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la_sagne

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2021

Barbara bleibt liegen

Barbara stirbt nicht
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Herr Schmidt ist ein Mann mit einem sehr traditionellen Rollenverständnis. Um Haushalt und Kinder hat sich seine Frau Barbara gekümmert. Doch als Barbara eines Tages nicht mehr aufstehen kann, muss er ...

Herr Schmidt ist ein Mann mit einem sehr traditionellen Rollenverständnis. Um Haushalt und Kinder hat sich seine Frau Barbara gekümmert. Doch als Barbara eines Tages nicht mehr aufstehen kann, muss er sich plötzlich um Barbara kümmern.


Herr Schmidt ist sehr eingefahren in seinen Ansichten und steht Neuerungen und den meisten anderen Menschen geradezu feindselig gegenüber. Es wird aus seiner Sicht erzählt und man erfährt als Leser nur langsam was überhaupt mit Barbara los ist und welche Hintergrundgeschichte Herr Schmidt hat.

Er lernt zwar langsam, aber mühsam besonders über das Kochen, das war für mich als Leserin auch anstrengend zu lesen.

Ich mochte andere Bücher von Bronsky lieber. Allgemein finde ich aber, dass Herr Schmidt ein interessanter Antiheld ist. Allgemein ist immer ein so etwas surrealer Witz drinne. Der kommt aber, anders als in Bronskys anderen Büchern, nicht so sehr zum Tragen.

Kann man lesen, aber für mich als Person, die Bronskys andere Bücher sehr mochte, war es doch etwas enttäuschend.

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Veröffentlicht am 11.09.2021

Wohlfühlbuch

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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Albert ist Postbote und lebt sehr zurückgezogen mit seiner Katze Gracie.
Kurz vor Weihnachten wird er benachrichtigt, dass mit Erreichen des 65. in drei Monaten Lebensjahres automatisch sein ...

Albert ist Postbote und lebt sehr zurückgezogen mit seiner Katze Gracie.
Kurz vor Weihnachten wird er benachrichtigt, dass mit Erreichen des 65. in drei Monaten Lebensjahres automatisch sein Renteneintritt folgt. Für Albert bricht eine Welt zusammen. Als auch noch seine Katze stirbt, beschließt er, endlich aktiv zu werden und seine tief verwurzelten Ängste zu überwinden.

Albert macht mit der Unterstützung anderer Personen, besonders der jungen Mutter Nicole, eine ziemlich schnelle Wandlung durch. Das wirkt nicht so richtig realistisch, aber man verzeiht es dem Buch gern, denn es werden ganz viele ernste Themen mit behandelt und Kitsch meist unschifft. Es geht vor allem daraum, dass es sich nicht lohnt seine Ansichten und seine Persönlichkeit jahrelang zu verstecken um nicht anzuecken, da das auf lange Sicht nur einen selbst unglücklich macht.
Oft ist das Buch berührend und ich fand besonders die Personenzeichnung sehr gelungen. Ein schöner, bestärkender Wohlfülroman für regnerische Herbsttage.

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Veröffentlicht am 09.07.2021

zwei verwundete Herzen treffen sich

Dein Herz in tausend Worten.
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Millie arbeitet als Assistentin in einem Verlag in Notting Hill. Sie ist sehr schüchtern und froh, wenn sie als unsichtbarer guter Geist wirken kann. Sie schmuggelt heimlich abgelehnte Manuskripte aus ...

Millie arbeitet als Assistentin in einem Verlag in Notting Hill. Sie ist sehr schüchtern und froh, wenn sie als unsichtbarer guter Geist wirken kann. Sie schmuggelt heimlich abgelehnte Manuskripte aus dem Verlag, um sie vor dem Vergessenwerden zu retten.Ein Manuskript berührt sie so sehr, dass sie Zitate daraus an öffentlichen Orten verteilt.
William, der Verfasser des Manuskripts entdeckt zufällig einen Abschnitt aus seinem abgelehnten Roman in einem Café und ist entsetzt. Möchte da jemand mit seinem Werk Profit machen? Er nimmt Kontakt auf.

Millie ist wirklich extrem schüchtern und verträumt. Das ist auch schön, wenn es poetische Momente gibt und man sich ein bisschen an Amélie Poulain erinnert fühlt, es sorgt aber auch dafür, dass lange wenig passiert und die Geschichte auf der Stelle tritt. William ist genau wie Millie vom Tod einer nahestehenden Person gezeichnet und hat Schwierigkeiten sich auf jemand Neues einzulassen. Die beiden Figuren gingen mir nicht so nah. Tatsächlich mochte ich einige Nebenfiguren, die ein bisschen Witz und Pep reinbrachten lieber.
Es liest sich gut und angenehm, aber man kann das Buch auch ein paar Tage weglegen und vergessen weiterzulesen. So richtig fesselnd ist die Geschichte nicht.
Insgesamt gut lesbar geschrieben und so ziemlich das, was man vom Cover und Titel her erwartet. Eine nette, unaufgeregte Romanze, der ich 3.5 Punkte geben würde.

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Veröffentlicht am 04.05.2021

zwiegespalten

Drei Kameradinnen
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Hani, Kasih und Saya sind seit ihrer Kindheit befreundet. Sie sind Außenseiterinnen in Deutschland und das verbindet sie. Saya versucht gegen Ungerechtigkeit anzugehen und reibt sich in zahllosen Kämpfen ...

Hani, Kasih und Saya sind seit ihrer Kindheit befreundet. Sie sind Außenseiterinnen in Deutschland und das verbindet sie. Saya versucht gegen Ungerechtigkeit anzugehen und reibt sich in zahllosen Kämpfen auf, während Hani bemüht ist, sich möglichst perfekt anzupassen. Kasih befindet sich irgendwo dazwischen und kann sich nicht recht entscheiden. Nach einem schrecklichen Ereignis versucht Kasih zurückzuverfolgen was passiert sein könnte.

Ich bin etwas unschlüssig, wie ich das Buch bewerten soll. Die Erzählerin spricht die Leser*innen immer wieder an, provoziert, klagt an. Dabei ist sie überheblich und undifferenziert. Steckt die Leute in Schubladen so wie sie selbst immer in Schubladen gesteckt wird. Das erregt Unwohlsein und Unwillen und macht die Lektüre anstrengend. Die Figuren sind einem nicht so rechtsympathisch, jede hat so ihre unschönen Seiten.
Das hat mir nicht so gefallen. Andererseits gibt es berührende, wichtige Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Insofern auch wieder eine lohnende Lektüre. Nicht schön zu lesen, aber doch ein wichtiges Buch.

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Veröffentlicht am 28.02.2021

filmreif

Hard Land
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Missouri, 1985: Der 15jährige Sam erlebt einen magischen Sommer in dem er vom stillen Außenseiter zum jungen Erwachsenen wird. Mit allem was da so nach landläufiger Meinung dazugehört: schmerzhafte Ablösung ...

Missouri, 1985: Der 15jährige Sam erlebt einen magischen Sommer in dem er vom stillen Außenseiter zum jungen Erwachsenen wird. Mit allem was da so nach landläufiger Meinung dazugehört: schmerzhafte Ablösung von den Eltern (der Mutter hier), Freundschaft, Liebe, Schmerz, Trauer, Übermut usw.
Gerade am Anfang gibt es nicht so viel Handlung, eher die Beschreibung des Reifungsprozesses des Protagonisten und seines Umfeldes. Es werden viele sehr unterschiedliche Personen mit ihrer Lebenssituation beleuchtet, auch queere und people of color, das hat mir gut gefallen. Es geht dabei nicht nur um die Jugendlichen, sondern auch um die schwere Situation der Eltern, denn Sams Mutter ist schwer krank.
Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich noch einmal erinnern wollen, wie Erwachsenwerden so ist. Gefühlt schielt der Autor schon auf eine Verfilmung.

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