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la_sagne

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Etwas zu politisch, aber immer noch witzig

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Der Kleinkünstler, neuerdings lieber Kinderbuchautor genannt, und das Känguru sind zurück. Und sie fordern zur Rebellion auf.

Ich bin sehr gern wieder in die Welt des Kängurus eingetaucht. Das Hörbuch ...

Der Kleinkünstler, neuerdings lieber Kinderbuchautor genannt, und das Känguru sind zurück. Und sie fordern zur Rebellion auf.

Ich bin sehr gern wieder in die Welt des Kängurus eingetaucht. Das Hörbuch ist wie immer toll gelesen.
Die Geschichten sind diesmal überwiegend politisch und dadurch sehr in der Gegenwart verhaftet. Mir gefallen die absurden philosphischen Geschichten besser. Hier nimmt sich der Autor teilweise etwas zu ernst und man merkt, dass er in der realen Welt etwas bewirken möchte. Es gibt weniger ironische Brechungen als noch in der Anfangszeit der Känguru-Geschichten. Das mindert den Lesespaß ein wenig. Es ist aber immer noch viel witziges dabei und es ist einfach schön, mehr Känguru-Geschichten zu haben. Für Fans der Reihe wieder einmal ein Muss. Einsteigen sollte man dennoch unbedingt mit den alten Geschichten. Auch wenn es sehr ausgeprägten keinen inhaltlichen roten Faden gibt, versteht man dennoch nur so die Running Gags.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Deutsche Frauen in Island

Moosland
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1949 kommen etwa 300 junge deutsche Frauen nach Island, um dort auf Bauernhöfen zu arbeiten und die Plätze von Frauen einzunehmen, die mit GIs nach Amerika ausgewandert sind. Eine davon ist die Protagonistin. ...

1949 kommen etwa 300 junge deutsche Frauen nach Island, um dort auf Bauernhöfen zu arbeiten und die Plätze von Frauen einzunehmen, die mit GIs nach Amerika ausgewandert sind. Eine davon ist die Protagonistin. Anders als von der sie aufnehmenden Familie gefordert, hat sie keine Erfahrung mit der Arbeit auf einem Bauernhof und sogar Ängste.
Die Atmosphäre auf dem Bauernhof fängt die Autorin auf jeden Fall sehr gut auf. Sie beschreibt die harte Arbeit unter widrigen Umständen, die beeindruckende Landschaft, die Einsamkeit, die Konflikte in der Familie.
Den Menschen wiederum bleibt man sehr fern, so wie sich auch die Protagonistin bewusst abschottet. Gute gefallen hat mir, dass man die neue Umgebung mit der Protagonistin gemeinsam entdeckt. Namen sind beispielsweise zunächst in Lautschrift geschrieben und werden später erst richtig geschrieben, wenn die Protagonistin die Schreibweise gesehen hat.
Auch dass sie keinen so ganz typisch erwartbaren Weg geht hat mir gefallen. Ein bisschen schade fand ich, dass man bis zum Schluss sehr wenig über sie erfährt und die anfängliche Distanz immer bleibt. Man weiß, dass sie schlimme Dinge erlebt haben muss, aber nicht so recht was. Es ist sicherlich ein Kunstgriff das im Unklaren zu lassen, aber es hat mich auch etwas unzufrieden zurückgelassen. Ein paar Seiten mehr am Ende hätten mir gefallen.
Das Nachwort war dann sehr interessant. Es macht auf jeden Fall Lust sich näher mit isländischer Geschichte zu befassen.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Gefährliche Beziehungen

The Exes
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Natalies Ex-Freunde kamen alle ums Leben. Hatte etwa sie selbst etwas damit zu tun? Ist sie eine Gefahr für ihren aktuellen Ehemann? Mit einer Therapeutin versucht sie ihre durch Gewalt geprägte Vergangenheit ...

Natalies Ex-Freunde kamen alle ums Leben. Hatte etwa sie selbst etwas damit zu tun? Ist sie eine Gefahr für ihren aktuellen Ehemann? Mit einer Therapeutin versucht sie ihre durch Gewalt geprägte Vergangenheit aufzuarbeiten. In drei verschiedenen Zeitebenen erfahren wir mehr über ihren ersten Ex, die Jetztzeit und darüber, wie sie ihren Ehemann kennengelernt hat.

Gerade den Anfang fand ich spannend und gut geschrieben. Natalie ist eine Antiheldin, mit der mitzufühlen mit der Zeit immer schwerer fällt. Irgendwann gibt es extrem viele Plottwists und auch ziemlich viele manchmal billige Cliffhanger an Kapitelenden. Dadurch liest man schnell weiter, aber ob das immer so logisch ist, naja. Man hätte auch durchaus nochmal drüber korrigieren können, einige Sätze lesen sich merkwürdig.
So ganz funktioniert hat das Ganze nicht für mich. Ich habe es ganz gern gelesen aber irgendwann wurden mir die Wendungen doch zu absurd und gewollt.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Nebenwirkungen

Real Americans
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Der Roman erzählt die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie über mehrere Generationen. Dabei werden die Perspektiven von drei Personen eingenommen. Mei Ling flieht während der Kulturrevolution ...

Der Roman erzählt die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie über mehrere Generationen. Dabei werden die Perspektiven von drei Personen eingenommen. Mei Ling flieht während der Kulturrevolution aus China und setzt in den USA ihre Tätigkeit als Genforscherin fort. Ihre Tochter Lily schlägt sich mit unbezahlten Praktikas und Nebenjobs durch und lernt den reichen weißen Matthew kennen und lieben. In der ungleichen Beziehung fühlt sie sich immer unwohler.
Nick, der Sohn der beiden, fragt sich mit dem Erreichen seines Schulabschlusses, warum die Beziehung seiner Eltern scheiterte und stößt auf ein Familiengeheimnis.

Es beginnt wie eine konventionelle Liebesgeschichte zwischen armem Mädchen und reichem Mann und nimmt dann überraschende Wendungen. Es hat mir sehr gut gefallen, dass man erst nach und nach erfährt worum es geht und was die wahren Motive der Figuren sind. Allerdings führt das auch dazu, dass man den Figuren nie so richtig nahe kommt. Sie wirken oft nicht lebendig, sondern als Stellvertreter, um die gesellschaftlichen/ethischen Fragen zu verhandeln.
Auch waren mir die Übergänge zwischen Abschnitten und manchmal sogar zwischen einzelnen Sätzen zu abrupt. Es wird ein Thema angerissen und ganz plötzlich geht es um etwas ganz anderes. Das wirkt unfertig und nicht ganz ausgefeilt.
Dennoch ein gutes Buch darüber, wie die Entscheidungen Einzelner über Generationen hinweg Nachwirkungen haben und welche unerwünschten Nebenwirkungen gut gemeinte Eingriffe in das Leben von Menschen haben.

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Interessanter Einblick, langwierig erzählt

Himmlischer Frieden
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In diesem Roman erzählt Lai von ihrem Aufwachsen in China der 70er/80er Jahre. Aufgrund des Titels und ein bisschen auch des Klappentextes hatte ich etwas mehr Konzentration auf die Ereignisse Tian’anmen-Massakers ...

In diesem Roman erzählt Lai von ihrem Aufwachsen in China der 70er/80er Jahre. Aufgrund des Titels und ein bisschen auch des Klappentextes hatte ich etwas mehr Konzentration auf die Ereignisse Tian’anmen-Massakers erwartet. Man bekommt aber erstmal viel Vorgeschichte und Informationen über das Familienleben und kindliche Freundschaften. Das zieht sich leider extrem und zumindest mir hat auch die Aufteilung in sehr lange Tracks das Hören erschwert. Meistens habe ich mich eher in kleinen Häppchen vorgekämpft und musste dann die genaue Stelle zum Weiterhören mühsam suchen.
Eine Schwierigkeit war sicherlich, dass es sich um eine veränderte, aber wahre Geschichte handelt. Dadurch sind der Autorin Dinge wichtig, die für Leser*innen nicht besonders von Interesse sind.
Etwas Raffung hätte der Geschichte auf jeden Fall gut getan.
An den besten Stellen erfährt man eindrucksvoll davon, wie das brutale politische Regime auch das Leben von Menschen (auch Kindern) beeinflusst, die nicht sehr politisch sind oder sein wollen. Für mich, die wenig über das China dieser Zeit weiß, war es auf jeden Fall wert sich durchzukämpfen, um Neues zu erfahren.

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