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Veröffentlicht am 01.04.2026

Murder-Mystery trifft Romantasy

Red as Royal Blood
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In Red as Royal Blood wird Ruby aus einem unscheinbaren Leben als Dienstmagd plötzlich in die Rolle der Thronfolgerin geworfen. Während sie sich am Hof zurechtfinden muss, stößt sie auf Hinweise, die den ...

In Red as Royal Blood wird Ruby aus einem unscheinbaren Leben als Dienstmagd plötzlich in die Rolle der Thronfolgerin geworfen. Während sie sich am Hof zurechtfinden muss, stößt sie auf Hinweise, die den Tod des Königs in ein völlig neues Licht rücken. Zwischen politischen Intrigen, Geheimnissen und neuen Allianzen beginnt für sie ein gefährliches Spiel, bei dem sie niemandem vollständig vertrauen kann.

Der Einstieg gelingt sehr leicht, man findet schnell in die Geschichte hinein und wird direkt von der Kombination aus Murder-Mystery und Romantasy gepackt. Die Handlung wirft früh viele Fragen auf, die neugierig machen und einen durchgehend weiterlesen lassen. Besonders gelungen fand ich, dass die Spannung konstant hoch bleibt und es keine wirklichen Längen gibt, das Buch hatte auf mich eine unglaubliche Sogwirkung und ich konnte es stellenweise kaum aus den Händen legen.

Ruby ist eine sympathische und mutige Protagonistin, mit der man schnell mitfiebert. Ihre Situation ist von Anfang an herausfordernd, und gerade ihre Unsicherheit darüber, wem sie vertrauen kann, zieht sich spürbar durch die gesamte Geschichte. Auch die Dynamik zwischen den Figuren hat mir gut gefallen. Vor allem die Interaktionen mit den Prinzen sorgen für Spannung, ohne dass man sich jemals ganz sicher sein kann, welche Absichten wirklich dahinterstecken.

Ein großer Pluspunkt ist für mich die Mischung aus emotionalen Momenten und spannungsgeladener Handlung. Gerade die Enthüllung, auf die man die ganze Zeit hinhiebet bringen Tiefe in die Geschichte. Gleichzeitig bleibt das zentrale Rätsel lange offen, sodass man bis zum Schluss miträtselt und eigene Theorien entwickeln kann.
Das Ende wird vergleichsweise schnell abgehandelt, was man als kleinen Kritikpunkt sehen kann. Für mich hat es jedoch trotzdem funktioniert, da die Geschichte insgesamt sehr klar und zielgerichtet erzählt ist und nicht unnötig in die Länge gezogen wird.

Insgesamt ist Red as Royal Blood eine unterhaltsame, spannende und emotional zugängliche Geschichte, die vor allem durch ihren Lesefluss und die gelungene Mischung aus Romance und Mystery überzeugt. Für mich eine gut gelungene Mischung von der ich gerne mehr hätte.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2026

Auftakt mit vielen Facetten

Love is like a Thunderbolt
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In Love is like a Thunderbolt wagt Elli am College einen Neuanfang, während sie gleichzeitig mit ihrer Vergangenheit kämpft. Dort trifft sie auf Riven, der nach außen hin unnahbar wirkt, aber selbst mit ...

In Love is like a Thunderbolt wagt Elli am College einen Neuanfang, während sie gleichzeitig mit ihrer Vergangenheit kämpft. Dort trifft sie auf Riven, der nach außen hin unnahbar wirkt, aber selbst mit inneren Konflikten zu kämpfen hat. Zwischen familiären Problemen und persönlichen Herausforderungen kommen sie sich näher als sie erwartet haben.

Der Einstieg fiel mir zunächst nicht ganz so leicht, allerdings hat sich das mit fortschreitender Handlung schnell gelegt. Spätestens im weiteren Verlauf findet die Geschichte ihren Rhythmus und lässt sich flüssig lesen. Längen hatte das Buch für mich zu keinem Zeitpunkt, im Gegenteil: Es passiert durchgehend etwas, sodass man immer im Lesefluss bleibt.

Elli mochte ich als Protagonistin insgesamt gerne. Ihre Vergangenheit bringt eine gewisse Tiefe in die Geschichte. Auch Riven trägt sein eigenes Päckchen, wenn auch aus einer anderen, privilegierteren Perspektive. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich zwar im Verlauf, blieb für mich emotional aber etwas auf Distanz. Gerade weil so viele äußere Konflikte eine Rolle spielen, hätte ich mir hier mehr Fokus auf die Beziehung gewünscht.

Der Wechsel der Perspektiven sorgt für Abwechslung und gibt Einblicke in beide Figuren, ohne verwirrend zu wirken. Gleichzeitig entsteht dadurch aber auch das Gefühl, dass sehr viele Handlungsstränge parallel laufen. Immer wieder werden neue Konflikte angedeutet oder eingeführt, die teilweise recht schnell wieder aufgelöst werden. Dadurch wirkt die Geschichte stellenweise etwas unfokussiert, als sie hätte sein können.
Besonders spannend fand ich die Hintergründe rund um die Familien der Figuren, vor allem die Verbindungen zwischen Elli, Clover und Piper. Hier lag für mich eines der größten Potenziale der Geschichte, das vermutlich in den kommenden Bänden weiter ausgebaut wird. Auch die Nebenfiguren haben mir insgesamt gut gefallen und sorgen für eine angenehme Dynamik innerhalb der Gruppe.

Gegen Ende werden viele offene Punkte aufgegriffen und aufgelöst, was für einen runden Abschluss sorgt. Gleichzeitig bestätigte sich für mich der Eindruck, dass weniger Handlungselemente der Geschichte mehr Raum für Tiefe gegeben hätten.

Insgesamt ist Love is like a Thunderbolt dennoch ein solider Reihenauftakt, der unterhält und neugierig auf die Fortsetzungen macht. Für mich persönlich hätte ein klarerer Fokus und mehr emotionale Tiefe in der Liebesgeschichte das Buch noch stärker gemacht, dennoch sehe ich hier viel Potenzial für die weiteren Bände.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Zwischen Licht und Schatten

When Shadows Darken the Sun
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In When Shadows Darken the Sun stehen sich Cass und Nox aus den beiden verfeindeten Höfen Tag und Nacht gegenüber. In einem Wettkampf, der bereits seit Generationen besteht, sollen sie gegeneinander in ...

In When Shadows Darken the Sun stehen sich Cass und Nox aus den beiden verfeindeten Höfen Tag und Nacht gegenüber. In einem Wettkampf, der bereits seit Generationen besteht, sollen sie gegeneinander in einem magischen Turnier antreten.
Als sie aufeinandertreffen und plötzlich gezwungen sind, zusammenzuarbeiten, gerät ihre gegenseitige Abneigung jedoch ins Wanken.

Nina Schilling hat mich mit ihrem Schreibstil schnell überzeugt. Man findet sich unglaublich gut in der Welt zurecht, während die Details stimmig gesetzt sind, ohne dass die Geschichte überladen wirkt.
Auch die Dynamik zwischen Tag- und Nachthof wird früh deutlich. Gerade diese Ausgangssituation sorgt direkt für Spannung, weil man von Anfang an weiß, dass hier mehr auf dem Spiel steht als nur ein Wettbewerb.

Besonders gut gefallen hat mir die Dynamik zwischen Cass und Nox. Zwischen den beiden knistert es wirklich von Anfang an und ihre Entwicklung fühlt sich authentisch an, weil sie nicht überstürzt ist. Gleichzeitig fand ich es spannend, dass beide nicht nur für sich selbst kämpfen, sondern auch eine Verantwortung für ihr jeweiliges Volk tragen. Dadurch entsteht ein innerer Konflikt, der sich durch die gesamte Geschichte zieht.

Auch die Nebencharaktere und die Gruppendynamik haben mir richtig gut gefallen. Die Freundschaften wirken echt und geben der Geschichte zusätzliche Tiefe. Es ist schön zu sehen, dass nicht alles nur um die Hauptcharaktere kreist, sondern auch das Umfeld eine wichtige Rolle spielt und für viele emotionale Momente sorgt.
Besonders die ruhigeren Szenen bleiben im Kopf, da sie der Geschichte Raum geben und die Emotionen gut transportieren.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es verbindet bekannte Tropes mit einer spannenden Handlung und schafft es dabei, durchgehend zu unterhalten. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht, weil das Ende definitiv Lust auf mehr macht.

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  • Fantasy
Veröffentlicht am 03.03.2026

Zwischen Rache, Wahrheit und gefährlicher Nähe

Firewatch
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In Firewatch von Colin Hadler geht es um Robin und seinen besten Freund Aaron, der im Sommer während seiner Arbeit in einem Firetower aus bisher unerklärlichen Gründen verschwindet. Auf der Suche nach ...

In Firewatch von Colin Hadler geht es um Robin und seinen besten Freund Aaron, der im Sommer während seiner Arbeit in einem Firetower aus bisher unerklärlichen Gründen verschwindet. Auf der Suche nach der Wahrheit nähert sich Robin Kian Foster an, dem letzten Menschen, der Aaron lebend gesehen hat. Dabei verstrickt er sich immer tiefer in eine Wahrheit, die alles andere als eindeutig ist, und findet sich schließlich zwischen Misstrauen, Schuldfragen und aufkeimenden Gefühlen wieder.

Der Roman ist von Beginn an spürbar düster, was gut zur Grundstimmung passt. Besonders die Naturkulisse mit dem Wald und dem Firetower erzeugt eine dichte, fast beklemmende Atmosphäre. Die immer wieder eingestreuten kryptischen Textpassagen und die Rückblicke in die Vergangenheit verstärken diese Spannung zusätzlich, weil man unbedingt verstehen möchte, was dahintersteckt und wie alles zusammenhängt.
Robin ist keine makellose Hauptfigur. Er handelt oft impulsiv und trifft nicht immer die klügsten Entscheidungen und gleichzeitig reflektiert er sein Verhalten und hinterfragt sich selbst, wodurch er sehr menschlich und nachvollziehbar bleibt. Seine Entwicklung im Verlauf der Geschichte ist deutlich spürbar, je tiefer er gräbt, desto mehr muss er sich fragen wie weit er für die Wahrheit geht.

Auch Kian ist nicht das, was er auf den ersten Blick zu sein scheint. Gemeinsam mit Robin entdeckt man nach und nach neue Facetten, was die Dynamik zwischen den beiden besonders spannend macht. Generell sind viele Figuren moralisch nicht eindeutig einzuordnen, was der Geschichte eine realistische Tiefe verleiht. Niemand ist hier ausschließlich gut oder böse und genau das macht das Geschehen glaubwürdig.

Der Anfang wirkt zunächst noch zurückhaltend, entwickelt jedoch schnell eine starke Sogwirkung. Gerade im letzten Drittel zieht die Spannung noch einmal deutlich an. Man beginnt, jeden zu hinterfragen, kann niemandem vollständig trauen und merkt, dass die Grenzen zwischen Täter und Opfer zunehmend verschwimmen.

Insgesamt ist Firewatch eine intensiver Thriller mit einer Romance-Suspense-Geschichte mit starker Atmosphäre und emotionaler Tiefe. Für mich definitiv nicht das letzte Buch von Colin Hadler, vor allem, weil er es schafft, Emotionen mit konstant wachsender Spannung zu verbinden.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Wem kann man vertrauen?

This Story Might Save Your Life
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In This Story Might Save Your Life stehen Joy und Benny im Mittelpunkt, die mit ihrem Podcast über Leben und Tod eine große Community aufgebaut haben und auch privat als Beste Freunde unzertrennlich sind. ...

In This Story Might Save Your Life stehen Joy und Benny im Mittelpunkt, die mit ihrem Podcast über Leben und Tod eine große Community aufgebaut haben und auch privat als Beste Freunde unzertrennlich sind. Als Joy plötzlich verschwindet und die Hinweise auf ein Verbrechen hindeuten, gerät ausgerechnet Benny ins Visier der Ermittlungen. Während er nach Hinweisen sucht, stößt er auf Antworten, die alles infrage stellt, was er zu wissen glaubte.

Der Einstieg gelingt sehr leicht, man ist sofort in der Geschichte und im Geschehen. Die Handlung hat für mich früh eine starke Sogwirkung entwickelt, weil permanent neue Fragen entstanden sind. Besonders gelungen sind die eingeschobenen Kapitel zu Joy: Sie enthüllen Stück für Stück die gemeinsame Vergangenheit und lassen gleichzeitig die aktuelle Situation in einem anderen Licht erscheinen. Dadurch entsteht nicht nur Spannung, sondern auch eine emotionale Nähe zu den Figuren. Längen hatte das Buch für mich zu keinem Zeitpunkt, ab der Mitte zieht die Spannung zwar noch einmal deutlich an, aber auch vorher war ich durchgehend im Lesefluss und wollte immer wissen, wie es weitergeht.

Was für mich den größten Reiz ausgemacht hat, ist die permanente Unsicherheit. Man weiß nie, wem man trauen kann, und hinterfragt mit Benny gemeinsam jede neue Information. Viele Wendungen kommen unerwartet, und sorgen dafür, dass man seine eigenen Theorien ständig neu überdenken muss. Gleichzeitig wächst einem ein Großteil der Figuren ans Herz, sodass man sich immer wieder dabei ertappt, ihre Unschuld zu hoffen.

Neben der Spannungsebene funktioniert das Buch auch thematisch sehr gut. Es zeigt, wie unterschiedlich Wahrnehmung und Realität sein können und wie sehr fehlende Kommunikation Beziehungen beeinflusst. Nur weil man das Verhalten eines Menschen nicht versteht, bedeutet das nicht automatisch, dass schlechte Absichten dahinterstecken, dieser Gedanke zieht sich spürbar durch die gesamte Geschichte und verleiht der Geschichte eine überraschend emotionale Tiefe.

Insgesamt ist This Story Might Save Your Life ein mitreißender Thriller mit unerwarteten Plots, der durchgehend spannend bleibt und mit jeder Enthüllung noch mehr an Intensität gewinnt. Man rätselt bis zum Schluss mit und wird immer wieder überrascht. Für mich ein echter Pageturner von dem ich gerne mehr hätte.

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