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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2018

Gute Grundidee, schlechte Umsetzung.

Pfad der Lügen
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Cover:

Das Cover ist mir direkt ins Auge gefallen. Es erzeugt ein düßteres Gefühl und hängt mit dem anfanglichen Problem der Handlung zusammen.
Deshalb: 5 Sterne


Schreibstil:

Der Schreibstil hat ...

Cover:

Das Cover ist mir direkt ins Auge gefallen. Es erzeugt ein düßteres Gefühl und hängt mit dem anfanglichen Problem der Handlung zusammen.
Deshalb: 5 Sterne


Schreibstil:

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Das Buch liest sich sehr flüssig und auch die Gedanken von Sally werden ausführlich beschrieben.
Jedoch treten im Laufe der Handlung vermehrt Wiederholungen auf, was wirklich nicht hätte sein müssen.


Spannung:

Die Spannung war vor allem im ersten Drittel besonders präsent. Da konnte ich persönlich das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich umbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
Dies hat sich leider sehr zum Negativen gewandt.
Durch zahlreiche Wiederholungen und immer wieder den selben Problemen war kaum noch Spannung vorhabden.
Von dem spannungsgeladenen Anfang war nichts mehr übrig.
Die Tatsache, dass viele Momente sehr vorhersehbar waren, macht die Sache nicht besser.
Deshalb: 1 Stern.


Geschichte:

Die Geschichte fängt super an. Sally wacht in einem Taxi auf und weiß nicht, wo sie sich befindet. Dies ist die perfekte Grundlage, für eine sehr gut ausgearbeitete und spannende Handlung, da die Idee bereits der Knaller ist.
Schließlich geht ALLES den Bach runter.
Sally macht sich selbst mehr Stress als nötig, da sie sich mit den Kindern nicht helfen lassen möchte. Da ist es natürlich klar, dass sie übermüdet ist.
Dann kommt die Sache mit dem vermeintlichen Selbstmordversuch. Sally wird die ganze Zeit bemuttert und ihr wird kein einziges Wort geglaubt. Dieses Muster zieht sich durch die Ganze Geschichte und ist auf Dauer ziemlich anstrengend und vor allem langweilig.
Mir hat die Geschichte den Rest gegeben, als plötzlich und komplett aus dem Zusammeng gerissen der Nachbar zu Sally kam. Das ist zum einen nicht besonders aufregend. Zum anderen hätte man es viel besser in die Geschichte einbauen können.
Am Ende kommen zahlreiche Klischees, die man wirklich durch etwas Originelleres hätte eretzen können.
Deshalb: 2 Sterne.


Atmosphäre:

Die Atmosphäre ist zu Beginn ziemlich düster und spannungsgeladen. Bis zu dem Punkt, an dem Sich alles ändert und die Kinder im Vordergrund stehen.
Dabei wird die Hektik und der Stress gut rübergebracht, aber von der anfänglichen Düsternis ist so gut wie nichts zu sehen.
Deshalb: 3 Sterne


Charaktere:

Die Charaktere waren meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet. Jeder von ihnen hatte einen eigenen Charakter und eine eigene Geschichte.
Dennoch waren einige Handlungen nicht besonders nachvollziehbar und das Verhalten der Figuren wurde auf Dauer ziemlich anstrengend.
So wirklich sympathisch war mir keiner von ihnen, aber das ist Ansichtssache.
Dennoch 4 Sterne.


Fazit:

Der Anfang und die Grundidee waren genial. Leider harpert es, trotz der recht gut ausgearbeiteten Charaktere, an der Umsetzung.
Was man noch ändern könnte, wäre die Bezeichnung als Thriller, da es sich bei diesem Buch eher um einen Psychothriller handelt. Für einen normalen Thriller fehlt eindeutig die Spannung. Wobei dieses Buch meiner Meinung nach nicht zu den Psychothrillern der Extraklasse gehört, da die ständigen Wiederholungen ab einem gewissen Zeitpunkt sehr anstrengend zu lesen sind.


Veröffentlicht am 02.10.2018

Familiendrama vom Feinsten

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit
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Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wodurch die Handlung laufend durch einen Aspekt oder eine Ansicht ergänzt wird. Dabei erfährt man als Leser viel von der Vergangenheit, die als ...

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wodurch die Handlung laufend durch einen Aspekt oder eine Ansicht ergänzt wird. Dabei erfährt man als Leser viel von der Vergangenheit, die als Zoes „erstes Leben“ dargestellt wird. Hierbei ist es sehr gelungen, dass nicht nur die damaligen Ereignisse in den Mittelpunkt gestellt werden, sondern auch das „zweite“ Leben in der neuen Familie, die nicht so perfekt ist, wie es Anfangs scheint. Zu Beginn des Buches pendelt die Geschichte zwischen Sonntagabend und Montagmorgen, was recht ungewöhnliche Zeitsprünge sind, aber dennoch gut in die Handlung verlaufen und nicht fehl am Platz wirken. Hinzu kommen eingeschobene Auszüge eines Drehbuches, das von dem vergangenen Leben von Zoes Stiefvater und ihrem Stiefbruder, Lucas, erzählt. Dadurch wird es leider schnell klar, worauf die Geschichte hinausläuft, weshalb die finalen Ergebnisse nicht sonderlich überraschend sind. Die Spannung insgesamt ist zwar da, aber wird nicht aufrechterhalten. An einigen Stellen steigt sie leicht an, endet aber mit einer recht enttäuschenden Auflösung. Deshalb würde ich das Buch nicht umbedingt als „Thriller“ bezeichnen. Dazu fehlt deutlich die Spannung. Was mir sehr gefällt, sind die Ausarbeitungen der Figuren. Alle von ihnen wurden glaubhaft und anschaulich dargestellt, wobei die Beschreibungen an einigen Stellen zu ausschweifend waren und man sie ruhig hätte kürzer fassen können. Interessant an den Figuren war, dass man schon recht schnell merkt, dass nicht nur Zoe ein Geheimnis hat, sondern auch alle anderen Beteiligten, die diese Geheimnisse mehr oder weniger geschickt zu verbergen versuchen. Dabei ist schade, dass das Geheimnis des Anwalts, Sam, an wenigen Stellen erwähnt wird und, wie seine Perspektive, die Geschichte nicht sonderlich vorantreibt. Diese Stellen hätte man ruhig in anderen Perspektiven erzählen können und sie hätten den selben Effekt. Insgesamt war es ein recht zufrieden stellendes Familiendrama, das sich, trotz der Perspektivwechsel, gut und flüssig lesen ließ und ein schlüssiges, aber erwartetes Ende mit sich brachte.

Veröffentlicht am 23.09.2018

Gutes Buch für (Hobby-)Psychologen

Kalte Seele, dunkles Herz
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Inhalt/Klappentext:

Früh an einem Morgen im Juli ist Cassandra – Cass - Tanner plötzlich wieder da. Sie steht auf der Türschwelle ihres Elternhauses und sagt immer wieder »Findet Emma!«
Drei Jahre zuvor ...

Inhalt/Klappentext:

Früh an einem Morgen im Juli ist Cassandra – Cass - Tanner plötzlich wieder da. Sie steht auf der Türschwelle ihres Elternhauses und sagt immer wieder »Findet Emma!«
Drei Jahre zuvor waren die 15-jährige Cass und ihre zwei Jahre ältere Schwester Emma spurlos aus der Kleinstadt in Connecticut verschwunden. Niemand konnte sich erklären, was passiert war. Es gab keine Hinweise, keine Zeugen, keine Ermittlungsergebnisse. Nichts.
Nur die forensische FBI-Psychologin Dr. Abby Winter hatte schnell eine Theorie zu diesem ungewöhnlichen Fall. Eine Theorie, die nur zu schmerzlich mit ihrer eigenen Kindheit und Jugend in Verbindung steht. Aber niemand glaubte ihr.
Jetzt erzählt Cass, was Emma und ihr widerfahren ist. Je mehr sie preisgibt, desto klarer erkennt Abby, dass sie Recht hatte: Cassandra und Emma sind in keiner »normalen« Familie groß geworden. Ihr Elternhaus war ein vergifteter Ort der Täuschung und Manipulation, und die Dämonen der Kindheit lauern dort noch immer. Abby wird diese Dämonen ans Licht zerren müssen, um eines zu verstehen:
Warum ist Cass zurückgekehrt? Und wo werden sie Emma finden?

Kritik:

Meiner Meinung nach hat die Geschichte großes Potenzial, das aus einer guten Grundidee hervorgeht, über die überdurchschnittlich gut recherchiert wurde. Leider hapert es sehr an der Umsetzung. Ein etwas schnelleres Tempo hätte der Geschichte ziemlich gut getan.
Das Buch wird in zwei verschiedenen Sichtweisen erzählt. Zum einen aus der
Ich-Perspektive von Cassandra. Zum anderen aus der Sicht der Psychologin, die allerdings in der dritten Person geschrieben wurde. Außerdem wird auch zwischen Direkter und indirekter Rede gewechselt.
An sich ist die Erzählweise nicht sonderlich schwer zu lesen. Doch sie hat eine ziemlich negative Auswirkung auf die Spannung. Dies fällt vor allem im recht langatmigen Mittelteil des Buches auf, wodurch die Spannung abfällt und so gut wie nicht vorhanden ist. Hinzu kommen zu viele Wiederholungen, die man ruhig hätte weglassen können.
Die Geschichte hat einen sehr großen psychologischen Anteil, der von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung handelt, wobei das Buch große Ausmaße eines Fallbeispiels annimmt. Hinzu kommen zu ausufernde Beschreibungen der Störung, wodurch man, als nicht Psychologe, eher gelangweilt, als fasziniert wird. Dieser Teil des Buches verstärkt sich im Mittelteil, wodurch jede Spannung verloren geht und die anfangs bestehende Atmosphäre zerstört wird.
Zu den Figuren kann man sagen, dass Cassandra als Protagonistin wie ein offenes Buch ist. Man weiß von Anfang an, dass das, was sie erzählt, nicht ganz der Wahrheit entspricht. Schön ist, dass sie nicht alles chronologisch erzählt, wodurch man etwas mitdenken muss, und oft in die Vergangenheit zurückfällt, wodurch die Familiensituation klarer wird und man sich dadurch in Cassandras beschriebene Gefühle hineinversetzen kann.
Die Psychologin wirkt zu Beginn nicht sonderlich sympathisch. Dies legt sich aber, als man immer mehr von ihrer scharfsinnigen und feinfühligen Seite mitbekommt. Außerdem ist es schön, dass man einige Gemeinsamkeiten zwischen Cassandra und Abby feststellen kann.
Obwohl das Buch im Großen und Ganzen sehr langatmig war, gibt es auch wenige spannende Stellen, die sehr gelungen sind. Vor allem am Anfang beginnt das Buch mit einer recht hohen Grundspannung, die dann leider schnell abfällt.
Gegen Ende hin gibt es einen recht überraschenden Moment, mit dem man nicht umbedingt gerechnet hat. Danach wird das Ende aber immer vorhersehbarer.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass es ein gutes Buch für (Hobby-)Psychologen, die sich mit dem Thema Narzissmus mehr befassen wollen, ist. Für „normale“ Leser erscheint das Buch, besonders im Mittelteil, dann doch zu langatmig und zu spannungsarm.