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Veröffentlicht am 25.11.2021

Ein Roman mit emotionalen Höhen und Tiefen - lesenswert!

Liebesbriefe an das Leben
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„Obwohl Maja noch immer mit den neuen Umständen auf dem Dorf haderte, neigte sie nicht dazu, in Selbstmitleid zu verfallen. Das hatte noch keinem geholfen, stattdessen wollte sie lieber mal was Neues probieren ...

„Obwohl Maja noch immer mit den neuen Umständen auf dem Dorf haderte, neigte sie nicht dazu, in Selbstmitleid zu verfallen. Das hatte noch keinem geholfen, stattdessen wollte sie lieber mal was Neues probieren – und wenn es nur ein dämlicher Sauerteig war, dem sie einen Namen geben konnte. Andere Single-Frauen legten sich Katzen zu, sie würde es mit lebenden Bakterienkulturen versuchen.“ (Auszug S. 35)

Was für ein wundervoller Roman! Karin Lindberg ist mit „Liebesbriefe an das Leben“ ein zauberhafter, emotionaler, vielschichtiger Roman mit Tiefgang gelungen, an den ich sehr gerne zurückdenke und auch sicherlich noch einmal lesen werde.

„Ich frage mich manchmal, ob Männer und Frauen wirklich zueinanderpassen. Vielleicht sollten sie einfach nebeneinander wohnen und sich nur ab und zu besuchen. Katharine Hepburn“ (Zitat S. 225)

Diese und weitere passende Zitate leiten jedes einzelne Kapitel ein, welches aus der Sicht von Singlefrau Maja und dem alleinerziehenden Vater Bjarne geschrieben wurde. Als Bindeglied dazwischen finden wir die Kinder Zoe und Noah, die ebenfalls starke Figuren in dieser Geschichte sind.

Maja und Bjarne mit Familie wohnen nebeneinander; Maja auf Zeit, denn sie nimmt sich im Haus ihrer Freundin Charlotte eine Auszeit. Bjarne versucht den Tod seiner Frau zu verarbeiten, gleichzeitig Kraft für seine Kinder aufzubringen und auch ins Arbeitsleben zurück zu kehren. Dabei schreibt er Briefe an seine verstorbene Frau, während Maja sich immer mehr in das „Dorfleben“ stürzt...

Es passiert wirklich viel in diesem Roman, denn jede Figur bringt ihre eigene Geschichte mit ein. Doch die Verwicklungen sind so geschickt verarbeitet, dass ich weder den Überblick verliere, noch mich genervt fühle von den beschriebenen Situationen und Gefühlen. Das Erzählte wirkt weder abgehoben oder konstruiert, sondern so realistisch, als ob einem die beste Freundin gerade ihre Geschichte erzählt – das ist wirklich grandios!

Karin Lindberg hat eine ganz wunderbare Erzählweise, die einem bildlich einen Film vor dem inneren Auge ablaufen lässt. Man ist mittendrin und ehrlich gesagt fiel es mir schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen – die Emotionen, mal positiv, mal negativ – hielten mich immer gefangen.

Apropos Film: ich kann mir die Geschichte wirklich gut verfilmt vorstellen... ein bisschen „Tom Hanks und Meg Ryan“ - das wäre etwas fürs Herz!

Auf jeden Fall ist der Roman eine begeisterte Empfehlung wert; ob als Geschenk zu Weihnachten oder als Lektüre für die Zeit zwischen den Jahren... für mich ein grandioses Buch mit einem wunderschön gestalteten Cover.

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Veröffentlicht am 23.11.2021

Packende Fortsetzung des Zwists der Familien

Der Schönheitssalon 2
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„Es dämmerte bereits, und die langen Schatten des späten Nachmittags waren ineinandergekrochen, verdichteten sich langsam und entfärbten den Tag zu einem lichten Grau.“ (Auszug S. 51)

Ist das nicht eine ...

„Es dämmerte bereits, und die langen Schatten des späten Nachmittags waren ineinandergekrochen, verdichteten sich langsam und entfärbten den Tag zu einem lichten Grau.“ (Auszug S. 51)

Ist das nicht eine ergreifend bildliche Beschreibung der Abenddämmerung in einer Großstadt?

Nora Elias lädt uns in ihrem zweiten Band „Der Schönheitssalon – Der Triumph der Schwestern“ ein, erneut dem Familienzwist der Familien Lichtenthal und Rudorf zu folgen. Im Mittelpunkt stehen die Cousinen Marion Lichtenthal und Emma Rudorf, die beide ihre eigenen Wege gehen möchten.

Marion Lichtenthal ist junge Ärztin, steigt aber dann in das Kosmetikunternehmen Rosenthal ihrer Mutter Helena ein. Emma Rudorf hingegen rebelliert während ihres Chemiestudiums und kehrt ihrer Mutter Charlotte nach einem tragischen familiären Vorfall den Rücken. Durch einen Zufall finden die beiden jungen Frauen zusammen...

Neben diesem Haupterzählstrang gibt es einige familiäre Nebenschauplätze, die sich nach und nach wunderbar harmonisch in die eigentliche Geschichte einfügen – wie kleine Puzzlestücke ergeben sie am Ende ein Ganzes. Dieses Geschick lässt mich die Geschichte in einem Rutsch lesen und die gefällige, bildhafte und ausdrucksstarke Sprache tut ihr übriges dazu.

Berlin ist 1952 im Umbruch und dies spiegelt sich in diesem Roman gekonnt wider. Ein bisschen Nachkriegsgeschichte wird eingeflochten und so eine zum Roman passende Stimmung erzeugt. Auch das Cover mit den verzierten Ornamenten passt gut in das Gesamtbild; aber ein wenig hadere ich mit dem Titel „Der Triumph der Schwestern“, denn erst ganz am Ende lehnt sich die Geschichte an den Titel an...

Alles in allem macht das Lesen Spaß und ist unterhaltsam, wobei es bei dieser Zweierreihe ratsam ist, den ersten Band vorneweg zu lesen. Daher mein Tipp: Als Set ein schönes Geschenk zu Weihnachten.

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Veröffentlicht am 18.11.2021

Packend! Aber kein typischer Weihnachts-Liebesroman...

Der Zauber eines Wintertages
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„Er warf ihr einen prüfenden Blick zu. Er kannte sie besser als jeder andere Mensch auf diesem Globus und spürte sofort, wenn sie unsicher oder ängstlich war. 'Du vertraust mir doch, oder?'

Lee blickte ...

„Er warf ihr einen prüfenden Blick zu. Er kannte sie besser als jeder andere Mensch auf diesem Globus und spürte sofort, wenn sie unsicher oder ängstlich war. 'Du vertraust mir doch, oder?'

Lee blickte ihren alten Freund seufzend an, den Fotoapparat einsatzbereit im Schoß. 'Ja, das tue ich. Weiß der Himmel, warum.'

Sein preisgekröntes Grinsen huschte über sein hageres Gesicht. 'Na, dann kann ja nichts mehr schiefgehen!'“ (Auszug S. 16)

Ich freue mich sehr, euch den neusten „Swan“ Winterroman vorstellen zu dürfen! Ja, ich bin wirklich begeistert, denn hinter dem glitzernden Buchcover, den Lichterketten und Schneeflocken vor dem geschmückten Weihnachtsbaum verbirgt sich ein absoluter Überraschungsknaller!

Lee ist alleinerziehende Mutter und lebt in Amsterdam. Sie ist Fotografin in ihrem eigenen Studio und hat vor der Geburt ihres Sohnes Jasper als Kriegsfotografin an vorderster Front gearbeitet – zusammen mit Harry, ihrem besten Freund und Kriegsreporter.

Nun versucht sie, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, was ihr vordergründig gut gelingt. Aber im Laufe des Romans offenbaren sich durch Flashbacks und weitere Personen, die ihre eigene Geschichte in den Roman mit einbringen, ein tiefgründiges und vor allem bewegendes Bild der Protagonistin.

Ja, die Geschichte ist komprimiert auf die Zeit vor Weihnachten.

Nein, der Roman ist kein Weihnachtsroman mit Liebe, Lebkuchen und Leidenschaft.

Jedenfalls nicht so, wie ich mir in der Unterhaltungsliteratur allgemein einen Weihnachtsroman vorstelle ;) „Der Zauber eines Wintertages“ ist meines Erachtens ein ziemlich irreführender Buchtitel, da finde ich den Originaltitel „Together by Christmas“ deutlich passender – in mehrfacher Hinsicht. Warum? Das mag ich nicht verraten, denn die Autorin hat erneut so packende Überraschungsmomente eingebaut, dass man sich den Roman wirklich selbst „erarbeiten“ bzw lesen muss.

Ich mag die Romane von Karen Swan sehr! Sie hat einen packenden, fließend zu lesenden Schreibstil, der einem ausdrucksstark das Geschriebene vermittelt. Ich finde die Protagonistin klasse getroffen, denn sie ist eine gelungene Mischung aus „harter Schale und weichem Kern“.

Das Buch ist gut abgerundet – und entgegen so manch zuletzt gelesenem Roman – habe ich dieses Mal nicht das Gefühl, dass am Ende alles „husch-husch“ schnell zu Ende erzählt wird. Die Autorin nimmt sich Zeit – trotz der zeitlichen Enge des Plots – jeder Figur, jedem Handlungsstrang ihren/seinen Raum zu geben. Daher fiel es mir auch schwer, das Buch aus der Hand zu legen...

Mein Lesetipp für alle, die sich nicht scheuen, mit den Protagonisten 2014 ins syrische Kriegsgebiet zu reisen und sich von den wechselnden Stimmungen im Roman packen lassen zu wollen. Wer einen romantisch-verliebten Weihnachtsroman sucht, sollte zu einem meiner anderen Buchtipps greifen.

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Veröffentlicht am 15.11.2021

Spannend - ich konnte ihn kaum aus der Hand legen

Sturm über Cornwall
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„Er zündet eine Zigarette an und reicht sie mir. Ich nehme sie, und er steckt sich selbst eine an und blinzelt mit zusammengekniffenen Augen in die Ferne. 'Sie sehen nicht aus wie Einheimische', stellt ...

„Er zündet eine Zigarette an und reicht sie mir. Ich nehme sie, und er steckt sich selbst eine an und blinzelt mit zusammengekniffenen Augen in die Ferne. 'Sie sehen nicht aus wie Einheimische', stellt er fest.

Ich atme den Rauch aus und sehe zu, wie er kräuselnd nach oben steigt. 'Amerikaner.' Als ich mich ihm zuwende, bemerke ich die verräterischen dunklen Ringe unter seinen Augen, die das strahlende Blau zusätzlich unterstreichen. Die Farbe erinnert mich an den Himmel über Cornwall an den einem perfekten Sommertag.

'Interessant.'

(Auszug S. 55)

3 Generationen und 2 Zeitebene – Liz Fenwicks neuster Roman hat viel zu bieten! Im Mittelpunkt stehen 3 Frauen – Großmutter Joan, Tochter Diana und Enkelin Lottie – welche sich auf dem Familienanwesen Boskenna in Cornwall, direkt an der Küste gelegen, zusammenfinden. Joan liegt im Sterben, Tochter Diana hadert mit ihrer Mutter und der Vergangenheit und Enkelin Lottie kämpft gegen das Gefühl an, ihre geliebte Großmutter bald verlassen zu müssen. Da taucht ein geheimnisvolles Tagebuch auf...

Geschickt bindet uns die Autorin mit gut zu lesender, bildhafter Sprache in die Geschichte mit ein, indem wir minutiös lesen können, was in der Vergangenheit – aus Sicht von Joan und Diana – geschehen ist. Jedes Kapitel beginnt mit dem Namen der Erzählenden, dem Datum und der Uhrzeit. Auch die Gegenwart, welche von Lottie und Diana erzählt wird, bekommen wir so zu lesen. Das ist spannend, denn die Geschehnisse stellen sich doch immer ein wenig anders dar, je nachdem, wer sie gerade erzählt.

Diana ist das Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart und sicherlich auch die schwierigste Protagonistin der drei. Sie hat auch eine Doppelfunktion als Tochter und als Mutter zu erfüllen...

Es ist aber nicht nur der Romanaufbau, der fasziniert; die überraschenden Wendungen und unerwarteten Hintergründe machen aus diesem Generationenroman ein lesenswertes Werk.

Ja, es ist ein Cornwall-Roman, aber Romantik und Liebe stehen hier nicht im Mittelpunkt. Daher würde ich dieses Buch keinen „Rosamunde Pilcher“-Fans empfehlen ;) Da trügt das schön gestaltete Cover doch ein wenig zu sehr – denn Idylle an der rauen See wird man nicht finden...

Wer aber einen spannenden, vielschichtigen Roman mit unerwarteten Überraschungsmomenten lesen möchte, dem kann ich dieses Buch ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 11.11.2021

Das Lesen macht Lust auf Walnusskuchen

Walnusswünsche
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„Das ist unser ältester Baum. Er ist hundertfünfzig Jahre alt, und mein Urururgroßvater hat ihn gepflanzt. Er trägt schon lange keine Früchte mehr.“ (Auszug S. 46)

Victoria führt die Walnussfarm, die ...

„Das ist unser ältester Baum. Er ist hundertfünfzig Jahre alt, und mein Urururgroßvater hat ihn gepflanzt. Er trägt schon lange keine Früchte mehr.“ (Auszug S. 46)

Victoria führt die Walnussfarm, die schon seit Generationen in Familienbesitz ist, alleine, denn ihre ältere Schwester Abby verfolgt ihre eigenen Träume. Ihr Vater ist seit dem Tod von Victorias Mutter und wegen seiner Gebrechen nicht mehr in der Lage, seiner Tochter tatkräftig zur Seite zu stehen. Aber sie kann sich auf ihre Vorarbeiterin Inés und ihre Arbeiter verlassen, die auch den Neuankömmling Liam – der einen Roman über Walnüsse auf der Plantage schreiben möchte – in ihre Runde aufnehmen.

Gekonnt hat Manuela Inusa in dem fünften Band der Kalifornien-Reihe – bei dem jeder Band eine eigene Geschichte erzählt und daher für sich alleine gelesen werden kann – wieder eine Mischung verschiedener Charaktere gewählt. Dies macht das Lesen spannend und zusammen mit der bildhaften Sprache zieht mich auch dieser Roman wieder in seinen Bann. Ein Schuß Romantik, ein bisschen Familiendrama, packende Einzelschicksale – die irgendwann geschickt miteinander verknüpft werden... das zeichnet die Hamburger Autorin aus und sie bleibt sich in „Walnussträume“ dieser Linie treu. Ich mag das sehr!

Es ist faszinierend, welche Themen Manuela Inusa aufarbeitet; und dennoch wirkt der Roman weder als Aufklärer oder als Fingerheber – nein, er bleibt ein Unterhaltungsroman, aber eben mit Tiefgang.

Nur eines fehlt mir ein bisschen: etwas mehr Backgroundinfos zu den Walnüssen; etwas mehr über den Anbau, die Ernte etc. Hier werden nur wenige Fachbegriffe in den Raum geworfen und die Chance vertan, den neugierigen Autor Liam und uns LeserInnen mit tiefgründigeren Infos zu der Supernuss zu versorgen, schade...

Dafür bekommen wir aber leckere Rezepte, die mich sofort zum Backen eines Walnusskuchen animiert haben

Alles in allem ein lesenswerter Roman mit einem ansprechend gestalteten Cover, welches gut in die Reihe passt und man sofort erkennt, worum es geht. Ich mag die Farben – und stehen alle Bände nebeneinander, erkennt man aufgrund der Farbgestaltung sofort auf einen Blick, um welches Buch es sind handelt. Nun freue ich mich auf „den blauen Band“, denn im Februar 2022 kommt „Blaubeerjahre“ auf den Markt – der Abschluß der 6-teiligen Reihe, die in Kalifornien spielt.

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