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Veröffentlicht am 07.06.2026

She had a dream

She’s a Star!
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Was passiert, wenn Eigen- und Fremdwahrnehmung auf drastische Art und Weise auseinander laufen, erzählt uns Meredith Hambrock in dieser bissigen Satire.

Jessamyn hat einen Traum. Und für diesen Traum ...

Was passiert, wenn Eigen- und Fremdwahrnehmung auf drastische Art und Weise auseinander laufen, erzählt uns Meredith Hambrock in dieser bissigen Satire.

Jessamyn hat einen Traum. Und für diesen Traum gibt sie alles. Ihr großes Problem ist jedoch, dass alle in ihrem Umfeld nicht ganz so sehr an sie glauben wie sie selbst. Sie will die Hauptrolle im Musical "Sound of Music" und ist der Meinung, dass sie das nötige Gesamtpaket dafür mitbringt. Nur die Castingdirektoren haben ihr Talent bis jetzt noch nicht gewürdigt. Doch das plant sie zu ändern.

Selten habe ich ein Psychogram gelesen, das so fesselnd und gleichzeitig überzeugend die Abwärtsspirale einer psychisch labilen Frau darstellt. Jessamyn erzählt aus ihrer Sicht und lässt den Leser damit permanent an allem zweifeln: zuerst an den anderen, später dann immer mehr an ihrer eigenen Wahrheit. Was stimmt wirklich und was hat sie sich selbst nur eingeredet?

Das Buch macht anfangs noch Spaß, gleitet aber immer mehr ins Schmerzhafte ab, je öfter man hinter ihre Maske blicken kann. So muss ein gutes Buch sein!

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Ungleichgewicht

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Das Thema Kinderwunsch ist wie ein Fremdkörper, der jede Beziehung beeinflusst und aus dem Gleichgewicht bringen kann. Und wenn man "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" so liest, bekommt man das ...

Das Thema Kinderwunsch ist wie ein Fremdkörper, der jede Beziehung beeinflusst und aus dem Gleichgewicht bringen kann. Und wenn man "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" so liest, bekommt man das Gefühl, dass es selbst die gefestigten Paare ins Trudeln bringt und keine Frau die perfekte Antwort finden kann.

Die alten Schulfreunde Felix und Matze machen mit ihren Partnerinnen Urlaub in Südfrankreich, dabei könnten die beiden Paare nicht unterschiedlicher sein. Linn und Matze befinden sich mitten in einer Kinderwunschbehandlung und müssen sich von Felix einladen lassen, da sie sich den Urlaub nicht leisten könnten. Eva und Felix hingegen sind scheinbar glückliche Eltern mit zwei Kindern, Eva schafft den Alltag als Mutter offenbar mühelos. Doch die gemeinsame Zeit hebt nach und nach so einige Geheimnisse und Probleme ans Tageslicht.

Das Kammerspiel macht anfangs richtig viel Spaß und zeigt auf knappe, aber unterhaltsame Weise die Unperfektheiten der Figuren auf. Das Thema Kinderwunsch von so grundverschiedenen Seiten präsentiert zu bekommen, ist auch richtig einfühlsam dargestellt.

Aber leider driftet die Geschichte nach und nach ins absurde ab. Überspitzte Szenen nehmen Überhand und die Balance kippt ins Ungleichgewicht. Da hilft es auch nicht, dass sich die Dynamik zwischen Eva und Linn auf positive Art entwickelt.

Den negativen Schlussstrich zieht dann das offene, deutungsarme Ende des Buches.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Episodenhaft

Tage des Lichts
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Ein Leben in sechs Episoden erzählt- das klingt doch eigentlich nach einem ganz spannenden Konzept. Zumal man mit Ivy in ihre Bohemiene-Familie eintauchen darf, in der schon immer die Kreativität und freie ...

Ein Leben in sechs Episoden erzählt- das klingt doch eigentlich nach einem ganz spannenden Konzept. Zumal man mit Ivy in ihre Bohemiene-Familie eintauchen darf, in der schon immer die Kreativität und freie Liebe regiert.

1938 begegnen wir Ivy zum ersten Mal. Es ist Ostern, die Familie kommt zusammen und ihr Bruder Josef will allen seine neue Freundin Frances vorstellen. Währenddessen hadert Ivy mit dem Leben und ihrer Plan- und Ziellosigkeit. So ganz scheint sie nicht in die künstlerische Vielfalt und den Überschwang ihrer Familie zu passen. Doch dann stirbt Josef überraschend und Ivy kämpft ihr Leben lang mit den Konsequenzen.

Eigentlich klingt das alles nach Drama und großen Gefühlen. Die liefert uns Megan Hunter auch mit Sicherheit. Und doch fühlte sich dieses Buch an, als würde ich das alles durch einen starken Filter betrachten.

Megan Hunters Roman dominiert ein blumiger, mit Metaphern beinahe überladener Schreibstil, der mir im Laufe des Buches immer bekannter erschien. Bis mir wieder einfiel, woran er mich erinnerte: "Die Harpye"- was wenig verwundert, stammt doch beides aus derselben Feder.

Ich bin mit beiden Büchern nicht ganz warm geworden, vermutlich weil ich permanent das Gefühl hatte, einen Großteil der versteckten Bedeutungen nicht verstanden zu haben. Auch bleiben die Figuren unnahbar und so fällt es schwer, mit ihnen mitzufiebern und zu leiden.

Insgesamt hat dass Buch Potential und wenn man den Stil mag, kann es ein tolles Leseerlebnis bieten.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Brutale Liebe

The Poet Empress
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Wir haben hier eine unglaublich starke, eindringliche, atmosphärische, vom chinesischen Kaiserreich inspirierte Fantasygeschichte, die mich gefesselt und verzaubert hat.

Yin Wei lebt mit ihrer Familie ...

Wir haben hier eine unglaublich starke, eindringliche, atmosphärische, vom chinesischen Kaiserreich inspirierte Fantasygeschichte, die mich gefesselt und verzaubert hat.

Yin Wei lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf, ihren kargen Unterhalt verdienen sie als Reisbauern. Das Land leidet unter einer furchtbaren Hungersnot, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. Als der Kaiser einen seiner Söhne als Erben ernennt, werden Freiwillige gesucht, die sich als Konkubinen melden. Wei sieht ihre Chance gekommen, ihre Familie zu retten und meldet sich, ohne zu ahnen, in welche Schlangengrube sie sich damit begibt.

Ich war innerhalb eines Wimpernschlages verzaubert von dieser fantastischen wie grausamen Welt, in die uns Shen Tao hier entführt. Die Schlucht zwischen der armen Bvölkerung, in der Frauen Lesen und Schreiben auf den Tod verboten sind, und der Königsfamilie, die dank ihres Siegels mit unglaublicher Macht gesegnet sind, ist riesig. Komplexe Magie ist den Regierenden vorbehalten, und diese Macht korrumpiert jeden, der ihr zu nahe kommt.

Diese Mischung aus historischem Realismus und der zarten Blüten- und Tiermagie ist einmalig. Die Vielfalt und Liebe fürs Detail, die in die Beschreibung der vielen Tiere ebenso wie Kleidung und Nahrung gesteckt wird, springt aus jeder Seite.

Der Kontrast zwischen dieser zarten Magie und der kalten Brutalität dieser Herrscherfamilie trifft einen besonders hart. Umso mehr fiebert man mit Wei mit und hofft, dass ihr Plan sie zum Schluss ans Ziel gelangt. ASo trifft es mich besonders hart, dass ich im Laufe der Geschichte nicht nur mit ihr mitfiebere, sondern auf eine verquere Art und Weise ebenso eine Beziehung zu ihrem Anvertrauten Prinz Terren entwickle- dem eigentlichen Antagonisten der Geschichte.

Shen Tao schafft, was bisher nicht vielen gelungen ist- dass ich mich zum Schluss in das Biest verliebt habe.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Etwas wirr

Nightweaver
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Dieses Buch hält einerseits vieles von dem, was es verspricht, kann in anderen Punkten aber die Erwartungen nicht erfüllen.

Die Welt ist in einem ewigen Krieg gefangen- die Menschen kämpfen gegen die ...

Dieses Buch hält einerseits vieles von dem, was es verspricht, kann in anderen Punkten aber die Erwartungen nicht erfüllen.

Die Welt ist in einem ewigen Krieg gefangen- die Menschen kämpfen gegen die übersinnlichen Nightweaver und sind dabei diesen Kampf zu verlieren. Lediglich die Meere sind ihnen noch geblieben und werden von ihnen als Piraten befahren. Aster Oberon und ihre Familie sind eine der mächtigsten Besatzungen. Bis die Lightbringer, ihr Schiff eines Tages von Nightweaver geentert wird und ihr Bruder Owen dabei ums Leben kommt. Der Rest endet als Gefangene des geheimnisvollen Will und seiner Familie. Doch Aster kämpft gegen das Leben als einfache Bedienstete, gefangen an Land.

Es hätte so eine tolle Piratengeschichte sein können, doch die Zeit auf See ist ziemlich schnell vorbei, den Rest der Geschichte verbringen wir an Land.
Auch wenn es dort spannend weitergeht, kann das meine Sehnsucht nach Fluch der Karibik-Vibes nicht ganz stillen.

Aster und Will sind mit ihren 17 Jahren typische Young Adult-Figuren: eine verwirrende, teils widersprüchliche Mischung aus unreif, impulsiv und unglaubwürdig reif und erfahren. Eigentlich genau das, was ich erwartet habe (auch, wenn ich es nicht unbedingt immer leiden mag).

Diese Welt selbst fasziniert mich. Die Autorin bietet uns verschiedenste Wesen und Figuren, eine schillernder oder düsterer als die andere. Viele davon sind schmückendes Beiwerk, es gibt aber auch eine Vielzahl, die für die Geschichte und ihr Verständnis essenziell sind. Leider werden sie erst nach und nach eingeführt, was das Begreifen dieses Weltenbaus ziemlich schwierig für mich gemacht hat. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Spannung etwas darunter gelitten hat.

Trotz allem möchte ich wissen, wie es mit Aster und Will weitergeht und freue mich schon auf den Rest der Trilogie.

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