Regt zum Nachdenken an
Kleine Wunder in der MitternachtskonditoreiKleine Wunder in der Mitternachtskonditorei hat 272 Seiten. Das Buch hat mich optisch angesprochen: Das Hardcover, die beruhigenden Farbtöne, die süsse Konditorei. Es macht Lust auf mehr. Den QR-Code mit ...
Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei hat 272 Seiten. Das Buch hat mich optisch angesprochen: Das Hardcover, die beruhigenden Farbtöne, die süsse Konditorei. Es macht Lust auf mehr. Den QR-Code mit den Rezepten am Ende des Buches finde ich super, da werde ich bestimmt mal das ein oder andere Rezept ausprobieren.
Yeonhwa erbt von ihrer Oma eine Konditorei für koreanisches Gebäck, leider mit Schulden. Zuerst ist sie etwas ratlos, wie soll sie die abbezahlen? Dazu hat ihre Oma noch zwei Bedingungen aufgeschrieben. Sie müsse es mindestens 4 Wochen führen und erst um 22 Uhr eröffnen. Was will Oma damit bezwecken? Yeonhwa hat keine Idee. Sie macht es, obwohl es ziemlich ungewohnt ist. Die nächste Überraschung folgt sehr schnell, die Kunden sind nicht ganz lebendig und das nicht nur in dem Sinne, dass sie nur ein Kaffee benötigen. Mit Hilfe von Yeonhwa, ihren Wunschkeksen und einer schwarzen Katze versuchen die Verstorbenen eine letzte Nachricht an ihre Liebsten zu schicken, um so ihren Frieden zu finden. Dabei stößt Yeonhwa auf ein Geheimnis...
Die Geschichte ist berührend, herzwärmend, sehr interessant und spannend zugleich. Es wird aus der Perspektive von Yeonhwa in der Ich Form sowie der Vergangenheitsform erzählt. Der Schreibstil ist leicht, locker, flüssig, bildlich und sehr geradlinig. Man muss immer wieder pausieren, innehalten, um das Gelesene zu reflektieren. Yeonhwa erfährt von ihren Kunden, wie tragisch sie verstorben sind, welche Schicksale sie begleiteten. Diese Geschichten sind sehr ergreifend und traurig. Es hat mich sehr berührt und so manches auch positiv überrascht. Man wird mit dem Tod konfrontiert, mit dem Abschiednehmen, dem Trauern und dem Verarbeiten der neuen Situation. Die Kekse, die Yeonhwa backen darf, sind auch nicht ohne, sie sind ein Versöhnungsritual. Die Charaktere fand ich authentisch, Yeonhwa sympathisch. Die jeweiligen Geschichten sind nicht zu lang, es liest sich gut, es wird nicht langweilig dabei. Die koreanische Literatur ist für mich noch eher fremd, könnte mich aber nach Lesen dieses Buches mit anfreunden. Deshalb vergebe ich vier Sterne und eine Weiterempfehlung.