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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2025

Entschleunigung in der Vorweihnachtszeit

A Season of Love and Secrets
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A Season of Love and Secrets ist wie ein literarischer Adventskalender voller kleiner Momente, die das Herz wärmen. Jeden Tag öffnet man ein neues Kapitel, mal mit einem Lächeln, mal mit einem leisen Seufzer ...

A Season of Love and Secrets ist wie ein literarischer Adventskalender voller kleiner Momente, die das Herz wärmen. Jeden Tag öffnet man ein neues Kapitel, mal mit einem Lächeln, mal mit einem leisen Seufzer und alle zwei Kapitel schließt sich eine kleine, in sich abgeschlossene Kurzgeschichte, die ein bisschen nach Glühwein, Hoffnung und Neuanfang duftet.
Besonders schön finde ich, dass hier verschiedenste Autoren ihre Handschrift hinterlassen. Darunter auch Kathinka Engel, Christian Handel, Leni Wambach und Mia Moreno. Jede Geschichte trägt ihren eigenen Zauber, und doch ergibt alles zusammen ein stimmiges Ganzes. Es geht um Liebe und Freundschaft, um die kleinen Begegnungen, die aus kalten Tagen warme machen.
Von den verschneiten Straßen New Yorks über eine Raumstation ganz weit entfernt bis zurück nach München. Zwischen funkelnden Lichterketten, alten Bekannten und dem Duft von Zimtsoufflé begegnet man Figuren, die einem sofort ans Herz wachsen. Wer schon Bücher der beteiligten Autorinnen und Autoren kennt, freut sich über ein Wiedersehen mit vertrauten Charakteren, fast so, als würde man alte Freunde unter dem Weihnachtsbaum wieder treffen.
Auch wenn man unbedingt weiterlesen möchte ist es doch schön, wenn man sich jeden Tag ein bisschen Zeit nehmen kann, um ein Kapitel zu lesen. Dadurch entschleunigt die Vorweihnachtszeit auf eine ganz angenehme und leise Weise. Wir wissen alle, dass diese Zeit oft schon stressig genug ist, da wirkt so eine kleine Lesepause täglich wirklich wie ein kleiner Ruhepol.
Ich bin mir sicher, dass für viele auch neue Autorinnen und Autoren dabei sind, und genau das macht dieses Buch so schön und anders. Durch die kleinen Kurzgeschichten kann man wunderbar in die unterschiedlichen Schreibstile eintauchen und entdecken, welche Stimmen einen besonders ansprechen. Für mich waren Bianka Behrend und Andreas Suchanek echte Highlights. Ihr gefühlvoller Stil hat mich sofort abgeholt und neugierig auf mehr gemacht. Insgesamt fühlt sich das Ganze an wie eine kleine literarische Reise, die einen von Geschichte zu Geschichte trägt und immer wieder aufs Neue verzaubert.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Witzig und himmlisch

The Paradise Problem – Wenn das Herz den perfekten Plan durchkreuzt
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Charme, Humor und romantische Spannung. Das alles macht The Paradise Problem aus. Die Figuren sind lebendig gezeichnet, jede mit kleinen Macken und Eigenheiten, die sie glaubwürdig machen. Besonders die ...

Charme, Humor und romantische Spannung. Das alles macht The Paradise Problem aus. Die Figuren sind lebendig gezeichnet, jede mit kleinen Macken und Eigenheiten, die sie glaubwürdig machen. Besonders die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren Anna & Liam funktioniert wunderbar: Es prickelt, es gibt Kabbeleien, Missverständnisse und Momente, in denen man gleichzeitig lachen und mitfiebern will. Die Dialoge sind locker, lebendig und witzig, wodurch die Beziehung der beiden von Anfang an spürbar ist.
Die Insel, auf der die Geschichte spielt, wird so detailliert beschrieben, dass man das Meer, den Sand und die warme Sonne fast selbst spüren kann. Diese Kulisse fügt sich nahtlos in die Handlung ein und verstärkt die entspannte, sommerliche Stimmung. Auch die Nebencharaktere sind liebenswert gestaltet und bringen zusätzliche Tiefe und Humor in die Geschichte, ohne dass sie zu sehr von der Hauptgeschichte ablenken. Okay, mal ganz abgesehen von seinen Eltern und Alex, die sind nicht wirklich liebenswert.
Die Handlung ist gut strukturiert, verbindet klassische Tropen wie Fake-Dating, Gegensätze zwischen Reichtum und Bodenständigkeit sowie romantische Missverständnisse auf unterhaltsame Weise und sorgt für stetige Spannung. Einziger kleiner Kritikpunkt: Manche Wendungen sind vorhersehbar, und die Szenenwechsel wirken manchmal ein wenig abrupt. Das stört jedoch kaum, da die Leichtigkeit, die Chemie der Figuren und die humorvollen Momente das Buch tragen.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Wenig Tiefe, aber schön zu lesen

The Penguin Paradox
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The Penguin Paradox von Greta Milán lässt sich leicht lesen, aber hinter der lockeren Oberfläche fehlt mir oft etwas Substanz. Die Forschungsstation und die Einbindung der Gebärdensprache sind wirklich ...

The Penguin Paradox von Greta Milán lässt sich leicht lesen, aber hinter der lockeren Oberfläche fehlt mir oft etwas Substanz. Die Forschungsstation und die Einbindung der Gebärdensprache sind wirklich sehr schöne Details, doch die Figuren bleiben größtenteils flach. Beckett zeigt Loyalität und Fürsorglichkeit, was schöne Eigenschaften sind, Emerie wirkt verletzlich und menschlich, aber wirklich greifbar werden sie irgendwie selten. Ihre Persönlichkeiten sind eher verschwommen, ihre Ecken und Kanten kaum spürbar, was dazu führt, dass man sich mit ihnen nur bedingt verbunden fühlt. Zumindest ging es mir so.

Die Missverständnisse zwischen Emerie und Beckett ziehen sich fast durch das ganze Buch, wirken aber eher konstruiert als natürlich. Hätte Emerie früher offen mit ihrer besten Freundin gesprochen, hätte vieles von Anfang an anders laufen können. Statt echter Spannung gibt es oft nur Drama, das um des Dramas willen entsteht. Emeries Angst vor ihren eigenen Gefühlen ist nachvollziehbar, trotzdem wird auch sie selten richtig greifbar, und Beckett bleibt zu sehr der archetypische golden Retriever. Sehr liebenswert, aber ohne wirkliche Tiefe.

Das Ende ist erwartbar, es sorgt zwar für ein wirklich versöhnliches Gefühl, lässt die Story aber auf der emotionalen Ebene leicht enttäuschend zurück. Insgesamt bleibt das Buch eine nette, leichte Unterhaltung, die sich flüssig lesen lässt und auch eine schöne Lesezeit beschert, aber weder Figuren noch Konflikte schaffen diesen besonderen Sog. Wer ein Buch sucht, das mehr Herz, Tiefe und Überraschungen liefert, wird hier schnell merken, dass alles etwas zu glatt und berechenbar bleibt. Wer jedoch ein Buch sucht, dass sich locker zwischendurch mal lesen lässt und einfach eine entspannte Lesezeit schenkt, ohne viel mitdenken und sich konzentrieren zu müssen, der ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Schwierig Einzuschätzen

HEN NA IE - Das seltsame Haus
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Der Schreibstil dieses Buches ist wirklich außergewöhnlich – fast die gesamte Geschichte besteht aus Dialogen. Es gibt kaum Beschreibungen von Umgebung oder Gefühlen, und auch keinen klassischen Erzähler. ...

Der Schreibstil dieses Buches ist wirklich außergewöhnlich – fast die gesamte Geschichte besteht aus Dialogen. Es gibt kaum Beschreibungen von Umgebung oder Gefühlen, und auch keinen klassischen Erzähler. Das hat mich anfangs überrascht, aber irgendwie funktioniert es. Trotz der ungewohnten Form bleibt die Handlung spannend, und ich wollte wissen, wohin das alles führt.
Gleichzeitig hat mich irritiert, wie alles klar war. Auf manche Erkenntnisse wäre ich selbst nie sofort gekommen. Die Figuren reagieren oft, als wäre alles völlig logisch, und das macht die Geschichte einerseits faszinierend, andererseits auch etwas frustrierend. Man liest mit, versucht, die Zusammenhänge zu begreifen, aber manchmal nimmt es einem den Reiz, weiterzulesen, wenn die Figuren selbst schon alles verstanden haben. Trotzdem konnte ich das Buch absolut nicht aus der Hand legen, ich wollte wissen, warum und wie und vor allem wer.

Leider hat das Buch in der zweiten Hälfte für mich stark nachgelassen. Die Spannung, die am Anfang da war, ist verloren gegangen, und die Handlung wurde immer ungenauer. Statt Emotionen oder klarer Entwicklungen gab es viele halbe Erklärungen und konstruierte Zusammenhänge, die mich eher verwirrt als überzeugt haben. Besonders das Nachwort hat das Gefühl verstärkt, dass etwas fehlt. Es wirft neue Fragen auf, anstatt das Ende rund zu machen.
Insgesamt hat das Buch für mich viel Potenzial verschenkt. Die Idee war stark und anders, der Einstieg wirklich vielversprechend, aber am Ende blieb ich enttäuscht zurück. Was spannend begann, hat sich leider in zu vielen Andeutungen und unausgearbeiteten Erklärungen verloren.

Ich bin wirklich hin- und hergerissen. Auch nach ein paar Tagen und längerem wirken lassen konnte ich nicht sagen, dass mich das Buch umgehauen hat. Ich sehe wirklich sehr viel Potential in der Handlung, aber es konnte mich letzten Endes dann doch nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Subtile Magie

Die geheimnisvolle Bäckerei in der rue de Paris
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Mal wieder ein richtiges Wohlfühlbuch mit Herz, Geschichte und einer Prise Magie. Evie Woods hat einen unglaublich atmosphärischen Schreibstil. Man spürt förmlich den Duft von frischem Gebäck, hört das ...

Mal wieder ein richtiges Wohlfühlbuch mit Herz, Geschichte und einer Prise Magie. Evie Woods hat einen unglaublich atmosphärischen Schreibstil. Man spürt förmlich den Duft von frischem Gebäck, hört das geschäftige Treiben auf den Straßen von Paris und taucht vollkommen in die Welt der Figuren ein.
Wie auch in den anderen beiden Büchern hat es mich wieder begeistert, wie geschickt die Autorin verschiedene Zeitstränge miteinander verknüpft. Vergangenheit und Gegenwart fließen so organisch ineinander, dass man manchmal gar nicht merkt, wie man zwischen den Zeiten wechselt. Auch die Verbindung der unterschiedlichen Protagonisten ist wunderbar gelungen. Jede Figur trägt ein kleines Puzzleteil zur Gesamtgeschichte bei.
Die Ausflüge in die Vergangenheit, vor allem in die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs, sind nicht nur spannend, sondern auch lehrreich. Evie Woods schafft es, historische Ereignisse feinfühlig einzubetten, ohne belehrend zu wirken. Es fühlt sich eher an, als würde man beim Lesen ganz nebenbei etwas über Geschichte, Menschlichkeit und den Mut zum Neubeginn erfahren.
Das Einzige, was mich ein wenig gestört hat, waren die französischen Textpassagen. Ich spreche kein Französisch und fand es manchmal schwierig, die genaue Bedeutung zu erfassen. Zwar wurde meist erklärt, was gesagt wurde, aber mir hat oft die exakte Übersetzung gefehlt. Zum Glück habe ich das Buch als E-Book gelesen, so konnte ich einfach den Übersetzer benutzen. In gedruckter Form hätte mich das wahrscheinlich mehr irritiert.
Insgesamt ist es ein wunderschöner, atmosphärischer Roman über Neuanfänge, die Magie des Alltags und die Geschichten, die uns über Generationen hinweg verbinden. Ein Buch zum Eintauchen, Wohlfühlen und Träumen, mit ganz viel französischem Charme.

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