wirken könnte, aber vielleicht auch aus Unsicherheit her entsteht.
In diesem Buch geht es nicht um großes Drama oder Herzschmerz, sondern um persönliche Entwicklung, Selbstverwirklichung und darum, wie Menschen zueinander finden, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Ich fand das erfrischend anders, auch wenn ich das garnicht erwartet hatte. Vielleicht auch gerade deshalb.
Der Schreibstil ist witzig, stark und angenehm flüssig. Man liest sich leicht fest, weil die Dialoge klug und natürlich wirken. Hin und wieder gibt es kleine Sprünge in der Zeit oder Perspektive, aber das hat für mich nicht gestört, es hat der Geschichte Dynamik gegeben. Insgesamt eine ruhige, aber sehr ehrliche Liebesgeschichte, die durch ihre Echtheit überzeugt und weniger durch großes Drama.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

So viel, und doch so wenig

The First to Fall
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Hier passier so viel, aber gleichzeitig so wenig. Kristina Moninger schreibt mit einer Leichtigkeit, die einen sofort mitreißt, ohne dass sie laut werden muss. Die Atmosphäre in den Alpen ist so greifbar, ...

Hier passier so viel, aber gleichzeitig so wenig. Kristina Moninger schreibt mit einer Leichtigkeit, die einen sofort mitreißt, ohne dass sie laut werden muss. Die Atmosphäre in den Alpen ist so greifbar, dass man beim Lesen fast den kalten Wind und das Fallen der Kiesel unter den Füßen spürt. Es ist eine Geschichte, die Zeit lässt, die Emotionen wirken lässt und in der jedes kleine Detail Bedeutung bekommt.
Aurora und Jakob haben mich beide tief berührt. Ihre Verbindung entsteht nicht durch große Gesten oder übertriebene Romantik, sondern durch das, was unausgesprochen bleibt. Beide tragen Geheimnisse mit sich, beide versuchen, sich vor der Welt – und auch voreinander – zu schützen. Und doch entsteht zwischen ihnen etwas Echtes, etwas, das man nicht erklären muss, weil man es einfach spürt. Diese Natürlichkeit hat mir unheimlich gefallen.
Der Umgang mit Tod und Verlust zieht sich leise, aber spürbar durch die Geschichte. Aurora und Jakob tragen beide schwer an ihrer Vergangenheit und versuchen, ihre Geheimnisse zu bewahren, während sie lernen, wieder Vertrauen zu fassen. Die Trauer, die sie begleitet, fühlt sich echt an. Nicht dramatisch, sondern menschlich. Kristina Moninger beschreibt, wie Verlust nicht nur Schmerz, sondern auch Stillstand bedeuten kann, dieses Gefühl, festzustecken, während das Leben weiterzieht. Gerade dadurch wirkt die Verbindung zwischen den beiden umso echter und greifbarer.
Der Schreibstil ist flüssig, emotional und gleichzeitig angenehm unaufgeregt. Es gibt viele stille Momente, die unter die Haut gehen, und auch das FoundFamily-Gefühl rund um Aurora ist wunderschön umgesetzt. Es ist kein überladenes Drama, sondern eine behutsam erzählte Geschichte über Vertrauen, Verletzlichkeit und das langsame Wachsen von Nähe.

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