Profilbild von kdneumann

kdneumann

Lesejury-Mitglied
offline

kdneumann ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kdneumann über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2022

Überraschende Wendungen

Akte Nordsee - Am dunklen Wasser
0

Im Fall eines grausamen Mordes an einer attraktiven jungen Lehrerin wird ihr Freund verdächtigt. Die Anwältin Fentje Jacobsen ist von seiner Unschuld überzeugt, übernimmt aber nur widerstrebend diesen ...

Im Fall eines grausamen Mordes an einer attraktiven jungen Lehrerin wird ihr Freund verdächtigt. Die Anwältin Fentje Jacobsen ist von seiner Unschuld überzeugt, übernimmt aber nur widerstrebend diesen schwierigen Fall. Kurz darauf verschwinden in einem nahegelegenen Internat zwei Schülerinnen – die ermordete Lehrerin war deren Vertrauenslehrerin. Gibt es einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen? Fentje nimmt ungern die Hilfe des aalglatt erscheinenden Journalisten Niklas John an, muss sich aber eingestehen, dass sie alleine dieser Aufgabe nicht gewachsen ist. Die beiden ungleichen „Ermittler“ sind aufeinander angewiesen, wenn auch als völlig unterschiedlichen Beweggründen.

Das Buch liest sich cremig-leicht, die Sprache der Autorin ist einfach, aber präzise, und die Spannung steigt kontinuierlich. Immer wieder gibt es überraschende und teils schockierende Wendungen. Die beiden Protagonisten könnten von ihren Charakteren und Lebensstilen her unterschiedlicher nicht sein, und doch hat der eine, was dem anderen fehlt. Trotz des bitterernsten Hintergrundes blitzt immer wieder Humor auf. Besonders gefallen hat mir, dass die Anwältin Fentje aus einer intakten Familie stammt, das einen beim Lesen mit Wärme erfüllt.

Ein in jeder Hinsicht gelungener und zu empfehlender Kriminalroman mit viel Lokalkolorit. Jetzt freue ich mich auf den nächsten Band dieser Reihe!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2022

Im Sog der Russenmafia

Perfect World. Nichts scheint, wie es ist
0

Evas Ehemann Daniel verschwindet spurlos, sein Wagen wird von der Polizei verlassen aufgefunden, und wenig später scheint klar: Er hat eine andere Frau, mit der er ein neues Leben beginnen will. Gleichzeitig ...

Evas Ehemann Daniel verschwindet spurlos, sein Wagen wird von der Polizei verlassen aufgefunden, und wenig später scheint klar: Er hat eine andere Frau, mit der er ein neues Leben beginnen will. Gleichzeitig jedoch findet Eva heraus, dass er schon seit längerer Zeit eine Zweitwohnung besitzt, und Evas Sohn Marc entgeht knapp einer Entführung, ihre Tochter Johanna wird ebenfalls von einem brutal aussehenden Mann verfolgt. Hilfe bekommt Eva von zwei Unbekannten, einem Mann und der Nachbarin von Daniels geheimem Rückzugsort. Aber kann Eva diesen beiden vertrauen? Und bald wird ihr auf grausame Weise klar, dass Daniel in Wahrheit in die Fänge eines russischen Mafia-Clans geraten ist und auch ihr Leben und das ihrer Kinder in größter Gefahr ist.

Man wird als Leser sofort schonungslos in diese brutale Geschichte hineingeworfen und ahnt von Anfang an, dass weitaus mehr als nur ein banaler Seitensprung hinter dem Verschwinden Daniels steckt. Wir begleiten Eva auf ihrer atemlosen Odyssee quer durch Duisburg und hoffen bei Gott, dass es ihr gelingt, ihre Kinder zu retten. Die gesamte Handlung spielt sich in nur drei Tagen ab, in denen Evas bislang sorgloses Leben komplett aus den Fugen gerät. Ehemann Daniel dagegen bleibt bis zum Schluss eine eher nebulöse Gestalt. Die Sprache des Autors ist reich an Bildern und fordert beim Lesen volle Konzentration. Gleich zu Beginn wurde mir klar, dass es sich bei diesem Buch nicht um einen Krimi handelt, sondern um einen engmaschig gewebten Thriller, der zwar nicht über klassische Spannungs- oder Schockmomente verfügt, den Leser aber dennoch stark belastet und zum Weiterlesen drängt. Ich habe Eva gerne begleitet, auch wenn ich ihre Handlungs- und Denkweise nicht immer nachvollziehen konnte. Am Schluss blieben bei mir noch ein paar Fragen offen.
Mein persönliches Fazit: Ein intelligent geschriebener, nicht alltäglicher Thriller, unbedingt empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2022

Nicht ganz so spannend

Ostseekreuz
1

Die Lübecker Kriminalkommissarin Pia Korittkis konnte zwar aus den Fängen des Gewaltverbrechers Lohse befreit werden, doch diesem gelang danach die Flucht. Weil er für sie weiterhin eine ernstzunehmende ...

Die Lübecker Kriminalkommissarin Pia Korittkis konnte zwar aus den Fängen des Gewaltverbrechers Lohse befreit werden, doch diesem gelang danach die Flucht. Weil er für sie weiterhin eine ernstzunehmende Bedrohung darstellt, taucht sie für einige Wochen inkognito als Urlaubsgast in einem Kloster unter. Doch auch hier kommt sie nicht wirklich zur Ruhe. Einer der Mönche wird tot aufgefunden, und bald steht fest, dass er ermordet wurde. Kurz darauf verschwindet einer der männlichen Gäste spurlos, um tot aus dem Klostergraben geborgen zu werden. Eigentlich will Pia mit diesen Ermittlungen nichts zu tun haben, aber dann bringt sie durch Zufall ihre hier zuständigen Kripo-Kollegen auf die erste wirkliche Spur. Zeitgleich jagt ihr Lebensgefährte Marten dem flüchtigen Lohse hinterher.

Obwohl dies mein erster Roman von Eva Almstädt ist, gelang mir der Einstieg in diesen siebzehnten Fall von Pia Korittkis mühelos. Der Schreibstil der Autorin ist präzise und subtil, sehr schön finde ich die Beschreibungen des Klosters und seiner Umgebung. Dass innerhalb der einzelnen Kapitel der Erzähler ständig wechselt, ist gewöhnungsbedürftig.
Die übrigen Figuren erscheinen mir ein wenig stereotyp, und die Mönche konnte ich oft erst durch Zurückblättern auseinanderhalten. Echte Spannung kommt meines Erachtens nur in jener Szene vor, in der der Exmann von Pia und ihr Sohn Felix im Haus Verstecken spielen und der Junge nicht auffindbar ist. Auch vermisse ich Cliffhanger am Ende der einzelnen Kapitel. Wohltuend ist dagegen, dass die Autorin durchweg auf exzessive Gewaltszenen verzichtet, was das Lesen trotz der genannten Minuspunkte zum Vergnügen macht. Der Schluss hätte einen Tick aufregender ausfallen können, geht aber in Ordnung. Ich hätte nichts dagegen gehabt, sofort zum nächsten Band zu greifen.
Das Buch selbst liegt sehr gut in der Hand, und das Cover ist stimmungsvoll gestaltet.
Mein persönliches Fazit: Kein hammermäßiger Krimi, aber trotzdem empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 22.03.2022

Ein echtes Sahnestück

Gezeitenmord
0

Die junge Kopenhagener Kriminalassistentin Lykke Teit bekommt die Chance, einen Mord im Watt aufzuklären. Weil es sich dabei um deutsch-dänisches Grenzgebiet handelt, wird ihr der Flensburger Kommissar ...

Die junge Kopenhagener Kriminalassistentin Lykke Teit bekommt die Chance, einen Mord im Watt aufzuklären. Weil es sich dabei um deutsch-dänisches Grenzgebiet handelt, wird ihr der Flensburger Kommissar Rudi Lehmann zur Seite gestellt. Die beiden auf den ersten Blick ungleichen Ermittler kommen überraschend gut miteinander zurecht und tasten sich in dem Mordfall systematisch vor, zu dem auch das Verschwinden eines Jungen gehört. Wurde er das Opfer einer Entführung? Und gibt es einen Zusammenhang zu dem bislang unaufgeklärten Vermisstenfall der kleinen Rosa vor einem Jahr? Dann werden zwei weitere Bewohner des verschlafenen dänischen Dorfes auf grausame Weise ermordet.
So gierig wie diesen Roman habe ich schon lange kein Buch mehr verschlungen. Ich war von der ersten Seite an gefesselt, und das Zusammenspiel von Lykke Teit und Rudi Lehmann hat mich einfach mitgerissen. Für einen Skandinavien-Krimi ist die Handlung ungewöhnlich zahm, aber niemals langweilig, die vor trockenem Witz sprühenden Sprüche von Rudi haben bei mir immer wieder Lachsalven ausgelöst, und der actionreiche Showdown ist ein echtes Highlight. Der Autor hält sich nicht mit unnötigen Beschreibungen auf, kommt sofort zur Sache und überzeugt mit einer prägnanten Sprache, auch wenn bei den Dialogen nicht immer klar ist, wer gerade spricht. Man könnte bemängeln, dass der Autor die beiden Protagonisten ein wenig zu harmoniesüchtig agieren lässt und keine ernsthaften zwischenmenschlichen Konflikte auftreten, aber das tut meiner Begeisterung für diesen Roman und seine Figuren keinen Abbruch.
Sollte es wirklich weitere Krimis um Teit und Lehmann geben, werde ich sie mir sofort einverleiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2022

Typisch amerikanisch

Nichts bleibt begraben
0

Der Roman ist witzig und intelligent geschrieben, aber meiner Meinung nach kein Thriller. Die Handlung plätschert auf einer Ebene dahin, es fehlt der klassische Achterbahnfahrt-Effekt. Der Protagonist ...

Der Roman ist witzig und intelligent geschrieben, aber meiner Meinung nach kein Thriller. Die Handlung plätschert auf einer Ebene dahin, es fehlt der klassische Achterbahnfahrt-Effekt. Der Protagonist scheint ein Bruder von Batman zu sein: Schwer reich, sehr gut aussehend und charismatisch. - Mich konnte der Plot nicht mitreißen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere