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Veröffentlicht am 18.02.2020

Die Liebe zum Leben

Sternenblütenträume
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„You are the sunshine of my life“ (Stevie Wonder)

Diese Textzeile hat die Hochzeitsfotografin aus Leidenschaft, Nina, bestimmt schon häufig bei ihrer Arbeit gehört. Und obwohl sie sich gerade von ihrem ...

„You are the sunshine of my life“ (Stevie Wonder)

Diese Textzeile hat die Hochzeitsfotografin aus Leidenschaft, Nina, bestimmt schon häufig bei ihrer Arbeit gehört. Und obwohl sie sich gerade von ihrem Freund getrennt hat, nimmt sie die besonderen Gefühle, die Schulsozialarbeiter Felix in ihr hervorruft, an. Die beiden treffen sich im Wald... nicht dem dunklen Wald, in dem sich laut Ninas Mutter Bösewichter rumtreiben – nein, auf einer feenhaften Lichtung mit tanzenden Schmetterlingen und einer ganz besonderen Stimmung, die immer wieder Anker in der Geschichte ist.

Und so beginnt der Roman mit viel Liebe und positiver Energie, welche die Autorin wunderbar bildlich in Worte fasst:

„Nach wie vor flatterten Schmetterlinge in der Sonne, nach wie vor zwitscherten die Vögel. Der Mann war hier angekommen wie ein Blatt, das vom Baum geweht liegen bleibt und mit der Landschaft verschmilzt, als wäre es schon immer da gewesen.“ (Zitat S. 36)

Aber natürlich wäre die Geschichte nach wenigen Seiten erzählt, wenn da nicht schon das Unerwartete, Unfassbare im Hintergrund lauern würde. Plötzlich holt die beiden Protagonisten die Vergangenheit ein. Die Wege trennen sich...

Ulrike Sosnitza spielt gekonnt mit den Gefühlen ihrer Leserschaft und vermittelt ihnen in gut gesetzten Worten die Emotionen der Protagonisten. Einerseits zeichnet sie Bilder, die uns scheinbar bekannt vorkommen, andererseits sieht man in der Entwicklung auch genug Fiktion, um nicht vollständig realitätsfern in der Geschichte zu versinken. Wir bekommen sowohl Nina's als auch Felix's Gedanken zu lesen, was das positive Bild abrundet. Was mir zudem gut gefällt, ist das Erzähltempo, welches meinem Gefühl nach je nach Szene wechselt. Man möchte auf der Lichtung verweilen, dann aber Fahrt aufnehmen, wenn die Protagonisten die Verzweiflung quält.

Der Roman wird abgerundet durch Personen wie z.B. den Förster, welcher dem Wald eine besondere Bedeutung gibt oder den Eltern der beiden Hauptpersonen, die weitere emotional wichtige Aspekte einbringen.

Alles in allem ist für mich „Sternenblütenträume“ ein absolut lesenswerter Roman, der meinen bisherigen Lieblingsroman von Ulrike Sosnitza (Novemberschokolade) sogar toppen kann. Eine Geschichte, die man gerne seiner besten Freundin erzählt und an die ich bei den nächsten Holunderblüten sicherlich denken werde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2020

Ganz schön Pink und Girly :-)

Kann ich jetzt bitte mein Herz zurückhaben?
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Girly, girly, girly!

Dieses Buch ist wirklich girly! Schon das Cover ist thematisch perfekt gestaltet mit einem süßen Zuckerherz-Lollie, einem goldenen Krönchen und vielen kleinen Sternen... und der ...

Girly, girly, girly!

Dieses Buch ist wirklich girly! Schon das Cover ist thematisch perfekt gestaltet mit einem süßen Zuckerherz-Lollie, einem goldenen Krönchen und vielen kleinen Sternen... und der Clou ist der Buchschnitt in Pink! Und nicht nur die Blattränder sind pink, auch jede einzelne Buchseite hat einen Rahmen in der gleichen Farbe – außergewöhnlich und in Verbindung mit dem Inhalt absolut klasse

Ja, der Erstlingsroman der englischen Journalistin ist ein „Girly“-Roman mit einer quasselnden Klatschmagazin-Reporterin Polly, einem adligen Herzensbrecher namens Jasper, der durchgeknallten Kollegin Lala und der typisch englischen Braut Lex... natürlich sind wir auch beim Brautjungfern-Wochenende mit viiiel Alkohol dabei ;)

Den Gegenpol bildet Pollys Mutter und ihr neuer Gefährte, den sie in der Kirchengemeinde kennenlernt. In diesem Geschichtsstrang wird Polly ein wenig geerdet, während sie auf den übrigen Seiten wie ein (emotionaler) Wirbelwind durch Jagdszenen, SMS mit „best friend“ Bill und vielen anderen alltäglichen Geschichten rauscht.

Gespickt ist der lockere Roman mit viel britischem Humor, den die Autorin, welche die Kreise der Upper Class gut kennt, gekonnt und wirkungsvoll einsetzt. Die Sprache ist locker, aber nicht ordinär, was das Buch lesenswert macht.

Man muss sich auf diese Liebesgeschichte mit Sex einlassen und man darf keine allzu tiefgründige Geschichte erwarten. Aber die Autorin hat einen wirklich unterhaltsamen Roman geschaffen, der zu keinem Zeitpunkt langweilig war. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt; die Erwartungen an ein Buch mit vielen Schmunzelstellen wurde erfüllt und daher bekommt „Kann ich jetzt bitte mein Herz zurückhaben“ von mir auch einen begeisterten Daumen hoch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.01.2020

Ideenaustausch auf Augenhöhe für eine bessere Zukunft

Hier und Jetzt
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Viele kennen Peter Maffay nur als Musiker – dabei ist er seit Jahrzehnten sehr vielseitig in verschiedenen Branchen unterwegs. Und diese Bereiche bringt er uns mit Leidenschaft in seinem neusten Buch „Hier ...

Viele kennen Peter Maffay nur als Musiker – dabei ist er seit Jahrzehnten sehr vielseitig in verschiedenen Branchen unterwegs. Und diese Bereiche bringt er uns mit Leidenschaft in seinem neusten Buch „Hier und Jetzt“ näher: er erzählt uns von seinem familiären und beruflichen Werdegang; er lässt uns an seinen Erfahrungen im Alltag teilhaben und er nimmt uns mit auf einen Spaziergang durch sein neustes Projekt: „Biohof Gut Dietlhofen“.

Wir lernen u.a. den Dietlhofer Bach, die Tiere auf dem Gut, den Hofladen, die Kirche, die Begegnungsscheune, das Gästehaus, Wald und Flur und die Hütte kennen... Und hinter all diesen Überschriften verbergen sich nicht nur Einblicke in die jeweiligen Bereiche auf dem Hof, sondern auch Maffays persönliche Gedanken rund um aktuelle, gesellschaftliche und politische Themen. Dieses Konzept macht das Buch wirklich spannend und interessant. Es ist so viel mehr als eine „Werbung“ für Maffays neustes Projekt – eine Begegnungsstätte, ein Biohof und ein Feriendomizil im Rahmen seines Kinderhilfsprojekts.

Das Buch ist ein Dialog mit dem Leser. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, es hat mich Neues erfahren lassen und gleichzeitig habe ich gemerkt, wie viele ähnliche Ansichten wir haben... ob aufgrund von diversen Erfahrungen oder unseres Alters ;) So manches Mal hätte ich mir gewünscht, mit den beiden Autoren am Holzstamm-Tisch zu sitzen und unsere Meinungen diskutieren zu können. Spontan fällt mir hier zum Beispiel das angesprochene Thema der Urbanisierung der Städte ein: Peter Maffay hat hierzu eine Idee, Straßen entsprechend umzubauen; ich stelle dem meine Befürchtungen der Vergreisung der Citys entgegen... Ja, beim Lesen wird der aufgeschlossene Leser animiert, sich den aktuellen gesellschaftlichen Themen (erneut) anzunehmen und sich auf die Meinung des Autors einzulassen – wirklich spannend und höchst interessant!

Hierbei bekommen wir weder den erhobenen Zeigefinger gezeigt, noch wirkt die Schreibweise oberlehrerhaft und verstaubt. Locker (man meint fast Peter Maffays Stimme zu hören) und mit viel Humor, dennoch auch ernsthaft und vor allem respektvoll mit Raum für Toleranz und vielseitige Meinungen liest sich das Geschriebene einfach und leicht verständlich. Wirklich gelungen!

Nun aber auch eine kleine Kritik: so modern es ist, seine Meinung mit Zahlen zu manifestieren, es wäre schön, hierzu auch die herangezogenen Quellen zu erfahren. Leider werden in Medienberichten (ob klassisch oder Social Media) gerne Zahlen genannt, die sich nicht nachvollziehen lassen... mich stört das, habe ich doch vor vielen Jahren gelernt, dass man Quellen nachvollziehbar benennen sollte, wenn man deren Fakten/Ergebnisse nutzt ;)

Übrigens bekommen wir nicht nur schriftstellerische Einblicke, sondern auch fotografische – und das ist wirklich ein großartiges Goodie in diesem Buch! Manchmal vielleicht ein bisschen gestellt wirkend ;), ist es spannend, die bunte und vielseitige Welt auf Gut Dietlhofen zu sehen. In Verbindung mit dem geschriebenen Inhalt macht es fast Lust, gen Süden auf den Biohof zu fahren.

Alles in allem ein spannendes, interessantes Buch voller Leidenschaft, Leben und Toleranz. Ein wirklich lesenswertes Buch für alle, die offen für respektvollen Umgang miteinander sind. Peter Maffay ist zwar ein ausgezeichneter Musiker (nie werde ich mit 16 Jahren mein erstes Livekonzert in Saarbrücken vergessen... es war ein Maffay-Konzert g), aber in dem Buch geht es nicht um Künstlerverherrlichung, sondern um Ideenaustausch und Diskussion auf Augenhöhe mit dem Ziel, eine bessere Zukunft für uns und unsere Kinder zu schaffen. Klasse!

  • Cover
  • Thema
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 22.01.2020

Humorvoll und kindgerecht - Wir lieben Käthe!

Käthe, Band 1: Der Gorilla-Garten
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Käthe zieht nach Berlin! Das aufgeweckte Mädchen mit den Regenbogen-Gummistiefeln liebt das Landleben auf Omas Apfelhof, aber sie ist auch schon ganz gespannt auf das kleine Käthehaus aus rotem Ziegelstein ...

Käthe zieht nach Berlin! Das aufgeweckte Mädchen mit den Regenbogen-Gummistiefeln liebt das Landleben auf Omas Apfelhof, aber sie ist auch schon ganz gespannt auf das kleine Käthehaus aus rotem Ziegelstein inmitten der großen Stadt. Fröhlich nimmt sie ihren Wichtigkoffer und macht sich dann auf die Suche nach einem Haken, neuen Freunden, ihrem neuen Lieblingsplatz und einem Gorilla-Garten mit Schneckenbeet

Dabei hilft ihr neben neuen Nachbarn samt pupsendem Dackel, ihrer Grundschullehrerin Frau Bommel, auch ihr bester neuer Freund Theo. In insgesamt 14 Kapiteln erleben die beiden jede Menge Abenteuer.

Mit einer ordentlichen Portion kindlicher Logik, altersgerechten Worten und viel Humor hat die deutsch-niederländische Autorin wie ein Tausendsassa eine packende Welt geschaffen, die sowohl „kluge Omasprüche“ als auch kindliche Sichtweisen gekonnt miteinander vereint.

„Seufzend öffnet Käthe die Tür zu ihrem neuen Haus. Schon im Flur riecht es wunderbar nach Spaghetti und Apfelkuchen, Käthe hört ihre Eltern aus der Küche lachen und plötzlich weiß sie, was sie tun muss. Denn wie sagt Oma immer? 'Ist die Stimmung mal im Keller, finde raus: Was macht sie heller?'“ (Auszug S. 59)

Vervollständigt wird das ansprechende Kinderbuch durch die bunten Illustrationen von Mariam Ben-Arab, die die beschriebenen Situationen so treffend darstellen, dass meine kleinen Zuhörer beim Vorlesen sich lange die Bilder angeschaut und richtig viel Spaß hatten. Die gute Laune der Zeichnungen kamen richtig gut rüber.

Ja, der 1. Band dieser neuen „Käthe-Reihe“ kam nicht nur beim meiner 7-Jährigen zum Selbstlesen gut an, sondern vor allem auch beim Vorlesenachmittag im Kindergarten. Gebannt lauschten die 3 – 6 Jährigen den Geschichten und in den Pausen erzählten sie mir von ihrem Garten bzw. dem Kita-Hochbeet. Besonders begeistert hat sie das Schneckenbeet ;) Nun, da muss die Gruppenleiterin wohl über ihren Schatten springen und mit der Gruppe ein solches im Frühjahr einrichten!

Viele kindgerechte Themen wie z.B. Umzug, neue Freunde, verschiedene Kulturen, Generationenunterschiede, Urban Gardening, Tier- und Pflanzenschutz und alternatives Leben hat Simone Veenstra aufgegriffen, aber dabei keinen erhobenen Zeigefinger gezeigt. Diesen Stil finde ich klasse und stimme daher den Kids zu: ein tolles Buch zum mehrmals (Vor-) Lesen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2020

Spannend wie ein Krimi, vielseitig wie ein Familienroman

Der Verrat
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Ellen Sandberg alias Inge Löhnig gehört für mich durch ihren Roman „Die Vergessenen“ zu den besten deutschen Schriftstellerinnen dieser Zeit. Und so „musste“ ich natürlich auch ihre weiteren Roman „Das ...

Ellen Sandberg alias Inge Löhnig gehört für mich durch ihren Roman „Die Vergessenen“ zu den besten deutschen Schriftstellerinnen dieser Zeit. Und so „musste“ ich natürlich auch ihre weiteren Roman „Das Erbe“ (erschienen Oktober 2019) und jetzt auch „Der Verrat“ lesen. Vergleichen kann man die drei Werke nicht miteinander. Eines haben sie aber gemeinsam: sie sind packend geschrieben und haben mich mitgenommen in die Welt der jeweiligen Protagonisten!

Nane, Pia und Birgit sind Schwestern... und könnten unterschiedlicher nicht sein:

Pia ist die Extrovertierte, der Liebling und die erfolgreiche Ehefrau und Mutter auf dem Weingut ihres Mannes Thomas von Manthey. Birgit ist die Fleissige, Unscheinbare, welche die Familie zusammenhält und im Erdgeschoß des Elternhauses einen kleinen Laden führt. Und Nane ist die Wilde, das schwarze Schaf der Familie, welche frisch aus dem Gefängnis kommt und nun Fuß fassen muss in der „neuen Welt“.

Der Roman folgt nun der Aufarbeitung der Geschehnisse, wegen derer Nane zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Und hier hat die Autorin nun stilistisch gekonnt Krimi und Familienroman zusammengeführt, was zu einer spannenden Geschichte auf zwei Zeitebenen führt. Mit ihrem typisch mitreißendem, treffenden und flüssig zu lesenden Schreibstil schafft Ellen Sandberg es erneut, mich zu fesseln, Bilder vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen und Verwirrungen zu schaffen, die erst zum Ende hin die Lösung zeigen – ich liebe das!

„Sie musste von ihnen loskommen. Sie wollte ihr altes Leben zurück und nicht wie ein Zombie durch die Tage schleichen. Sie wollte wieder fröhlich und unbekümmert sein und vielleicht auch irgendwann mal wieder glücklich. Sie musste von diesen Pillen loskommen.“ (S. 320)

Die Nebenschauplätze rund um Thomas und Margot sind ebenso spannend und passen sich wunderbar in den Roman ein. Wie ein gekonntes Puzzle erscheint mir das Buch... und ich kann es nicht mehr aus der Hand legen.

Inhaltlich mag ich nicht mehr erzählen, da es wirklich darauf ankommt, sich jedes Puzzlestück selbst zu erarbeiten bzw. es zu lesen ;) Wer aber Ellen Sandberg bzw. Inge Löhnig schätzt und sich immer wieder gerne „unbelastet“ auf ihre neuen Geschichten und Ideen einläßt, wird sicherlich genauso begeistert sein wie ich.

  • Cover
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