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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2025

interessanter Ansatz

Sugar Crush
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Die Geschichte um Mateo, der plötzlich kryptische Nachrichten von einer anonymen Person namens „Pumpkinpie“ bekommt, ist kein neues Konzept, sondern bereits mehrfach umgesetzt, aber sie funktioniert trotzdem ...

Die Geschichte um Mateo, der plötzlich kryptische Nachrichten von einer anonymen Person namens „Pumpkinpie“ bekommt, ist kein neues Konzept, sondern bereits mehrfach umgesetzt, aber sie funktioniert trotzdem gut. Mateo ist eine Figur, die man gerne begleitet. Ein wenig verloren, aber nicht überzeichnet. Seine Gedanken und Gefühle wirken authentisch, sein Umgang mit der Welt nachvollziehbar. Und obwohl vieles vorhersehbar ist, fühlt es sich beim Lesen nicht langweilig an.

Der Ton ist angenehm. Locker, aber nicht bemüht jugendlich, mit einem guten Gespür für Timing und Dialog. Ich musste oft schmunzeln, selten laut lachen, aber das wollte das Buch vermutlich auch gar nicht. Es ist keine Comedy, sondern eine Geschichte mit Herz, ein bisschen Chaos, ein bisschen Nachdenklichkeit.

Was ich ehrlich gesagt schwierig fand, war Chris Talls Auftritt als Figur im eigenen Buch. Die Idee, sich selbst als Mentor einzubauen, hat bei mir ein paar Fragezeichen hinterlassen. Es wirkte ein wenig selbstinszeniert, fast so, als wolle er sich selbst einen besonders klugen Platz in der Geschichte sichern. Die Figur an sich ist nicht schlecht geschrieben, aber für mich hätte sie nicht unbedingt Chris Tall selbst sein müssen.

Das Ende ging mir persönlich zu schnell. Da hätte ich mir mehr Zeit für die Auflösung gewünscht, aber dafür zwischendurch etwas weniger Ausschweifungen. Der offene Schluss bietet Spielraum für eigene Gedanken, was ich grundsätzlich mag, trotzdem hat es sich ein wenig abrupt angefühlt.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

ehrlich, echt und emotional

The summer that broke us (Lifeguard 1)
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Dieses Buch hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich wusste schon nach den ersten Seiten, dass ich nicht mehr so leicht rauskomme aus dieser Geschichte. Es ist nicht nur eine Sommerromanze, sondern ein ...

Dieses Buch hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich wusste schon nach den ersten Seiten, dass ich nicht mehr so leicht rauskomme aus dieser Geschichte. Es ist nicht nur eine Sommerromanze, sondern ein Gefühl. Sonne, Sand, Salzwasser und dazwischen ein Mädchen, das sich selbst wiederfinden muss und ein Junge, der mehr Geheimnisse mit sich trägt als er zeigt.

Was ich besonders mochte, war, wie echt sich alles angefühlt hat. Die Gespräche, die Unsicherheiten, die Blicke zwischen den beiden. Das war nicht übertrieben kitschig, sondern ehrlich. Manchmal tat es weh. Manchmal wollte ich die Figuren schütteln. Und manchmal hatte ich Gänsehaut, einfach weil ein Satz oder eine Szene so perfekt saß.

Die Umgebung war für mich fast wie ein eigener Charakter. Dieses Leben am Strand, das ständige Rauschen des Meeres, die Wärme auf der Haut. Beim Lesen habe ich es richtig gespürt. Und gleichzeitig war da diese Unruhe, diese Ahnung, dass unter der Oberfläche etwas lauert, was alles verändern kann.

Lucia Sterling hat eine Sprache, die leicht wirkt, aber ganz tief geht. Ich habe mich in vielen Gedanken der Protagonistin wiedergefunden. In ihrer Angst, nicht genug zu sein, in dem Wunsch, jemandem vertrauen zu können, ohne sich selbst zu verlieren. Das ging mir echt nah.

Was mir vielleicht ein bisschen gefehlt hat, war eine klarere Linie in der Handlung. Manchmal ist die Geschichte etwas hin und her geschwankt. Aber das hat irgendwie auch zu dieser inneren Zerrissenheit gepasst, die beide Hauptfiguren durchmachen. Es fühlte sich nicht konstruiert an, sondern wie das echte Leben. Manchmal schön, manchmal chaotisch, manchmal beides gleichzeitig.

Am Ende war ich traurig, dass es vorbei war, aber auch dankbar für die Reise. Dieses Buch hat mich beschäftigt. Nicht nur beim Lesen, sondern auch danach. Es war emotional, ehrlich und manchmal ziemlich roh. Und genau deshalb mochte ich es sehr gerne. Es hat einfach alles, was ich an einem guten Buch liebe.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Zwischen Stärke und Erschöpfung

Emotional Female
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Das Buch hat mich schnell gepackt, vor allem durch die Figur Yumiko. Sie wird als kluge, fleißige und sehr pflichtbewusste Ärztin dargestellt. Ihr ständiger Einsatz und ihr hoher Anspruch an sich selbst ...

Das Buch hat mich schnell gepackt, vor allem durch die Figur Yumiko. Sie wird als kluge, fleißige und sehr pflichtbewusste Ärztin dargestellt. Ihr ständiger Einsatz und ihr hoher Anspruch an sich selbst haben mich beeindruckt, gleichzeitig aber auch nachdenklich gemacht. Man spürt, wie sehr sie unter Druck steht, von außen und vor allem auch durch sich selbst.
Besonders berührt haben mich ihre Begegnungen mit den Patienten. Ihre Fürsorglichkeit, ihre Ruhe, ihre Nähe – all das wirkt ehrlich und tief. Es zeigt, wie viel ihr dieser Beruf bedeutet. Umso erschreckender war zu sehen, wie wenig sie dafür zurückbekommt. Statt Anerkennung begegnen ihr Misstrauen, Machtgefälle und strukturelle Kälte.
Trotzdem lässt mich ihre Geschichte etwas zwiegespalten zurück. Yumiko erlebt eine enorme Überlastung, reagiert darauf aber oft mit Rückzug. Sie kämpft viel mit sich selbst, doch eine klare Wendung oder Entwicklung bleibt lange aus. Auch die Reflexion über eigene Anteile an ihrer Lage fehlt stellenweise. Der Text bleibt oft an der Oberfläche und emotional distanziert.
Ich hätte mir auch mehr Stimmen aus ihrem Umfeld gewünscht. Kollegen, Vorgesetzte, andere Perspektiven. So bleibt vieles einseitig. Auch eine stärkere Einordnung der systemischen Missstände hätte dem Buch gutgetan. Vieles bleibt angedeutet, aber nicht konsequent weitergedacht.
Trotz dieser Kritikpunkte hat mich das Buch bewegt. Es wirft wichtige Fragen auf: Wie viel können Einzelne im System leisten? Wann wird Engagement zur Selbstausbeutung? Und wie viel Raum bleibt für Menschlichkeit in einem Beruf, der so stark auf Leistung getrimmt ist?
Yumikos Weg wirkt ehrlich, aber auch traurig. Am Ende wünscht man ihr einfach, dass sie nicht nur funktioniert, sondern wirklich leben kann.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Eine starke Idee mit ein paar Schwierigkeiten in der Umsetzung

Sieben letzte Tage
7

Das Buch hat mich anfangs neugierig gemacht. Der Einstieg wirkte vielversprechend, fast wie ein klassischer Justizthriller mit ordentlich Spannung. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich ...

Das Buch hat mich anfangs neugierig gemacht. Der Einstieg wirkte vielversprechend, fast wie ein klassischer Justizthriller mit ordentlich Spannung. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich das Ganze verzettelt. Die Handlung wird schnell immer größer, und irgendwann hat es sich so angefühlt, als würde die Geschichte sich selbst überholen.

Alice als Hauptfigur ist eigentlich interessant, weil sie keine Heldin im klassischen Sinne ist. Sie zweifelt, sie bricht zusammen, sie kämpft – das macht sie nachvollziehbar. Aber gerade im letzten Drittel wirkt sie stellenweise kaum noch greifbar. Alles passiert so schnell, dass die emotionale Entwicklung kaum hinterherkommt. Außerdem scheint Alice Tag mehr als 24 Stunden zu haben. Sie schafft so unglaublich viel in dieser Zeit, das ist im wahren Leben kaum möglich.

Boudreaux war für mich der Lichtblick. Seine Entwicklung ist glaubwürdig, überraschend und hat mich wirklich interessiert. Bei Eva dagegen hatte ich das Gefühl, dass sie hauptsächlich als Unsicherheitsfaktor dient, ohne wirklich Tiefe zu bekommen.

Der Schreibstil ist direkt, fast gehetzt. Das passt zwar zur Story, hat bei mir aber eher für Stress als für Spannung gesorgt. Es gibt kaum ruhige Momente, keine Zeit zum Durchatmen. Stattdessen springt die Handlung von Schauplatz zu Schauplatz, von Wendung zu Wendung – und nicht jede davon wirkt wirklich durchdacht.

Was mich am meisten gestört hat, war die Überfrachtung zum Schluss. Es wird so viel reingepackt, dass der eigentliche Kern der Geschichte untergeht. Der große Gegenspieler wirkt überzogen, fast schon unrealistisch. Das hätte nicht sein müssen, denn das Thema an sich hat genug Kraft.

Unterm Strich: Die Idee war gut, und einzelne Figuren tragen das Buch. Aber für mich war es zu viel auf einmal, zu wenig Fokus, zu wenig Tiefe an den entscheidenden Stellen. Ich bleibe mit gemischten Gefühlen zurück – manches hat funktioniert, anderes nicht. Ein spannender Ansatz, der in der Umsetzung leider zu oft aus dem Ruder läuft.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Sommerliche Lektüre

Der Duft des tiefblauen Meeres
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Beim Lesen dieses Romans habe ich mich gefühlt, als würde ich barfuß durch die warmen Gassen einer kroatischen Insel schlendern. Die Autorin hat es geschafft, mich mit wenigen Worten direkt nach Cres zu ...

Beim Lesen dieses Romans habe ich mich gefühlt, als würde ich barfuß durch die warmen Gassen einer kroatischen Insel schlendern. Die Autorin hat es geschafft, mich mit wenigen Worten direkt nach Cres zu versetzen. Das Meer, die salzige Luft, das Flirren der Sonne auf den alten Steinmauern, all das ist für mich beim Lesen lebendig geworden.

Die Geschichte rund um Pia hat mich mal mitgerissen, mal zum Nachdenken gebracht. Ihre Reise war nicht immer leicht zu greifen, manches habe ich nicht direkt nachvollziehen können, aber genau das hat sie mir menschlich näher gebracht. Es ist eben nicht alles glatt und logisch im echten Leben, und das spiegelt sich auch in ihrem Verhalten wider. Die Zeitsprünge fand ich spannend, vor allem, weil sie nicht nur Nebenschauplätze sind, sondern die Vergangenheit wie eine zweite Geschichte mitschwingt. Gerade die Abschnitte in den 60ern haben mich überrascht. Sie sind atmosphärisch dicht und voller leiser Tragik.

Was ich besonders mochte, war der ‚Ton‘ des Buches. Die Autorin schreibt klar und bildhaft, ohne unnötigen Schnickschnack. Manchmal sind die Sätze kürzer, fast abgehackt, aber das hat mich beim Lesen nicht gestört. Im Gegenteil, es hat das Tempo der Geschichte gut unterstützt. Ich musste nicht ewig um den Kern der Szene herumschleichen, sondern war sofort mittendrin.

Emotionen gibt es reichlich, aber nicht kitschig verpackt. Kein unnötiges Drama, sondern feine Zwischentöne, die besonders in den Familienmomenten aufblitzen. Die Nebenfiguren – vor allem Gorans Cousine – haben mir oft das Gefühl gegeben, dass ich als Leserin willkommen bin in dieser Welt.

Insgesamt ist Der Duft des tiefblauen Meeres für mich ein sommerlicher Roman mit Tiefgang. Kein schneller Pageturner, sondern eher ein Buch, das man mit an den See nimmt, um es zwischendurch zuzuklappen und einfach nachzuspüren. Wer Fernweh liebt, wird hier ganz schnell ankommen.

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