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Veröffentlicht am 31.10.2022

Problemkind Autofiktion

Die karierten Mädchen
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Das grundsätzliche Problem, das Bücher haben, welche autobiografische Aspekte in ein fiktives Gewand packen, ist, dass die Grenzen verschwimmen. Was ist wahr, was nur angedichtet? Wieviel Großmutter-der-Autorin ...

Das grundsätzliche Problem, das Bücher haben, welche autobiografische Aspekte in ein fiktives Gewand packen, ist, dass die Grenzen verschwimmen. Was ist wahr, was nur angedichtet? Wieviel Großmutter-der-Autorin steckt noch in Hauptfigur Klara?

Als junge Frau beginnt Klara 1929 in einem Kinderheim zum arbeiten und arbeitet sich bald zur Heimleiterin hoch. Als die finanzielle Lage immer schwieriger wird, sieht sie keine andere Möglichkeit, als sich Unterstützung bei den aufstrebenden Nationalsozialisten zu suchen. Dabei fällt es ihr immer schwerer, ihr größtes Geheimnis zu bewahren, ihr jüdisches Ziehkind.

Die Story an sich ist nicht schlecht erzählt, kann mich aber auch nicht vollends vom Hocker reißen. Die Autorin fokussiert sich in ihrer Schilderung auf die Lebensbanalitäten und baut ein lockeres Gerüst aus historischen Figuren und Ereignissen rund herum.

Dabei steht klar ihre Hauptfigur Klara im Fokus, aus deren Sicht das Ganze erzählt wird. Wie das Nachwort eröffnet, basiert die Figur auf Tonbandkassetten, die die Großmutter der Autorin mit ihrer Lebensgeschichte lückenhaft besprochen hat.

und genau hieran krankt das Buch: einerseits möchte sie ihrer Großmutter ein würdevolles Denkmal setzen, sie scheinbar in ein gutes Licht rücken; allein die Grundlagen reichen dafür nicht aus. Statt für eine strahlende Heldin, die im Untergrund gegen die auftrebende politische Macht kämpft und sich wehrt, erschafft sie eine Mitläuferin, die gerne anders wollte, sich aber nicht traut oder keine Chance dafür sieht.

Man könnte nun sagen, damit hätte sie die Realität der 30er Jahre in Deutschland perfekt eingefangen. Das allein reicht aber nicht, um einen ganzen Roman zu tragen. Noch viel schlimmer ist jedoch, dass dies nur der Auftakt zu einer Trilogie sein soll. Für meinen Geschmack hätte es gereicht, einen runden Roman daraus zu stricken, für mehr überzeugt das Buch einfach nicht genug. Und das Ende macht erst recht nicht Lust auf mehr.

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Heiße Luft

Vega 1 – Der Wind in meinen Händen
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Ach, ich sollte meine Leseentscheidung wohl nicht mehr von hübschen Buchdeckeln und reißerischen Klappentexten abhängig machen. Die Enttäuschung ist hinterher einfach zu groß, wenn das Buch mal wieder ...

Ach, ich sollte meine Leseentscheidung wohl nicht mehr von hübschen Buchdeckeln und reißerischen Klappentexten abhängig machen. Die Enttäuschung ist hinterher einfach zu groß, wenn das Buch mal wieder nicht hält was es verspricht.

Vega lebt in einem Deutschland der nahen Zukunft. Regen ist Mangelware, zur Bewässerung von Feldern und Gärten werden Wettermacher wie Vega engagiert. Oder eben auch nicht wie Vega, denn sie ist etwas Besonderes. Sie benötigt keine Drohnen und Chemikalien, ihre geheimen Kräfte sind vollkommen ausreichend. Doch dann geht ein Auftrag schief und sie wird plötzlich zur Gejagten.

Klingt spannend? Könnte es auch sein, wenn die Autorin ihren Fokus mehr auf den Weltenbau gelenkt hätte als auf die vollkommen unnötige, aber obligatorische Dreiecks-Lovestory. Der Roman besteht zu großen Teilen aus hektischen Ortswechseln, romantischen Verstrickungen und Entwicklungen, sowie mehr als offensichtlichen Enthüllungen.

Zudem wirkt das Ganze sehr gestreckt, denn natürlich handelt es sich hier nicht um einen Einzelband, sondern den Auftakt zu einer "Saga". Es soll episch und fesselnd werden, davon ist allerdings zumindest in diesem Band nicht viel zu spüren außer heißer Luft.

Ich jedenfalls bekomme nicht genug Gedankenfutter geliefert, um die Wartezeit bis zu Band 2 mit Spannung und Erwartung zu überbrücken.

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Weihnachtlich besinnlich

Spekulatius, der Weihnachtsdrache rettet das Fest
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Jaja, ich weiß ja, dass es eigentlich ein Kinderbuch ist, aber auch ich als Erwachsene hatte mit diesem Buch meine wahre Freude! Der kleine Drache Spekulatius versprüht auch in diesem zweiten Band wieder ...

Jaja, ich weiß ja, dass es eigentlich ein Kinderbuch ist, aber auch ich als Erwachsene hatte mit diesem Buch meine wahre Freude! Der kleine Drache Spekulatius versprüht auch in diesem zweiten Band wieder eine riesige Portion weihnachtlichen Zauber.

Denn er kehrt zu Mats und Matilda zurück, als ihr Weihnachtsfest bedroht wird. Die Weihnachtsbäume verlieren ihre Nadeln, der Glühwein schmeckt plötzllich seltsam sauer und überall riecht es nur noch nach Knoblauch. Doch Speki ahnt gleich, wer da seine Finger im Spiel hat.

Diese Fortsetzung ist fast noch besser als das Original. Die Geschichte ist noch weihnachtlicher und "gehaltvoller". Diesmal bekommen wir es mit einer Handvoll weihnachtlicher Figuren zu tun, lernen mehr über die Geschichte von Weihnachten und erleben so einiges an Überraschung.

Ich habe die Geschichte wieder als Hörbuch gehört und bin erneut bezaubert von der liebevollen Vertonung und musikalischen Untermalung. Insgesamt eine gelungene Weihnachtsgeschichte, bei der Groß und Klein noch etwas lernen können.

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Gewohnt bissig

This Charming Man
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In der neuesten Ausgabe der "Stranger Times" geht es um eine recht blutige Mordserie in Manchester, bei der alles auf Vampire hinzudeuten scheint. Aber die gibt es doch nicht wirklich, oder? Die Community ...

In der neuesten Ausgabe der "Stranger Times" geht es um eine recht blutige Mordserie in Manchester, bei der alles auf Vampire hinzudeuten scheint. Aber die gibt es doch nicht wirklich, oder? Die Community der Übernatürlichen ist zwar ziemlich groß, aber selbst die haben noch nie von der Existenz dieser Fabelwesen gehört. Also ermitteln Hannah und ihre Mitstreiter und gehen der Ursache weiter auf den Grund.

Es ist schön, mit den vielen liebgewonnenen Figuren Wiedersehen feiern zu können. Manche von ihnen haben einen größeren Auftritt als andere. Dazu kommen noch ein paar neue Mitspieler, die die Geschichte um einiges skurriler und unterhaltsamer machen.

Die im Vordergrund stehende Story ist spannend, ziemlich blutig und überrascht zum Schluss mit einer interessanten Auflösung.

Genauso interessant ist aber auch die Rahmenhandlun, die die geplanten drei Bände miteinander verbinden soll. Es gibt ein paar neue Hinweise und Antworten, genauso viele neue Fragen werden aber auch aufgeworfen. Hier merkt man dem Buch eben doch an, dass es sich um den (ungeliebten) mittleren Band handelt, der den Leser am Ball halten soll, ohne zu viel Spannung durch Antworten aufzugeben.

Bei mir geht das Konzept auf jeden Fall auf, ich kann das große Finale kaum erwarten!

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Funktioniert nicht ganz so gut

Miss Kim weiß Bescheid
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Ihr Debut war letztes Jahr wohl in aller Munde und ein durchschlagender Erfolg. Cho Nam-Joo bot einen unheimlich interessanten Einblick in die Gesellschaftsstrukturen eines sehr verschlossenen Landes und ...

Ihr Debut war letztes Jahr wohl in aller Munde und ein durchschlagender Erfolg. Cho Nam-Joo bot einen unheimlich interessanten Einblick in die Gesellschaftsstrukturen eines sehr verschlossenen Landes und legte dabei den Fokus auf die weibliche Hälfte der Bevölkerung.

Mit ihrem neuen Buch knüpft sie direkt an ihr erstes Buch an, erzählt diesmal aber acht unabhängige Geschichten. Man erhält Einblicke in acht verschiedene Leben, einer davon betrachtet die Autorin nach dem Erfolg ihres Buches.

Dabei legt sie verschiedene Gesellschaftsprobleme offen, die alle in Zusammenhang mit der Ungleichbehandlung von Mann und Frau stehen.
Es gelingt ihr, wie schon bei ihrem Vorgänger, meisterhaft mit wenigen Worten unheimlich viel auszudrücken.

Allerdings funktioniert die koreanische Zurückhaltung in Verbindung mit den knappen Texten der Kurzgeschichten nicht ganz so gut wie als Roman. Zu viel bleibt ungesagt oder wirkt nicht prägnant genug. Das Wichtigste wird transportiert, aber der einschlagende Effekt, den man erwartet oder sich zumindest erhofft hat, kommt nciht ganz zur Geltung.

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