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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2022

Schwächer als Band 1

This Charming Man
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Ich war wirklich "gehyped" auf das Buch, da mir Band 1 bereits unfassbar gut gefallen hat. Meine Erwartungen waren deshalb recht hoch angesetzt — eigentlich logisch nach dem Auftakt.

Ich war etwas skeptisch ...

Ich war wirklich "gehyped" auf das Buch, da mir Band 1 bereits unfassbar gut gefallen hat. Meine Erwartungen waren deshalb recht hoch angesetzt — eigentlich logisch nach dem Auftakt.

Ich war etwas skeptisch aufgrund der Vampir-Thematik (eigentlich ist sie eher nicht mein Fall), aber der Einstieg ins Buch hat mich vom Hocker gerissen. Das erste Kapitel direkt abgeholt und in den Wahnsinn der Redaktion gezogen. Doch so gut es anfing, muss ich gestehen, dass ich im Mittelteil meine Problemchen mit dem Buch hatte, die selbst der grandiose Schreibstil nicht überdecken konnte.

Die neu zusammengewürfelten "Ermittler-Journalisten"-Teams boten eine willkommene Abwechslung, aber stellenweise dümpelte die Handlung vor sich hin, ohne ein Ziel in Aussicht zu stellen. Die Storyline spaltete sich mehr oder weniger auf, da jedes dieser Teams einem anderen Hinweis nachging (mit entspanntem Lesen für Zwischendurch wird es mit diesem Band deshalb vermutlich nichts, weil man sich stellenweise echt konzentrieren muss, um nicht den Überblick zu verlieren). Ich könnte mir ebenfalls vorstellen, dass es nicht verkehrt wäre, sich beim Lesen Notizen zu den vorkommenden Figuren zu machen und ihre Beziehungen zueinander zu visualisieren — das könnte vieles vereinfachen.

Und da die Überleitung gerade so schön ist: die Figuren.
Dieses Buch hat mir bewiesen, wie sehr ich Banecroft eigentlich mag. Ich habe auf seine Kapitel regelrecht hingefiebert und konnte sie kaum erwarten. Diese waren ehrlich gesagt zum Teil die einzigen im Buch, bei denen ich wusste, dass sie mich nicht enttäuschen werden — und das taten sie nicht.

Die Vampir-Sache ist erfrischend. Ebenfalls die Auflösung, die mir weitaus strukturierter erscheint als im ersten Band und insgesamt eine willkommene Abwechslung liefert.

Insgesamt würde ich "This Charming Man" nicht als typischen zweiten Band bezeichnen, aber zu sagen, dass er keine Züge der "Zweiter-Teil"-Krankheit aufweist, wäre gelogen. Es macht Spaß, das Buch zu lesen — danke an den Erzählstil — aber aufgrund des Mittelteils flacht die Begeisterung etwas ab, weshalb ich hoffe, dass der dritte Band wieder so grandios wird wie der erste. Lesen werde ich die Fortsetzung definitiv!

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Veröffentlicht am 11.01.2022

Frustrierend wenige Antworten

Red Sky Burning (Bd. 2)
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Nach Band 1, der eine recht solide Einleitung der Reihe war, war ich gespannt darauf, wie sich die Geschichte entwickelt. Besonders erhofft habe ich mir dabei, einige Antworten auf Fragen zu bekommen, ...

Nach Band 1, der eine recht solide Einleitung der Reihe war, war ich gespannt darauf, wie sich die Geschichte entwickelt. Besonders erhofft habe ich mir dabei, einige Antworten auf Fragen zu bekommen, die im ersten Teil aufgekommen sind. Leider Fehlanzeige.
Gut, etwas wurde beantwortet, doch das waren keine ausschlaggebenden Punkte, sondern alles Dinge, die mehr als offensichtlich waren, weshalb es sich eher wie eine Bestätigung anfühlte, statt eine befriedigende Antwort. Aber dazu gleich mehr.
Erst muss ich positiv anmerken, dass Band 2 nicht nur Tabby im Fokus hat, sondern Denzi als Protagonist dazukommt und man ebenfalls seine Sicht mitverfolgen kann. Und trotzdem hatte ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Obwohl Denzi sich wenigstens Mühe macht, etwas herauszufinden, erfährt man als Leser praktisch nichts. Stattdessen wartet man sehnsüchtig auf Antworten, welche den "bösen Kreis im Namen der Umwelt" und die "verrückt nach Meer"-Bedürfnisse der Figuren verknüpfen. Ich habe gehofft, wenigstens einen Ansatz zu bekommen, wie all das zusammenhängt. Stattdessen kam es mir vor, dass man aus beiden Themen ein eigenständiges Buch hätte machen können. Erneut: Keine Antworten, mehr ungeklärte Fragen.
Ich habe nicht die geringste Ahnung wie es möglich ist, ein Buch zu schreiben, in dem nichts passiert, während gleichzeitig alles den Bach runtergeht.
Die Handlung ist wenig überraschend, tritt auf der Stelle, bis man das Gefühl hat, immer wieder das Gleiche zu lesen. Mir ist bewusst, dass die ganzen Fragen dem Spannungsaufbau dienen, doch mich hat es frustriert. Ich habe tausend Fragen und nicht die leiseste Ahnung, was das eigentliche Ziel der Reihe ist.

An dieser Stelle ein kleiner "Spoiler", obwohl die Entwicklung wenig überraschend kommt:
Die Lovestory am Ende habe ich absolut nicht kapiert. Sie wirkte deplatziert und unnötig. Fast so als wäre sie nur eingebracht worden, weil es sich in einem Buch "gehört", dass die Protagonisten (vorzugsweise in der Männlein-Weiblein-Konstellation) Gefühle füreinander entwickeln. Etwas wie Freundschaft zwischen unterschiedlichen Geschlechtern existiert schließlich nicht...

Insgesamt...bin ich verwirrt. Das war um ehrlich zu sein mein grundsätzlicher Status beim Lesen, weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte, ob das Buch Spaß macht, oder eben nicht.
Einerseits frustriert es, dreht sich im Kreis und liefert keine Antworten.
Andererseits hat es eine gewisse Grundspannung, liest sich unfassbar leicht und schnell, weil der Schreibstil dermaßen locker ist. Man sieht, wie viel Potenzial die Geschichte hat. Gleichzeitig aber auch, dass es erneut an der Umsetzung hapert.

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Veröffentlicht am 20.12.2021

Die Anfänge von Rogue

Marvel | Heldinnen: Rogue unberührt
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Rogue müsste den meisten Menschen als das Mitglied der X-Men bekannt sein, das aus "X-Men: Days of Future Past" rausgeschnitten wurde und nur im "Rogue Cut" zu sehen ist. Oder das Mitglied, das bloß in ...

Rogue müsste den meisten Menschen als das Mitglied der X-Men bekannt sein, das aus "X-Men: Days of Future Past" rausgeschnitten wurde und nur im "Rogue Cut" zu sehen ist. Oder das Mitglied, das bloß in X-Men 1 relevant ist.
Deshalb hat es mich sehr gefreut, dass sie in die "Marvel: Heldinnen"-Reihe aufgenommen wurde und somit mehr Raum bekommen hat. Ihre Fähigkeiten sind immerhin der Hammer und verdienen die Aufmerksamkeit.

Zuallererst sei gesagt: Das hier ist eine alternative Zeitlinie, die zwar gewisse Anspielungen mit sich führt, aber nicht im bekannten X-Men Universum spielt. Die Eastereggs sind dennoch klasse. Jetzt aber zur Rezi:

Der Einstieg ins Buch hat mir sehr gefallen. Die Stimmung und das Kleinstadtfeeling passen super zu der Protagonistin, die sich als Kellnerin abmüht und mit einem unerträglichen Chef zu kämpfen hat, bis sie schließlich realisiert, dass sie Mutantenkräfte besitzt. Die Story ist gespickt mit Figuren, die man aus Comics kennt — oder eben auch nicht, dann müsste man allerdings googlen, wenn man sich für eine der Nebenfiguren interessiert. Ich jedenfalls hatte unzählige Verknüpfungen im Kopf, was das Buch leider gewissermaßen vorhersehbar gemacht hat, wodurch ich nicht sonderlich überrascht werden konnte, was mich aber nicht sonderlich enttäuscht hat, da der Schreibstil mich vollkommen überzeugen konnte und ich die Möglichkeit hatte, wenigstens für einen Moment dem Alltag zu entfliehen und zu entspannen.
Aber leider, leider hapert es an einigen Stellen bei der Handlung. Die Vorhersehbarkeit ist nicht das Problem, sondern gewisse...Handlungslücken und fehlende Tiefe. Selbst nach dem Beenden des Buches ist mir unklar, inwieweit sich gewisse Dinge entwickeln werden, wer eigentlich auf der guten, oder der bösen Seite steht. Eine Zeit lang wusste ich nicht, wer der tatsächliche Antragonist ist, bis gegen Ende jemand reingeworfen wurde, der die Lage zum explodieren gebracht hat. Aber mir reicht es leider nicht aus. Ich habe auf richtige Action gehofft, gewartet, bis es endlich losgeht und es kam nichts, bis wenige Kapitel vom Schluss entfernt plötzlich alles passierte und insgesamt sehr gehetzt wirkte.

Ja, das Buch ist auf seine eigene Art spannend, aber nicht so wie ich es mir erhofft und es erwartet habe. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, die Autorin wäre mehr auf Rogues Innenleben eingegangen, denn trotz Ich-Perspektive blieb das meiste eher flach.
Dennoch konnte mich das Buch auf eine gewisse Weise unterhalten. Es ist nicht überragend, aber gut für nebenbei, hat eine sympathische Protagonistin und einen lockeren Schreibstil. Begeistert und vom Hocker gehauen bin ich nicht, aber zufrieden.
Deshalb gibt es von mir 3,5 von 5 Sternchen.

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Veröffentlicht am 11.11.2021

Leider zu viel gewollt

Game Changer - Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen
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Um ehrlich zu sein muss ich direkt zu Beginn sagen, dass ich skeptisch war, nachdem ich den Klappentext gelesen habe. Ich war mir nicht sicher, ob das Buch tatsächlich etwas für mich ist, weil es Dinge ...

Um ehrlich zu sein muss ich direkt zu Beginn sagen, dass ich skeptisch war, nachdem ich den Klappentext gelesen habe. Ich war mir nicht sicher, ob das Buch tatsächlich etwas für mich ist, weil es Dinge thematisiert, die meinen Lesegeschmack nicht sonderlich treffen. Dennoch habe ich mich darauf eingelassen — man soll ja bekanntlich offen für Neues sein und die Komfortzone verlassen. Und es war in der Tat gar nicht so schlecht. Am meisten hat mich der Schreibstil gepackt — ja, Schande über mich, das war mein erstes Buch des Autors. Mit der Handlung hatte ich allerdings meine Probleme.
Überraschenderweise nicht aufgrund der Thematik, um die ich mir Sorgen gemacht habe, sondern weil es mir vorkam, als ob eine Liste stumpf abgearbeitet wurde, um jedes gesellschaftliche Problem ein Mal angesprochen zu haben. Da es so viele Themen waren, fehlte es mir an einigen Stellen deutlich an Tiefe. Sie bekamen zu wenig Raum, um wirklich relevant zu wirken — und das sollten sie sein!
An dieser Stelle wäre weniger wahrscheinlich mehr gewesen.
Mir ist bewusst, dass dieses Buch (fast schon krampfhaft) zum Nachdenken anregen soll, doch leider bleibt an einigen Stellen die Handlung auf der Strecke liegen, wodurch ebenfalls Spannung verloren geht.
Denn die "Weltveränderungs-Idee" ist gut, mehr als das. Ich möchte nicht zu viel verraten, deshalb bleibe ich an dieser Stelle lieber oberflächlich, um niemandem, der das hier liest, den Lesespaß zu verderben. Ashs "Sprünge" wirken super durchdacht. Das zeigt sich auch an den Ereignissen vor und nach dem Sprung.
Doch was mich vermutlich am meisten enttäuscht hat waren die Figuren. Eine einzige macht eine Entwicklung durch. Eine einzige.
Alle anderen bleiben blass und austauschbar und wirken wie ein Mittel zum Zweck, um den Seelsorger für Ash zu spielen, falls er jemanden zum Reden braucht, oder an die Missstände der Gesellschaft erinnert werden muss.
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich begeistert von dem Buch bin. Es war nicht schlecht, aber für mich ebenfalls kein Highlight. Es war gut, hat sich durch den Schreibstil super lesen lassen und ein befriedigendes Ende gehabt, welches zur Story gepasst hat. Leider wurde bloß an der vereisten Oberfläche des Themensees gekratzt, statt vollständig einzutauchen und wichtigen Dingen mehr Platz zu geben.

(Zur Bewertung an sich: Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen. Deshalb werden es 3,5)

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Veröffentlicht am 15.08.2021

Definitiv empfehlenswert

Marvel | Heldinnen – Domino auf Abwegen
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Domino dürfte den Meisten aus "Deadpool 2" bekannt sein, doch ihr kleiner Auftritt und die beiläufigen Bemerkungen über ihre Vergangenheit und Fähigkeiten reichen nicht aus, um sie wirklich kennenzulernen. ...

Domino dürfte den Meisten aus "Deadpool 2" bekannt sein, doch ihr kleiner Auftritt und die beiläufigen Bemerkungen über ihre Vergangenheit und Fähigkeiten reichen nicht aus, um sie wirklich kennenzulernen. Wer dennoch ihre Geschichte erfahren möchte, kann ohne Umschweife nach diesem Buch greifen.
Man erfährt alles. Von Dominos Vergangenheit, über eine spezielle Mission bis zur Gegenwart, kann man mitverfolgen, wie sich die Heldin zu der Person entwickelt, die sie ist. Und all das in einem Erzählstil, der das Gefühl vermittelt, sich in einer lockeren Unterhaltung zu befinden — als zusätzliches Extra gibt es Fußnoten.
Die Protagonistin selbst könnte nicht besser gewählt sein. Sie ist authentisch, glaubwürdig und handelt (zum Glück) nicht nach dem üblichen Heldenklischee, sondern nach ihrem eigenen Empfinden. Was sie für richtig hält, zieht sie durch. Genau das macht sie dermaßen interessant und sympathisch. Obwohl es hin und wieder Auftritte von "bekannteren" Helden gibt, verschiebt sich der Fokus nicht, sondern bleibt genau dort, wo er sein sollte. Auf der Protagonistin.
Zudem kommt der Aspekt von Dominos Fähigkeit, die man grob als "Glück" bezeichnen kann. Doch ziemlich schnell wird klar, dass diese Kraft weitaus komplexer ist, als man es erwarten würde, weshalb manchmal doch nicht alles problemlos verläuft, wie man es vielleicht annimmt.
Auch die Geschichte ist umfangreich gestaltet, spannend bis zum Ende — in allen Handlungssträngen. Da kann ich persönlich auch darüber hinwegsehen, dass es für mich persönlich keinen Überraschungsmoment gab. Zudem muss ich zugeben, dass ich bei den "bösen Leuten" das Gefühl hatte, als hätte man sich ausschließlich von Klischees bedient, um einen simplen Antragonisten zu schaffen, weshalb das Ende...ziemlich gehetzt verlief. Das hätte man meiner Meinung nach etwas ausbauen können, aber dennoch wirkt es nicht deplatziert.
Was mich aber am meisten gestört hat — und das muss ich leider berücksichtigen —, dass sich recht viel wiederholt. Einerseits unterstützt es das Gefühl des "entspannten Gespräches unter Freunden", andererseits ist es auf Dauer nicht ganz so angenehm zu lesen. Aber was ich hier gerade mache, ist meckern auf sehr hohem Niveau, denn die Punkte, die ich kritisiert habe, fallen ganz klar in die Kategorie des eigenen Geschmacks.

Mein Fazit — kurz und knapp:
Das Buch an sich hat mich nicht völlig aus der Bahn geworfen, doch es hat gehalten, was es versprochen hat und Dominos Geschichte auf eine durchdachte und zur Protagonistin passende Weise erzählt. Man merkt beim Lesen, dass sich viel Mühe gegeben wurde, einen Raum zu schaffen, in dem eine nicht ganz so bekannte Heldenfigur eine Stimme bekommt und sich in ihrer Rolle beweisen kann.
Insgesamt wirklich sehr gut gelungen.

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