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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2018

Ein Fall mit zahlreichen Geheimnissen gespickt

Er weiß, wer du wirklich bist - The Secret
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Über „The Secret - Er weiß, wer du wirklich bist“ von Katerina Diamond
Der zweite Fall für das Ermittler-Duo Imogen Grey und Adrian Miles. In dem es um ein tödliches Geheimnis, bestialische Morde und eine ...

Über „The Secret - Er weiß, wer du wirklich bist“ von Katerina Diamond


Der zweite Fall für das Ermittler-Duo Imogen Grey und Adrian Miles. In dem es um ein tödliches Geheimnis, bestialische Morde und eine entführte Polizistin geht.

Als Polizistin Bridget Reid verdeckt als Prostituierte arbeitet, muss sie mit ansehen wie zwei junge Frauen sowie ein Freier in ihrem Haus ermordet werden. Sie begibt sich auf die Flucht, doch wird entführt und erwacht kurze Zeit später in einem verschlossenen Raum.

DS Imogen Grey und DS Adrian Miles suchen fieberhaft nach der verschwundenen Bridget und stoßen auf ein grauenvolles Netz von Missbrauch, Mord und Verrat ...


Meine Meinung zu „The Secret - Er weiß, wer du wirklich bist“ von Katerina Diamond


Ich gebe es ganz offen zu: Ich war enttäuscht.

Ja, der Schreibstil war wieder ok. Flüssig und nicht mit total verkorksten Sätzen, die einem den Lesespaß nehmen. Aber es gab so viele Dialoge, die einfach keinen Sinn ergaben. Sie wirkten so extrem unnatürlich und erschienen mir auch recht oft unnötig.

Zudem gab es wieder so viele Handlungsstränge, dass man anfangs etwas überfordert war von der ganzen Informationsflut. Es ging um die entführte Bridget, um Imogens Geschichte von vor zwei Jahren, um den Fall heute und um den Ehemann von Adrians Ex. Ja, dieses Mal wurde alles weit gekonnter verbunden als in Band 1 und am Ende ergab es tatsächlich auch Sinn. Aber es war, als würde man 4 Kurzgeschichten so zusammenbasteln, dass sie ein 300 Seiten-Buch ergeben.

Und dann sind da wieder mal die berühmten „Filmfehler“. Ja, es ist ein Buch und kein Film. Aber kennt ihr das auch? Diese kleinen Details, die eigentlich total unwichtig sind und doch von manchen als so relevant eingestuft werden, dass sie im Kopf hängen bleiben. Warum auch immer, bei mir bleiben meist die unwichtigsten Dinge hängen. Daher fiel es mir auch an einigen Stellen auf, dass Tatsachen und Zeitabläufe doch verdreht waren. Ich frage mich dann immer, ob das Absicht war oder Autor sowie Lektor etwas verpennt haben oder einfach bei der Übersetzung etwas daneben ging.

Auch wenn es hier wieder zahlreiche Wendungen gab, wo ich mich hinsichtlich der Mörder und der Dinge die ich annahm zu wissen, einfach geirrt hatte, fand ich dieses Buch am Ende einfach nicht gut genug, um bei der Reihe am Ball bleiben zu wollen. Wahrscheinlich liegt das neben den oben genannten Gründen auch an der Doppelmoral, die hier von den beiden Hauptfiguren an den Tag gelegt wird. Immerhin verdammten sie korrupte Polizisten und schauen dann bei offensichtlichen Straftaten weg.

Es gibt sicher Thriller-Anhänger, denen „The Secret - Er weiß, wer du wirklich bist“ efällt. Aber meinen Lesegeschmack traf es dann leider nicht. Sorry.

Veröffentlicht am 08.10.2018

Die Geschichte von Rain und Lark geht weiter

Die Vereinten
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Bis vor drei Monaten dachte ich tatsächlich, dass „Die Perfekten“ eine in sich abgeschlossene Geschichte wäre. Auch wenn das Ende doch irgendwie offen war, war es dennoch für mich ein Ende.

Umso überraschte ...

Bis vor drei Monaten dachte ich tatsächlich, dass „Die Perfekten“ eine in sich abgeschlossene Geschichte wäre. Auch wenn das Ende doch irgendwie offen war, war es dennoch für mich ein Ende.

Umso überraschte war ich dann als ich das Cover von „Die Vereinten“ sah. Denn ich wusste sofort: Hier geht die Geschichte von Rain und Lark weiter!

Und natürlich musste ich es lesen...

Über „Die Vereinten“ von Caroline Brinkmann



Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang.
Er ist Lark. Der Verräter. Das Ende.


Nach den dramatischen Ereignissen aus Band 1 - „Die Perfekten“ liegt Grey in Trümmern und Rain ist damit Earl eines nicht existierenden Bezirks. Ihre Leute leben entweder noch immer in den Trümmern oder fanden Zuflucht in Flüchtlingslagern. Die Rebellion erscheint damit gescheitert, doch unter der Oerfläche brodelt es noch immer.

Während also Rain in ihrer Trauer gefangen und Lark noch immer eingeschränkt ist, müssen sie sich weiterhin dem Umbruch in dem sich Hope befindet stellen. Und dabei können sie nur einander vertrauen.

Meine Meinung zu „Die Vereinten“ von Caroline Brinkmann



Ja, ich sprang tatsächlich auf und ab, als ich „Die Vereinten“ entdeckte und musste es unbedingt lesen. Denn Rain und Lark waren mir ans Herz gewachsen. Und auch wenn sie es nie ausgesprochen hatten, war mir doch klar, dass sie einander nicht nur lieben sondern einfach brauchen. Sie sehen beide die Ungerechtigkeit und rebellieren jeder auf die eigene eingeschränkte Weise. Und dabei können sie auch aufeinander keine Rücksicht nehmen.

Auch in „Die Vereinten“ stehen sie wieder auf verschiedenen, aber auch irgendwie auf der selben Seite. Auch wenn Lark nicht ehrlich sein kann, weiß Rain stets, dass sie ihm vertrauen kann. Das hört sich jetzt sicher etwas verwirrend an. Doch wenn man nur wenige Kapitel liest, weiß man was ich meine.

Was mich aber dann doch etwas störte war, dass Rain zum Teil bei all den alten wie neuen Protagonisten etwas unterging. Was jedoch recht geschickt von Caroline Brinkmann eingebaut wurde. Denn Rain war auch so ein Schatten ihrer selbst. Immerhin hatte sie noch immer an den Geschehnissen aus „Die Perfekten“ zu knabbern und musste erst wieder Mut und Kraft finden, um Rain - Der Regen - zu werden.

Lark dagegen war wieder Lark. Ein gutherziger Kerl dessen Schwachstelle leider alle kennen und nutzen. So geriet er wieder in Situationen in denen er sich nicht befinden wollte. Wie gut, dass Rain dennoch stets auf seiner Seite stand und ihn auf ihre Weise zu unterstützen versuchte. So gab es tatsächlich eine besondere Stelle im Buch bei der ich herzlich lachte.

Das Ende kam dann wieder viel zu schnell und - Achtung Spoiler - gefiel mir so gar nicht. Denn es war zu rasant formuliert und war wie ein Versuch noch schnell ein paar lose Enden zusammen zu führen.

Dennoch möchte ich euch „Die Vereinten“ dringend ans Herz legen. Es wirft einen Blick in die Zukunft, wie unser Leben mit bzw. durch Maschinen aussehen kann, wie die Flüchtlingsproblematik ausufern könnte und wie sich politische Kämpfe innerhalb einer Nation auswirken. Aber vielleicht habe auch nur ich diese dezenten Hinweise wahrgenommen ;)

Veröffentlicht am 24.09.2018

Schattenseiten von Gier und der Ignoranz der Menschen

The Stranger - Wer bist du wirklich?
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Über "The Stranger - Wer bist du wirklich?" von Saskia Sarginson
Eleanors Mann kam bei einem Autounfall ums Leben und nun beherrschen unzählige Fragen Eleanors Leben. Warum fuhr William zu schnell? Warum ...

Über "The Stranger - Wer bist du wirklich?" von Saskia Sarginson


Eleanors Mann kam bei einem Autounfall ums Leben und nun beherrschen unzählige Fragen Eleanors Leben. Warum fuhr William zu schnell? Warum war er so spät noch unterwegs? Er wollte doch zu Hause bleiben! Welches Geheimnis hatte er vor ihr verborgen?

Es nagt an Eleanor und sie beginnt zu forschen. Doch als ein Fremder vor ihrer Tür steht, beginnt ihr sicheres Leben in dem idyllischen, englischen Dorf endgültig zu bröckeln. Wem kann Eleanor wirklich noch trauen?

Meine Meinung zu "The Stranger - Wer bist du wirklich?" von Saskia Sarginson


Puh, ein etwas aufwühlender Thriller, der beständig düstere Stimmung vermittelt. Der Klappentext bereitet hier so gar nicht auf den Inhalt des Buches vor. Denn hier wird tatsächlich ein aktuelles Thema - die Flüchtlingswelle - behandelt.

Der Spannungsbogen wird beständig oben gehalten. Dafür sorgen vor allem die ständigen, sehr unerwarteten Wendungen in der Story. Damit ist es definitiv ein sehr fesselndes Buch, was man nur schwer aus der Hand legen kann.

Den Einstieg mit dem Tod des Ehemanns fand ich interessant. Denn hier sind wirklich so viele offene Fragen, dass man direkt mit Ellie ermitteln möchte. Denn warum sollte ihr Mann betrunken Auto gefahren sein und dabei Selbstmord begangen haben? Zudem geben gut platzierte Flashbacks einen Einblick in Ellies Leben und treiben die Story gut voran statt sie auszubremsen.

Dennoch gibt es für mich einen negativen Punkt. Ellie ist eigentlich schon über 40, aber erscheint von ihrem Charakter her im ganzen Buch über wie eine Mittzwanzigerin. Da kauft man ihr nur schwer die lebenserfahrene Cafébesitzerin ab. Hier sind für mich die Charaktere mit ihren jeweiligen Alters- und Lebensphasen einfach mangelhaft ausgearbeitet.

Wenn man aber über dieses Manko und die etwas ungewöhnliche Erzählweise hinwegsehen kann, hat man mit "The Stranger - Wer bist du wirklich?" ein passendes Buch für düstere Herbstabende in der Hand.

Über die Autorin Saskia Sarginson


Saskia Sarginson wuchs mitten im Wald in Suffolk auf. Heute lebt sie in London und hat vier Kinder, darunter ein eineiiges Zwillingspaar. Bevor sie freiberufliche Autorin wurde, arbeitete sie als Lektorin, Journalistin, Ghostwriterin und Gutachterin für Drehbücher.

Veröffentlicht am 24.09.2018

Ein Buch für einen ruhigen Nachmittag (man ist wirklich schnell durch)

Mordsg'schicht
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Über "Mordsg'schicht - Ein Fall für Ahnenforscherin Juliana Kallberger" von Julia Wallner
Die Ahnenforschung ist Juliana Kallbergers Hobby und sie ist froh als sie sich nach dem Umzug in das kleine Dörfchen ...

Über "Mordsg'schicht - Ein Fall für Ahnenforscherin Juliana Kallberger" von Julia Wallner


Die Ahnenforschung ist Juliana Kallbergers Hobby und sie ist froh als sie sich nach dem Umzug in das kleine Dörfchen Zwirnbach dieser in aller Ruhe widmen kann. Hier ist die Heimat ihres Mannes und hier kann sie nun auch die familiären Ursprünge ihres Mannes ihrem Familienstammbuch hinzufügen.

Doch dann stolpert sie über einen Skandal!

1902 wurde ein Urahne ihres Mannes erhängt in Zwirnbach aufgefunden, kurz nachdem auch seine Frau gestorben ist. Was ist hier passiert? War es Mord? Sebstmord?

Juliana ist neugierig und will der Sache auf den Grund gehen. Aber wie sagt man so schön? Schlafende Hunde soll man nicht wecken. Das muss Juliana am eigenen Leib erfahren. Die Stimmung im Dorf kippt und schon bald wird auch sie selbst bedroht.

Meine Meinung zu "Mordsg'schicht - Ein Fall für Ahnenforscherin Juliana Kallberger" von Julia Wallner


Das Thema Ahnenforschung fasziniert mich. Wer würde nicht gern wissen, ob da nicht irgendein namenhafter Adliger in seiner Blutlinie mitgemischt hat? Daher war ich auch sehr neugierig, was hier auf mich wartete.

Leider enttäuschte es mich dann doch etwas. Auch wenn das Thema Ahnenforschung wirklich gut herausgearbeitet wurde, bleibt die Spannung etwas auf der Kippe. Immerhin liegt der Mord hier mehr als 100 Jahre zurück, womit selbst der hartnäckigste „Mörder“ wohl kaum noch seine Spuren vertuschen könnte. Würde es hier um ein hohes Erbe gehen, wäre es dann vielleicht noch nachvollziehbar. Aber es geht hier um den Tod eines Bauern, nicht eines Gutsherrn oder ähnlichem.

Selbstverständlich ist es dennoch faszinierend. Denn auch ich mag die Serie „Cold Case“ und wie da anhand von Indizien lange zurückliegende Morde aufgeklärt werden. Auch bei „Mordsg‘schicht“ kann man wunderbar mitraten und zusammen mit Juliana anhand ihrer Recherchen den Vorfall rekonstruieren. Aber mehr als einen Nachmittag wird man mit dem Buch kaum füllen können.

Also holt euch lieber das eBook, kuschelt euch mit einer Decke und einer schönen Tasse Tee ein und lasst euch von Juliana und ihren Erlebnissen in dem kleinen österreichischen Dörfchen berieseln.

Über die Autorin Julia Wallner


Bei Julia Wallner handelt es sich um ein Pseudonym der in Wien lebenden Autorin. Sie ist seit dem Ende ihres Wirtschaftsstudiums in einer Band tätig. Ähnlich wie ihre Hauptfigur wurde die Ahnenforschung zu ihrem Hobby.

Zudem bloggt sie sehr erfolgreich unter „Julies Schatzkiste“ und gibt darin zahlreiche praktische Tipps zur Ahnenforschung. Julia Wallner ist verheiratet und Mutter zweier Kinder.

Veröffentlicht am 24.09.2018

Erinnert an James Bond

Ein Gentleman in Arles – Mörderische Machenschaften
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Über "Ein Gentleman in Arles – Mörderische Machenschaften" von Anthony Coles
Peter Smith hat ein bewegtes Lebens hinter sich. Er war Unternehmensberater, Lehrer für Kunstgeschichte und britischer Geheimdienstler. ...

Über "Ein Gentleman in Arles – Mörderische Machenschaften" von Anthony Coles


Peter Smith hat ein bewegtes Lebens hinter sich. Er war Unternehmensberater, Lehrer für Kunstgeschichte und britischer Geheimdienstler. Nun in seinen mittleren Jahren kehrt er England den Rücken und lässt sich im schönen Arles nieder. Sein knurriges Temperament sehnt sich nach Sonne, französischem Essen und Ruhe. Schluss mit dem Trubel und Nebelwetter.

Doch Ruhe ist ihm nicht vergönnt.

Nach einem Besuch eines Stierkampfes im römischen Amphitheater wird ihm ein Schlag auf den Hinterkopf versetzt. Als er wieder zu sich kommt, findet er sich unter einer auffallend gut gekleideten Leiche wieder. Ohne es zu wollen, stolpert er mitten hinein in einen mysteriösen Mordfall, ein Netz aus Intrigen und eine provenzalische Verschwörung ...

Meine Meinung zu "Ein Gentleman in Arles – Mörderische Machenschaften" von Anthony Coles


Ich gestehe: Es fällt mir schwer dieses Buch zu bewerten. Es gibt einem das Gefühl als würde James Bond in Rente gehen und wüsste nicht mehr viel mit seinem Leben anzufangen.

Peter Smith ist nur mehr oder weniger in den “mittleren Jahren“. Er ist 65 Jahre alt und aufgrund seines Herzleidens in Rente gegangen. Und Arles wurde vor allem wegen des guten Herzzentrums sein neuer Wohnsitz. Wie er so leichtfertig morden kann, ist mir ein Rätsel. Mal von seinem Herzleiden abgesehen besteht sein einziger Sport im Gassigehen mit seinem Windhund.

Der Mordfall weckt sein Interesse und versucht ihn zu lösen. Alle Personen, die er trifft, wissen nichts über seine Vergangenheit und auch der Leser bekommt nur Häppchenweise Informationen. So kommt es schon irgendwie zu wilden Spekulationen.

Leider dümpelt die Auflösung des Falls lange vor sich hin und wird immer wieder von viel zu vielen Informationen rund um Arles und das Essen dort ausgeschmückt. So hat man schnell das Gefühl eher einen Reiseführer denn einen Krimi zu lesen.

Ich fürchte, dass ich keinen weiteren Band der Reihe lesen werde. Vielleicht, wenn ich in dem selben Alter wie dieser Gentleman bin. Aber im Moment war dieses Buch für mich persönlich leider ein Reinfall. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich James Bond nicht mag.

Über den Autor Anthony Coles


Anthony Coles lebt, genau wie seine Hauptfigur, seit einigen Jahren in Arles. Und genau wie Peter Smith ist auch er Kunsthistoriker, der an renommierten Universitäten auf beiden Seiten des Atlantiks unterrichtet hat. Für den Geheimdienst war er allerdings nie tätig, sondern, etwas prosaischer, auf dem internationalen Wirtschaftssektor. Er hat zwei erwachsene Töchter und einen Windhund namens Arthur. »Ein Gentleman in Arles – Mörderische Machenschaften« ist sein erster Roman.