Herzerwärmende Geschichte im weihnachtlichen Bergen
Schneezauber in NorwegenNina kündigt kurz vor Weihnachten unüberlegt ihren Job. Auch sonst ist ihr Leben eher auf Sparflamme. Ihre Eltern kamen um, als sie noch ein Kind war. Von den Großeltern, die sie zu sich nahmen, ist nur ...
Nina kündigt kurz vor Weihnachten unüberlegt ihren Job. Auch sonst ist ihr Leben eher auf Sparflamme. Ihre Eltern kamen um, als sie noch ein Kind war. Von den Großeltern, die sie zu sich nahmen, ist nur noch ihr Opa übrig. Als dieser im Fernsehen einen Bericht über eine Lebkuchenstadt in Bergen sieht, erkennt er darin seine Jugendliebe Ingrid aus Norwegen, die er gezwungenermaßen ohne Abschied verlassen hatte. Sein schlechtes Gewissen und die Neugier plagen ihn und weil sie gerade nichts Besseres zu tun hat, fliegt Nina mit ihm und ihrem Mitbewohner Alex nach Norwegen, wo sie bald selbst Lebkuchenhäuser gestalten und die weihnachtliche Kulisse genießen. Der attraktive Pensionbesitzer sorgt bei Nina für Herzklopfen.
Das cozy Cover passt perfekt zu diesem winterlich-weihnachtlichen Wohlfühlroman, der zwei Liebesgeschichten miteinander verbindet. Zum einen geht es um Nina, die vom Leben gezeichnet selten Bindungen eingeht, weil sie Angst vor einem erneuten Verlust hat, seit ihre Eltern bei einem Autounfall starben. Ihre Oma hat sie an den Krebs verloren. Geblieben sind ihr Opa und ihr schwuler Mitbewohner Alex. Obwohl ihr Pensionsbetreiber Magnus sofort gefällt, ist sie unsicher, ob eine Liebe in von Frankfurt weit entfernten Bergen eine gute Idee ist. Auf der anderen Seite ist da Uwe, Ninas Opa, der unbedingt nach Norwegen fliegen wollte, um sich bei seiner Jugendliebe Ingrid für sein Verschwinden zu entschuldigen. Über die Hilfe am Bau der Lebkuchenstadt trifft er sie wieder und traut sich aber nicht, ihr seine wahre Identität zu offenbaren. Dabei gefällt Ingrid ihm noch immer.
Die Autorin zeichnet hier liebenswerte und lebensechte Figuren, die man schnell ins Herz schließt und deren Zweifel man deutlich spürt. Man versteht sehr gut, warum sie handeln und manchmal auch weniger gute Enscheidungen treffen. Während man mit Nina, Alex, Uwe und Magnus unterwegs ist, erhält man ein wunderbares Bild des weihnachtlich verschneiten Bergens. Ob in der Lebkuchenstadt, auf einem Wichtelweg für Kinder oder dem Weihnachtsmarkt. Alles stimmt im Buch festlich auf die stade Zeit ein. Die Beschreibung der Orte und dekorativen Kleinigkeiten war mir gelegentlich zu viel gegenüber der Handlung, die eher langsam voranschreitet. Dennoch passte das im hektischen Weihnachtsalltag doch recht gut. Gegen Ende hin passieren noch einige unvorhersehbare Dinge, die für Aufregung sorgen. Gerade die herzerwärmende Geschichte um die alte Liebe von Opa Uwe, hat mich berührt. Besonders eine Szene auf dem Friedhof hat mich ein paar Tränchen verdrücken lassen. Ein toller gefühlvoller Roman, nicht nur zur Weihnachtszeit. 4,5 Sterne