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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2021

Ein Kleid mit "Wumms"... und dazu bitte eine Tasse Zimtkaffee :-)

Die Glücksschneiderin
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„Mir waren diese ganzen Aufräumgurus ein Graus. Ich liebte alte Dachböden, mit Sachen, die nach langer Zeit noch immer Bedeutung besaßen.“ (Auszug S. 17)

Ach, wie sehr stimme ich hier mit Ulrike Sosnitza ...

„Mir waren diese ganzen Aufräumgurus ein Graus. Ich liebte alte Dachböden, mit Sachen, die nach langer Zeit noch immer Bedeutung besaßen.“ (Auszug S. 17)

Ach, wie sehr stimme ich hier mit Ulrike Sosnitza überein Und daher habe ich mich sehr auf ihren neuen Roman rund um eine „Upcycling-Schneiderin“ gefreut.

Clara hat sich mit ihrer Tante Sonja den Traum von einem Nähcafe erfüllt. Es gibt maßgeschneiderte Kleidung, aber sie verwandelt auch Altes in neue Trageleidenschaften und führt so manch Neugierige in die Welt des Nähens ein. Dazu gibt es Selbstgebackenes und Zimtkaffee – das klingt traumhaft! Zu gerne hätte ich ein solches Cafe in meiner Nähe...

Natürlich gibt es auch eine Geschichte dahinter und alles fängt mit einem „Wumms“ auf dem Flohmarkt an. Das alte Pailettenkleid ist der Start einer Familiengeschichte und der Neubeginn einer Liebesbeziehung, die nicht immer auf festen Füßen steht.

Man merkt der Autorin ihre Liebe zu ihrer Heimatstadt Würzburg an. Sie hat dort nicht nur das Nähcafe angesiedelt, sondern viel Authentisches mit eingebracht (was einem besonders auffällt, wenn man die Autorin in den Social Media begleitet, wo sie mehr über die Hintergründe berichtet). Ich mag ihren Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt und mich fast wie die Erzählung einer Freundin mitnimmt.

Ab und zu verliert sich Ulrike Sosnitza ein wenig in zu detaillierten, fast aufufernden Beschreibungen, was aber zu ihrem Stil gehört – man mag es oder nicht.

Mögen tue ich das Buchcover! Sehr! Es hat den Wiedererkennungswert mit dem Anhänger, auf welchen Autorin und Titel stehen. Und der Hintergrund ist dieses mal zwar nicht so verspielt wie bei den Cover mit Kuchen und Früchten, aber gerade diese Symmetrie mit den Setzkästen und Garnrollen hätte ich in der Buchhandlung neugierig gemacht... Ja, ich liebe das Cover, welches wohltuend aus den derzeit beliebten „Frau schaut in/aus Cover“ heraussticht.

Wer ein unterhaltsames Ferienbuch mit einer Prise Liebe, ein bisschen Alltag, ganz viel Genuss und Nähleidenschaft sucht, dem kann ich diese Neuerscheinung sehr ans Herz legen. Es macht Lust, nach einem Nähcafe in der Umgebung Ausschau zu halten oder sich mit Zimtkaffee und Orangen-Thymian-Kuchen auf die Terrasse zu setzen... wie gut, dass genau diese beiden Leckereien als Rezept im Buch zu finden sind!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2021

Unterhaltsamer Campingtrip zweier Schwestern

Sehnsucht in Aquamarin
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„Hey, weißt du was? Wir haben bisher kaum etwas vom Park gesehen. Lass uns doch einen Abendspaziergang an der Küste entlang machen, die soll wunderschön sein“, meint Jette, als wir die Park Loop Road Richtung ...

„Hey, weißt du was? Wir haben bisher kaum etwas vom Park gesehen. Lass uns doch einen Abendspaziergang an der Küste entlang machen, die soll wunderschön sein“, meint Jette, als wir die Park Loop Road Richtung Campinglplatz entlangfahren. Ich bin nicht wirklich überzeugt. Eigentlich möchte ich nur schleunigst zurück zu unserem schiefen Zelt und vielleicht noch ein wenig Jareds und Leynas Story weiter übersetzen. (Auszug S. 90)

Polly und ihre Schwester Jette sind unterschiedlicher, wie Geschwister kaum sein können: Polly ist die Zurückgezogene, die am liebsten in Jogginghosen in ihrer Dachgeschoßwohnung in Stuttgart sitzt und Gebrauchsanleitungen sowie Erotikschnulzen übersetzt. Jette dagegen reist durch die Welt und arbeitet die meiste Zeit in kurzem Shirt und Hotpants an den Traumstränden dieser Welt.

Aber dann starten sie spontan gemeinsam in ein ganz besonderes Abenteuer, welches im malerischen Bar Harbor an der Küste Maines beginnt: Sie suchen ihre lange verschollene Mutter!


Was für eine wunderbare Neuerscheinung! Erneut nimmt uns Miriam Covi mit in eine Welt voller Abenteuer, herrlicher Umgebung und interessanter Menschen. Mit ihrer einprägsamen und bildhaften Sprache fühle ich mich sofort wohl und mitten drin. Vermutlich hat das auch mit einer gewissen Authenzität zu tun, da die Autorin ihre beschriebenen Orte selbst bereist hat und viel von der Stimmung dort in ihre Romane aufnimmt.

Dabei sind die Themen, die Miriam Covi hier verarbeitet, nicht immer „Friede, Freude, Eierkuchen“. Zwei Mädchen werden in jungen Jahren von ihrer Mutter verlassen. Ein allein erziehender Vater will seine Tochter schützen. Wer schafft es, hinter seiner eigenen Schutzmauer hervor zu treten?

Aber natürlich darf auch Romantik und Liebe nicht fehlen – ohne dabei schnulzig zu werden. Das kann Miriam Covi wirklich gut! Erneut schafft sie eine gelungene Mischung, die mich zu jeder Zeit ans Buch gefesselt hat.

Das Cover hat auch einen großen Wiedererkennungswert durch die Streifenoptik und das Schriftbild.

Alles in allem ein rundes Paket, ein unterhaltsamer Roman, der ruhig in die Urlaubstasche gepackt werden darf.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.06.2021

Unterhaltsamer Beginn der Reihe

Der Schönheitssalon 1
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„Im Treppenhaus war es kühl, man merkte, dass der Frühling noch nicht so recht Einzug halten wollte. Sie fand das Zimmer auf Anhieb, ein kleiner, aber nett eingerichteter Raum, vielleicht ein wenig altbacken. ...

„Im Treppenhaus war es kühl, man merkte, dass der Frühling noch nicht so recht Einzug halten wollte. Sie fand das Zimmer auf Anhieb, ein kleiner, aber nett eingerichteter Raum, vielleicht ein wenig altbacken. Helena stellte ihren Koffer ab und setzte sich auf das Bett. Sie selbst war fassungslos gewesen, von der Existenz einer Schwester zu erfahren, ausgerechnet sie, die immer mit ihrem Schicksal als Einzelkind gehandet hatte. Wie hatte sie ihre Freundinnen beneidet, wenn diese abends im Bett liegend Geheimnisse mit ihren Schwestern austauschten.“ (Auszug S. 13)

Nora Elias nimmt uns mit ins Berlin 1925, als Helena Rosenberg erfährt, dass ihr Vater ihr die Hälfte seiner Apotheke vererbt hat. Die andere Hälfte gehört ihrer Halbschwester Charlotte, zu der sie bislang keinen Kontakt hatte. Und diese war auch überhaupt nicht erfreut, als Helena plötzlich in der Tür steht! Denn Helena besteht darauf, in der Apotheke mitzuarbeiten, indem sie selbstgemachte Kosmetik dort vertreibt. Das führt zu weiterem Unmut zwischen den Schwestern, den auch Charlottes Freundin Paula nicht schlichten kann.

Nun ist die Apotheke mit vielen Schulden belastet und ein skrupelloser Kredithai hängt den jungen Frauen an den Fersen. Es ist der Beginn einer wirtschaftlichen Verwicklung, die sich erst später zu erkennen gibt.

Natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen, wobei beide jungen Frauen ihre Selbständigkeit bewahren möchten, was nicht immer wirklich gelingt.

In diesem ersten Band begleiten wir die beiden bis zum Jahresende 1927 – und ich mag gar nicht weiter erzählen, was noch alles passiert, denn hierauf baut die Spannung in diesem Roman auf.

Der Erzählstil der deutschen Autorin klingt manchmal ein wenig „altbacken“ und ist somit der vergangenen Zeit angepaßt, was das Gesamtwerk wohltuend unterstützt. Ich habe die Geschichte gerne gelesen, wobei ich nicht umhin kam, Vergleiche mit einer thematisch ähnlich gelagerten Romanreihe zu ziehen, wobei mich „Der Schönheitssalon“ nicht ganz so fesseln konnte...

Auch das Cover ist meines Erachtens nicht wirklich gelungen bzw auswechselbar. Aber dennoch hat es mich neugierig gemacht – auf den Inhalt und auch auf Band 2, welcher im September erscheinen wird. Geschickt lässt die Autorin am Ende von „Das Erbe der Schwestern“ verschiedene
Themenstränge offen, so dass ich mich wirklich auf „Der Triumph der Schwestern“ freue.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.06.2021

Zauberhafte Reise in die Vergangenheit

Der Wildblütengarten
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„Vater wollte nicht, dass ich zur Schule ging. Viorica wiedersprach ihm, damit er seine Meinung änderte Doch es gelang ihr nicht. Schließlich schickte sie mich trotzdem zur Schule, bekleidet mit einer ...

„Vater wollte nicht, dass ich zur Schule ging. Viorica wiedersprach ihm, damit er seine Meinung änderte Doch es gelang ihr nicht. Schließlich schickte sie mich trotzdem zur Schule, bekleidet mit einer Schürze, die meine Stiefmutter für mich genäht hatte, damit ich meine Kleidung nicht mit Tinte verschmierte. Viorica sagte: Du wirst niemals frei sein, wenn du nicht zur Schule gehtst...“ (Auszug S. 90)

Als Gianna das Tagebuch ihrer Urgroßmutter findet, begibt sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit – und gleichzeitig in ihre Zukunft. Sie findet den Wildblütengarten der Verelli-Frauen, eine alte Mühle und neue Freunde.

Die mir bislang unbekannte spanische Autorin Carla Montero verbindet geschickt die alte und neue Geschichte mit Tagebuchauszügen wie eingangs gezeigt. Die vergangene Zeitebene ist zwar in Erzählerform geschrieben – die Gegenwart in Ich-Form, erzählt von Gianna – aber der Übergang ist wunderbar gestaltet und lädt richtig ein, weiterzulesen.

Die Verelli-Frauen eint ein gemeinsames Schicksal: sie ziehen ihre Kinder ohne deren Väter auf. Fast wie ein Fluch – kann dieser in der Gegenwart gebrochen werden?

Mit bildhafter Sprache, die zum Träumen und Miterleben einlädt, beschreibt die Autorin die Suche nach den fehlenden Seiten, das Aufarbeiten der Vergangenheit in dem ehemaligen Heimatort der Urgroßmutter – und den Beginn einer neuen Liebe und neuen Freundschaften. Gianna wie auch ihr Bruder Carlo stehen vor einem Wechsel in ihrem Leben – sei es beruflich oder in der Liebe.

All diese kleinen Geschichten werden in einem großartigen, feinfühligen Roman zusammengefaßt, den ich so gerne gelesen habe und fast ein wenig wehmütig wurde, als ich das Buch am Ende geschlossen habe...

Auch das Buchcover ist bezaubernd, auch wenn es keine Mühle darstellt, was ich sehr bedauere. Aber es ist stimmungsvoll und lädt ein zu einer Reise nach Ligurien. Kommt ihr mit?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.06.2021

Unterhaltsamer Sommerroman

Herzensbrecher am Horizont
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„Und dann sah sie ihn. Leichtfüßig, mit sportlich federnden Schritten kam er auf sie zugerannt. Ungefähr eins achtzig groß, blonde, kurze Haare, energisches Kinn. Der blaue Neoprenanzug betonte den muskulösen ...

„Und dann sah sie ihn. Leichtfüßig, mit sportlich federnden Schritten kam er auf sie zugerannt. Ungefähr eins achtzig groß, blonde, kurze Haare, energisches Kinn. Der blaue Neoprenanzug betonte den muskulösen Oberkörper mit den breiten Schultern, den schmalen Hüften und den schlanken, durchtrainierten Beinen.“ (Auszug S. 60)

So, Mädels! Bereit für den „Herzensbrecher am Horiont“? In der neuen Reihe „Verliebt auf Borkum“ schickt die deutsche Autorin Cornelia Engel ihre Protagonistin Wanda nach Borkum, da die Flugbegleiterin Abstand von ihrem Job braucht. Wanda macht aber nicht etwa Urlaub, sondern nimmt eine Stelle als Tierarzthelferin bei Dr. Harkens an. Sie lernt die eigenwilligen Inselbewohner – wie z.B. den schrulligen Strandkorbvermieter Kai Uwe Linnhardt – in etwas chaotischen Situationen kennen und kümmert sich liebevoll nicht nur um den Tierarzt-Dackel namens Tassilo, sondern auch um den verletzten Streuner Harvey. Und dann ist da noch Mo – der leichtfüßige Traummann vom Strand ;)

Was wie ein seichte Liebesschnulze klingt, ist ein humorvoller Liebesroman mit genug Tiefgang, um nicht kitschig zu wirken, sondern leicht wie der Nordseewind im Urlaub. Cornelia Engel greift einige Themen wie Burn Out, früher Verlust von Familienmitglieder und Adoption von Teenager auf und verarbeitet sie, ohne dass die Geschichte unter dem Gewicht der Themen zusammenbricht.

Entstanden ist ein unterhaltsamer Sommerroman, der wunderbar in das Reisegepäck passt. Ich habe ihn an einem sonnigen Wochenende auf der Terrasse gelesen und kann es kaum erwarten, bis der zweite Band – rund um Hark und Ella – vor mir liegt. Die gute Nachricht: bereits am 06.07.2021 erscheint Band 2!

  • Cover
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  • Charaktere