Profilbild von holdesschaf

holdesschaf

Lesejury Star
offline

holdesschaf ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit holdesschaf über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2026

Empathisches Bilderbuch übers Trösten

Was fehlt dir, kleiner Roboter?
0

Der kleine Roboter ist traurig, weil er eine Schraube verloren hat. Die Tiere würden ihn gern trösten, doch sie wissen nicht wie, denn Roboter nimmt man nicht in den Arm oder erzählt ihnen Witze oder doch?

Das ...

Der kleine Roboter ist traurig, weil er eine Schraube verloren hat. Die Tiere würden ihn gern trösten, doch sie wissen nicht wie, denn Roboter nimmt man nicht in den Arm oder erzählt ihnen Witze oder doch?

Das Cover des Buches sagt schon viel darüber aus, worum es geht. Man sieht hier den kleinen Roboter, der die Hauptfigur in der Geschichte ist und leider seine Lieblingsschraube verloren hat. Nun ist er ganz traurig. Alle Tiere helfen ihm gern beim Suchen, doch trösten können sie ihn nicht, denn sie glauben, Roboter mögen oder brauchen all die Dinge und Gesten, die sie selbst trösten nicht. Nur der Biber hat eine Idee. Sie erfreut den kleinen Roboter und er öffnet sich soweit, dass er sagen kann, was ihn tröstet. Mir gefällt wie hier mit den Annahmen der Tiere gespielt wird. Da der Roboter nicht tierisch/menschlich ist, gehen alle davon aus, dass er nicht umarmt, nicht singt oder schwimmt. So versuchen sie gar nicht, ihn zu trösten. Doch es stellt sich heraus, dass er diese Dinge genauso braucht, wie alle anderen. Diese einfache aber wichtige Botschaft, können Kinder leicht auf sich und ihre Lebenswelt übertragen. Jeder braucht auf seine Weise Trost und wird gern getröstet.

Der gut lesbare Text des Bilderbuchs ist recht einfach gehalten, so können auch schon Kinder ab 3 der Erzählung folgen. Im ersten Teil sind die ersten Sätze alle ähnlich aufgebaut. Immer wird vergeblich nach der Schraube gesucht. Auf Erwachsene wirkt das vermutlich etwas befremdlich, ist aber für die kleinen Zuhörer birgt das nach kurzer Zeit schon eine gewisse Vertrautheit, in der man leichter ins Gespräch kommt und sich auf das wesentliche konzentrieren kann. Das Highlight sind die Illustrationen im Buch. Ihnen fehlt das quietschbunte mancher Bilderbücher, sie sind eher zart und atmosphärisch. Manche sind Szenen mit Hintergrund, bei anderen liegt der Fokus ausschließlich auf den Figuren und ihren Handlungen. Beeindruckend ist das Spiel mit dem Licht, sei es in den Blättern der Weiden, als Reflexion auf dem Fluss oder in Form einer Glühbirne, die ein Marmeladenglas beleuchtet. Es zieht den Betrachter in die Szenen hinein. Kinder werden sich auf jeden Fall mit dem kleinen Roboter identifizieren können, weil vermutlich jedes schon einmal etwas verloren hat. Ein tolles, empathisches Buch, das zeigt, wie wichtig es ist, zuzuhören, andere zu trösten und getröstet zu werden. 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2026

Beeindruckender Fantasy-Comic

Lightfall 1: Das verlorene Licht
0

In Irpa, einer Welt, in der die Dunkelheit bedrohlich nahe rückt, lebt Bea mit ihrem Großvater, dem Zauber-Eber, friedlich im Wald. Ihre Aufgabe ist es die ewige Flamme zu hüten. Während des Kräutersammelns ...

In Irpa, einer Welt, in der die Dunkelheit bedrohlich nahe rückt, lebt Bea mit ihrem Großvater, dem Zauber-Eber, friedlich im Wald. Ihre Aufgabe ist es die ewige Flamme zu hüten. Während des Kräutersammelns lernt Bea Cad kennen, einen Galdurier, der nach ihrem Großvater sucht. Er soll helfen, ein Schriftstück zu übersetzen durch das Cad sein verschwundenes Volk wiederfinden will. Doch zurück bei der Hütte ist der leicht verwirrte Opa verschwunden. Eine Nachricht führt Bea und Cad zusammen auf eine rätselhafte Suche. Das Abenteuer beginnt!

Mir hat schon das Lichtspiel auf dem Cover sehr gut gefallen, doch das ist noch nichts gegen die wundervoll stimmungsvollen Bilder im Inneren des Buches. In der Geschichte dreht sich alles um das Licht und dieses Thema wird auch in den Illustrationen perfekt umgesetzt. Das Spiel mit Licht und Dunkel ist außergewöhnlich und hat mich nachhaltig beeindruckt. Gleichzeitig wirken die Figuren mal zart, mal unglaublich präsent und vor allem das Böse sticht durch dunkle Farben heraus. Besonders toll ist die Atmosphäre in den Wäldern gelungen. Man kann sich an den detailreichen Bildern kaum satt sehen. Sie machen diesen Comic zu etwas ganz Besonderem. Die Schrift und die Sprache fügen sich gut in die Szenen ein. Die Menge ist überschaubar, so dass sicher auch Lesemuffel ihren Spaß an dem Comic haben.

Die erzählte Geschichte hat uns auch sehr gefallen. Die Protagonistin Bea ist eher unsicher, geht auch immer lieber auf Nummer sicher und Gefahren am liebsten aus dem Weg. Cad hingegen stürzt sich gern ins Abenteuer und lässt sich auf seinem Weg nicht beirren. Er hat eine so positive Einstellung zu allem. So können beide voneinander lernen und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Dir Reise der beiden ist ein einziges großes Abenteuer, das uns in verschiedene Gegenden Irpas führt und das z. B. Cads Vergangenheit beleuchtet. Viel Rätselhaftes und so mancher Kampf, aber auch das Auftauchen einer bösen Macht, sorgen für Spannung, Witz und Action. Ein bisschen traurig waren wir dann schon, als der erste Band zu Ende war. Wir hätten da noch ein paar Fragen und warten nun gespannt auf Band 2. Ein Comic-HighLIGHT, das man nicht verpassen sollte. 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2026

Zu viel gewollt

Mathilde und Marie
0

Studentin Marie möchte der lauten Hauptstadt Paris und ihren Problemen entfliehen und steigt spontan in den Zug nach Brüssel, wo sie zufällig eine Frau trifft, die sie in ihr Dorft einlädt. Weil sie sonst ...

Studentin Marie möchte der lauten Hauptstadt Paris und ihren Problemen entfliehen und steigt spontan in den Zug nach Brüssel, wo sie zufällig eine Frau trifft, die sie in ihr Dorft einlädt. Weil sie sonst keine Perspektive hat kommt Marie mit und landet in Redu, einem Bücherdorf, das gut ein Dutzend Buchhandlungen und knappe 400 Einwohner zu bieten hat. Hier kommt sie der Natur und der Stille näher und kommt dem auf die Spur, was sie wirklich für ihr Leben möchte. Zudem lernt sie die Bewohner kennen und kann vor allem einer von ihnen helfen.

Der Klappentext von Mathilde und Marie hat sich für mich sehr schön angehört, vor allem weil es um ein Bücherdorf geht und damit auch um mein liebstes Medium - so dachte ich zumindest. Doch schon zu Beginn war die Handlung für mich etwas dürftig begründet und für die heutige Zeit wenig realistisch. Studentin Marie trifft eine ältere Dame auf dem Rückweg ins Bücherdorf Redu und folgt sogleich deren Einladung dorthin. Wie die Frau von sich selbst behauptet, redet sie nur, wenn es etwas Wichtiges ist, Smalltalk führt sie nicht. Dafür jedoch ist sie um keinen ausgelutschten Kalenderspruch verlegen. Die Weisheiten, die sich hier aneinanderreihen, sind ja ganz nett, aber helfen sie wirklich einer jungen Frau, die in ihrem Leben an einen kritischen Punkt gekommen ist? Verlust, Krankheit und Tod sind nur ein paar Schlagworte dazu. Meiner Meinung nach braucht es dafür viel mehr. Auch ihre Rückkehr zur Natur und die Verbindung, die sie versucht, mit ihr aufzunehmen, sind in meinen Augen eher dürftige Motive für einen Roman, durch den das Dorfleben unnötig romantisiert wird. Damit holt man vielleicht gestresste Großstädter für einige Stunden zurück auf den Boden, ich - selbst Dorfbewohnerin in einem ähnlich großen Ort in der Pampa - kann da nur schwer ein Gähnen unterdrücken. Mir kam ziemlich schnell das Wort prätentiös in den Sinn. Der Autor will hier viel, erreicht bei mir jedoch nur, dass ich genervt bin von der Verklärung dörflichen Lebens, wo natürlich alle Zusammenhalten und Fremde mit Neugier und offenen Armen begegnen, wo man den ganzen Tag Zeit hat, Vögeln beim Zwitschern zu lauschen und Blumen beim Wachsen zuzusehen, weil sowieso seltenst jemand die vielen Buchhandlungen aufsucht, für die das Dorf berühmt ist. Mag sein, dass Redu, das es wohl wirklich gibt, etwas Besonderes ist, doch sollte man als Mensch, der sein Leben entschleunigen will, nicht glauben, dass es überall so ist.

Des Weiteren tritt Mathilde, die zweite Frau im Titel, für mich hier viel zu spät in Erscheinung. Ihre Urteile über die junge Frau im Ort, die sie zunächst gar nicht kennt, gefallen mir nicht. So revidiert sie diese schon nach kurzer Zeit und braucht ihre Hilfe. So kommen beide auf eine Idee, die ich so überhaupt nicht schlüssig finde, die aber total aufgebauscht wird. Als jedoch ein Influencer in dem Dorf, in dem es kein Netz gibt, das Ganze groß aufziehen will, reagiert Marie so unpassend, was gar nicht zu der vorher fast zur Heiligen stilisierten jungen Frau passt. Mathildes Problem ist leider auch eines, von dem man in zig anderen Büchern schon gelesen hat und mit der Lösung des Rätsels verhält es sich ähnlich. Die Handlung plätschert vor sich hin und ich konnte für mich leider nichts wirklich Greifbares mitnehmen. Das Ganze Werk ist für mich nichts als eine Blase, von der sich jedoch eine bestimmte Leserschaft gerne vereinnahmen lassen wird. Wer eine heile Welt sucht, der greife hier gern zu. Mir ist das zu flach. 2 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Spannend geschrieben, maues Ende

Fünf Fremde
1

Vor mehr als 30 Jahren verschwanden auf der Nordseeinsel Neuwerk zwei Jugendliche am Ende eines Schullandheimaufenthaltes. Während das Mädchen vollkommen verstört wieder auftaucht, bleibt der Junge verschwunden. ...

Vor mehr als 30 Jahren verschwanden auf der Nordseeinsel Neuwerk zwei Jugendliche am Ende eines Schullandheimaufenthaltes. Während das Mädchen vollkommen verstört wieder auftaucht, bleibt der Junge verschwunden. Annika Lundt, die damals auf der Insel aufwuchs, ist nun Polizistin bei der Mordkommission und kehrt wegen persönlicher Probleme und um ihre kranke Mutter zu unterstützen auf die Insel zurück. Dabei ahnt sie nicht, dass einige der Passagiere, die mir ihr auf der letzten Fähre vor einem großen Sturm auf die Insel kommen, ebenfalls in diesem schicksalhaften Sommer auf der Insel weilten. Doch was zieht sie nach so vielen Jahren zurück nach Neuwerk? Kaum ist die Insel wegen des Sturms vom Festland abgeschnitten, überschlagen sich die Ereignisse.

Als großer Fan der Elbmarsch-Krimis von Romy Fölck musste ich diesen Standalone-Thriller von ihr unbedingt lesen. Die aufwendige Aufmachung mit Schnitteffekt auf dem Cover und dem Farbschnitt des aufbrausenden Meeres sind echte Hingucker. Der Einstieg in die Geschichte packte mich sofort. Nach einer kurzen Rückblende ins Jahr 1995 zum Verschwinden der Jugendlichen, wechselt die Perspektive zu den verschiedenen Personen, die nun in der Jetzt-Zeit auf die Insel zurückkehren. Die Erzählstränge sind nicht immer chronologisch angeordnet, doch durch Datumsangaben kann man die Abläufe sehr gut nachvollziehen. Von Anfang an herrscht eine bedrohliche Atmosphäre, die nicht nur vom herannahenden Orkan herrührt, sondern auch durch die Gründe ausgelöst wird, warum die einzelnen Personen, die anfangs nicht miteinander zu tun haben scheinen, auf die Insel begeben. Seltsame Briefe und eine Vergangenheit, die keinen von ihnen losgelassen hat, werfen bei mir jede Menge Fragen auf, der Wunsch nach Antworten trieb mich förmlich durch die Geschichte. Schon zu Beginn kommt es zu dramatischen Szenen, auch ein Leichenfund lässt Böses erahnen und so manche Situation sorgte bei mir dann auch dafür, dass ich mich allein nachts lesend unwohl gefühlt habe.

Handwerklich, also vom Aufbau und Halten der Spannung auf hohem Niveau, ist der Thriller wirklich meisterlich verfasst. Hin und wieder und gegen Ende vermehrt schleichen sich logische Fehler ein, die man leider nicht immer ignorieren kann. Es gibt viele Unsicherheiten bei den Protagonistinnen und damit auch viele Vermutungen bei mir, was denn passiert sein könnte vor 30 Jahren und auch in der Gegenwart. Wer hält hier die Fäden in der Hand. Obwohl Neuwerk so klein ist, gibt es noch genug Möglichkeiten, die man durchdenken, überprüfen und ggf. wieder verwerfen kann. Sehr rätselhaft sind z.B. Aussagen von Annikas dementer Mutter, aus denen man nicht schlau wird, die aber zeigen, dass hier irgendetwas ganz und gar nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Weitere Rückblicke aus Sicht des verschwundenen Mädchens bringen die Leserinnen dem Tag des Verschwindens näher und mit der Zeit schließen sich auch die Verbindungen der Charaktere untereinander. Was diesen Teil des Buches betrifft, war ich beim Lesen wirklich begeistert. Allerdings stellte ich mir irgendwann die Frage, warum das Ganz nun passiert und ob es dafür überhaupt eine stimmige Auflösung geben kann. Meinen Verdacht wollte ich schließlich auch überprüft wissen.

Nach mehreren brenzligen Situationen, die die Spannung noch einmal hochtreiben, wird dann auch die Auflösung präsentiert. Leider muss ich gestehen, dass ich nach so einem tollen Verwirrspiel das Ende einfach nur mau fand. Manche Zusammenhänge ergeben einfach keinen Sinn. Eine Person, die tatsächlich weiß, was passiert ist, dies aber zu einem vollkommen hanebüchenen Zweck nutzt, anstatt den Verantwortlichen einzuheizen... tut mir leid, das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Zudem gibt es am Ende Dinge, die man eigentlich bei der Durchkämmung der Insel, die im Buch erwähnt wird, entdeckt haben müsste (das äußert sogar eine der Figuren relativ früh selbst). Realistisch gesehen, müssten gewisse Personen schon längst im Gefängnis sitzen. Dass der spannende Plot so unbefriedigend endet, ist natürlich schade. Ich habe mich zwar nicht geärgert, aber mich schon gefragt, warum so etwas im Lektorat nicht aufgefallen ist. Dennoch vergebe ich für die Spannung, die über weite Teile der Geschichte anhielt, wohlwollende 3,5 Sterne. Bis auf das Ende fühlte ich mich gut unterhalten und habe das Buch verschlungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 21.02.2026

Lustige Schulgeschichte mit Rätseln

Kleine Lesehelden: Wir sind erste Klasse!
0

Betti und Anton gehen in die erste Klasse und sind beste Freunde. Heute hat Betti eine geheimnisvolle Kiste dabei, in die sie Anton gucken lässt. Der ist begeistert und findet den Inhalt sehr spannend. ...

Betti und Anton gehen in die erste Klasse und sind beste Freunde. Heute hat Betti eine geheimnisvolle Kiste dabei, in die sie Anton gucken lässt. Der ist begeistert und findet den Inhalt sehr spannend. Als die beiden aber abgelenkt sind, weil die Lehrerin eine aufregende Geschichte vorliest, schlüpft etwas Kleines heraus und sorgt für ein gehöriges Chaos im Klassenzimmer. Wie bekommt man das niedliche Ding jetzt wieder in die Kiste?

"Wir sind erste Klasse! - Es rappelt in der Kiste" ist ein Band aus der Reihe "Kleine Lesehelden", die im Thienemann-Verlag erscheint und in der es viele tolle Abenteuer für Erstleserinnen gibt, wie zum Beispiel die Klassiker von Otfried Preußler. Auch hier ist die Autorin Daniela Kulot sehr bekannt, bisher allerdings für ihre toll illustrierten Bilderbücher, von denen wir einige besitzen und super gern mögen. Wie toll, dass es nun auch ein Werk für Leseanfängerinnen gibt. Für die Zielgruppe passend spielt es in einer ersten Klasse, in die Betti, Anton und 24 weitere Schülerinnen gerne gehen. Hier wird gelernt, gebastelt, gelernt und gelesen. Mir gefällt die positive Atmophäre dieser Klasse sehr gut und auch die Haltung der Lehrerin ist angenehm. Leider hat sie vor bestimmten Tierchen Angst und genau so eines bringt Betti in einer Kiste mit. Als es ausbüxt sorgt das für gehörig Aufruhr und später für Diskussionen, was mit dem kleinen Lebewesen passieren soll. Der ganze Umgang mit der Sache ist entspannt, jeder darf seine Meinung sagen, es wird zivilisiert diskutiert, so wie es sein soll. Dieses Zusammenspiel der großen Klassengemeinschaft zeigt Daniela Kulot komplett ohne pädagogischen Zeigefinger auf und lässt viel Raum für Kinder, sich ihre eigenen Gedanken dazu zu machen. Der Text ist sogar für Schülerinnen, die noch ganz am Anfang ihrer Lesekarriere stehen gut schaffbar und verständlich in einfachen Worten formuliert. Für noch mehr Überblick sorgt die große, übersichtlich gegliederte Schrift. Schon am Anfang werden die wichtigsten Personen der Geschichte kurz eingeführt. Die Kapitel sind ebenfalls nicht übermächtig und enthalten am Ende jeweils ein Rätsel, das man als Belohnung sehen kann oder als kleine Motivation. Mal muss man ein sprachliches Muster erkennen, mal sucht man das Tierchen aus der Kiste oder vergleicht Gegenstände auf der Suche nach einem Paar, das gleich aussieht. Die Abwechslung ist groß. Einzig beim Rätsel über den Fuchs muss man Vorkenntnisse mitbringen. Uns haben die Aufgaben viel Spaß gemacht.

Superschön und bunt sind die Illustrationen der Verfasserin selbst, deren Stil wir sofort wiedererkennen konnten. Sie schafft es mit wenigen Strichen gut lesbare Mienen in den Gesichtern ihrer Figuren entstehen zu lassen. Die Dynamik ihrer Bilder ist ebenfalls Spitzenklasse, sei es nun, um das Chaos im Klassenzimmer zu verdeutlichen oder die Flucht des Kisteninhalts. So lässt sich das Buch auch ganz toll jüngeren Kindern vorlesen. Ein richtig schönes Buch für Erstklässler*innen, das lustig ist und gleichzeitig ein positives Bild von Schule vermittelt. 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere