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Veröffentlicht am 23.05.2023

Tiefsinniges Abenteuer einer Befreiung

Waraka
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Arkyn soll der nächste Herrscher Warakas werden. Sein Vater verschwand und der Hüter der großen Schlange, die alle Bewohner Warakas fürchten, Skarf, ist seine einzige Verbindung zur Außenwelt. Er soll ...

Arkyn soll der nächste Herrscher Warakas werden. Sein Vater verschwand und der Hüter der großen Schlange, die alle Bewohner Warakas fürchten, Skarf, ist seine einzige Verbindung zur Außenwelt. Er soll ihm beibringen unter die Bevölkerung durch Angst zu regieren. Doch Arkyn wiederstrebt diese Art der Herrschaft. Zudem will er der Aufgabe nicht nachkommen, sein Seelentier, einen wehrlosen Säbelzahnjaguar, in einem unfairen Kampf zu besiegen. Daher bricht er mit diesem aus und flüchtet ohne Aussicht auf eine Zukunft in die Wälder und von dort ans Meer. Dort trifft er Saga, die als Schiffbrüchige aus dem Land der Wulfen am Strand angespült wurde. Gemeinsam machen sie sich auf, um für Gerechtigkeit und die Freiheit aller zu kämpfen.

Den Autor Tobias Goldfarb kannte ich bisher nur von seinen Kinderbüchern, vor allem den lustigen Geschichten um den Außerirdischen Fonk. Daher war ich neugierig, auch mal ein anderes Genre von ihm zu lesen. Das Titelbild und die Beschreibung des Inhalts ließ mich eine Geschichte á la "Die Jaguargöttin" erwarten. Also ein Mischung aus Abenteuer, Dschungelflair und wilden Tieren, in der es ebenfalls um die Herrschaft ging. Tatsächlich mutet das Setting ähnlich an, eine Stadt, in der eine südamerikanische Hochkultur lebt, außenherum der dichte Dschungel. Doch hier steckt eindeutig mehr dahinter. Es geht nicht nur um eine Abenteuergeschichte, das merkt man gleich. Die Menschen Warakas dienen einer Gottheit, der großen Schlange, die alle 100 Tage Menschenopfer fordert. Die Angst für dieses Opfer ausgewählt zu werden, sorgt dafür, dass die Herrschaft der Königsfamilie nicht angezweifelt wird. Doch Arkyn, der nächste Herrscher Warakas, ist von diesem System nicht überzeugt, das Skarf, der Hohepriester ihm auferlegen will. Uns so beginnt eine mutige und gefährliche Reise durch ein Land, das Arkyn gar nicht wirklich kennt.

Vom Schreibstil seiner Kindergeschichten ist Tobias Goldfarb hier meilenweit entfernt und ich war höchst erstaunt, wie wandelbar seine Erzählstimme doch ist. Arkyns Geschichte ist in Worten erzählt, die sehr gut zur Zeit und zum Setting passen, sehr hochsprachlich, fast philosophisch und mit viel Raum für eigene Gedanken, begleiten wir den Herrscher, der keiner sein will auf seiner Suche nach dem verschwundenen Vater und einer Lösung, die für alle Einwohner Warakas Freiheit ohne Angst bedeuten könnte. Saga ist in der Geschichte viel stärker, als es Arkyn ist. Ist sie zunächst wegen des Goldes, das sie in Richtung Waraka gelockt hat, mit von der Partie, wandelt sie sich im Laufe der Geschichte zu einer noch viel gefestigteren Persönlichkeit.

In die Story fließen außerdem noch fantastische Wesen aus der alten Zeit, vermutlich aus Legenden und Mythen von Inka, Maya und Azteken ein. Sehr vieles kommt dem Leser gar nicht wirklich greifbar vor, esoterisch, ja beinahe ätherisch und nicht von dieser Welt. Es gibt zahlreiche Träume und Visionen, die unsere beiden "Helden" und ihr Handeln beeinflussen und tragen. Vieles dreht sich um die Frage, ob Angst ein Mittel der Herrschaft sein darf und wie man gegen solch eine Herrschaft vorgeht. Kann einer allein etwas tun? Oder zwei? Wie der Ungerechtigkeit ein Ende bereiten ohne Gewalt und Blutvergießen? Wie eine Zukunft in Freiheit für alle erschaffen? Der Ganze Prozess startet hier mit dem Aufbruch und Umdenken eines Einzelnen, wohin er führt, solltet ihr unbedingt selbst lesen. Bei "Waraka" handelt es sich definitiv nicht um einen normalen Abenteuerroman für Jugendliche, sondern um ein tiefsinniges Buch, das bei mir so manchen wertvollen Denkanstoß gab. Ob es bei Jugendlichen heute Anklang findet, lässt sich nur schwer sagen, doch es ist auf jeden Fall auch noch für Erwachsene lesenswert. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Leider sehr schwache Story

Die kleine Rittereule
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Die kleine Eule wollte von Anfang an Ritter werden. Doch dieser Traum bleibt immer fern und niemand traut der kleinen Eule zu, diesen zu verwirklichen. Doch dann verschwinden immer mehr Ritter aus der ...

Die kleine Eule wollte von Anfang an Ritter werden. Doch dieser Traum bleibt immer fern und niemand traut der kleinen Eule zu, diesen zu verwirklichen. Doch dann verschwinden immer mehr Ritter aus der Burg und neue sind so gefragt wie nie. So bekommt zur Verwunderung aller auch die kleine Eule eine Chance, sich zu beweisen. Trotz ihrer kleinen Größe besteht sie die Ausbildung, sogar mit Auszeichnung und hält nun Nachtwache auf der Burgmauer. Eines Abends hört sie jedoch ein kräftiges Flügelschlagen. Etwas Großes kommt auf sie zu. Wird die kleine Rittereule diese Gefahr überstehen können?

Mir gefiel der Titel dieses Bilderbuches, der eigentlich schon vermuten lässt, dass die kleine Eule sich in irgendeiner Art und Weise als kleiner Ritter beweisen muss. Eine kleine Andeutung der Gefahr findet sich auch schon auf dem Cover. Beim Aufschlagen des Buches staunte ich über die wirklich tollen Illustrationen, die zwar etwas verwaschen wirken, aber mich sofort in der Zeit zurückversetzen. Natürlich ins Mittelalter und die Zeit der Ritter, wo die Eule wohlbehütet bei Mutter und Vater aufwächst. Für Kinder gibt es jede Menge zu entdecken. Fahnen, Rüstungen, Holzspielzeuge, Drachenfiguren, mittelalterlich anmutende Plakate. Besonders einfallsreich fanden wir z. B. das Tablett voller Mäuse, das Mutter Eule in der Küche kredenzt. Überwältigend groß werden die "richtigen" Ritter dargestellt. Das beeindruckt nicht nur die kleine Eule. Auf einem Gemälde im mittelalterlichen Stil stellt sich die Eule ihre zukünftigen Heldentaten vor. Die Bilder sprudeln wirklich über vor guten Ideen und wirken einfach kunstvoll.

Der Text hingegen ist sehr kurz. Auf den meisten Seiten steht jeweils nur ein kurzer Satz. Die Geschichte ist sprachlich sehr einfach gehalten und nicht besonders abwechslungsreich. Zum Bespiel findet man innerhalb von ein paar Seiten zweimal die Wendung "zu jmd. Überraschung". Das war dann schon etwas ärgerlich. Sehr durchsichtig ist dabei auch noch, dass Eule nur angenommen wird, weil so viele Ritter verschwinden und man gleich eine Vermutung hat, wohin. Die kleine Eule muss das Unmögliche also nicht mal aus eigener Kraft schaffen. Sehr schnell landet sie dann als Nachtwächter auf der Stadtmauer, wo bald der Grund für das Verschwinden der anderen Ritter auftaucht. Jetzt hatten wir eine List der kleinen Eule erwartet, die zurvor als sehr schlau beschrieben wurde. Was sie allerdings plötzlich hervor"zaubert" ist uns dann doch zu doof. Wenn es wenigstens ein mittelalterliches Essen von Eulerando gewesen wäre, aber so. Sicher hat der Autor das witzig gemeint, für uns passt diese Lösung des Problems aber überhaupt nicht zum Flair des restlichen Buches und ist eine sehr sehr simple Idee, die natürlich hervorragend funktioniert und dafür sorgt, dass überhaupt keine Ritter mehr verschwinden. Die kleine Eule ist der Held der Geschichte. Ende. So schön, wie die Illustrationen sind, die Story selber war enttäuschend oberflächlich. 2,5 Sterne

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Tolles Erstlesebuch - lustig und tiefgründig

Der Wunschling – Wünsche schmecken nach Brausepulver
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Theo ist mit seinen Eltern und seiner großen Schwester Anna in eine neue Stadt gezogen. Es ist die Nacht vor seinem ersten Tag in der neuen Schule und er ist ziemlich aufgeregt, denn mehr als alles andere ...

Theo ist mit seinen Eltern und seiner großen Schwester Anna in eine neue Stadt gezogen. Es ist die Nacht vor seinem ersten Tag in der neuen Schule und er ist ziemlich aufgeregt, denn mehr als alles andere wünscht er sich, schnell neue Freunde zu finden. Da taucht in seinem Zimmer ein kleines Wesen auf, ein Wunschling, der ihm alle Wünsche erfüllen kann und bei ihm einen besonders besonderen Wunsch erschnuppert hat. Doch was immer Theo sich wünscht, stellt das Wesen kaum zufrieden. In der Schule trifft er nicht nur auf den Angeber Amo, den er zu beeindrucken versucht, sondern auch auf Lia, die er zunächst gar nicht beachtet, bis beim Wunschling mal ein Wunsch daneben geht.

Das Cover ist richtig cool und bunt und lässt auf eine lustige Geschichte schließen. Ein bisschen erinnert uns der Wunschling vom Aussehen her an Woozle Goozle und er ist auch ungefähr genauso nervig und chaotisch in einem guten Sinn. Dass Theo vor seinem ersten Tag in der neuen Schule verunsichert ist, konnten wir gut nachvollziehen. Seine große Schwester Anna hat es in seinen Augen immer leichter, da alle sie mögen und sie viel offener ist, schließlich spielt sie gern Theater. In der Schule läuft es dann gar nicht mal so schlecht, allerdings muss Theo sich leider sehr oft dem Klassenangeber unterordnen, um dazuzugehören. Ganz anders bei Lia, die ihn mag, wie er ist. Theo tut auch alles, um dem Wunschling seinen besonderen Wunsch zu stellen, doch keiner ist wirklich gut genug.

Die Idee hinter dem Buch hat mir sehr gut gefallen, denn am Ende ist das mit dem Wunsch doch ganz anders als gedacht. Zudem wird klar, dass man, wenn man sich alles wünschen kann, noch lange nicht zufriedener sein muss, denn Wunschlings Forderungen nach immer neuen Wünschen, gehen selbst dem ruhigen und freundlichen Theo irgendwann auf die Nerven. Am Ende merkt er aber, dass es um etwas viel Größeres geht, als Superheldenshirts, Bälle oder Dino-Roboter. Neben dem neuen Umfeld geht es noch darum, sich selbst treu zu bleiben und sich nicht zu verbiegen, nur um einer bestimmten Person, die man sich als Freund wünscht, zu gefallen.

Auch der Aufbau und die Gestaltung des ersten Wunschling-Abenteuers überzeugen. Die Geschichte ist in sieben kürzere Kapitel aufgeteilt, so dass Lesepausen gut möglich sind. Die Schrift ist auch für Anfänger angenehm zu lesen, da sie recht groß und übersichtlich gesetzt ist. Nahezu auf jeder Seite gibt es tolle Illustrationen, die einen witzigen, lebendigen Zeichenstil haben und den Leser beim Verstehen des Gelesenen unterstützen. Die Figuren erinnern ein bisschen an Comics. Das hat uns sehr angesprochen. Vor allem der Wunschling ist auch echt niedlich, wenn auch manchmal etwas anstrengend. Am Ende der Geschichte warten dann noch drei Seiten mit vier Leserätseln und Lösungen als Verständniskontrolle. Insgesamt ein tolles Buch für alle, die das Lesen gerade entdecken. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 20.05.2023

Actionreiches Abenteuer

Dungeons & Dragons. Dungeon Academy - Allein unter Monstern
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Zellidoras Minotaurenmutter ist Professorin an der Dungeon Academy, deshalb lebt "Zelli" dort schon, seit sie denken kann. Doch sie hat ein Geheimnis, das nur ihre Mütter kennen. Sie wurde als Baby im ...

Zellidoras Minotaurenmutter ist Professorin an der Dungeon Academy, deshalb lebt "Zelli" dort schon, seit sie denken kann. Doch sie hat ein Geheimnis, das nur ihre Mütter kennen. Sie wurde als Baby im Wald gefunden und ist eigentlich ein Mensch. Daher verkleidet sie sich an der Academy, denn dort werden nur Monster unterrichtet, die normalerweise Menschen bekämpfen. Zelli möchte am liebsten nicht auffallen, doch kann sie oft nicht anders, als sich für schwächere Schüler einzusetzen. So lernt sie drei Monster kennen, die sie begleiten, als es gilt einige verschwundene Mitschüler aufzuspüren. Und zudem findet Zelli heraus, wer ihre wahre Mutter ist. Auch sie scheint sich ganz in der Nähe aufzuhalten.

Schon das Cover zeigt, dass es in diesem Abenteuer von gefährlichen Monstern nur so wimmelt. Es basiert auf dem weltbekannten Rollenspiel Dungeons & Dragons und ist auf die Zielgruppe von Kindern ab 8 Jahren angepasst, was den Inhalt angeht. Blutige Szenen gibt es nicht wirklich, dafür jede Menge Kämpfe, auch mal witzige Dialoge. Die Schrift ist jedoch eher klein und es gibt auch nicht auf allen Seiten Bilder, so dass leseschwächere Kinder schnell überfordert sein könnten. Ich würde das Buch eher ab 9 oder 10 Jahren empfehlen. Die Illustrationen sind alle in schwarz und Orangetönen gehalten, was mir persönlich gut gefällt, nur manchmal in Szenen verwirrt, in denen die Kleidung der Charaktere in anderen Farben beschrieben wird. Trotzdem helfen die Bilder vor allem bei actionreichen Momenten für ein besseres Verständnis. Das Spiel, das diesem Buch zu Grunde liegt, muss man übrigens nicht kennen, um hier Freude am Lesen zu haben.

Die Geschichte war anfangs etwas ruhig, es brauchte ein bisschen, bis man in der Dungeon Academy ankam, doch dann nahm die Geschichte schnell an Fahrt auf. Irgendetwas Böses geht im Wald und die Dörfer um die Academy um und Zelli, die hofft, ihrer wahren Mutter zu begegnen, die eine große Heldin sein soll, macht sich auf den Weg. Hier wird sie unfreiwillig von Schülern begleitet, für die sie sich einmal eingesetzt hat. Das gefiel mir an Zelli sofort. Weil sie selbst als einziges "Minotauruskind" ein bisschen Außenseiterin ist, weiß sie, wie sich andere geärgerte Schüler fühlen und kann nicht anders, als für sie einzutreten. Das macht sie sehr sympathisch. Es macht auch total Spaß, wie sich die verschiedenen Monster und ein Mensch zu einer tollen Truppe zusammenfinden und jeder sich auf seine Art und Weise weiterentwickelt. Wer Rollenspiele mag, der wird auch die Monster, Kämpfe und Helden der Geschichte lieben. Am Ende stehen Entscheidungen an und wie sie getroffen werden, hat mich teilweise überrascht. So bin ich wirklich gespannt auf weitere Abenteuer von Zelli. Obwohl die Protagonistin ein Mädchen ist, halte ich das Buch für Mädchen und Jungs gleichermaßen geeignet. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 14.05.2023

Spannend und düster mit Abstrichen

Waldeskälte
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Als ein alter Freund aus Eigerstal anruft, fühlt sich Leutnant Valeria Ravelli von Interpol sofort in die Vergangenheit in dem kleine Bergdorf in den Schweizer Alpen zurückversetzt. Vor Jahren verschwanden ...

Als ein alter Freund aus Eigerstal anruft, fühlt sich Leutnant Valeria Ravelli von Interpol sofort in die Vergangenheit in dem kleine Bergdorf in den Schweizer Alpen zurückversetzt. Vor Jahren verschwanden sie und zwei Freundinnen in der Gegend und nur sie tauchte lebend, aber ohne Erinnerung wieder auf. Sobald sie konnte kehrte sie ihrem Heimatort den Rücken. Nun ist wieder ein Mädchen verschwunden. Ob dieser Fall mit ihrem eigenen zusammenhängt? Ist der Täter von damals immer noch vor Ort? Weil sie in diesem Fall nichts dem Zufall überlassen kann, kehrt Ravelli widerwillig in den Ort ihres Traumas zurück und übernimmt die Ermittlungen.

Den zweiten Band der Valeria Ravelli Reihe hatte ich schon gelesen und fand ihn sehr spannend. Die Beschreibung dieses Falls war ebenso düster und das reizte mich, auch den ersten Krimi zu lesen. Beide können aber unabhängig voneinander gelesen werden. Besonders neugierig machte mich an diesem der sehr persönliche Cold Case der Valeria Ravelli. Zwar wurde in ihrem Fall damals ein Täter festgenommen, diesem konnte aber nichts nachgewiesen werden. Martin Krüger schreibt so, dass man sich sofort fühlt, als müsste man selbst nach Eigerstal und damit in die Schatten der Vergangenheit zurückkehren. Er saugt den Leser förmlich in diese teuflische Gegend und lässt ihn Valerias widerstreitende Gefühle hautnah miterleben. Nicht einmal ihrem alten Freund, der sie verständigt hat, traut sie über den Weg und nicht selten stellen sich einem die Nackenhaare auf, wenn man mit der Protagonistin durch nebelverhangene Bergwelten läuft.

Ravelli ist eine sehr eigenwillige Ermittlerin, die ein hohes Risiko eingeht, um in ihren Fällen weiterzukommen. Das kannte ich schon vom zweiten Band. Nur ist es bei diesem alles noch persönlicher, da sie ebenfalls ein Opfer war. Es kommt in diesem Band auch wieder ziemlich viel Aberglaube vor und Begegnungen, die mysteriös sind und sich eigentlich nicht mit Logik erklären lassen. Umso mehr haben mich die dann doch recht realen Zusammenhänge überrascht, die zwar nicht einfach konstruiert waren, für mich aber nicht so ganz ins Bild eines jahrelang verborgenen Täters oder mehrerer passten, die doch so einfach hätten verschwinden können. Hier hätte ich mir ein gewaltigeres Motiv für die Taten vorgestellt. Gelesen wurde das Hörbuch von einer meiner Lieblingssprecherinnen im Bereich Spannungsliteratur: Julia Nachtmann. Ihre Stimme passte hervorragend zur etwas eigenbrötlerischen Ravelli, aber auch zum düsteren Setting und trug die Verantwortung für so manche Gänsehaut. Für ihren Vortrag hat sie auf jeden Fall 5 Sterne verdient. Die Buchvorlage an sich bekommmt gute 4 Sterne

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