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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2025

Ein Cover, das begeistert – eine Geschichte, die enttäuscht.

Dark Labyrinth – Gefährliches Verlangen
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Das Cover von Dark Labyrinth – Gefährliches Verlangen ist ein echter Blickfang: mystisch, düster, elegant. Es weckt Erwartungen an eine Geschichte voller Magie, Verführung und Gefahr. Auch der Klappentext ...

Das Cover von Dark Labyrinth – Gefährliches Verlangen ist ein echter Blickfang: mystisch, düster, elegant. Es weckt Erwartungen an eine Geschichte voller Magie, Verführung und Gefahr. Auch der Klappentext klang nach einem absoluten Lesehighlight – eine Protagonistin ohne Erinnerungen, ein gefährliches Labyrinth, ein geheimnisvoller Daemon. Perfekte Voraussetzungen also für ein packendes Fantasy-Abenteuer. Leider konnte die Geschichte diesen Erwartungen nicht standhalten.
Die Geschichte wirft Leser:innen ohne Einleitung mitten ins Geschehen. Anfangs wirkte dieser Ansatz frisch und spannend – doch schnell wurde klar, dass dies die gesamte „Einführung“ bleibt. So blieb ich die ganze Zeit über orientierungslos und wusste kaum, worauf die Handlung hinauslaufen sollte. Trotz zahlreicher Beschreibungen wurde die Welt des Labyrinths für mich nicht greifbar. Spannung kam dadurch kaum auf, und eine Sogwirkung entwickelte sich für mich nicht. Stattdessen wiederholten sich die Handlungsstränge irgendwie, ohne dass wirklich etwas Nennenswertes passierte.
Ein großes Problem war für mich die Figurenzeichnung. Weder zur Protagonistin noch zu ihrem geheimnisvollen Gegenpart konnte ich eine emotionale Verbindung aufbauen. Beide blieben für mich unsympathisch und unnahbar, sodass ich die Handlung eher distanziert verfolgt habe. Auch die angedeutete knisternde Atmosphäre zwischen ihnen kam bei mir überhaupt nicht an.
Zwar war der Twist um Schmerz und Macht vom Ansatz her interessant, konnte aber nicht über die Längen und Wiederholungen hinwegtrösten. Die Figuren verhielten sich für mich oft unlogisch und eindimensional, was mein Leseerlebnis zusätzlich schmälerte.
Positiv hervorheben möchte ich den Schreibstil. AdriAnne May schreibt flüssig und leicht, sodass man sich grundsätzlich schnell durch die Seiten bewegt. Auch das Ende bot eine Wendung, die ich so nicht erwartet hatte. Doch diese konnte die vorherige Enttäuschung leider nicht mehr ausgleichen.

abschließendes Fazit:
Dark Labyrinth – Gefährliches Verlangen punktet mit einem atemberaubenden Cover und einer vielversprechenden Ausgangsidee, scheitert für mich aber an der Umsetzung. Die Handlung blieb wirr und spannungsarm, die Charaktere blass und wenig greifbar. Trotz leichter Sprache und einem späten Twist konnte mich der Auftakt der Dilogie nicht überzeugen. Schweren Herzens kann ich das Buch nicht weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 25.09.2025

Ein düsterer, gefährlich schöner Tanz zwischen Hoffnungslosigkeit und Liebe

Girls of Dark Divine − Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.
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Schon beim ersten Blick auf das Cover von Girls of Dark Divine – Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe. von E. V. Woods war klar: Hier wartet kein seichtes Romantasy-Abenteuer, sondern ein ...

Schon beim ersten Blick auf das Cover von Girls of Dark Divine – Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe. von E. V. Woods war klar: Hier wartet kein seichtes Romantasy-Abenteuer, sondern ein düsterer, mystischer Ritt durch eine Welt voller Abgründe, Stärke und Magie. Das Zusammenspiel aus tiefem Schwarz, leuchtenden Details und dem goldenen Schriftzug wirkt edel und geheimnisvoll – genau die Stimmung, die sich auch im Inneren widerspiegelt. Ein Eyecatcher, der „dark, divine, dangerous“ perfekt verkörpert.
E. V. Woods’ Schreibstil hat mich sofort in seinen Bann gezogen: bildhaft, intensiv und atmosphärisch, aber nie überladen. Jede Zeile hat Gewicht, jeder Blick und jedes Zwischenspiel entfaltet Bedeutung. Es ist dieser Sog, bei dem man sich ständig sagt „nur noch ein Kapitel“ – und dann weit über die Nacht hinaus liest.
Die Grundidee – eine Geschichte zwischen dunkler Magie, Ballett und verhängnisvoller Liebe – hat mich von Beginn an fasziniert. Die Spannung liegt weniger in großen Actionszenen, sondern in einer schleichenden, lautlosen Gefahr, die sich Seite für Seite verdichtet. Besonders gelungen: die greifbare Trostlosigkeit der Marionetts, die wie an unsichtbaren Fäden hängen. Gleichzeitig blieb ich den Figuren gegenüber aber etwas distanziert, was sicher auch an der Er-/Sie-Perspektive lag – hier hätte ich mir mehr Nähe und emotionales Mitfiebern gewünscht.
Die Charaktere selbst sind geheimnisvoll, getrieben und von innerer Zerrissenheit geprägt. Besonders die Tänzerinnen wirken wie fragile Marionetten, die Stärke und Zerbrechlichkeit zugleich ausstrahlen. Auch wenn ich nicht alle Figuren wirklich ins Herz schließen konnte, haben sie die düstere Atmosphäre der Geschichte hervorragend getragen.
Nach einem starken Einstieg verlor die Handlung zum Mittelteil hin etwas an Tempo, sodass für mich nicht durchgehend Sogwirkung entstand. Was mich jedoch nachhaltig beeindruckt hat, war das „originale“ Ende: Es passte perfekt zu dieser tragisch-schönen Geschichte und hat dem Buch einen runden, stimmigen Abschluss gegeben. Im Gegensatz dazu konnte mich die deutsche Fassung des Endes überhaupt nicht überzeugen – umso glücklicher bin ich, die Originalversion gelesen zu haben.

abschließendes Fazit:
Girls of Dark Divine - Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe. von E. V. Woods ist ein atmosphärischer Einzelband, der mit seiner dichten Sprache, der besonderen Mischung aus Tanz, Fluch und Liebe sowie einer unheilvoll-schönen Stimmung punktet. Auch wenn ich mir mehr Nähe zu den Charakteren und stellenweise ein strafferes Tempo gewünscht hätte, hat mich das Buch insgesamt überzeugt.

Veröffentlicht am 30.08.2025

Ein stummer Henker, eine lautstarke Heldin - ein fesselnder Reihenauftakt

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Schon das Cover konnte mich sofort begeistern: ein minimalistisches, aber eindringliches Schwert-Design, das Eleganz und Gefahr zugleich ausstrahlt. Es vermittelt perfekt die Mischung aus Schönheit und ...

Schon das Cover konnte mich sofort begeistern: ein minimalistisches, aber eindringliches Schwert-Design, das Eleganz und Gefahr zugleich ausstrahlt. Es vermittelt perfekt die Mischung aus Schönheit und Bedrohung, die sich auch durch die Geschichte zieht. Besonders gefällt mir, dass alle vier Bände zusammen ein stimmiges Gesamtbild ergeben – ein echter Eyecatcher im Regal.
Lisette Marshall überzeugt mit einem flüssigen, atmosphärischen und gefühlvollen Schreibstil. Zwischen den Seiten entfaltet sich eine düster-romantische Stimmung, die leise Tragik mitreißend einfängt und den Emotionen der Figuren viel Raum lässt. Besonders gelungen fand ich die Umsetzung von Creons Sprachlosigkeit, die nicht als Schwäche, sondern als erzählerische Stärke funktioniert.
Die Charaktere sind klar das Herzstück der Geschichte: Emelin vereint Stärke und Verletzlichkeit, wirkt klug, mutig und authentisch – auch im Schatten der machtgierigen Königin. Creon, der „Silent Death“, ist faszinierend komplex: tödlich, stumm, moralisch grau, aber niemals eindimensional. Gerade seine Entwicklung macht ihn zu einem Protagonisten, der polarisiert. Einziger Wermutstropfen: Ich hätte mir sehr gewünscht, einige Kapitel auch aus Creons Sicht zu lesen – vielleicht ergibt sich das in den Folgebänden.
Auch das Magiesystem, das seine Kraft aus Farben schöpft, konnte mich durch seine Individualität überzeugen. Die Welt ist düster, voller Geheimnisse und Gefahren, die Nebenfiguren lebendig und detailreich gezeichnet. Dennoch stand für mich die Romantik stärker im Vordergrund als die Weltgestaltung – was zwar mein Herz erfreut hat, aber meine Erwartungen an die Tiefe der Fantasy-Elemente nicht ganz erfüllte. Im Mittelteil hatte die Handlung zudem kleinere Längen, die für mich verhinderten, dass das Buch zu einem absoluten Highlight wurde.

abschließendes Fait:
Fae Isles – Der Henker der Königin ist ein stimmungsvoller Auftakt, der mit starken Figuren, einer fesselnden Atmosphäre und einem originellen Magiesystem überzeugt. Auch wenn meine sehr hohen Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden, hat mich die Geschichte bestens unterhalten. Für mich klar: Ich werde die Reihe definitiv weiterverfolgen!

Veröffentlicht am 08.06.2025

Ein Traum aus Worten mit kleinen Rissen

Dreams Lie Beneath
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Schon beim ersten Blick war ich verzaubert: Das Cover von Dreams Lie Beneath ist ein kleines Kunstwerk. Der detailreiche Farbschnitt, die düstere, märchenhafte Gestaltung – all das weckt sofort die Sehnsucht ...

Schon beim ersten Blick war ich verzaubert: Das Cover von Dreams Lie Beneath ist ein kleines Kunstwerk. Der detailreiche Farbschnitt, die düstere, märchenhafte Gestaltung – all das weckt sofort die Sehnsucht nach Magie, Geheimnissen und einer eigenständigen Heldin. Und genau das verspricht die Geschichte auch: Eine Welt, in der Albträume real werden und eine junge Frau ihren Platz im Schatten dieser unheimlichen Magie finden muss.
Rebecca Ross ist mir als Autorin nicht unbekannt, und auch hier überzeugt sie wieder mit ihrem atmosphärisch dichten, bildhaften Stil. Ihre Sprache ist poetisch, feinfühlig, klar – und trägt die Geschichte mit einer fast lautlosen Intensität. Besonders gelungen fand ich zunächst den Spannungsaufbau: weniger durch plötzliche Wendungen, sondern durch eine langsam wachsende, unheilvolle Grundstimmung, die sich wie Nebel ausbreitet.
Die Grundidee – dass Albträume durch Magie in die reale Welt treten – hat mich sofort begeistert. Sie ist herrlich unheimlich, kreativ und mal etwas anderes im oft repetitiven Fantasy-Genre - auch wenn die Umsetzung kleiner Logiklücken aufwies. Dass es sich bei dieser Geschichte um einen Einzelband im Fantasy-Genre handelt, ist in der heutigen Zeit fast schon ein kleines Geschenk.
Clementine, die Ich-Erzählerin, hat mich als Figur schnell überzeugt: Eine starke, verletzliche, künstlerisch begabte Heldin mit magischem Talent – facettenreich und angenehm fern von typischen Klischees. Und doch blieb meine emotionale Verbindung zur Geschichte insgesamt überraschend schwach. Die Romantik, die mit eingeflochten ist, konnte mich nicht packen – sie wirkte für mich zu blass, zu wenig greifbar. Auch die Nebenfiguren und Wendungen blieben für meinen Geschmack zu oberflächlich oder vorhersehbar, sodass sich stellenweise leider auch ein paar Längen einschlichen.

abschließendes Fazit:
Dreams Lie Beneath ist ein atmosphärisch starker Einzelband mit einer faszinierenden Grundidee und einem außergewöhnlich dichten, poetischen Schreibstil. Die bildgewaltige Sprache und die originelle Magie haben mich beeindruckt – doch die emotionale Distanz zu den Figuren und einige Längen im Plot verhinderten für mich ein echtes Highlight. Dennoch: ein lesenswertes Buch für alle, die sich in düster-schöne Fantasywelten träumen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 18.05.2025

Gestern, heute, unendlich - ein bittersüßes Leseerlebnis

Gestern waren wir unendlich
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Schon das Cover von Gestern waren wir unendlich hat mich tief berührt. Mit seinen pastelligen Tönen, dem poetischen Motiv und der zarten Melancholie spiegelt es perfekt wider, was zwischen den Seiten verborgen ...

Schon das Cover von Gestern waren wir unendlich hat mich tief berührt. Mit seinen pastelligen Tönen, dem poetischen Motiv und der zarten Melancholie spiegelt es perfekt wider, was zwischen den Seiten verborgen liegt: eine fragile, gefühlvolle Geschichte mit Tiefe. Der wunderschöne Farbschnitt rundet das Gesamtbild ästhetisch ab – ein echter Blickfang mit viel Gefühl.
Doch Gestern waren wir unendlich ist mehr als nur ein schöner Einband: Es ist kein gewöhnlicher Liebesroman, sondern ein emotionales Ausnahmeerlebnis, das mit seiner stillen Intensität überzeugt. Dominik Gaidas Schreibstil hat mich sofort abgeholt – atmosphärisch, eindringlich und absolut authentisch. Seine Beobachtungen sind klug und feinfühlig, die Sprache poetisch ohne je gekünstelt zu wirken. Jede Zeile fühlt sich bedeutungsvoll an, jede Emotion nah und greifbar.
Besonders stark fand ich den subtilen Spannungsaufbau, der nicht durch äußere Dramatik, sondern durch innere Konflikte funktioniert. Die emotionale Fallhöhe ist spürbar, von Anfang an schwingt ein unterschwelliger Schmerz mit. Die Beziehung zwischen Henry und Louis wirkt real, brüchig, zärtlich – und eben nicht idealisiert. Auch die Erzählstruktur ist hervorragend umgesetzt: Die Verbindung zwischen der sich wiederholenden Gegenwart und der chronologisch aufgebauten Vergangenheit ist durchdacht und sorgt dafür, dass keine Längen entstehen.
Die Ich-Perspektive aus beiden Blickwinkeln – Louis’ und Henrys – hat mir gut gefallen, da ich mich dadurch besser in die Charaktere hineinfühlen konnte. Dennoch bin ich mit Henry bis zum Schluss nicht ganz warm geworden. Vielleicht, weil er mir an manchen Stellen zu schwer fassbar blieb – für mich ein kleiner Wermutstropfen in einer ansonsten sehr fein ausgearbeiteten Geschichte.
Die Liebe zwischen den beiden Protagonisten ist intensiv, leise und bewegend. Besonders ihre kleinen Gesten, ihre Nähe, ihre Dialoge haben mich als Leserin tief berührt. Die Themen Vertrauen, Mut und Ehrlichkeit wurden ganz natürlich in den Alltag der Figuren eingewoben – unaufdringlich, aber wirkungsvoll.
Und dann kam das Ende. Zunächst war ich mir nicht sicher, wie sehr mich die Geschichte wirklich berührt hatte – und plötzlich saß ich da, mit einem schweren Herzen und feuchten Augen. Das Buch hat mich im letzten Moment doch noch voll erwischt. Und doch: So schön der Abschluss emotional war, so sehr hätte ich mir etwas mehr Realitätsnähe gewünscht. Das Ende war mir persönlich eine Spur zu idealisiert – was der Wirkung jedoch kaum Abbruch tut.

abschließendes Fazit:
Gestern waren wir unendlich ist ein feinfühliger, atmosphärischer Roman über Liebe, Verlust und die Zerbrechlichkeit zwischenmenschlicher Nähe. Mit einem authentischen Schreibstil, emotionaler Tiefe und einer besonders gelungenen Struktur gelingt Dominik Gaida ein starker Auftakt des Duetts. Auch wenn es für mich nicht ganz zum Lesehighlight gereicht hat, bleibt es ein besonderes Buch, das nachwirkt – und das ich trotz kleiner Kritikpunkte gern empfehle.