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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2018

Holprig wie der Weg zur Villa...

Mein Weihnachtswunsch bist du
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Viele schöne Erinnerungen verbindet Leah mit der Villa ihrer Großmutter und so hat sie es sich zum Ziel gemacht, auch ihrer Tochter Sadie diese Erinnerungen zu schenken. Nach dem Tod ihrer Großmutter macht ...

Viele schöne Erinnerungen verbindet Leah mit der Villa ihrer Großmutter und so hat sie es sich zum Ziel gemacht, auch ihrer Tochter Sadie diese Erinnerungen zu schenken. Nach dem Tod ihrer Großmutter macht sie sich berechtigte Hoffnungen auf das Erbe... und erfährt, dass sie es mit einem Freund aus Kindertagen, David, teilen muss. So sind Verwirrungen vorprogrammiert ;) und wir begleiten Leah, ihre Freundinnen, Tochter Sadie und natürlich auch David mit seiner Mutter sowohl in der Gegenwart als auch in Form von Briefen in der Vergangenheit.

Was spannend klingt, wirkt beim Lesen leider auf mich etwas holprig. Die Geschichte an sich ist wirklich schön – wobei ich mich immer noch frage, was denn nun der eigentliche Weihnachtswunsch laut Titel ist ;) Die Liebe zu einem Menschen oder die Liebe zu der Villa? Na, das müsst ihr natürlich selbst nachlesen... aber der Weg zum Happy End ist nicht immer geradlinig.

Leicht zu lesen ist der Roman – eingängig in der Sprache, aber manchmal verlieren sich die Gedankengänge oder es tauchen plötzlich neue Stränge auf, die erst einmal für Verwirrung sorgen... bei den Protagonisten wie auch bei den LeserInnen. Das macht für mich den Roman etwas „unattraktiv“ und leider wenig packend, was ich wirklich schade finde.

Dadurch, dass der Roman aus der Sichtweise Leahs geschrieben ist, geht auch viel Gefühl verloren und somit war für mich ein Eintauchen in die Geschichte nicht immer möglich. Viel schöner hätte ich es gefunden, den Ablauf aus beiden Seiten – Leah und David – zu lesen. Ach, eigentlich hat der Roman wirklich Potential – bei mir kommt er leider nicht so an... aber vermutlich empfinden Fans von Jenny Hale dies völlig anders und sind mit ihrem neusten Roman glücklich. Daher mein Tipp: Reinschauen, reinlesen und selbst entscheiden, ob diese Winter-Weihnachtsgeschichte in der bezaubernden Villa etwas für einen ist.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Interessante Geschichte rund um Liebe und Mode

Die Seidentöchter
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Mailand und Paris – zwei faszinierende Städte und Metropolen der Mode – sind Mittelpunkt dieses Romans rund um Stoffe, Farben und die große Liebe.

In zwei Zeitebenen verwoben erfahren wir die Geschichte ...

Mailand und Paris – zwei faszinierende Städte und Metropolen der Mode – sind Mittelpunkt dieses Romans rund um Stoffe, Farben und die große Liebe.

In zwei Zeitebenen verwoben erfahren wir die Geschichte dreier Frauen: der jungen Camilla, welche sich von ihrer Ziehmutter Marianne abnabelt; der alten Marianne und ihre Vergangenheit mit einer nicht liebenden Mutter und Caterina zur Zeit rund um den 2. Weltkrieg, welche neben einer einzigartigen Gabe auch viel Leid erfährt.

Spannend sind die Geschichten aufbereitet, auch wenn mich besonders die Geschichten der Vergangenheit besonders gefesselt und zum Weiterlesen motiviert haben, ist auch die Gegenwartsgeschichte interessant, denn Camilla entwirrt die ganzen Fäden, welche die Familien in den letzten Jahrzehnten gesponnen haben – bildlich gesehen ;)

Der Roman lässt sich sehr gut lesen, was für die gute Übersetzung aus dem Italienischen von Ingrid Ickler spricht. Auch wenn mir nicht alle Personen sympathisch oder gar schlüssig sind, so finde ich das Gesamtkonzept rund um das Talent „aus Alt mach Neu“ - heute würde man das Upcycling nennen ;) - und die Gabe, besondere Mode zu gestalten, schon wirklich interessant.

„'Ehrlich? Ich fühle mich wahrhaftig wie eine andere Person.' 'Das liegt an dem Kleid, das deine Träume zum Ausdruck bringt...' <...> 'Ein neuer Tag, ein neues Jahr, ein neues Leben. In dir verbinden sich Kraft und Weisheit, damit du den Weg des Glückes gehen kannst, so lange, bis sich dein geheimster Wunsch erfüllt'“ (Auszüge S. 166 Mitte)

Der Roman hat durch die besonderen Kleidungsstücke eine ganz eigene Stimmung, die auch durch die Eingangspassagen – Stoffe werden nach Herkunft und Verwendung beschrieben – verdeutlicht wird.

Wer Spaß an leichten historischen Romanen hat, die Verwicklungen aufzeigen und sich mit dem Thema Mode & familäre Vergangenheit befassen, wer sich gerne berieseln lassen möchte und die Ausarbeitung der einzelnen Personen nicht bierernst, sondern eher intuitiv empfinden möchte, dem kann ich „Die Seidentöchter“ ans Herz legen. Ich habe den Roman gerne gelesen und mich in die Zeit zwischen Mailand und Paris einfangen lassen... welche übrigens auch wunderbar im Cover eingefangen wurde.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Unterhaltsamer Besuch einer zauberhaften Buchhandlung

Verliebt in Bloomsbury
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Erinnert ihr euch noch an Posy, die den zauberhaften Buchladen „Booksend“ geerbt und in die gemütliche Buchhandlung „Happy Ends“ - dort gibt es nur Bücher über die Liebe – mit Café verwandelt hat? Na, ...

Erinnert ihr euch noch an Posy, die den zauberhaften Buchladen „Booksend“ geerbt und in die gemütliche Buchhandlung „Happy Ends“ - dort gibt es nur Bücher über die Liebe – mit Café verwandelt hat? Na, dann könnt ihr euch bestimmt auch an die junge, wilde Nina erinnern, immer schwarz gekleidet und auf der Suche nach Begleitung für ihre Pubbesuche, egal ob männlich oder weiblich ;)

Nina ist nun Protagonistin in Annie Darlings neusten Roman „Verliebt in Bloomsbury“ - welches man übrigens auch prima lesen kann, wenn man die vorherigen Romane nicht kennt ;)

Nina kommt zu spät – immer! Und Nina feiert gerne – immer noch! Aber dann erscheint Noah in der Buchhandlung, um den Laden zu beobachten und Verbesserungsvorschläge anzubringen und Nina wird das Gefühl nicht los, dass sie den nervigen Computernerd schon mal kennen gelernt hat... dabei steht sie doch auf gutaussehende Musiker bzw. „Bad Boys“!

Aber sie hat auch noch eine weitere Leidenschaft: die Schriftstellerin Emily Bronte und ihr Klassiker „Sturmhöhe“. Und diese Leidenschaft wird ein Schlüsselmoment im Roman werden... welcher? Na, das verrate ich euch nicht

„'Ich will Liebe. Natürlich will ich Liebe – will das nicht jeder?', fragte Nina seufzend. 'Aber ich will auch nicht in zwei, fünf oder zehn Jahren in einer Beziehung stecken, und es wird doch nur alles öde, sichere Routine.'“ (Auszug S. 224, Mitte)

Unterhaltsam ist die Geschichte und sie lässt sich flüssig lesen – ein Indiz für eine gute Übersetzung (dieses Mal von Ivana Marinovic).

Es macht Spaß, Nina und ihre Freundinnen (die gleichzeitig ihre Kolleginnen sind) zu begleiten – sei es in den Pub nebenan, sei es zur Familie oder zum tatowieren. Zwar gibt es für mein Empfinden auch dieses Mal wieder „Leerlaufzeiten“ in dem Roman, in dem ich dann auch mal gut eine Lesepause einlegen kann; so wirklich gefesselt hat mich die Geschichte nicht, also waren keine nächtlichen Durchleseaktionen notwendig; aber sie ist wirklich unterhaltsam, denn sie bringt doch auch lustige Momente und liebevolle Details ans Tageslicht. Somut ist „Verliebt in Bloomsbury ein idealer Urlaubsroman oder einfach so zum Träumen.

Erneut habe ich das Gefühl „Ach, wie gerne hätte ich eine Buchhandlung wie das Happy Ends in meiner Umgebung!“ und gerne hätte ich Nina mal zugeschaut, wie sie Bertha einen Klaps gegeben hätte... Bertha ist die altertümliche Registrierkasse, die ab und an klemmt ;)

Alles in allem eine Empfehlung für alle, die sich gerne durch etwas chaotische, aber liebevolle Protagonisten unterhalten lassen und in die wunderbare Welt der Bücher versinken möchten.

Veröffentlicht am 01.07.2019

Humorvoll, hintergründig... und cool!

Cool in 10 Tagen
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Juli, August, September... Hahaha, das ist nicht lustig, denkt sich Juli, denn den Witz über ihren Namen kennt sie schon zu Genüge. Nun ist auch noch ein Junge in der Nachbarschaft mit dem Namen August ...

Juli, August, September... Hahaha, das ist nicht lustig, denkt sich Juli, denn den Witz über ihren Namen kennt sie schon zu Genüge. Nun ist auch noch ein Junge in der Nachbarschaft mit dem Namen August eingezogen! Und ihre Mama möchte, dass sie genau diesem Jungen die Umgebung zeigt! Oh weh – das ist nicht gerade die bevorzugte Lieblingsbeschäftigung für die 10-Jährige... aber was sein muss, muss sein.

Eigentlich ist Juli ja schüchtern. Eigentlich... denn da auch August (der lieber Gus genannt werden möchte) ebenfalls schüchtern ist, muss einer das Heft in die Hand nehmen! Das mit dem Heft nehmen die beiden Teenager wortwörtlich, denn mit Hilfe einer Broschüre aus der Unternehmersberatungsfirma ihrer Mutter wollen die zwei cool werden – eben „Cool in 10 Tagen“!

Spannend und mit viel Humor erzählt die Autorin Katja Reider den Werdegang der beiden Neu-Nachbarn in den nächsten Tagen... vom Spaziergang mit Miss Elli über den Besuch in der Bäckerei bis hin zur Einweihungsparty von Gus' Eltern.

Die Sprache ist jugendlich – mit „Nebensatz-Erklärungen“. Wer einen Teenager kennt, weiß, was ich meine: „Sie arbeitet als Coach in einer großen Unternehmensberatung. Also, hat nichts mit Sofa zu tun, auch nicht nur ein bisschen! Das, an was ihr jetzt denkt, ist eine Couch.“ (S. 5/6)

Diese Sprach“windungen“ geben dem Buch einen lustigen Touch, dabei wollen die beiden bestimmt ernst genommen werden... ok, das Protagonistenpaar nehmen wir ernst, die Geschichte ist trotzdem amüsant ;) Oh weh, und ein Paar sind die beiden auch nicht... nun, bevor ich in das nächste Fettnäpfchen trete, da wende ich mich besser den Illustrationen von Anke Kuhl zu:

Ja, die sind Ku... cool! Ein bisschen erinnern sie mich an „Gregs Tagebuch“ - mit lockerer Feder gezeichnet. Farbig ist nur das Coverbild. Aber sie passen wirklich gut zum Jugendbuch und vervollständigen es.

Fazit: modern und tiefgründig schreibt Katja Reider über Mut, Freundschaft, Andersein und Toleranz – über den Alltag und die Schulcliquen, über das Elternhaus und das Gefühl des Alleingelassenwerdens... jede Menge Schnittmengen zu der Teenagergeneration von Heute; daher ist das Buch eine wirkliche Empfehlung zum Selbstlesen oder Verschenken (vielleicht als „Gutschein“- oder Geldgeschenke“-Halter). Ich freue mich schon drauf, ein weiteres Exemplar dieses Jugendbuch unseren Viertklässlern in die Bibliothek zu stellen und bin gespannt auf deren Reaktion.

Veröffentlicht am 26.06.2019

Ein unterhaltsamer Sommerroman mit einer Prise Tiefgang

Zitronensommer
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Passend zum heißen Sommer, der uns derzeit fest im Griff hat, ist im Heyne Verlag der Roman „Zitronensommer“ erschienen – mit ganz vielen Zitronenbäumen, italienischem Flair, Familiengefühl und „amore“ ...

Passend zum heißen Sommer, der uns derzeit fest im Griff hat, ist im Heyne Verlag der Roman „Zitronensommer“ erschienen – mit ganz vielen Zitronenbäumen, italienischem Flair, Familiengefühl und „amore“

Rosie arbeitet erfolgreich in einer Werbeagentur und stößt immer wieder auf diskriminierende Kollegen bzw. Vorgesetzte. Da ihr Gerechtigkeit wichtig ist, wirft sie kurzerhand das Handtuch, als sie einem attraktivem Model noch dünnere Beine photoshoppen soll und kehrt in ihr kleines Cottage im beschaulichen Dorf Barnaby zurück. Dort lebt auch ihre Familie und ihre italienische Oma „Nonna“ betreibt hier das Lemon Tree Cafe.

Nun beginnt in 4 Teilen ein sehr unterhaltsamer Roman rund um Rosie, ihre Schwester Lia, Großmutter Nonna und noch vielen mehr... ihr Vater überrascht die ganze Familie, ihre Mutter vertieft sich immer mehr in caritative Hilfsorgas, der kleine Junge Noah tritt ins Rosies Leben und das Garden Warehouse bedroht die Existenz der kleinen Läden im Dorf. Eine Reise nach Italien verändert Rosies Leben und es wartet ein neuer Job in einer interessanten Werbeagentur...

Ja, es passiert wirklich viel auf den über 570 Seiten und es macht sehr viel Spaß, den Roman zu lesen. Hintergründig und modern zeigt sich die Geschichte

„'Bist du verrückt?' fragte ich erschüttert. 'Du bist wunderschön. Deine Kurven hast du dir verdient: dein Körper sieht so aus, weil er ein Wunder hervorgebracht hat! Du hast ziemliches Glück, weißt du?'“ …. „Ich war vielleicht die Schwester mit der Karriere, aber Lia hatte Familie....“ (Ausschnitt S. 47, Mitte)

rund um Familie und Freunde, die gegen den großen Gartenshop-Giganten zu Felde ziehen und so ihr Leben verändern.

Während des Lesens kam immer wieder der Wunsch nach dem Duft der Zitronenbäume auf... psst – ich habe mir auch einen für die Terrasse zugelegt ;) - und die Autorin schaffte es immer wieder, mich so in ihre Geschichte einzubeziehen, dass diese wie ein Film vor meinem inneren Auge ablief. Es fiel mir schwer, zwischendurch das Buch einmal beiseite zu legen... ein gutes Zeichen

Familienzusammenhalt – Steh zu dir selbst – Vertraue auf deine Fähigkeiten – Schenkt das Leben dir Zitronen, mache einen Zitronenkuchen oder Limonade daraus – Alles wird gut... all dies fällt mir spontan als Motto ein, wenn ich nun an diesen wunderbaren Roman zurückdenke, den ich gerne noch einmal lesen werde.

Ein Roman für das Urlaubsgepäck, für die Auszeit auf der Terrasse oder am Schwimmbadrand – mit einem Cover, welches wunderbar zur Geschichte passt, nicht überladen wirkt und so frisch wirkt, dass man in der Buchhandlung einfach zugreifen muss ;) Ich habs getan und nicht bereut!