So sanft, so ehrlich, so tief berührend - so ein Jahreshighlight!
Between Fading StarsEs gibt einfach Bücher und Geschichten, bei denen man schon nach wenigen Seiten spürt, dass sie etwas Besonderes sind. Between Fading Stars ist für mich genau so ein Buch. Sowohl äußerlich als auch innerlich ...
Es gibt einfach Bücher und Geschichten, bei denen man schon nach wenigen Seiten spürt, dass sie etwas Besonderes sind. Between Fading Stars ist für mich genau so ein Buch. Sowohl äußerlich als auch innerlich ist dieser Roman mein klarer Favorit der London-is-Lonely-Reihe – und ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich hier mit einem echten Jahreshighlight in mein Lesejahr 2026 gestartet bin.
Eines der größten Highlights ist ohne Zweifel der Schreibstil von Anna Savas. Er ist flüssig, eindringlich und gleichzeitig sanft und gefühlvoll. Ihre Wortwahl ist so präzise und stimmig, dass ich innerhalb kürzester Zeit vollkommen in der Geschichte versunken bin. Besonders beeindruckt hat mich, wie sie Emotionen in scheinbar alltäglichen Momenten einfängt und ihnen eine enorme Tiefe verleiht. Die Balance aus innerer Reflexion und lebendigen Dialogen hat dafür gesorgt, dass ich mich den Figuren sofort verbunden gefühlt habe. Ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen – obwohl ich diese Welt eigentlich gar nicht so schnell verlassen wollte.
Diese besondere Wirkung wird zusätzlich durch die fragile, beinahe zerbrechliche Atmosphäre verstärkt, die sich wie ein feiner Schleier über die gesamte Geschichte legt. Sie passt perfekt zu den Geschehnissen und zu den beiden Hauptfiguren. Auch die romantischen und intimen Momente sind sehr feinfühlig umgesetzt: nicht überladen, nicht plakativ, sondern genau in der richtigen Dosierung, sodass sich alles authentisch und organisch entwickeln durfte.
Besonders überrascht hat mich, wie sehr mich hier der Second-Chance-Trope abgeholt hat. Normalerweise gehört er nicht zu meinen Favoriten, doch Between Fading Stars hat mir eindrucksvoll gezeigt, dass jeder Trope funktionieren kann, wenn er zur Geschichte und zu den Charakteren passt. Und das tut er hier absolut. Die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren ist vom ersten Wiedersehen an spürbar – leise, intensiv und voller unausgesprochener Gefühle.
Der männliche Protagonist Wes war bereits in den ersten beiden Bänden mein absoluter Lieblingscharakter, weshalb meine Vorfreude auf seine eigene Geschichte entsprechend groß war. Und ich wurde nicht enttäuscht. Seine Entwicklung ist nachvollziehbar, ehrlich und emotional tiefgehend. Man spürt in jeder seiner Entscheidungen die inneren Konflikte, die Unsicherheiten, aber auch das Wachstum, das er im Laufe der Geschichte durchmacht.
Gleichzeitig war meine anfängliche Sorge, dass ich keinen schnellen Zugang zur weiblichen Hauptfigur finden könnte – da man sie aus den vorherigen Bänden kaum kennt – völlig unbegründet. Ihre Gedanken waren für mich unglaublich gut nachvollziehbar, ihre Selbstzweifel greifbar und ihre Hintergrundgeschichte berührend, ohne jemals überdramatisiert zu wirken. Sie fühlte sich einfach echt an – wie eine Person, der man im echten Leben begegnen könnte.
Erzählt wird die Geschichte aus beiden Perspektiven, was den emotionalen Zugang noch einmal intensiviert. Gedanken, Ängste und Zweifel werden so unmittelbar transportiert, dass man das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu stehen. Es sind die vielen kleinen Gesten, Gedanken und Worte, die diese Geschichte so besonders machen und die dafür sorgen, dass man nicht nur liest, sondern miterlebt.
Wenn ich überhaupt einen Kritikpunkt nennen müsste, dann wäre es der, dass ich mir noch mehr Nachrichten aus der Jungsclique gewünscht hätte – diese kleinen Einschübe waren für mich immer besondere Highlights. Doch ehrlich gesagt fühlt sich selbst dieser Punkt eher wie ein liebevoller Wunsch nach „noch mehr“ an, als wie echte Kritik.
Auch thematisch hat mich der Roman vollkommen überzeugt. Der Fokus liegt diesmal stärker auf dem Schreiben selbst – weniger auf der Verlagsarbeit – und das passte für mich perfekt zur Geschichte und war auch als Leserin unglaublich interessant umgesetzt.
abschließendes Fazit:
Between Fading Stars ist für mich ein emotionaler, feinfühliger und in sich vollkommen stimmiger Abschluss der London-is-Lonely-Reihe. Anna Savas verbindet einen eindringlichen Schreibstil mit authentischen Charakteren, einer leisen, intensiven Liebesgeschichte und einer Atmosphäre, die lange nachhallt. Für mich ist dieser Band nicht nur der stärkste der Reihe, sondern auch ein echtes Jahreshighlight.