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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Spannend und authentisch

Das Haus in Charlottenburg
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In dem historischen Roman „das Haus in Charlottenburg“ von Beate Sauer geht es hauptsächlich um die Wohnungsnot in Berlin Ende des 19. Jahrhunderts, um die Mietskasernen, die aufgrund der Bevölkerungsexplosion ...

In dem historischen Roman „das Haus in Charlottenburg“ von Beate Sauer geht es hauptsächlich um die Wohnungsnot in Berlin Ende des 19. Jahrhunderts, um die Mietskasernen, die aufgrund der Bevölkerungsexplosion gebaut wurden und um die Spekulation mit Grund und Boden und deren rücksichtslosen Durchsetzung durch die einzelnen Interessenten.
Der sympathische Architekt Johann Rubehn möchte ein Genossenschaftshaus bauen und findet in seinem adeligen Freund und Professor Louis d'Arnaud einen Befürworter und Geldgeber. Als Arzt an der Charité kennt er die hygienischen Probleme und die Krankheitsverbreitungen in den Mietskasernen und möchte Abhilfe schaffen. Die sympathische Elise ist eine begabte Schneiderin und möchte gerne hochwertige Kleidung nähen. Als sie Johann kennen und lieben lernt, lässt sie sich von seinem Traum anstecken. Baronin Leonora von Rienäcker, die Mutter von Louis, ist einerseits eine liebende Mutter, die ihrem Sohn zuliebe Johann und Elise hilft und andererseits eine knallharte Geschäftsfrau, die über Leichen geht. Die verschiedenen Handlungsstränge, werden optimal miteinander verwoben und mir haben alle sehr gut gefallen. So nebenbei erfährt man auch so einiges Neues über die damalige Zeit, so zum Beispiel, dass es erst ab 1893 eine einheitliche Zeitzone im Deutschen Reich gab. Mit Entsetzen habe ich gelesen, dass die Macht der Vermieter aufgrund des fehlenden Mietrechts so groß war, dass diese mehr oder weniger willkürlich Zwangsräumung der Mieter durchführen konnten (egal ob es rechtens war oder nicht).
Die damaligen Verhältnisse, die Lebensumstände der einfachen Bevölkerung und der gehobenen Gesellschaft wurden authentisch und fesselnd beschrieben. Der Spannungsbogen wurde bis zum Schluss gehalten und ich war immer mitten im Geschehen. Der Roman liest sich dank des Schreibstils von Beate Sauer und der hervorragenden Struktur sehr zügig. Dies ist mein erster historischer Roman von Beate Sauer und sicherlich nicht mein letzter.
Dank des Nachwortes konnte ich Fiktion und Realität sehr gut auseinander halten. Ich habe jedoch ein Personenverzeichnis mit Nennung der wichtigsten Personen und einen historischen Stadtplan von Berlin Ende des 19. Jahrhunderts vermisst. Insgesamt habe ich einen Punkt abgezogen (4 von 5 Sterne), weil der Klappentext viel zu viel vom Inhalt verrät und somit die Geschichte vorhersehbar macht. Ich rate daher dem Verlag, den Klappentext zu ändern und deutlich zu kürzen.
Fazit:
Ich empfehle dieses Buch gerne weiter, da ich jede Seite des Buches genossen habe.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Interessant, spannend und brutal

TINTE und SCHWERT
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Endlich mal wieder ein Roman über den dreißigjährigen Krieg! Hiervon gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige Romane. Der Galgenbaum, Sinnbild für den dreißigjährigen Krieg als Buchcover hat sofort meine ...

Endlich mal wieder ein Roman über den dreißigjährigen Krieg! Hiervon gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige Romane. Der Galgenbaum, Sinnbild für den dreißigjährigen Krieg als Buchcover hat sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auch der Klappentext klang sehr interessant, so dass ich froh war, dass ich diesen Roman bei vorablesen.de gewonnen habe. Der Autor verbindet auf sehr unterhaltsame Weise die historische Realität um die Belagerung und Erstürmung von Pilsen durch den General Mansfeld und fesselnde Fiktion um die Hauptprotagonisten Jacob und Anna sowie Graf Heinrich von Hohenfels miteinander. In diesem Roman werden ausdrucksstark die Kriegsszenen, die brutale Wirklichkeit während des dreißigjährigen Krieges, das unmenschliche aber auch das menschliche Verhalten beschrieben. Die fiktiven und realen Erzählstränge werden hierbei sehr geschickt miteinander verknüpft, wobei der Autor sehr viel Wert auf historische Details legt, was mir sehr gut gefallen hat.
Die Geschichte nimmt bereits im Prolog so richtig Fahrt auf und dem Autor gelingt es wunderbar, mit seinem flüssigen, bildstarken und bewegenden Schreibstil und seiner Erzähltechnik den Spannungsbogen bis zum Schluss zu halten. Die Struktur mit den Überschriften und den kurzen Kapiteln hat ein übriges getan, dass ich das Buch kaum aus der Hand nehmen konnte, da ich unbedingt wissen wollte, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.
Beim Durchblättern hätte ich fast das Personenverzeichnis mit den historischen Personen übersehen. Leider fehlen hier die fiktiven Protagonisten. Die Radierung von Pilsen 1618 ist leicht unscharf, das Wesentliche kann man jedoch erkennen bzw. erahnen.
Ich bin auf Band 2 von „Tinte und Schwert“ gespannt und vergebe hier eine klare Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Empfehlenswertes Fotosachbuch für Vierjährige

National Geographic Kids - Die tollsten Tierbabys aus aller Welt
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In diesem sehr lehrhaften Fotosachbuch von National Geographic Kids für Kinder ab 4 Jahren geht es um tolle Tierbabys aus aller Welt. Die Herausgeber haben auch schon geniale Fotosachbücher für etwas ältere ...

In diesem sehr lehrhaften Fotosachbuch von National Geographic Kids für Kinder ab 4 Jahren geht es um tolle Tierbabys aus aller Welt. Die Herausgeber haben auch schon geniale Fotosachbücher für etwas ältere Kinder herausgebracht. Auch bei diesem Buch bin ich von den kindgerechten Erklärungen total begeistert. Genial einfach, aber trotzdem korrekt und vor allem spielerisch wird den Kleinen Wissen beigebracht.
Als wir die Doppelseite mit den Mississippi-Alligator angeschaut haben, konnte ich anhand einer gekauften Banane meiner Nichte erklären, dass das Alligatorbaby ungefähr diese Größe hat. Die Vergleiche mit den Alltagsgegenständen war für das Vorstellungsvermögen meiner Nichte sehr hilfreich. Sie kam auch beim Betrachten der zahlreichen Fotos nicht aus dem Staunen heraus und sie war davon total hingerissen. Mir selbst ging es ähnlich bei einigen Tieren. So habe ich nie zuvor von der Existenz eines Erdbeerfröschchens gehört und war dementsprechend von den spektakulären Fotos hingerissen.
Im Anhang gibt es noch als Bonusmaterial eine Tierweltkarte, Elterntipps, ein Glossar und ein Hinweis auf weitere Quellen, was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat.
Auch das Material des Buch ist – wie von Ravensburger erwartet - richtig gut.
Fazit:
Meine kleine Nichte und ich haben uns zusammen intensiv mit dem Buch beschäftigt und wir sprechen eine Kaufempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Spannend und authentisch

Hiobs Tochter
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In diesem historischen Roman wird die historisch belegte Gräueltat vom 30.09.1338 im bayerischen Deggendorf an der jüdischen Bevölkerung literarisch hervorragend verarbeitet.
Dies ist nun mein dritter ...

In diesem historischen Roman wird die historisch belegte Gräueltat vom 30.09.1338 im bayerischen Deggendorf an der jüdischen Bevölkerung literarisch hervorragend verarbeitet.
Dies ist nun mein dritter historischer Roman von Peter Orontes und auch dieses Mal war ich von seinem Schreibstil und vom Inhalt ganz begeistert. Der Spannungsbogen wurde bis zum Schluss gehalten und ich war immer mitten im Geschehen. Aufgrund der hervorragenden Struktur des Buches konnte ich problemlos der packenden Handlung, die mehrere Erzählstränge beinhaltet, folgen.
Ich liebe die bildhafte Sprache von Peter Orontes. Sätze wie „Es begann eine andere Saat zu sprießen. Die Saat des Bösen. Noch niemand wusste davon. Außer denen, die sie ausgebracht hatten. Nur Tage später sollte sie aufgehen“ (S. 208) haben mich begeistert.
Im ersten Handlungsstrang wird in der fiktiven Stadt Deggenfeld, wo am 30. September 1338 ein Pogrom gegen die Juden stattfindet, das jüdische Leben mit ihren Bräuchen sowie der Stimmungswandel der Bevölkerung beschrieben. Anhand der jüdischen Magistra Medicinae Miriam bat Nathan, die in Salerno studiert hatte, erfahren wir ausführlich über die damalige fortschrittliche medizinische Behandlungsmethoden der jüdischen Ärzte. Gleichzeitig wird aber auch der Unterschied zur christlichen Behandlung, die Zweiteilung zwischen Arzt und Wundarzt deutlich, die sehr rückständig war. Alle Protagonisten sind authentisch, auch wenn sie etwas klischeehaft dargestellt werden. Ich konnte den Stimmungswandel der christlichen und der jüdischen Bevölkerung beim Lesen direkt spüren.
Im zweiten Handlungsstrang geht es um eine blutige Verschwörung. Dank der immer wiederkehrenden kurzen und hervorragenden Zusammenfassungen der Ereignisse und die daraus gebildeten Schlussfolgerungen, wurde ich beim Lesen immer wieder „abgeholt“, so dass ich kein Problem hatte, auch diesem Handlungsstrang um die Morde mühelos zu folgen.
Der dritte Handlungsstrang auf den ich jetzt wegen nicht eingehen möchte, um das Geheimnis nicht zu verraten, und die noch offen gebliebene Fragen, sind ein gelungener Cliffhanger für den Abschluss der Dilogie.
Ich fand das Personenverzeichnis mit Nennung der wichtigsten Personen und vor allem die Erläuterungen im Glossar sehr hilfreich. Die historisch belegten Personen sind dabei separat aufgeführt. Dank des Nachwortes konnte ich Fiktion und Realität sehr gut auseinander halten.
Fazit:
Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen, da mir alle Handlungssträngen sehr gut gefallen haben. Ich habe jede Seite des Buches genossen.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Interessante Romanbiografie über die Königin des Kitschs

Ein gutes Ende
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Die Romanbiografie „ein gutes Ende“ thematisiert vor allem das Leben der unehelich geborenen Hedwig Courths-Mahler, die bereits in jungen Jahren ganz genau weiß, was sie will (eine Arbeit finden, um sich ...

Die Romanbiografie „ein gutes Ende“ thematisiert vor allem das Leben der unehelich geborenen Hedwig Courths-Mahler, die bereits in jungen Jahren ganz genau weiß, was sie will (eine Arbeit finden, um sich selbst versorgen zu können) und vor allem was sie nicht will (wie ihre Mutter enden, die ihren Unterhalt mit Prostitution verdient und zu viel Alkohol trinkt). Sie ist ehrgeizig und will ihre Wissenslücken schließen, in dem sie viel liest und sich so weiterbildet. Dies findet sich in dem kunstvollen Buchcover mit der lesenden jungen Frau sehr passend wieder und gefällt mir sehr gut.
In ihrer ersten Anstellung im Haus der Rumschöttel arbeitet Hedwig Mahler als Pflegekraft und Unterhalterin für die alte Hausherrin und ansonsten als Dienstmädchen. Da man mit ihr sehr zufrieden ist, hat sie freien Zugang zur Literatur und der Zeitschrift „Gartenlaube“. Als Hedwig ihre selbst geschriebene Geschichte ihrer Dienstherrin vorliest, verlangt diese ein „gutes Ende“ und kein realistisches. Dies nimmt sich Hedwig zu Herzen und verarbeitet in ihren Geschichten so ihre negativen realen Erfahrungen und träumt sich selbst das harte ungerechte Leben mit „einem guten Ende“ schön. Immer wieder erfahren wir – manchmal leider etwas oberflächlich – mehr über die soziale Ungerechtigkeit und vor allem die Chancenungleichheit gegenüber den Frauen im 19. Jahrhundert.
Meine Meinung:
Das Buch liest sich dank des flüssigen Schreibstils von Clara Bachmann „wie von selbst“. Es ist ein Pageturner und ich hatte stellenweise beim Lesen das Gefühl, dass das von Hedwig Courths-Mahler in ihren Romanen herbei geschworene „gute Ende“ auch in dieser Romanbiografie mit „weichgespülten“ Formulierungen bei schweren Themen Eingang gefunden hat. Der „steinige Weg“ hätte man teilweise dramaturgischer und deutlicher ausarbeiten können.
Hedwigs Lebensgeschichte wird zwar chronologisch von 1881 bis 1906 erzählt, in welchem Jahr die Handlung gerade spielt, ist jedoch oft nicht direkt erkennbar, was mich bei einer Romanbiographie etwas gestört hat. Die einzelnen Kapiteln haben immer eine angenehme Leselänge.
Ich habe vor allem ein Nachwort vermisst, in dem die Autorin erläutert, was historisch belegt ist bzw. was ihrer Fantasie entsprungen ist. Über einen historischen Stadtplan von Leipzig hätte ich mich auch gefreut, um die Laufwege der Protagonistin nachvollziehen zu können. Des Weiteren hätte ein Epilog mit einer kurzen Beantwortung der bis zum Schluss offenen Fragen nicht geschadet.
Fazit:
Ich fand die Lebensgeschichte der Königin des Kitsches sehr interessant und vergebe aufgrund der aufgeführten kleineren Defizite noch 4 Sterne.

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