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Veröffentlicht am 25.09.2025

Kurzweilige Steinzeit-Fantasy für ein jüngeres Publikum

Die Stimme im Licht
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Mit "Die Stimme in Licht" von Kornelia Schmid reist man in längst vergangene Zeiten, zwar nicht zu den Anfängen der Erde, aber immerhin in die Steinzeit.
Und genau, das weniger typische Setting für einen ...

Mit "Die Stimme in Licht" von Kornelia Schmid reist man in längst vergangene Zeiten, zwar nicht zu den Anfängen der Erde, aber immerhin in die Steinzeit.
Und genau, das weniger typische Setting für einen Fantasy-Roman hat anfangs mein Interesse an der Geschichte geweckt.
Leider konnte der Roman nicht all meinen Erwartungen gerecht werden.

Der Prolog schafft es zunächst, neugierig auf die Geschichte zu machen. Dazu trägt der bildreiche und atmosphärische Schreibstil der Autorin bei, der eine mystische Stimmung erzeugt.
Erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, darunter die von Merana, Fullo, Saso und Kela, gewinnt man ein Bild von der von der Autorin geschaffenen Welt und den unterschiedlichen Charakteren. Jedoch sorgen die Erzählperspektiven auch dafür, dass der Erzählfluss unterbrochen wird, was zu einem zu der ein oder anderen Länge führt und zum anderen der inhaltlichen Tiefe nicht immer zugutekommt.
Hinzu kommt, dass der Schreibstil zwar kurzweilig ist, manchmal jedoch etwas zu beschreibend.
Zudem ist der Roman eher an ein jüngeres Publikum gerichtet und verbleibt an der Oberfläche in Bezug auf Charakterisierung und innere Konflikte.

Für junge Fantasy-Leser/innen, die mal in eine andere Fantasy-Welt eintauchen, sicherlich interessant.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Sprachlich eine Wucht, inhaltlich mit Schwächen

Adlergestell
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Die Inhaltsangabe von "Adlergestell" klingt vielversprechend: Verschiedene Generationen von Müttern und Töchtern, ein Aufwachsen als Jugendliche nach der Wende in Berlin und der Blick zurück in die Vergangenheit, ...

Die Inhaltsangabe von "Adlergestell" klingt vielversprechend: Verschiedene Generationen von Müttern und Töchtern, ein Aufwachsen als Jugendliche nach der Wende in Berlin und der Blick zurück in die Vergangenheit, auf eine Freundschaft und wie sich alles veränderte.
Leider wurden meine Erwartungen nur zum Teil erfüllt.

Am literarischen Können der Autorin hat es nicht gelegen.
Gleich zu Beginn gelingt es Laura Laabs, dank ihres spritzigen und atmosphärischen Schreibstils, einen direkt in die Handlung und die Gedanken- und Gefühlswelt der Erzählerin zu werfen. Es fühlt sich so an, als würde man mit ihr und ihren Freundinnen Lenka und Chaline in der Schule sitzen oder die Freizeit verbringen.
Kurze Kapitel und Kapitel aus Sicht der Mütter bzw. Großmütter sorgen dafür, dass das Interesse an der Geschichte hochgehalten wird und man gespannt weiterliest, will man doch wissen, wie sich die drei Freundinnen verloren habe und was damals vor 35 Jahren passiert ist. Nebenbei bekommt man auch Einblicke in das jetzige Leben der Erzählerin.

Womit ich meine Probleme hatte, war die inhaltliche Ausarbeitung der Geschichte.
Man lernt zwar die Erzählerin kennen und gewinnt einen Eindruck von Chaline und Lenka, aber so richtig greifbar als Personen mit ihren eigenen Gedanken und Gefühlen würde ich ihrer nicht. Man kratzt eher an der Oberfläche damaliger Ereignisse. Zugang zu dem Innenleben und den Protagonisten bekommt man nicht wirklich.
Zudem wird alles in einer Art Erinnerungsstrom geschrieben, sodass man eher in einzelne Szenen und Momente eintaucht. Erzählerisch wird das zwar stark umgesetzt, inhaltlich ging für mich so jedoch etwas an Tiefe verloren.
Der sprachlichen Wucht steht so leider eine blasse Handlung gegenüber.

Alles in allem ist "Adlergestell" trotz inhaltlich kleiner Schwächen, dennoch ein starkes Debüt einer vielversprechenden Autorin.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Fesselnd und geheimnisvoll

Asa
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"Asa" ist trotz seiner knapp 700 Seiten ein geheimnisvoller Thriller, der zu fesseln weiß.

Am besten ist es, ohne ziemlich großartige Kenntnisse über die anfangs nebulöse Handlung mit dem Thriller zu ...

"Asa" ist trotz seiner knapp 700 Seiten ein geheimnisvoller Thriller, der zu fesseln weiß.

Am besten ist es, ohne ziemlich großartige Kenntnisse über die anfangs nebulöse Handlung mit dem Thriller zu beginnen und so die Spannung aufrechtzuerhalten. Nur so viel sei gesagt: Im Mittelpunkt stehen die titelgebende Protagonistin Asa sowie die Familie Kolbert mit düsteren und tödlichen Traditionen.

Der Einstieg in die Geschichte ist rasant und ohne Gnade. Die unterschiedlichen Akteure halten sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf, und man möchte auf ihrer Abschussliste stehen, wenn einem sein Leben lieb ist.

Erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven und zu unterschiedlichen Zeitpunkten, folgt man in der Gegenwart vor allem Asa auf ihrem Rachefeldzug und in der Vergangenheit, beginnend am Anfang des 20. Jahrhunderts, der Familie Kolbert.
All das wird atmosphärisch und ausdrucksstark erzählt, sodass man von Beginn an gebannt, in eine Welt voller Gewalt, Freundschaften und tragischer Momente hineingezogen wird.
Nach und nach wird das Geheimnis um Asa und die Familie Kolbert gelüftet, um dann in einem packenden Finale zu enden.

Einzig im Mittelteil des Thrillers, verliert die Handlung etwas von ihrem anfänglichen Schwung. Das Interesse am Weitergang der Geschichte geht jedoch zu keinem Zeitpunkt verloren.
Zudem kommt man den Personen nie so richtig nah, was zwar ihre Mysteriösität erhöht und ihrem abgebrühten Charakter entspricht, aber für die ein oder andere Distanz zum Handlungsgeschehen sorgt.

Trotz der kleinen Schwächen, kann der neue Thriller von Zoran Drvenkar von Anfang bis Ende überzeugen.
Eine packend und stimmungsvoll erzählte Geschichte verbindet sich mit geheimnisvollen Charakteren in Asa und sorgt so für fesselnde Lesestunden mit Gänsehautmomenten.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Wahrheit und Fiktion nur schwer voneinander zu unterscheiden

Prinzessin Alice
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"Prinzessin Alice" von Irene Dische rückt die Mutter von Prinz Philipp in den Vordergrund, und zwar, indem die Autorin Alice selber sprechen lässt.

Eine vollständige Biografie liegt somit nicht vor, nur ...

"Prinzessin Alice" von Irene Dische rückt die Mutter von Prinz Philipp in den Vordergrund, und zwar, indem die Autorin Alice selber sprechen lässt.

Eine vollständige Biografie liegt somit nicht vor, nur bestimmte Lebensabschnitte werden ausführlicher von Alice beschrieben. So stehen besonders ihr Aufenthalt in einer Klinik in Deutschland und ihre Zeit danach in Griechenland im Vordergrund. Für ein besseres Verständnis sind deswegen Kenntnisse über die damalige Zeit und über Alice als Person sowie ihre Rolle in der adligen Welt sicherlich von Vorteil.

Es wird deutlich, dass Alice nicht dem gewohnten und erwünschten Bild einer Adligen entsprach. Sie war taubstumm, sehr religiös, und sie schien auch mit psychischen Problemen zu kämpfen. Wegen (angeblicher) Schizophrenie wurde sie dann in Deutschland in eine Klinik eingewiesen und mit Medikamenten ruhiggestellt. Hier war es auch schwer zu beurteilen, was wahr ist und was nicht. Nach ihrer Flucht nach Griechenland wird aber auch nicht alles besser für sie.

Keine Frage, die Schwiegermutter von Queen Elizabeth II. schien eine interessante und unangepasste Persönlichkeit gewesen zu sein, deren Leben erzählenswert ist. Auf den ca. 150 Seiten aber wurde sie für mich als Mensch nicht so richtig greifbar. Vieles blieb für mich nebulös und wenig greifbar. Auch fällt es schwer zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden, da weitere Informationen, die auf Fakten beruhen, fehlen. Der eigenwillige Erzählstil macht es auch nicht wirklich einfacher. Er passt zwar vielleicht zu Alice, aber mich konnte er nicht überzeugen.

Immerhin ließ es sich schnell weglesen und interessante Einblicke in das Leben von Alice von Battenberg hat man durchaus bekommen können. Mehr aber auch nicht.

Veröffentlicht am 04.09.2025

Eindringliche Reise in das Leben der eigenen Mutter

Meine Mutter
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Nach "Meine Schwester" widmet sich Bettina Flitner in "Meine Mutter" nun ihrer Mutter, die wie auch ihre Schwester Suizid begangen hat.

In dem autobiografischen Roman, mit fiktionalen Elementen, versucht ...

Nach "Meine Schwester" widmet sich Bettina Flitner in "Meine Mutter" nun ihrer Mutter, die wie auch ihre Schwester Suizid begangen hat.

In dem autobiografischen Roman, mit fiktionalen Elementen, versucht die Autorin einerseits zu ergründen, wer ihre eigene Mutter war, und andererseits ihr eigenes persönliches Verhältnis zu ihr.

Man folgt Flitner dabei, wie sie sich auf Reisen nach Polen aufmacht, um dort im ehemaligen Nordschlesien auf Spurensuche zu gehen. Bevor ihre Mutter mit ihrer Familie von dort fliehen musste, verbrachte sie dort ihre Kindheit.
Eindringlich beschreibt die Autorin, wie ihre Mutter als junges Mädchen dort im Sanatorium der Familie aufgewachsen ist, und fängt dabei stimmungsvoll die damalige Zeit ein.

Die Reise zu den Wurzeln der Mutter ist eine dichte Erzählung voller Ereignisse und Personen.
Zum Schluss hin, wenn Flitner ihre eigenen Erinnerungen über ihre Mutter teilt, schlägt der Roman leisere und nachdenklichere Töne an. Im Vergleich zum Anfang war jedoch die Mutter als Person hier etwas blasser und weniger greifbar für mich. Der Esprit in der Beschreibung zu Anfang fehlte etwas.

Trotzdem ist Flitner ein starkes und bewegendes Porträt der eigenen Mutter gelungen, das nicht vor unbequemen Fragen zurückschreckt und ein ehrliches, aber dennoch respektvolles Bild der eigenen Mutter zeichnet.

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