Profilbild von hersecretbooklove

hersecretbooklove

Lesejury Star
offline

hersecretbooklove ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hersecretbooklove über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2025

Macht und die Frage nach der Wahrheit

Das Lied des Vogelhändlers
0

Ralf H. Dorweiler gelingt mit „Das Lied des Vogelhändlers“ ein eindrucksvolles historisches Abenteuer, das sowohl durch seine Handlung als auch durch die lebendige Darstellung des Mittelalters überzeugt. ...

Ralf H. Dorweiler gelingt mit „Das Lied des Vogelhändlers“ ein eindrucksvolles historisches Abenteuer, das sowohl durch seine Handlung als auch durch die lebendige Darstellung des Mittelalters überzeugt. Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, die nur zehn Jahre auseinanderliegen und sich langsam miteinander verweben. Auf der einen Seite begleitet man Wigbert, den Vogelhändler, und seine Schülerin Almut, auf der anderen Franziska, die auf einem Kreuzzug im Heiligen Land unterwegs ist. Dieser Kontrast zwischen friedlicher Naturverbundenheit und den Härten des Krieges schafft eine dynamische und atmosphärische Spannung.

Die Figuren sind facettenreich gestaltet. Franziska beeindruckt durch Mut, Durchhaltevermögen und Einfühlungsvermögen, während Wigbert als pragmatischer, aber reflektierter Charakter die Handlung vorantreibt. Walther von der Vogelweide wird geschickt als historische Figur integriert, was die Authentizität des Settings unterstreicht. Auch Nebenfiguren wie Rupert oder Filomena sorgen für Konflikte und überraschende Wendungen, die den Plot interessant halten.

Besonders hervorzuheben ist Dorweilers Detailreichtum: Die Kapitel tragen Vogel-Namen, enthalten lehrreiche Zitate und vermitteln anschaulich das Leben, die Bräuche und Herausforderungen des Mittelalters. Gleichzeitig gelingt es dem Autor, die Figuren emotional greifbar zu machen. Ihre Entscheidungen, Ängste und Reflexionen wirken authentisch und nachvollziehbar.

Das Buch überzeugt insgesamt durch seine gut strukturierte Handlung, die Mischung aus Abenteuer, historischen Bezügen und persönlichen Entwicklungen der Figuren. Trotz der komplexen Erzählweise bleibt die Story leicht nachvollziehbar, und die Leser werden kontinuierlich in die Welt von Wigbert und Franziska hineingezogen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2025

Von Red Flag zu Green Flag

Sommerglück am Chiemsee
0

Das Buch hat mich von Anfang an berührt, weil es echte Emotionen aufzeigt, ohne wirklich kitschig zu wirken. Unsicherheit, Angst und Sehnsucht ziehen sich durch die Geschichte und wirken unglaublich ehrlich. ...

Das Buch hat mich von Anfang an berührt, weil es echte Emotionen aufzeigt, ohne wirklich kitschig zu wirken. Unsicherheit, Angst und Sehnsucht ziehen sich durch die Geschichte und wirken unglaublich ehrlich. Besonders schön war die Erzählweise, die leicht und locker bleibt, aber trotzdem emotionale Tiefe hat. Josefines Weg, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und wieder Vertrauen zuzulassen, hat mich wirklich bewegt.
Adrian war für mich am Anfang eine klare Red Flag, genau wie seine Brüder. Seine abweisende Art Fremden gegenüber fand ich wirklich abstoßend, und gerade deshalb war es umso schöner, dass sich seine Haltung im Laufe der Geschichte verändert hat. Ab der Mitte des Buches konnte ich ihn plötzlich anders sehen und besser verstehen.
Für mich war Peter, eine der schönsten Figuren im Buch. Er hat so viel Ruhe und Wärme ausgestrahlt, dass ich mich jedes Mal gefreut habe, wenn er auftauchte. Seine Ratschläge wirkten ehrlich und herzlich, fast so, als ob er nicht nur Möbel, sondern auch Herzen wieder zusammensetzen könnte.
Ein weiteres Highlight für mich war, dass ich das Buch im Buchclub von @pustet_landshut gelesen habe und dort auch die Autorin persönlich kennenlernen konnte. Sie hat uns erzählt, was sie beim Schreiben bewegt hat und wie die Geschichte entstanden ist. Das hat viele Szenen in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Die Atmosphäre am Chiemsee gibt dem Ganzen zusätzlich etwas Warmes und Sinnliches. Es war fast so, als würde ich selbst dort eine kleine Auszeit verbringen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2025

Wundervolle Entführung in ein anderes Land

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei
0

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei ist eine einfühlsame und berührende Geschichte, die auf leise, aber sehr wirkungsvolle Weise fesselt. Der Schreibstil ist klar, flüssig und atmosphärisch dicht. ...

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei ist eine einfühlsame und berührende Geschichte, die auf leise, aber sehr wirkungsvolle Weise fesselt. Der Schreibstil ist klar, flüssig und atmosphärisch dicht. Man merkt, dass jede Szene sorgfältig ausgearbeitet wurde. Die Autorin schafft es, die geheimnisvolle Stimmung der Mitternachtskonditorei mit warmen, emotionalen Momenten zu verbinden, sodass die Geschichte sowohl ruhig als auch spannend wirkt.

Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und sehr lebendig. Yeonhwa als Protagonistin ist sympathisch, authentisch und wächst einem schnell ans Herz. Auch Nebenfiguren wie Sawol oder die Gäste der Konditorei haben Tiefe und vermitteln eigene Geschichten und Lebensweisheiten, die nachhallen. Besonders die Vielfalt der Kundengeschichten bringt emotionale Abwechslung und zeigt unterschiedliche Lebenswege und Werte auf.

Die Atmosphäre ist durchgehend stimmig: geheimnisvoll, leicht mystisch, aber gleichzeitig herzlich und zugänglich. Man spürt die besondere Verbindung zwischen den Figuren, der Konditorei und ihrer Umgebung. Der rote Faden bleibt dabei gut erkennbar: Yeonhwas Entwicklung, die Führung der Konditorei und die nach und nach gelüfteten Geheimnisse ihrer Familie bilden ein harmonisches Gesamtbild, das die Handlung trägt, ohne dass einzelne Episoden zufällig wirken.

Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass man sich manchmal ein Glossar oder Fußnoten zu koreanischen Begriffen und Speisen wünschen würde, um noch tiefer in die Welt einzutauchen. Dennoch überzeugt das Buch durch seine emotionale Tiefe, die stimmige Erzählweise und die warmherzige Darstellung der Figuren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2025

Anderssein mit viel Gefühl

Dodo
0

„Dodo“ ist ein richtig schönes Kinderbuch, das mich sofort begeistert hat. Es erzählt die Geschichte von Dorian, der in der Schule ins Stocken gerät und dann nur noch „Do-do“ herausbekommt. Genau daraus ...

„Dodo“ ist ein richtig schönes Kinderbuch, das mich sofort begeistert hat. Es erzählt die Geschichte von Dorian, der in der Schule ins Stocken gerät und dann nur noch „Do-do“ herausbekommt. Genau daraus entsteht der Name „Dodo“ und bald bekommt dieser Name eine ganz besondere Bedeutung.

Mir hat gefallen, dass die Autorin ein sensibles Thema wie Sprachhemmungen oder Anderssein auf eine sehr zugängliche, aber nie belehrende Weise erzählt. Kinder in diesem Alter können sich gut hineinversetzen, weil sie selbst oft Situationen kennen, in denen sie unsicher sind oder Angst haben, ausgelacht zu werden. „Dodo“ macht Mut, zeigt aber auch, wie wichtig Verständnis, Zusammenhalt und ein bisschen Selbstvertrauen sind. Ohne das Wort „Stottern“ jemals in den Mund zu nehmen, spürt man genau, wie groß sein Kampf mit den Worten ist. Gleichzeitig schafft Mohana eine Atmosphäre, die voller Wärme und Hoffnung steckt.

Es ist kein lautes oder actionreiches Buch, sondern eins, das still und ehrlich erzählt, und gerade deshalb so stark wirkt. Man taucht richtig in Dorians Gedanken und Gefühle ein, und ich habe mehr als einmal gedacht: Genau so fühlt sich das an, wenn man unsicher ist und doch so viel zu sagen hätte.

Für mich ist „Dodo“ ein Buch, das zeigt, wie wertvoll Fantasie sein kann, wenn das echte Leben schwer ist. Es ist sensibel, klug und voller Herz und ich glaube, dass nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene viel daraus mitnehmen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2025

Gute Nacht Geschichten zum einkuscheln

Gute Nacht, Zoo
1

Ich habe „Gute Nacht, Zoo“ meiner kleinen Nichte (2) vorgelesen und bin wirklich begeistert. Das Buch ist perfekt für Kleinkinder gemacht: Die dicken, stabilen Seiten halten einiges aus und sind super, ...

Ich habe „Gute Nacht, Zoo“ meiner kleinen Nichte (2) vorgelesen und bin wirklich begeistert. Das Buch ist perfekt für Kleinkinder gemacht: Die dicken, stabilen Seiten halten einiges aus und sind super, wenn kleine Kinderhände selbst blättern möchten.

Die kurzen Geschichten rund um die Tiere sind liebevoll und einfach gehalten. Das ist genau richtig für die Aufmerksamkeitsspanne von kleinen Zuhörern und genau richtig, um als Mama oder Papa beim Gute-Nacht-Ritual zu begleiten. Besonders schön finde ich, dass die Tiere alle auf ihre ganz eigene Art „Gute Nacht“ sagen. Das macht Spaß, regt die Fantasie an und vermittelt Geborgenheit. Ganz wunderbar finde ich auch, dass man das Buch auf jeder beliebigen Seite aufschlagen und direkt vorlesen kann. Das ist mit Kleinkindern wirklich praktisch, weil man nicht immer vorne beginnen oder unbedingt alles am Stück lesen muss und kann.

Die Illustrationen sind bunt, freundlich und kindgerecht, sodass meine Nichte sofort Freude daran hatte, die Tiere zu entdecken. Auch die Verarbeitung überzeugt: hochwertig, stabil und damit ideal für viele gemeinsame Vorleserunden.

Für mich ist es ein tolles Kinderbuch, das Geborgenheit vermittelt, Spaß macht und sich wunderbar in das abendliche Vorleseritual einfügt, auch als Tante ein schönes Erlebnis, gemeinsam darin zu schmökern.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema