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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2023

Blutiger und brutaler Thriller

Der Follower (Tom-Bachmann-Serie 3)
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3,5 von 5 Sternen

"Der Follower" von Chris Meyer ist ein fesselnd erzählter Thriller rund um den „Seelenleser“ Tom Bachmann vom BKA, der nur so von Blut trieft, definitiv nichts für Zartbesaitete oder ...

3,5 von 5 Sternen

"Der Follower" von Chris Meyer ist ein fesselnd erzählter Thriller rund um den „Seelenleser“ Tom Bachmann vom BKA, der nur so von Blut trieft, definitiv nichts für Zartbesaitete oder Leute mit schwachem Magen.

Schon der Anfang hat es in sich. Einer jungen Frau werden bei vollem Bewusstsein die Beine abgesägt. Bei der jungen Frau handelt es sich um Melinda, die vor allem als Influencerin auf Instagram aktiv ist. Tom Bachmann wird auf den Fall aufmerksam, als Lisa, eine alte Bekannte aus dem Kinderheim, ihn anruft, weil Melinda verschwunden ist. Schnell wird Tom klar, dass er es mit einem brutalen Serienmörder zu tun hat. Parallel zu Toms Ermittlungen, wird ein zweiter Handlungsstrang um seinen ehemaligen besten Freund Aaron erzählt, der genauso wie auch Lisa und ein paar anderen zu den Schülern seines Vaters zählten, der sie zu Profikillern ausbildete. Mehr von dieser Zeit erfährt man durch Rückblicke in die Vergangenheit.

Wer schon die ersten beiden Bände aus der Reihe um Tom Bachmann gelesen hat, weiß, auf was er sich hier einlässt. Zwar gibt es auch psychologische Analysen von Serienmördern, doch der blutige und brutale Thrilleraspekt steht deutlich im Vordergrund.
Dank des flüssigen Schreibstils, der kurzen Kapitel und verschiedener Erzählperspektiven (darunter die des Mörders), entwickelt der Thriller von Beginn an eine Sogwirkung.
Zum Ende hin überschlagen sich regelrecht die Ereignisse und das Ende lässt einen nahezu sprachlos zurück und schreit förmlich nach einem Folgeband.

Man merkt der Handlung deutlich an, dass sie mehr auf Brutalität und Schockeffekte setzt als auf inhaltlicher Tiefe sowie Plausibilität. Auch sind manche Beschreibungen der Gräueltaten an der Grenze des Ertragbaren.

Dementsprechend eher nur für Fans von Chris Meyer und der Reihe rund um Tom Bachmann zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 13.05.2023

Dystopischer Klimathriller und bissige Gesellschaftssatire in einem

Blue Skies
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"Blue Skies" von T. C. Boyle ist ein dystopischer Klimaroman, dessen Stärke in seiner scharfsinnigen Beobachtung sowie Charakterisierung und seinem humorvoll satirischen und zugleich dichten Schreibstil ...

"Blue Skies" von T. C. Boyle ist ein dystopischer Klimaroman, dessen Stärke in seiner scharfsinnigen Beobachtung sowie Charakterisierung und seinem humorvoll satirischen und zugleich dichten Schreibstil liegt.

Die Handlung spielt in der nahen Zukunft und dreht sich um Ottilie und ihrer Familie. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann Frank an der ehemals kühlen und feuchten Zentralküste Kaliforniens, die jetzt eher einem Hochofen aus Hitze und Feuer gleicht. Sohn Cooper ist Entomologe und erlebt das Artensterben aus nächster Nähe. Ottilie folgt dem Rat ihres Sohnes und beginnt, Insekten als Proteinquelle zu züchten – mit gemischten Ergebnissen. Dann wäre da noch Tochter Cat lebt in Florida in einem Strandhaus, das ihr Verlobter, der eine Bacardi-Marke vertritt, geerbt hat, während sie sich bemüht, eine Influencerin zu werden. Als sie während eines sintflutartigen Regens in Florida Zuflucht in einer Tierhandlung sucht, sieht sie eine schöne Python und kauft sie, um ihre Online-Präsenz zu verbessern, nichts ahnend, dass ebenjene Schlange eine Kette von Ereignissen in Gang setzen wird, von der kein Familienmitglied verschont bleiben wird.

Erzählt wird die fesselnde Geschichte, die Familiendrama, Klimathriller und tragikomische Satire in einem ist, aus den Perspektiven verschiedener Familienmitglieder und ist in zwei geografisch und klimatisch unterschiedlichen Regionen, Kalifornien und Florida, angesiedelt. In Florida kommt es häufig zu heftigen Stürmen mit viel Regen. Doch nicht nur das Wetter spielt verrückt, auch die Insektenwelt. Die Insekten sind inzwischen so groß wie Hamster und werden immer mehr zu einer Plage. Kalifornien hingegen wird von Hitze, Dürren und trockenen Winden heimgesucht, die zu vernichtenden Bränden führen.
Hierbei schafft es der Autor gekonnt eine scharfe und satirische Gesellschaftsanalyse mit dem Thema Klimawandel zu verbinden, ohne dass das eine auf Kosten des anderen passiert. Lediglich an manchen Stellen driftet er zu sehr ins Wissenschaftliche in Bezug auf Klima und Insekten ab, was den ansonst flüssigen Handlungsverlauf etwas ins Stocken geraten lässt.

Zudem ist das Buch nichts für schwache Nerven. Nicht nur die Natur und das Wetter haben es in sich, auch was alles der Familie widerfährt, ist nicht ohne. Zartbesaitete in Bezug auf Ungeziefer und Tragödien sollten besser die Finger von "Blue Skies" lassen. Auch muss man den schwarzen Humor mögen.
Wer jedoch einen etwas anderen dystopischen Klimaroman lesen will, der sich durch eine leicht zynische und vielschichtige Charakterzeichnung und außergewöhnlichen Handlung auszeichnet, der wird von "Blue Skies"nicht enttäuscht werden.

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Veröffentlicht am 30.04.2023

Kurzweilig und sehr persönlich erzählte Auswanderungsgeschichte

Weniger ist Meer
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3,5 von 5 Punkten

In "Weniger ist Meer" erzählt die Reisebloggerin Christine Neder auf kurzweilige, unterhaltsame, aber auch gefühlvolle Art und Weise, wie sie mit Freund, Hund, Kind und Kegel nach Portugal ...

3,5 von 5 Punkten

In "Weniger ist Meer" erzählt die Reisebloggerin Christine Neder auf kurzweilige, unterhaltsame, aber auch gefühlvolle Art und Weise, wie sie mit Freund, Hund, Kind und Kegel nach Portugal auswanderte, um dort ihren Traum vom Leben am Meer zu verwirklichen.

Wie man sich denken kann, verläuft ausgehend vom Entschluss auszuwandern über den Umzug nach Portugal bis hin zum Leben und Ankommen dort nicht alles nach Plan. Glückliche Momente mischen sich mit Zweifeln, Schicksalsschlägen und Herausforderungen, an denen die Leser*innen teil haben.
Während der Lektüre erhält man teils sehr tiefe Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Reisebloggerin, wodurch das Buch eine sehr persönliche Note bekommt.
Wer hierbei jedoch einen informativen Ratgeber mit Tipps und Tricks für das Auswandern erwartet, wird eher enttäuscht werden, stehen doch Christine Neders eigene Erfahrungen und Erlebnisse, positive wie auch negative, im Vordergrund. Die Auswanderungsgeschichte wird dadurch jedoch nicht weniger interessant, erfindet das Rad jedoch nicht neu und hebt sich nicht besonders von anderen Geschichten über das Auswandern ab. So spielen die üblichen Themen wie Neuanfang und Ankommen in einem fremden Land, was es heißt am Ort der Träume zu leben, wie erkenne ich, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe und was es heißt glücklich und frei zu sein, eine Rolle, die Christine Neder für sich beantwortet.
Abgerundet wird der Reisebericht über das Auswandern an die Küste Portugals von vielen und stimmungsvollen Fotos, die direkt leichtes Fernweh aufkommen lassen.

Für Fans von persönlichen Reiseberichten und Auswanderungsgeschichten zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 30.04.2023

Psychologischer Thriller mit Schwächen

Erinnere dich!
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3,5 von 5 Punkten

Vor 20 Jahren verschwand Arno Seitz' Freundin Maya bei einer gemeinsamen Wanderung ohne irgendeine Spur zu hinterlassen. Seitdem ist er auch nicht mehr in seinen Heimatort in Bayern ...

3,5 von 5 Punkten

Vor 20 Jahren verschwand Arno Seitz' Freundin Maya bei einer gemeinsamen Wanderung ohne irgendeine Spur zu hinterlassen. Seitdem ist er auch nicht mehr in seinen Heimatort in Bayern zurückgekehrt. Als eine Einladung zum Abiturtreffen kommt, kommen die verdrängten Erinnerungen an das Ereignis von damals hoch und nach anfänglicher Abneigung, stimmt Arno der Einladung zum Klassentreffen zu. Beeinflusst wurde seine Entscheidung auch durch ein ihm anonym zugeschicktes Handy, durch das er regelmäßig von "Lost & Found" aufgefordert wird sich an die Geschehnisse von vor 20 Jahren zu erinnern. In Wendling angekommen, macht er sich auf die Suche nach seinen verschütteten Erinnerungen um so endlich das Geheimnis um Mayas Verschwinden zu lösen.

Wie der Titel schon erahnen lässt, steht bein "Erinner dich!" das Thema Erinnerungen im Vordergrund. Die Stärke der Geschichte liegt eindeutig in der psychologischen Aspekten der Handlung. Der Fokus liegt dabei auf den Fragestellungen wie weit man seinen Erinnerungen trauen kann, wie man seine verdrängten Erinnerung wieder zurückbekommt und wie die eigenen Erinnerungen durch andere beeinflusst werden können. Die Ich-Perspektive ermöglicht hierbei eine vielschichtige Charakterisierung von Arno und ein direktes Eintauchen in dessen Gedanken- und Gefühlswelt, wodurch für zusätzliche Spannung gesorgt wird, da man sich bis zum Ende gedulden muss um die Wahrheit herauszufinden.
Leider kommt anonsten nicht so richtig Spannung auf, auch die für Thriller typische atmosphärische und fesselnde Stimmung und Erzählweise fehlt etwas, sodass ich den Thriller eher als psychologischen Spannungsroman bezeichnen würde.
Es liest sich zwar dank kurzer Kapitel und Rückblenden zügig und flüssig, doch der Schreibstil des Autors wirkt zuweilen unpersönlich und gezwungen.
Zudem konnte abgesehen von der gut konstruierten Haupthandlung nicht jeder Nebenhandlungsstrang komplett in seiner Glaubwürdigkeit und Relevanz überzeugen, sodass "Erinnere dich!" bei mir insgesamt einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat.

Kurz: "Erinnere dich!" ist ein psychologisch interessanter Spannungsroman, aber mit erzähltechnischen Schwächen.

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Veröffentlicht am 29.04.2023

Die Berge aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet

Bergfreundinnen
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3,5 von 5 Punkten

Wandern ist der drei Bergfreundinnen Kaddi, Toni und Katharinas Lust und besonders die Bergwelt hat es den drei Freundinnen angetan.
So gibt es jetzt zusätzlich zu ihrem gemeinsamen ...

3,5 von 5 Punkten

Wandern ist der drei Bergfreundinnen Kaddi, Toni und Katharinas Lust und besonders die Bergwelt hat es den drei Freundinnen angetan.
So gibt es jetzt zusätzlich zu ihrem gemeinsamen Podcast nun auch ein schön aufbereitetes und informatives Buch über die drei, in dem man sie, neben ihrer zweiten Heimat, die Berge, persönlich näher kennenlernt.
Gemeinsam mit ihnen taucht man die Welt der Berge ein und lernt sie aus ihrer Sicht kennen. Dank des lockeren und geselligen Tons, fällt es einem leicht von der Begeisterung der drei angesteckt zu werden.
Neben den sportlichen Aktivitäten finden aber auch ernste Themen, wie der Tod am Berg oder Frauenthemen, wie die Menstruation im Bergalltag Eingang in das Buch. Auch geben die drei Tipps, wie man sich neuen Aufgaben bzw. Herausforderungen stellt und meistert.
Bedingt durch die Seitenanzahl von etwas weniger als 300 Seiten kommen manche Themen etwas zu kurz und werden eher oberflächlich behandelt. Auch hätte ich mir etwas mehr Bilder gewünscht.

Wer auf der Suche nach einem Bergführer der etwas anderen Art ist und die Bergwelt aus den Augen von drei sympathischen Frauen sehen will, wird sicherlich Gefallen an dem ansprechend gestalteten und unterhaltsam geschriebenen Buch finden.

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