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Veröffentlicht am 02.01.2026

Düster und schonungslos

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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Nizzara ist Thronfolgerin des Königreichs Zarrs und lebt in einer Welt, in der Macht, Gewalt und Kontrolle den Alltag bestimmen. Um einer Zukunft zu entkommen, die für sie bereits festgeschrieben scheint, ...

Nizzara ist Thronfolgerin des Königreichs Zarrs und lebt in einer Welt, in der Macht, Gewalt und Kontrolle den Alltag bestimmen. Um einer Zukunft zu entkommen, die für sie bereits festgeschrieben scheint, sieht sie sich gezwungen, einen gefährlichen Weg einzuschlagen. Dabei geht sie eine riskante Verbindung mit dem Deathwalker Dagen ein, die ihr Schicksal auf unerwartete Weise beeinflusst.

Der Einstieg in Vesselles ist vor allem düster. Schon von Beginn an geht die Geschichte wenig behutsam vor und wirft einen ohne große Vorwarnung in Nizzaras brutale und harte Welt. Mit zunehmender Seitenzahl entfaltet sich die Handlung immer stärker, gewinnt an Spannung und hat mich zunehmend in ihren Bann gezogen.

Besonders gefallen hat mir das Magiesystem, das sehr abwechslungsreich gestaltet ist. Ich habe zwar etwas Zeit gebraucht, um mich vollständig einzufinden, doch das Dranbleiben lohnt sich hier meiner Meinung nach. Das Glossar zu Beginn der Kapitel ist dabei eine große Hilfe, um sich in der Welt zurechtzufinden. Im weiteren Verlauf wird dieses durch Tagebucheinträge ersetzt, die zusätzliche Einblicke in die Hintergründe der Geschichte geben und sich organisch in den Erzählfluss einfügen, ohne die Handlung auszubremsen.

Nizzara ist eine Protagonistin, die viel Leid erträgt, was stellenweise schwer auszuhalten ist. Brutalität und Gewalt werden nicht beschönigt dargestellt, weshalb man sich als Leser*in darauf einstellen sollte. Gleichzeitig bleibt sie zielstrebig und entschlossen, was sie für mich greifbar macht. Einige Nebenfiguren sorgen immer wieder für Lichtblicke in der sonst sehr düsteren Welt und sind mir schnell ans Herz gewachsen, was manche emotionale Momente umso stärker gemacht hat.
Dagen bleibt lange rätselhaft, und seine Rolle zwischen Tod, Pflicht und eigenen Interessen trägt viel zur Spannung bei. Die Beziehung zwischen ihm und Nizzara entwickelt sich langsam und wirkt nicht überstürzt. Im weiteren Verlauf punktet Vesselles vor allem mit spannenden Kämpfen und mehreren Plottwists, die nicht alle vorhersehbar sind. Die Handlung gewinnt deutlich an Tempo, ohne hektisch zu wirken, und bleibt bis zum Ende fesselnd.

Vesselles ist insgesamt ein düsterer und zugleich gefühlvoller Reihenauftakt, der vielleicht etwas Geduld verlangt, diese jedoch belohnt. Wer Dark Fantasy mit klaren Machtstrukturen, Slow-Burn-Romance und einer schonungslos erzählten Welt mag, wird hier gut abgeholt. Für mich ein Auftakt mit Ecken und Kanten, der mit zunehmender Seitenzahl immer stärker wird.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Sport trifft auf Dark Romance

Beautiful Venom (Vipers, Band 1)
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Dahlia möchte sich rächen. Dafür versucht sie, sich in das Elite-Hockeyteam ihres Colleges einzuschleusen, denn ihre einzige Spur führt zu den Vipers. Hinter diesen steckt ein System aus Macht und Kontrolle, ...

Dahlia möchte sich rächen. Dafür versucht sie, sich in das Elite-Hockeyteam ihres Colleges einzuschleusen, denn ihre einzige Spur führt zu den Vipers. Hinter diesen steckt ein System aus Macht und Kontrolle, und ganz oben steht Kane Davenport, der auf den ersten Blick eher harmlos scheint. Als Dahlia ihm näherkommt, findet sie langsam heraus, was sich wirklich hinter seiner Fassade verbirgt.

Beautiful Venom hat mich schnell abgeholt, da ich ohnehin ein großer Fan von Rina Kents Büchern bin und mir ihr Schreibstil bereits vertraut war. Und eins vorab: Meiner Meinung nach gehört das Buch zu den düstereren ihrer Geschichten, auch wenn keines ihrer Werke wirklich harmlos ist.
Hier handelt es sich diesmal um eine Art Sports-Dark-Romance, wobei der Hockeyaspekt nicht im Vordergrund steht und eher nebenbei behandelt wird. Wer sich also viele Spieldetails wünscht, könnte etwas enttäuscht werden.

Dahlia ist von Beginn an eine starke Protagonistin. Sie hat ihren eigenen Kopf, weiß sich zu wehren und schreckt für ihr Ziel vor wenig zurück. Gerade diese Eigenschaften mochte ich besonders an ihr, vor allem, weil ihre Art mich hin und wieder an Protagonistinnen aus anderen Rina-Kent-Reihen erinnert hat.
Kane wirkt auf den ersten Blick ziemlich harmlos, was allerdings ungewöhnlich für das Genre wäre. Erst später erfährt man, was wirklich hinter seiner Fassade steckt, was viel zur Spannung beiträgt. Die Dynamik der beiden ist stark von Anziehung geprägt, gleichzeitig verfolgen beide ihre eigenen Ziele, wodurch sie sich in einem Konstrukt aus Täuschung und Geheimnissen wiederfinden. Das stetige Misstrauen hält die Beziehung zwischen ihnen dauerhaft spannend.

Auch die Nebenfiguren werden bereits charakterlich stärker ausgearbeitet und es werden Handlungsstränge etabliert, die in kommenden Bänden eine Rolle spielen dürften. Sie tragen viel zur düsteren Atmosphäre bei, gleichzeitig gab es aber auch Szenen, die mich hin und wieder zum Schmunzeln gebracht haben. Ich hoffe sehr, dass die ein oder andere Nebenfigur ebenfalls noch einen eigenen Band bekommt.
Wer bereits andere Bücher von Rina Kent kennt, wird hier ebenfalls nicht enttäuscht, da sich die Handlung in einigen Punkten von ihren bisherigen Büchern abhebt und bewusst Raum für die ein oder andere Überraschung lässt.

Beautiful Venom ist insgesamt ein düsterer, intensiver Reihenauftakt, der von seiner Atmosphäre, moralischen Grauzonen und der spannungsgeladenen Dynamik lebt. Der Sportaspekt war für mich dezent eingesetzt und in Kombination eine gelungene Abwechslung. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzungen der Reihe.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Mit jeder Seite fesselnder!

To Cage a Wild Bird
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In Dividium herrschen harte Gesetze, und Raven ist als Kopfgeldjägerin durchaus damit vertraut. Als ihr Bruder verhaftet und ins Gefängnis gebracht wird, bleibt ihr jedoch keine andere Wahl: Sie muss selbst ...

In Dividium herrschen harte Gesetze, und Raven ist als Kopfgeldjägerin durchaus damit vertraut. Als ihr Bruder verhaftet und ins Gefängnis gebracht wird, bleibt ihr jedoch keine andere Wahl: Sie muss selbst dorthin gelangen, um ihn zu befreien. In Endlock geht es allerdings weitaus brutaler zu, als sie erwartet hat. Jeder Tag ist ein Überlebenskampf, und bei ihrem Fluchtversuch bleibt ihr nichts anderes übrig, als dem Wachmann Vale zu vertrauen, auch wenn er selbst so einiges verbirgt.

Bei To Cage a Wild Bird hat mich das Setting von Beginn an gepackt. Ich liebe Dystopien, und schon die ersten Seiten haben dieses Gefühl bestätigt. Der Einstieg ist unglaublich intensiv und atmosphärisch, sodass man ohne Umwege in Ravens Situation hineingezogen wird. Ich konnte sofort mit ihr mitfühlen und als Leser versteht man recht schnell, wie Dividium funktioniert und wie hart diese Welt wirklich ist.

Raven ist durchweg eine selbstbewusste Protagonistin, die gleichzeitig dazulernen kann und sich nicht scheut, Fehler einzugestehen. Ich habe von Seite zu Seite mehr mit ihr mitgefiebert, weil die Spannung kontinuierlich zunimmt. Auch die Nebenfiguren wachsen einem schnell ans Herz. Die Dynamik zwischen Vale und Raven ist konstant angespannt, was vor allem an ihren Rollen liegt: Er ist Wachmann, sie Insassin, allein das macht jeden Moment zwischen ihnen heikel.

Man freut sich über jede kleine Annäherung und jeden Erfolg, hat aber gleichzeitig ständig die Angst vor den Konsequenzen im Hinterkopf, die beide treffen könnten. Längen gibt es keine; jedes Kapitel treibt die Handlung weiter voran und erhöht den Druck auf Raven und die Situation rund um sie und ihren Bruder. Zudem sorgen einige unerwartete Plottwists dafür, dass man immer wieder aufs Neue überrascht wird und nie ganz weiß, wem man wirklich trauen kann.

To Cage a Wild Bird ist insgesamt ein intensiver, atmosphärischer Dystopie-Auftakt, der vor allem durch seine emotionale Wucht und den durchgehend hohen Spannungsbogen überzeugt. Für mich ein absolut packendes Leseerlebnis und ich kann Band 2 ehrlich gesagt kaum erwarten.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Wenn Rennen und Gefühle kollidieren

Off to the Races
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Vaughn Harding übernimmt die Ranch seines Großvaters und steht nun vor der Herausforderung, deren Ruf und Finanzen zu retten. Als er eine neue Pferdetrainerin einstellen will, begegnet ihm zu seiner Überraschung ...

Vaughn Harding übernimmt die Ranch seines Großvaters und steht nun vor der Herausforderung, deren Ruf und Finanzen zu retten. Als er eine neue Pferdetrainerin einstellen will, begegnet ihm zu seiner Überraschung Billie Black. Billie ist allerdings nicht auf den Mund gefallen, und die beiden liefern sich einen Schlagabtausch nach dem anderen während die gegenseitige Anziehung kaum zu leugnen ist..

Der Einstieg in Off to the Races war für mich unkompliziert, weil man sofort im Geschehen ist.
Die Dynamik zwischen Billie und Vaughn ist von Beginn an sehr intensiv, geprägt von Reibung und einer klar spürbaren Anziehung. Sie sagt, was sie denkt, nimmt kein Blatt vor den Mund und hat mich mit ihrer Art immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Vaughn dagegen war anfangs für mich etwas schwerer zu greifen und verhält sich in manchen Situationen nicht sofort nachvollziehbar. Ohne seine Kapitel wäre es für mich deutlich schwieriger gewesen, Sympathien für ihn zu entwickeln. Durch seine Sicht erhält man jedoch genügend Einblicke in seine Unsicherheiten und seine Gedankenwelt, um sein Verhalten besser einordnen zu können.

Die Entwicklung zwischen Billie und Vaughn wirkte auf mich durchweg realistisch. Die beiden liefern sich regelmäßig Wortgefechte, die unterhaltsam sind, aber nie ins Lächerliche abrutschen. Gleichzeitig spürt man in diesen Momenten die Anziehung und die Unsicherheiten auf beiden Seiten, die ihre Dynamik für mich nachvollziehbar gemacht haben. Auch der Spice war für mich genau richtig dosiert und hat sich an keiner Stelle unpassend angefühlt.

Auch die Nebenfiguren bringen Wärme und Humor in die Geschichte und eröffnen Potenzial für die nächsten Bände, da einige Figuren in den kommenden Teilen eine Rolle spielen werden.

Off to the Races ist insgesamt eine unterhaltsame, gefühlvolle Romance mit charmanten Momenten. Für mich ein gelungener Reihenauftakt, der Lust auf die weiteren Teile macht und auch Leser*innen abholt, die mit Pferden sonst nicht viel anfangen können.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Mehr Gefühl, als man erwartet

Juniper Hill | Die Edens 2 |
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Als Memphis in Quincy, Montana ankommt, sucht sie nach einem Neuanfang. Sie lässt ihr altes Leben und die Großstadt hinter sich und reist nur mit ihrem Auto und ihrem kleinen Sohn Drake an. Um sich finanziell ...

Als Memphis in Quincy, Montana ankommt, sucht sie nach einem Neuanfang. Sie lässt ihr altes Leben und die Großstadt hinter sich und reist nur mit ihrem Auto und ihrem kleinen Sohn Drake an. Um sich finanziell über Wasser zu halten, beginnt sie als Hausmädchen im Eloise Inn zu arbeiten und trifft dort auf Knox, den Koch, ihren neuen Vermieter und jemand, zu dem die Anziehung von Beginn an spürbar ist. Doch Memphis hat New York nicht ohne Grund verlassen, und Knox ist alles, was sie sich wünscht, aber eigentlich nicht haben kann…

Juniper Hill hat mich überraschend schnell emotional abgeholt, durch den angenehmen Schreibstil bin ich leicht in die Geschichte hineingekommen und die Emotionen sowie die Schwierigkeiten, die Memphis von der ersten Seite an begleiten, machen es leicht, mit ihr mitzufühlen. Obwohl ich selbst keine Kinder habe, konnte ich ihre Überforderung und ihre Gefühle gut nachvollziehen.
Knox wirkt zu Beginn etwas undurchsichtig, doch gemeinsam mit Memphis lernt man ihn Kapitel für Kapitel besser kennen. Auch seine eigene Hintergrundgeschichte fügt sich stimmig in die Situation ein, in der sich Memphis befindet. Besonders gelungen fand ich die Entwicklung zwischen den beiden: ihren Umgang mit der schwierigen Lage, ihre Verletzlichkeit und die Art, wie beide Schritt für Schritt Vertrauen lernen. Die Chemie wirkt authentisch und nicht überladen, und die vielen kleinen Wohlfühlmomente zwischen ihnen verleihen der Geschichte eine warme Atmosphäre, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.

Die Handlung enthält einige Twists, die man teilweise erahnen kann, die aber dennoch emotional funktionieren, weil sie organisch eingebunden sind.
Im Mittelteil gibt es kleinere Längen, die jedoch durch die emotionale Tiefe aufgefangen werden. Die Geschichte lebt weniger von Dramatik, sondern vielmehr von emotionaler Ehrlichkeit, kleinen Gesten und einer Liebesgeschichte, die sich natürlich entwickelt.

Insgesamt ist Juniper Hill eine gefühlvolle, warmherzige Romance über Neuanfänge, Vertrauen und das Loslassen alter Wunden. Für mich eine Geschichte über Neuanfänge und Vertrauen, die einem länger im Gedächtnis bleibt, als man zunächst erwartet.

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