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Veröffentlicht am 07.03.2022

Die Geschichte hinter einer schrillen Drag-Queen

Ungeschminkt
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Wenn ich an Olivia Jones denke, hab ich eine laute, bunte und schrille Dragqueen vor meinen Augen. Doch Olivia ist noch so viel mehr, und davon erzählt dieses Buch.
Man begleitet sie von relativ klein ...

Wenn ich an Olivia Jones denke, hab ich eine laute, bunte und schrille Dragqueen vor meinen Augen. Doch Olivia ist noch so viel mehr, und davon erzählt dieses Buch.
Man begleitet sie von relativ klein auf und erfährt ein Stück der Geschichte, wie sie zu dem wurde, was sie heute ist. Dabei kommt sie oft von Höckchen auf Stöckchen, was ich sehr unterhaltsam fand. Allgemein hatte ich das ganze Buch über das Gefühl, eine Person würde bei einem Stück Kuchen und einer Cola mit mir über ihr Leben quatschen, was ich wirklich sehr gelungen fand. Natürlich kann man hier kein literarisches Kunstwerk erwarte, sondern der Text ist eher so geschrieben, wie man die Worte erzählen würde. Ich fand es super spannend, so viel über ihr Leben zu erfahren. Dass es ein steiniger Weg war zu dem, wo sie heute steht. Dass sie auch viel Gegenwind erfahren hat, von allen möglichen Seiten, und trotzdem ihr Ding durchgezogen hat. Vor allem viele ihrer Aktionen fand ich einfach klasse: wie sie aus Prinzip eine NDP Sitzung besuchte, wie sie im Bundestag den Bundespräsidenten wählte, wie sie sich selbst für das Dschungelcamp beworben hat, aber auch wie sie und ihr Team die Corona Krise bewältigt haben.
Sie und ihre Olivia Jones Familie sind nach den Beschreibungen so ein gutes Team, was man auch dadurch erfährt, dass viele von Olivias Freunden im Buch fragen zu ihr beantworten. Ebenso gut gefallen haben mir die Passagen über St Pauli, in denen sie über den Zusammenhalt und das Leben dort spricht.
Doch hinter der schrillen Olivia steckt Oliver, über den man im Buch genauso viel erfährt. Tatsächlich fand ich es besonders interessant, dass Oliver sehr gerne auch alleine ist, was ich nie vermutet hätte.
Zusammenfassend also ein Buch, über die wohl bekannteste Dragqueen in Deutschland, die nicht nur erfolgreich, witzig und liebenswert ist und sich für viele wichtige Dinge einsetzt, wie Toleranz und Vielfalt, sondern der man hier wohl so privat wie nie begegnet. Am meisten gefallen haben mir all die Anekdoten und lustigen Geschichten,die sie hier zum besten gegeben hat und die an der ein oder anderen stelle auch mal schwarz überfärbt werden mussten.

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Zwischen zwei Welten

Double Booked – Wenn die Liebe zweimal kommt
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Viele Menschen sind sich sicher, heterosexuell zu sein, ohne das vielleicht jemals hinterfragt zu haben. Doch irgendwann kommen sie dann an einen Punkt, an dem sie vielleicht jemand besonderen treffen ...

Viele Menschen sind sich sicher, heterosexuell zu sein, ohne das vielleicht jemals hinterfragt zu haben. Doch irgendwann kommen sie dann an einen Punkt, an dem sie vielleicht jemand besonderen treffen oder etwas bestimmtes passiert, dass sie an ihrer Sexualität zweifeln lässt. Genau für solche Menschen könnte dieses Buch eine Empfehlung und Unterstützung sein.

Ich habe immer wieder gerne zu dem Buch gegriffen, aber es hat das gewisse etwas gefehlt, was mich richtig an die Geschichte gefesselt hätte. Zum Ende hin ging es Schlag auf Schlag, während das Buch ansonsten eher ruhig war. Ein paar Ereignisse weiter vorn hätten dem Buch noch etwas mehr Spannung gegeben. Dennoch habe ich Georgina super gern auf ihrem Weg begleitet ❤️ das Buch hat auf ehrliche und humorvolle Weise gezeigt, wie ist es, wen man merkt, dass die bisherigen Lebenspläne und die Lebensweise doch nicht in Stein gemeißelt sind und sich rausstellt, dass man etwas anderes will.✨

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Veröffentlicht am 09.04.2022

Bedürfnisse sind wichtig - auch und vor allem als Mutter

Ein Sommer nur für mich
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Seit Amys Ehemann John vor drei Jahren abgehauen ist, kümmert sich Amy um die zwei Kinder und das Haus. Sie hat alle Hände voll zu tun, von Sorgen um Geld bis zu Stress auf der Arbeit und die Erziehung ...

Seit Amys Ehemann John vor drei Jahren abgehauen ist, kümmert sich Amy um die zwei Kinder und das Haus. Sie hat alle Hände voll zu tun, von Sorgen um Geld bis zu Stress auf der Arbeit und die Erziehung der Kinder. Eines Tages steht John in der Drogerie von ihr und bittet sie nichts geringeres, als Zeit mit den Kindern verbringen zu dürfen. Währenddessen geht Amy nach New York und hat dort einen Sommer nur für sich allein: grenzenlose Freiheit, keine Verpflichtungen und Männer gibt es auch genügend. Doch wie geht es nach dem Sommer weiter?

Der Schreibstil ist locker und modern, sodass sich die Geschichte sehr flüssig lesen ließ.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Tagebucheintrag von Cori, der Tochter von Amy. Daran schreibt diese über ihre Gedanken, die aktuellen Geschehnisse und konfrontiert ihre Mutter manchmal mit Fragen. Ich mochte diese Einträge sehr gerne, denn so habe ich als Leser erfahren, was gerade bei John und den Kindern so los ist. Ein eigenes Kapitel aus der Sicht der Tochter wäre wohl etwas zu viel gewesen, daher war es mit dem Tagebuch gut gelöst. Die meisten Gedanken entsprachen denen eines Teenagers, zum Beispiel wenn Cori über ihren Freund gesprochen hat, teils waren ihre Gedanken aber auch schon sehr erwachsen, wenn nicht sogar zu erwachsen.

Amy ist eine absolute Übermutter: sie kümmert sich um wirklich alles, damit der Laden läuft. Damit die Rechnungen bezahlt sind und die Kinder glücklich. Ihre eigenen Bedürfnisse bleiben dabei leider auf der Strecke. Als John kommt und Zeit mit den Kindern einfordert, ist sie dementsprechend überrumpelt. Nach einigen Gesprächen willigt sie dennoch ein, wofür sei meinen vollsten Respekt hat. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, einem Mann, der mich und meine Kinder verlassen hat und für viele Probleme gesorgt hat, einfach meine Kinder zu überlassen, die 3 Jahre lang keinen Kontakt zu ihm hatten. Andererseits ist es natürlich löblich, dass John sich nun auch mal um seine Kinder kümmern will - und Amy bekommt die Möglichkeit, mal aus dem Alltag zu fliehen und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Pflichtbewusst wie sie ist, möchte sie die gewonnene freie Zeit für eine Fortbildung nutzen.

John kommt vor allem zu Beginn nicht gut weg, denn zunächst weiß man lediglich, dass er die Familie überstürzt verlassen hat und Amy nicht finanziell unterstützt hat. Im Verlaufe des Buches merkt man, wie er sich bemüht, den Kindern ein guter Vater zu sein, beziehungsweise ihnen überhaupt ein Vater zu sein.
Am Ende, als Cori im Krankenhaus liegt, merkt man jedoch wieder seinen wahren Charakter, denn er ist einfach überfordert mit der Situation. Ich hatte das Gefühl, bei Spiel, Spaß und Vergnügungen ist er gerne dabei und möchte die Kinder verwöhnen (was toll ist, keine Frage), aber sobald es ans eingemachte geht und Probleme auftauchen ist er überfordert. Was natürlich kein Wunder ist, wenn man in den vergangenen drei Jahren keinerlei Verantwortung für Kinder getragen hat.

Die Idee der Mamazipation fand ich sehr unterhaltsam: sie hat Amy auf überspitze Weise aufgezeigt, was sie schon lange vernachlässigt hat. So konnte sie sich richtig verwöhnen lassen und in die Männerwelt abtauchen.

Die Beziehung zwischen Amy und Daniel fand ich sehr erwachsen, was in ihrem Alter vermutlich aber auch einfach normal und angemessen ist.

Manches war zwischendurch etwas unlogisch, komisch oder hat sich in die Länge gezogen. Dies waren jedoch nur Kleinigkeiten.

Zusammenfassend war es ein tolles Buch für zwischendurch, das daran erinnert, sich Zeit für sich zu nehmen, sich Hilfe zu holen und an seine eigenen Bedürfnisse zu denken, vor allem als (Alleinerziehende) Mutter.

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Veröffentlicht am 27.08.2022

Unkonventioneller Liebesroman

Du, ich hab nachgedacht
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Im zweiten Roman von Lea Melcher geht es um vier Freundinnen: 
Vor 15 Jahren haben sie einen Pakt geschlossen, sich alle fünf Jahre zu treffen und mit ihren Partnern Schluss zu machen. Denn wenn sie eins ...

Im zweiten Roman von Lea Melcher geht es um vier Freundinnen: 
Vor 15 Jahren haben sie einen Pakt geschlossen, sich alle fünf Jahre zu treffen und mit ihren Partnern Schluss zu machen. Denn wenn sie eins zuhause gelernt haben, dann war es wohl folgendes: von Männern sollte man sich nie abhängig machen! Und wie könnte das wohl besser gelingen, als mit einem Schlussmach-Pakt?
 
Die Geschichte war definitiv mal was anderes - während es sonst in Romanen meist um eine entstehende Beziehung geht, ging es hier darum, Beziehungen zu beenden. Keine schlechte Idee, vor allem unkonventionell und eventuell etwas absurd.

Wir alle sind die Summe unserer Erlebnisse. Genau diese Erfahrungen haben die Freundinnen vor vielen Jahren dazu gebracht, den Pakt zu schließen. Alle hatten in ihrem Elternhaus keine so tollen Erfahrungen gemacht, was die Beziehung zwischen ihren Eltern anging. Um nicht selbst gleiches zu erleben, möchten sie sich schützen.

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass mich der ganze Beginn etwas verwirrt hat und ich einige Zeit gebraucht habe, um in das Geschehen reinzufinden. Zu viele Namen, Rückblicke und Beziehungen untereinander, die ich erst einmal zuordnen musste. Mit der Zeit wurde es besser, wobei gewisse Informationen wohl mit Absicht offen gelassen wurden und Interpretationsspielraum blieb.


Die wunderschönen kleinen Zeichnungen alle paar Seiten haben das Buch definitiv versüßt! Es war mal ein abwechslungsreicher Roman, der zum nachdenken angeregt hat, auch wenn er leider nicht das Highlight wurde, das ich mir gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 22.07.2022

Sehr gute Trans Repräsentation, ganz gute Geschichte

In den buntesten Farben
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Eine queere Liebesgeschichte, von einem deutschen Autor und dann auch noch own Voice -vermutlich gibt es kaum ein Buch, was lauter meinen Namen schreien könnte. Dementsprechend groß war meine Vorfreude.

Das ...

Eine queere Liebesgeschichte, von einem deutschen Autor und dann auch noch own Voice -vermutlich gibt es kaum ein Buch, was lauter meinen Namen schreien könnte. Dementsprechend groß war meine Vorfreude.

Das Buch habe ich zweimal zu lesen begonnen, da ich mit dem Schreib & Erzählstil leider so gar nicht klarkam. Mit dem Verlauf des Buches hat es sich gebessert, aber mehr als 40 Seiten habe ich fast nie am Stück gelesen.
Die Idee der Geschichte war toll und etwas spannend. Den Plottwist konnte ich etwas zu früh erahnen, als es mir lieb war. Nachdem sich die Hinweise verstärkt haben, habe ich nur noch auf die Wendung gewartet, während die eigentliche Geschichte noch nicht so weit war. Einige Handlungen der Charaktere kamen mir in diesem Bezug auch nicht glaubhaft vor.
Die Liebesgeschichte hingegen konnte mich voll und ganz überzeugen. Das kennenlernen, die Entwicklung der Gefühle, der Umgang miteinander und vor allem der gegenseitige Respekt haben mir sehr gut gefallen. Zum Ende wurde es teils etwas klischeehaft, aber das ist ja öfter so.
Wofür ich ein dickes Lob aussprechen möchte, ist die Trans Repräsentation. Weil es ein own voice Roman ist, konnte der Autor seine Erfahrungen einfließen lassen, was sehr wertvoll war und die ganze Geschichte sehr aufgewertet hat. Obwohl ich mich schon öfter mit dem Thema beschäftigt habe, konnte ich wieder was dazulernen.

Alles in allem ein Buch mit toller Liebesgeschichte und gelungener Trans Repräsentation, das mich aber leider aufgrund der Hintergrundstory und dem Erzählstil nicht so ganz überzeugen konnte.

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