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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2025

Das wahre Leben

You, again
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You, Again ist eine dieser Geschichten, die einen nicht wegen großer Dramatik, sondern wegen ihrer Echtheit packen. Der Schreibstil ist locker, lebendig und angenehm zu lesen. Also genau das Richtige, ...

You, Again ist eine dieser Geschichten, die einen nicht wegen großer Dramatik, sondern wegen ihrer Echtheit packen. Der Schreibstil ist locker, lebendig und angenehm zu lesen. Also genau das Richtige, wenn man etwas sucht, das sich leicht anfühlt, aber trotzdem berührt. Besonders schön fand ich, dass die Geschichte nicht in typische RomCom-Klischees abrutscht, sondern eine realistische Entwicklung zeigt, die manchmal chaotisch, manchmal bittersüß, aber immer nachvollziehbar ist.
Die beiden Hauptfiguren, Ari und Josh, könnten gegensätzlicher kaum sein und genau das macht sie so interessant. Beide sind auf ihre Art kompliziert, festgefahren in alten Mustern und alles andere als perfekt. Ich finde das unglaublich realistisch. Kein Mensch ändert sich über Nacht, und wer einmal verletzt wurde, trägt dieses Misstrauen weiter in sich. Ari kämpft mit genau dieser Angst: sich wieder zu öffnen, nur um am Ende erneut verlassen zu werden. Ich konnte sie sehr gut verstehen.
Josh dagegen ist anfangs ziemlich selbstbezogen, jemand, der denkt, er könne Ari „retten“. Aber seine Entwicklung ist ehrlich und glaubwürdig. Er wird greifbarer, menschlicher.
Es ist kein Buch, das man liest, um tiefgreifende Lebensweisheiten mitzunehmen. Aber es ist eines, das einen abholt, wenn man einfach abschalten will. Es lenkt ab, lässt einen schmunzeln, mitfühlen und erinnert daran, dass das Leben selten gradlinig verläuft. Es passiert viel – und gleichzeitig nicht – aber genau das macht den Reiz aus. Denn genauso fühlt sich das echte Leben oft an: chaotisch, unvorhersehbar und trotzdem irgendwie schön. Man merkt immer erst was sich alles verändert hat, wenn man zurückblickt.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Sehr viel Potential

Das Lied der Tiefe
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Das Buch hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Die Idee fand ich wirklich spannend, und die Welt hat auf Anhieb etwas Besonderes, das mich sofort angesprochen hat. Auch der etwas altertümliche Schreibstil ...

Das Buch hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Die Idee fand ich wirklich spannend, und die Welt hat auf Anhieb etwas Besonderes, das mich sofort angesprochen hat. Auch der etwas altertümliche Schreibstil war ungewohnt, passte aber letztlich gut zur Atmosphäre und hat dieses leicht düstere, geheimnisvolle Gefühl noch verstärkt.

Trotzdem hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass alles zu schnell geht. Es passiert so unglaublich viel, dass man kaum Zeit hat, einzelne Momente wirklich zu fühlen oder richtig zu begreifen. Manche Szenen hätten ruhig etwas mehr Raum verdient. Gerade, wenn es um die Figuren und ihre Entwicklung geht. Da steckt so viel Potenzial drin, das einfach nicht ganz genutzt wurde.

Emotional hat mich die Geschichte stellenweise gepackt, aber nie wirklich durchgehend mitgerissen. Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht, mehr von dem, was zwischen den Zeilen passiert. Stattdessen wirkt vieles wie eine Aneinanderreihung spannender Szenen, bei denen am Ende aber das 'Warum' offenbleibt.

Ich habe nach dem Buch erfahren, dass es wohl einen zweiten Teil geben wird, aber ich glaube tatsächlich, dass ich den nicht lesen werde. Dafür hat mich das Buch am Ende einfach nicht genug überzeugt. Die Idee war stark, die Umsetzung leider zu sprunghaft. Insgesamt also eine Geschichte mit vielen guten Ansätzen, die mich aber emotional nicht so richtig abgeholt hat.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Cozy Herbststory

The Pumpkin Spice Latte Disaster (Lower Whilby 1)
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The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh lebt nicht nur von der Geschichte um James und Jude, sondern vor allem von der Atmosphäre, den Figuren und dem Schreibstil. Die kleine Stadt Lower Whilby ...

The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh lebt nicht nur von der Geschichte um James und Jude, sondern vor allem von der Atmosphäre, den Figuren und dem Schreibstil. Die kleine Stadt Lower Whilby wird mit viel Liebe zum Detail beschrieben, sodass man sich sofort ein Bild von den Cafés, Straßen und dem herbstlichen Flair machen kann. Die Umgebung wirkt so lebendig, dass man die Kälte spürt, den Duft von frisch gebrühtem Kaffee fast riecht und die Stimmung der Stadt förmlich miterlebt.James, der Sohn einer bekannten Band, führt sein kleines Café mit Ruhe und Herz, während Jude nach ihrer bewegten Vergangenheit für die Hocheizeit ihrer Schwester zurück in die Stadt kommt – zusammen mit ihrem erfolgreichen Musik-Podcast, der nur auf ein Interview mit James’ Eltern wartet. Ihre Begegnungen sind von Anfang an geprägt von Kabbeleien, Missverständnissen und kleinen humorvollen Momenten, die sich langsam zu einer glaubwürdigen, zarten Verbindung entwickeln. Es ist spannend zu verfolgen, wie die beiden über sich hinauswachsen, lernen, einander zu vertrauen und offen über ihre Gefühle zu sprechen.
Die Nebencharaktere wie Eleanore und Olive begleiten James und Jude auf liebevolle, aber auch fordernde Weise und eröffnen immer wieder neue Perspektiven. Durch die detaillierten Beschreibungen der Stadt, des Cafés und der herbstlichen Stimmung fühlt man sich mitten im Geschehen. Kyra Grohs Schreibstil ist locker, flüssig und angenehm zu lesen. Die Dialoge zwischen James und Jude sind lebendig, witzig und gleichzeitig emotional aufgeladen, sodass sich ihre Beziehung authentisch entwickelt. Humor, kleine Missverständnisse und tiefere emotionale Momente wechseln sich gekonnt ab, während ernste Themen wie Bindungsängste, sexuelle Übergriffigkeit oder Betrug sensibel eingebunden werden.
Die Geschichte macht Spaß, berührt und zeigt auf natürliche Weise, wie zwei Menschen über ihre eigenen Unsicherheiten hinauswachsen, einander vertrauen lernen und gemeinsam neue Wege finden, ganz ohne gekünstelte Dramatik.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Wie immer grandios

Die Geschichtensammlerin
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Evie Woods überrascht mich jedes Mal aufs Neue. Kaum beginnt man zu lesen, merkt man, dass ihre Geschichten nie geradlinig sind. Man glaubt zu wissen, wohin die Reise geht, doch am Ende fügt sich alles ...

Evie Woods überrascht mich jedes Mal aufs Neue. Kaum beginnt man zu lesen, merkt man, dass ihre Geschichten nie geradlinig sind. Man glaubt zu wissen, wohin die Reise geht, doch am Ende fügt sich alles auf ganz andere, oft magische Weise zusammen. Ihre Erzählkunst macht es unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen, weil sich hinter jeder Ecke neue Wendungen und unerwartete Begegnungen verbergen.
In ihrem Roman ‚Die Geschichtensammlerin‘ verbindet sie irische Sagen mit menschlichen Schicksalen auf beeindruckende Weise. Nach einer Trennung reist Sarah planlos nach Irland und landet in einem kleinen Cottage, das Oran gehört. Dort entdeckt sie ein altes Tagebuch, versteckt in einem Baum, geschrieben im Jahr 1910 von der jungen Irin Anna. Sie berichtet von ihrer Begegnung mit Harold, einem Amerikaner, der nach Irland kam, um die Geschichten des „Guten Volks“, also der Feen und der Anderswelt, zu sammeln. Gleichzeitig lernt Sarah Oran und seine Tochter Hazel näher kennen, die jeweils ganz unterschiedliche Ansichten zu diesen alten Sagen haben.
Evie Woods gelingt es, diese beiden Zeitstränge geschickt miteinander zu verweben, bis sich die Geschichten von Sarah und Anna auf berührende, aber indirekte Weise begegnen. Dabei geht es nicht nur um Liebe und Romantik, sondern auch um tiefgehende, komplexe Themen, die das Leben vieler Menschen prägen: sexuelle Belästigung, Todgeburten, Mordverdacht, Verlust, Angst und der schwierige Weg, sich selbst wiederzufinden. Die Autorin behandelt diese schweren Themen mit so viel Einfühlungsvermögen, dass sie nie bedrückend wirken, sondern stets nachvollziehbar und berührend bleiben.
Der Schreibstil von Evie Woods ist dabei federleicht und gleichzeitig intensiv. Man hat das Gefühl, über Zuckerwattewolken zu laufen: sanft, weich und doch voller Gefühl. Jede Szene, jede Begegnung ist so lebendig beschrieben, dass man die irische Landschaft, die kleinen Details des Cottages und die Magie der Anderswelt direkt vor Augen hat. Das Buch zeigt auf wunderschöne Weise, dass Schmerz und Hoffnung oft nah beieinanderliegen und dass selbst in den dunkelsten Kapiteln des Lebens ein Hauch von Magie verborgen ist.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Willkommen zurück

Werecat Café
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‚Werecat Café’ von Lea Melcher war für mich wie ein warmes Wiedersehen mit alten Freunden, das Gefühl, nach Snickerford zurückzukehren, war einfach nur wunderbar. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das ...

‚Werecat Café’ von Lea Melcher war für mich wie ein warmes Wiedersehen mit alten Freunden, das Gefühl, nach Snickerford zurückzukehren, war einfach nur wunderbar. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das vertraute, magische Kribbeln wieder, das mich schon bei ‚Buttercream Witch‘ so begeistert hat. 
Dorothy, die jüngste der Murphy-Drillinge, ist eine unglaublich herzliche junge Frau, die versucht, ihren ganz eigenen Weg zu finden. Sie will nicht länger nur „eine der Drillinge“ sein, sondern herausfinden, wer sie wirklich ist.
Elliott hingegen steht völlig überraschend mit einem Katzencafé da und als wäre das nicht chaotisch genug, wird er auch noch von einer Katze gebissen und verwandelt sich in eine Werkatze. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Diese absurde, aber charmante Ausgangssituation sorgt für viele humorvolle und verrückte Momente, die Lea mit viel Herz erzählt. 
Besonders die Chemie zwischen Dorothy und Elliott entwickelt sich ganz natürlich von einer vorsichtigen Annäherung hin zu einer tiefen Verbundenheit, die weit über das Magische hinausgeht.
Die Autorin schafft es, Snickerford und das Katzencafé mit so viel Wärme, Magie und Liebe zum Detail zum Leben zu erwecken, dass man sich sofort zuhause fühlt. Ich liebe diese besondere Mischung aus Witz, Charme und diesem leichten Hauch von Zauber, der alles umhüllt. Dadurch, dass bekannte Gesichter wieder auftauchen war es, als würde man durch vertraute Straßen schlendern und alten Freunden begegnen.
Der Kampf gegen den Fluch, der Elliott in eine Werkatze verwandelt, bringt nicht nur eine leichte Spannung in die Geschichte, sondern auch Tiefe. Dorothy und Elliott müssen lernen, sich selbst zu vertrauen, über sich hinauszuwachsen und herauszufinden, was sie wirklich vom Leben wollen. Hinter all der Magie und Romantik steckt eine wunderschöne Botschaft über Selbstfindung, Eigenständigkeit und das Loslassen alter Rollen. Das Buch ist eine verhexte Romance, die Herz, Humor und Magie perfekt verbindet. Eine Geschichte über Chaos, Veränderung und die Suche nach sich selbst.
Ohne zu viel zu verraten, hatte ich mit dem Ende allerdings ein kleines Problem. Die Auflösung wirkte für mich etwas zu plötzlich und wenig nachvollziehbar. Eine Figur übernimmt dabei unerwartet die Rolle der Retterin in der Not. Doch ihre Beweggründe bleiben unklar. Warum sie so gehandelt hat, was sie angetrieben hat und weshalb ihr alle so schnell verzeihen, obwohl sie im Grunde die Ursache des Ganzen war, hat sich mir nicht erschlossen. Diese fehlende Logik hat dem ansonsten stimmigen und gefühlvollen Abschluss leider ein wenig die Kraft genommen.

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