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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2026

Gelungener Auftakt einer neuen Reihe

Die Meerglas-Schwestern
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Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Roz Australien. Das Einzige, was sie aus ihrem Elternhaus mitnimmt, ist ein Ring mit einem leuchtenden Opal, den sie beim Ausräumen entdeckt hat. In einem Antiquitätengeschäft ...

Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Roz Australien. Das Einzige, was sie aus ihrem Elternhaus mitnimmt, ist ein Ring mit einem leuchtenden Opal, den sie beim Ausräumen entdeckt hat. In einem Antiquitätengeschäft in London wird sie auf rätselhafte Weise von einem Gemälde angezogen, das eine schottische Küste zeigt. Dieser Fund führt sie schließlich nach Schottland, wo sie sich auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Familie begibt.

Der zweite Erzählstrang beginnt im Jahr 1931 und begleitet Iris, eine von vier Schwestern. Ihr Lebensweg führt sie bis nach Ceylon und ist eng mit den Geheimnissen verbunden, denen Roz viele Jahre später auf die Spur kommt. Nach und nach verweben sich beide Zeitebenen zu einer bewegenden Familiensaga voller Familiengeheimnisse und verborgener Schicksale.

Familiensagas mit wechselnden Zeitebenen und gut gehüteten Geheimnissen mag ich sehr. Umso gespannter war ich auf „Die Meerglas-Schwestern“, und ich wurde nicht enttäuscht.

Der Roman hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und die kurzen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sorgen dafür, dass die Spannung durchgehend erhalten bleibt. Immer wieder werden neue Puzzleteile enthüllt, sodass ich das Buch nur ungern aus der Hand gelegt habe.

Besonders gefallen haben mir die atmosphärischen Schauplätze und die gelungene Verknüpfung der beiden Erzählstränge. Nach und nach setzt sich das Familiengeheimnis zusammen, ohne dass die Handlung vorhersehbar wirkt.

Für mich war „Die Meerglas-Schwestern“ eine rundum gelungene Lektüre, die mich bestens unterhalten hat. Wer emotionale Familiensagas mit starken Figuren, bewegenden Schicksalen und einer Prise Geheimnis mag, sollte dieses Buch unbedingt auf dem Radar haben. Ich freue mich schon darauf, die weiteren Bände der Reihe zu lesen.

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Veröffentlicht am 14.07.2026

Wie ein Gemälde, das seine Zeit braucht

The Artist
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Der Roman spielt in der Provence um 1920. Der junge Journalist Joseph reist zu dem berühmten, zurückgezogen lebenden Maler Édouard Tartuffe, um ihn zu interviewen. Dort begegnet er auch dessen Nichte Ettie, ...

Der Roman spielt in der Provence um 1920. Der junge Journalist Joseph reist zu dem berühmten, zurückgezogen lebenden Maler Édouard Tartuffe, um ihn zu interviewen. Dort begegnet er auch dessen Nichte Ettie, die mit ihm im Haus lebt und stark von Édouard abhängig ist. Nach und nach wird deutlich, dass sich hinter der Kunst und der schönen Umgebung Spannungen und Geheimnisse verbergen.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir zunächst nicht ganz leichtgefallen. Nach den ersten Seiten war ich noch unsicher, ob mich der Roman wirklich erreichen würde.
Mit der Zeit hat sich jedoch genau das Gegenteil entwickelt: Die Atmosphäre, die langsame Erzählweise und die unterschwellige Spannung haben mich zunehmend in die Geschichte hineingezogen und schließlich doch deutlich mehr gepackt, als ich anfangs erwartet hätte.

„The Artist“ ist ein Buch, das sich wie manches Gemälde nicht sofort erschließt, bei genauerer Betrachtung jedoch zunehmend an Wirkung gewinnt.

Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Ein emotionaler Sommer

Unser Sommer endet nie
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„Unser Sommer endet et nie“ erzählt die Geschichte der Schwestern Emma, geboren 1980, und der fünf Jahre jüngeren Agathe. Der Roman wechselt zwischen ihren Perspektiven und springt zusätzlich zwischen ...

„Unser Sommer endet et nie“ erzählt die Geschichte der Schwestern Emma, geboren 1980, und der fünf Jahre jüngeren Agathe. Der Roman wechselt zwischen ihren Perspektiven und springt zusätzlich zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her: einem „Gestern“, das sich über Jahrzehnte der Vergangenheit erstreckt, und einem „Heute“ in der Gegenwart, das sich über eine Woche an der Atlantikküste abspielt. Dort treffen sich die Schwestern noch einmal, während das Haus ihrer Großmutter geräumt und verkauft werden soll.
Wir blicken mit den beiden auf prägende Ereignisse zurück und sehen, wie sehr diese ihr heutiges Leben beeinflusst haben.

Im Mittelpunkt stehen Familie, Zusammenhalt, Abschied und die Frage, wie man nach Verlusten neue Wege findet. Beide Schwestern tragen ihre eigenen Probleme mit sich, und auch die familiären Beziehungen sind alles andere als einfach.

Die Geschichte hat mich sehr berührt, teilweise erschüttert und auch traurig gemacht, gleichzeitig gab es Momente, bei denen ich schmunzeln musste. Virginie Grimaldi lässt einen sehr nah an den Figuren dran sein. Ich konnte ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen, und die Schwestern wirkten dadurch für mich sehr lebendig und echt. Ein intensiver Roman, der lange nachhallt und den ich sehr, sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Berührendes Lesehighlight

Gretas Männer
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Fünfmal verheiratet und kein einziges Mal geschieden. Das bedeutet, dass vier ihrer Männer gestorben sind. So war es bei Greta. In der Verwandtschaft nannte man sie deshalb „die Bienenkönigin“.

Lola, ...

Fünfmal verheiratet und kein einziges Mal geschieden. Das bedeutet, dass vier ihrer Männer gestorben sind. So war es bei Greta. In der Verwandtschaft nannte man sie deshalb „die Bienenkönigin“.

Lola, Gretas Enkelin, weiß so gut wie nichts über ihre Großmutter, denn über Greta wird beharrlich geschwiegen.
Doch als Lola eine Tochter bekommt und sie nach ihrer Großmutter benennt, beginnt sich Gretas bewegtes Leben nach und nach zu entfalten.

Was für ein fesselndes Buch!
Der Roman von Judith Reusch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen, mich total berührt und begeistert.
Die Geschichte spielt in der Gegenwart und springt immer wieder zurück in die Vergangenheit ab Mitte der 1950er Jahre.

Wir erfahren, wie es dazu kam, dass Greta fünfmal geheiratet hat und warum ihre Tochter, Lolas Mutter, den Kontakt zu ihrer Mutter Greta abgebrochen hat.

„Gretas Männer“ erzählt von einer starken, lebensklugen Frau, die trotz vieler Verluste nie ihren Mut und ihre Hoffnung verloren hat. Und sie zeigt, wie Familiengeheimnisse Generationen prägen können.
Ein Roman, der berührt und nachdenklich macht.
Sehr, sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Wurzeln in der Fremde

Ein Ort, der bleibt
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Der Roman erzählt von der Entstehung des Botanischen Gartens in Istanbul und verbindet die Schicksale einer deutschen Exilfamilie, einer türkischen Wissenschaftlerin und einer jungen Frau in der Gegenwart.

Die ...

Der Roman erzählt von der Entstehung des Botanischen Gartens in Istanbul und verbindet die Schicksale einer deutschen Exilfamilie, einer türkischen Wissenschaftlerin und einer jungen Frau in der Gegenwart.

Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Die Verbindung aus historischer Realität und fiktiver Handlung ist sehr gelungen und wirkt durchgehend glaubwürdig und lebendig erzählt.

Besonders spannend fand ich die Geschichte rund um den Botanischen Garten in Istanbul und die Menschen, die ihn geprägt haben. Die Schicksale der Figuren sowohl der historischen als auch der fiktiven sind fein miteinander verwoben und geben der Handlung Tiefe, ohne überladen zu wirken.

Der Schreibstil ist atmosphärisch und bildhaft, wodurch die Zeit- und Ortswechsel sehr gut nachvollziehbar sind. Auch die Gegenwartsebene fügt sich stimmig ein und schafft eine interessante Verbindung zur heutigen Perspektive auf das historische Erbe.

Insgesamt ein sehr berührender und klug erzählter Roman, der Wissen vermittelt und gleichzeitig emotional bewegt.

Absolut empfehlenswert!

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