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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2017

Mein bisheriger Jahresflop

Mondprinzessin
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Dies war für mich eines dieser Bücher, bei denen ich im Vorfeld wirklich wollte, dass sie mir gefallen. Beim Lovelybooks-Leserpreis mehrmals ausgezeichnet und noch dazu aus dem Drachenmondverlag - obwohl ...

Dies war für mich eines dieser Bücher, bei denen ich im Vorfeld wirklich wollte, dass sie mir gefallen. Beim Lovelybooks-Leserpreis mehrmals ausgezeichnet und noch dazu aus dem Drachenmondverlag - obwohl mich der Klappentext nicht sonderlich angesprochen hat, waren meine Erwartungen hoch. Noch dazu, wo nicht nur das Cover sondern auch die Innengestaltung wunderschön ist. Es gibt das ein oder andere Bild und vor jedem Kapitel einen einstimmenden Spruch. Da muss das Lesen ja Spaß machen - dachte ich jedenfalls.

Das größte Dorn im Auge war für mich die Hauptprotagonistin Lynn. Nicht nur, dass sie klischeehaft hoch zehn ist (auf der Erde unbeliebt, aber auf dem Mond eine gefeierte Heldin; trägt nicht gerne Kleider, aber liebt den Kampfsport), besitzt sie überhaupt keinen Weitblick. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, was ihr natürlich kaum etwas ausmacht. Sie macht sich keine Gedanken, was das Ganze für ihre Zukunft bedeuten könnte. Das Schlimmste ist aber, dass ich sehr schnell akzeptiert habe, dass ich  keine Beziehung zu Lynn aufbauen kann und mich ihre Gedanken und Gefühle ab da überhaupt nicht mehr interessiert haben. Alle anderen Charaktere waren mir zwar sympathischer, aber nicht genügend ausgearbeitet. Durch die kleine Prinzenwahl kommt man gezwungenermaßen in die Verführung Vergleiche mit anderen Jugendromanen - allen voran "Selection" - anzustellen. Und das lässt Ava Reeds Buch leider überhaupt nicht gut dastehen.

Ehrlich gesagt, weiß ich auch gar nicht, was mir dieses Buch sagen wollte. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte zu Ende sein können, nachdem Jury Lynn nach Hause gebracht hat, denn danach plätschert alles nur noch vor sich hin. Kleinigkeiten werden zu Problemen gemacht und es gibt überhaupt keine Zielstellung. Obwohl die Kulissen auf dem Mond, die tierischen Begleiter der Mondkrieger und die Gaben der Sternenkinder so viel Potenzial bieten, sind die Seiten mit Erzählungen über eine langweiligen Romanze gefüllt. Einzig und allein das Ende war dramatisch genug, um ein paar Emotionen in mir hervorzurufen.

Für mich gab es auch einfach nicht genügend Nebeninfos. Was ist z.B. in den 16 Jahren, die Lynn auf der Erde verbracht hat, passiert? Was  wäre geschehen, wenn sie nicht wieder aufgetaucht wären? Wieso sind die Beziehungen zu den anderen Planeten so wichtig? Und vor allem wie steht es um Lynns Volk? Sind sie mit der Herrschaft zufrieden? Man hätte fast meinen können, dass die Königsfamilie samt Wächter die einzigen Menschen auf dem Mond sind.


Fazit:
So ungern ich schlechte Rezensionen schreibe, hier kann ich auf keinen Fall eine Kaufempfehlung aussprechen. Zum Glück hat "Mondprinzessin" so wenig Seiten, denn sonst hätte ich es niemals beenden können. Ich musste mich so schon jedes mal zwingen, das Buch zur Hand zu nehmen, denn ich konnte überhaupt nicht mit den Protagonisten mitfühlen. Aus der Grundidee hätte man viel machen können, doch das Potenzial wird verschenkt, indem nur der Beziehung zwischen Lynn und Jury Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die 1,5 Sterne vergebe ich auch nur, wegen dem royalen Feeling und dem explosiven Ende, bei dem wohl kaum ein Auge trocken bleibt.

Veröffentlicht am 06.04.2017

Lächerlich und unauthentisch, 1,5 Sterne

Forever 21
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Nach der Leseprobe war ich noch begeistert, denn bei "Forever 21" handelt es sich nicht um eine normale Zeitreisegeschichte. Ava ist eine Seelenwandlerin, wechselt bei jedem Sprung also auch ihren Körper ...

Nach der Leseprobe war ich noch begeistert, denn bei "Forever 21" handelt es sich nicht um eine normale Zeitreisegeschichte. Ava ist eine Seelenwandlerin, wechselt bei jedem Sprung also auch ihren Körper und Aufenthaltsort. Auch wenn ihre Situation aussichtslos erscheint, ist sie ein lebensfroher und lockerer Mensch geblieben, wodurch sich das Buch leicht und schnell lesen lässt. Anfangs fand ich das extrem erfrischend, da meine sonstigen Bücher ja doch sehr tiefgründig, düster und manchmal auch brutal sind.

Außerdem gefiel mir grundsätzlich dieser episodenartigen Aufbau bzw. die Aneinanderreihung von vier Kurzgeschichten. Hierbei konnte die Autorin wirklich Kreativität beweisen, denn keine Situation gleicht der anderen. Ava springt in die Jahre 2016, 1907, 2017 und 1729, mal in einen englischen Blumenladen, mal in ein deutsches Mädcheninternat und mal in ein französisches Schloss. Sie muss zwei Künstler, einen Arzt und eine Lehrerin oder einen Dienstjungen und eine adlige Madame zusammenbringen. Es gibt Geschwisterstreite zu schlichten, Kriminalfälle zu lösen und Anstandsregeln zu lernen. Ich mochte diese Abwechslung und Vielfältigkeit, besonders in den vergangenen Jahrhunderten, über die ich kaum etwas wusste.

So weit so gut, die Stimmung und das Grundkonzept haben mir also gut gefallen. Allerdings kommt jetzt der große Wendepunkt: Alles andere empfand ich als überhaupt nicht gelungen, ab Seite 80 ging bei mir jeglicher Lesespaß verloren. Dafür gibt es nicht nur einen oder zwei große Gründe, sondern unzählige mehr. Ich werde gar nicht alle aufzählen können, aber ich möchte unbedingt, dass Ihr versteht, warum ich Euch vom Lesen des Buches abrate.

Zuerst einmal zu den Protagonisten: Ava ist einfach nur oberflächlich. Sie sagt ständig, dass sie früher so eine schlechte Person war, aber sich jetzt zum Glück geändert hat - nur dass ich von dieser Wandlung rein gar nichts mitbekommen habe. Sie urteilt bzw. lästert andauernd über ihre Mitmenschen und ist dabei selbst so naiv und unweitsichtig. Der Leser muss sich ständig ihr Selbstmitleid anhören, obwohl sie rein gar nichts tut, um ihre Situation zu verbessern. Die Liebenden bringt sie auch nur durch dumme Zufälle zusammen, oder indem sie sie einmal kräftig anschreit. Leider bekommt außer Ava keine andere Person - nicht einmal Kyran - große Aufmerksamkeit. Ein paar Seiten mehr hätten dem Buch auf jeden Fall gut getan, denn so wurden die Nebencharaktere nur eingeführt und verschwanden zwei Kapitel danach schon wieder. Am Ende habe ich mir nicht einmal mehr die Mühe gemacht, mir ihre Namen noch zu merken, denn sie blieben eh alle ohne Ausnahme blass und stereotypisch.

Ein weiterer Kritikpunkt sind diese blitzartigen Liebesgeschichten. Der Zeitdruck, unter dem Ava steht, ist einfach nur überspitzt dargestellt. Ava hat nicht - wie ich vorher angenommen hatte - Wochen oder gar Monate Zeit, um die zwei Seelenverwandten zu vereinen, sondern gerade mal zwei Tage, denn danach kann sie sich vor Schmerzen kaum noch auf den Beinen halten. Im wahren Leben wäre das eine wahre Herkulesaufgabe und da ist es nur logisch, das überhaupt keine Authentizität aufkommt. Gestört haben mich hierbei auch diese lächerlichen Liebesbekundungen, die einfach zu kitschig und zu dramatisch sind.

Als drittes und letztes möchte ich etwas zum Ende sagen: Mir fällt wirklich kein anderes Buch ein, bei dem der Schlussstrich so ungünstig gezogen wurde und dessen Geschichte so unabgeschlossen ist. Das war nichts Halbes und nichts Ganzes, sondern nur ein Möchtegern-Cliffhanger. Bis zum Schluss wurde fast gar nichts aus Avas Vergangenheit aufgelöst. Ich habe 280 Seiten lang darauf gewartet, zu erfahren, wieso sie mit diesem Fluch belegt worden ist - und das vollkommen umsonst. Bis Band 2 erscheint, werde ich vermutlich alles wieder vergessen haben, und deswegen bin ich mir sehr sicher, dass ich diese Reihe nicht weiterverfolgen werde.


Fazit:
Die Grundidee ist durchaus gut, aus "Forever 21 - Zwischen uns die Zeit" hätte eine tolle Geschichte werden können. Dafür hätte es aber zumindest ein kleines bisschen Tiefgang gebraucht, eine Hauptprotagonistin, die nicht in Schubladen denkt, oder Nebencharaktere, die mehr als zwei Sätze sprechen. Da das Buch dann noch mitten in der Handlung abbricht, ohne ein Gesamtbild zu ergeben, werde ich nicht zu Band 2 greifen. Dies ist bisher mein Flop des Jahres 2017, ich spreche also absolut keine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 28.10.2017

Typischer Übergangsband, der nicht mit den Vorgängern mithalten kann

Die Gabe der Auserwählten
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Meine Meinung:
Ich war sehr gespannt auf diese Fortsetzung, denn während mir die ersten beiden Bände unglaublich gut gefallen haben, wusste ich nicht so richtig, was ich vom Fortgang der Geschichte erwarten ...

Meine Meinung:
Ich war sehr gespannt auf diese Fortsetzung, denn während mir die ersten beiden Bände unglaublich gut gefallen haben, wusste ich nicht so richtig, was ich vom Fortgang der Geschichte erwarten soll. Einerseits habe ich mir gewünscht, endlich auch das dritte Königreich Dalbreck und sein Königspaar kennenzulernen, andererseits habe ich es aber auch als notwendig erachtet, dass Lia in ihre Heimat zurückkehrt und all die Neuigkeiten verkündet. Im Endeffekt ist es dann aber eh etwas anders gekommen ...

Lia ist und bleibt eine tolle Protagonisten, in deren Haut ich mich von Anfang bis Ende wohlgefühlt habe. Sie ist mutig, clever und überzeugend, sodass man sich als Leser über den ein oder anderen Heldenmoment freuen kann, gleichzeitig manchmal aber auch etwas naiv und nicht kompromissfähig, sodass man durchgehen mit ihr mitleiden muss. Natürlich bekommen auch Rafe und Kaden genügend Handlungsspielraum und zusammen bilden sie ein phänomenales Dreiergespann. Mir ist ein solch atmosphärisches, konfliktreiches Team bisher tatsächlich nur in "Die Tribute von Panem" mit Katniss, Peeta und Gale untergekommen. 

Fakt ist jedoch, dass Lia in diesem Band weder in Dalbreck noch in Morrighan ankommt. Ich habe ja erwartet, dass nicht allzu viel geschehen wird, aber es ist einfach noch weniger als wenig passiert. Das Erzähltempo von Mary E. Pearson war schon immer recht langsam, aber diesmal fällt es eben extremer auf, da das Buch nur 350 Seiten lang ist.

Hierbei muss man jedoch eindeutig sagen, dass auch der Verlag Mitschuld trägt, denn dort wurde entschieden, den englischen Trilogieabschluss aufzusplitten. Dieser hat wohl schon im Original 700 Seiten und hätte dann erfahrungsgemäß in deutscher Sprache noch deutlich mehr. Daher wird es noch einen vierten Band mit dem Titel "Der Glanz der Dunkelheit" geben, der dann am 29. März 2018 erscheint.

Mein Lieblingszitat:
Wenn es jemals drei Menschen gegeben hatte, die besser nicht zusammen hätten reiten sollen, dann waren wir das - der Kronprinz von Dalbreck, der Attentäter von Venda und die Prinzessin von Morrighan. Kinder dreier Königreiche und alle drei nur darauf aus, die beiden anderen zu unterwerfen. Wenn unsere Lage nicht so fatal gewesen wäre, hätte ich lauthals über diese Ironie gelacht.
(Die Gabe der Auserwählten, Seite 89, Zeile 2-14 im E-Book)

Mein Fazit:
Vielleicht hätte es sich der One-Verlag etwas besser überlegen soll, ob sich eine Buchaufsplittung bei dieser Geschichte wirklich anbietet. Alles in allem muss man nämlich sagen, dass es sich bei "Die Gabe der Auserwählten" so um einen typischen Übergangsband handelt, in dem kaum etwas Gewinnbringendes passiert. Die Charaktere und das Worldbuilding dieser Reihe liebe ich jedoch nach wie vor, und so bekommt eben auch ein Übergangsband noch ganze 3,5 Sterne. 

Veröffentlicht am 06.10.2017

Für Fans von "Die Tribute von Panem" und "Die rote Königin"

Die Perfekten
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Es ist schon viel Zeit vergangen, seit ich meine letzte "richtige" Dystopie gelesen habe, weswegen ich nicht erwartet hätte, dass mir "Die Perfekten" so gut gefallen wird. Allerdings habe ich schnell festgestellt, ...

Es ist schon viel Zeit vergangen, seit ich meine letzte "richtige" Dystopie gelesen habe, weswegen ich nicht erwartet hätte, dass mir "Die Perfekten" so gut gefallen wird. Allerdings habe ich schnell festgestellt, dass dieses Buch viele Elemente meiner Lieblingsdystopien in sich vereint und zusätzlich noch tolle neue Ideen beherbergt.

Die Gesellschaft wird unterteilt, jedoch nicht durch die Farbe des Blutes wie beispielsweise bei "Die rote Königin", sondern die Qualität der Gene, und auch nicht nur in zwei Sparten, sondern in viel mehr. Jeder Bürger des Landes "Hope" trägt von Geburt an eine Buchstabenfolge auf seinem Arm, die ihn als Mensch der ersten, zweiten oder dritte Klasse kennzeichnet. Jedoch kann er auch im Laufe seinen Leben durch Verletzungen und/oder Krankheiten heruntergestuft werden, was dann ebenfalls in seinem Gentattoo festgehalten wird. Über all diesen Menschen stehen die Gesegneten - gesegnet mit perfekten Genen -, die unsterblich erscheinen. Außerdem gibt es die Ghost (vom System unentdeckte Kinder), die Lauscher (Spione der Gesegnegen) und die Senital (Polizisten von Hope). Das von Caroline Brinkmann geschaffene System ist also wirklich komplex, aber glücklicherweise noch durchschaubar genug, um vom Leser auch ohne Glossar verstanden zu werden.

Rain hingegen wurde von der Autorin als Hauptprotagonistin meiner Meinung nach nicht unbedingt günstig gewählt: Sie zeigt zwar viel Empathie mit ihren Mitmenschen und durchschaut die gesellschaftlichen Missstände sofort, aber strebt nicht wirklich danach, etwas daran zu ändern. Gerade deswegen bin ich am Anfang wirklich nur langsam und beschwerlich voran gekommen. Ich wusste beim besten Willen nicht, wo eine Geschichte mit solch einem passiven Charakter hinführen soll, und noch dazu ist das Buch in viele kleine Abschnitte geteilt, sodass es für den Leser wirklich einfach ist, mitten im Kapitel aufzuhören.


Auf Seite 300 macht Rain dann erstmalig Anstalten, etwas am System verbessern zu wollen und obwohl sie sich trotzdem noch häufig von äußeren Umständen treiben lässt, wurde sie mir endlich sympathisch und noch dazu mir ist plötzlich aufgefallen, wie humorvoll das Mädchen doch ist.

Deutlich interessanter ist da aber auf jeden Fall der männliche Hauptprotagonist Lark. Aus dem Klappentext geht es zwar leider nicht hervor, jedoch ist das Buch aus zwei verschiedenen Perspektiven geschrieben. Seine Erzählanteile sind deutlich geringer, aber umso mehr habe ich genossen, seine Bemühungen rund um seine behinderte Schwester Rose und seine große Liebe Hail mitzuverfolgen. Aufgrund dessen dass er zum Senital ausgebildet wird, werden seine Handlungen gegen Ende auch wirklich wichtig für Rains Revolution. Es gibt schnelle Sichtwechsel, spannende Kämpfe und fesselnde Dialoge, sodass sich ein unheimlicher Sog entwickelt, den ich so zuletzt nur aus "Die Tribute von Panem - Flammender Zorn" kannte.



Mein Lieblingszitat:
"[...] Du bist vom Ghost in den Himmel gestiegen, als wären dir über Nacht Flügel gewachsen. Du bist aus der Asche emporgestiegen, um uns Hoffnung auf ein besseres Leben zu geben. Du bist der Samen, der in den Köpfen und Herzen der Menschen wächst und blüht. Der Samen einer Idee."
"Einer Idee?"
"Die Idee, dass auch die Ärmsten fliegen können." [...] "Die Idee, dass sich die Welt ändern kann. Du kannst die Welt ändern."
(Die Perfekten, Seite 335, Zeile 14-23)



Mein Fazit:
"Die Perfekten" ist ein Jugendbuch mit einer faszinierenden dystopischen Umgebung, rasanten Entwicklungen und actionreichen Wendungen. Die Spannung wird clever aufgebaut und durchgängig gesteigert - bis zum verheerenden Ende. Auch der männliche Hauptprotagonist und die starke Botschaft zwischen den Zeilen sorgen für ein tolles Leseerlebnis, das nur von der passiven Rain ein wenig geschmälert wird. Die weibliche Hauptprotagonistin tut in meinen Augen absolut nichts Gutes für die Geschichte, weswegen ich eine Bewertungseinheit abziehen muss.

Veröffentlicht am 03.09.2017

Starke Sechs-Personen-Konstellation führt zu einem rundum zufriedenstellenden Abschluss

These Broken Stars. Sofia und Gideon
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Jedem, der sich häufiger in der Jugendbuchszene herumtreibt, sollte die "These Broken Stars"-Trilogie ein Begriff sein, schließlich ist sie nicht nur ein optisches Highlight, sondern hat neben den USA ...

Jedem, der sich häufiger in der Jugendbuchszene herumtreibt, sollte die "These Broken Stars"-Trilogie ein Begriff sein, schließlich ist sie nicht nur ein optisches Highlight, sondern hat neben den USA auch in Deutschland eine große Fangemeinde aufgebaut. Zu dieser zähle ich mich selbst, denn obwohl mich "These Broken Stars - Jubilee und Flynn" etwas enttäuscht hat, liebe ich noch heute den ersten Band, der den Untertitel "Lilac und Tarver" trägt. Kein Wunder also, dass der dritte Teil so schnell wie möglich bei mir einziehen und inspiziert werden musste. Insgesamt bin ich von diesem Reihenabschluss schwer begeistert, auch wenn meiner Meinung nach noch etwas Platz nach oben gewesen wäre.

Aufmerksame Lesern sollten Sofia und Gideon eigentlich schon kennen, denn sie sind nicht komplett neu - wie es ja bei Jubilee und Flynn der Fall war -, sondern wurden schon mehr oder weniger ausführlich erwähnt. Diese Verknüpfung mit dem zweiten Band fand ich wirklich passend, zeigt sie doch auf, dass Amie Kaufman und Meagan Spooner nicht einfach darauflos schreiben, sondern ihren Plot gut planen. Außerdem hat diese Tatsache nach sich gezogen, dass unsere beiden Hauptprotagonisten fast auf demselben Stande waren wie der Leser selbst. Die beiden wissen größtenteils von den Verbrechen des Konzerns LaRoux Industries und stehen somit schon auf ein klar definierten Seite. 

Sofia und Gideon selbst waren mir durchaus sympathisch, auch wenn ich Lilac und Tarver immer noch um einiges mehr mag. Es handelt sich um zwei sehr vorsichtige Personen und manchmal konnte ich die Beweggründe für ihre Verschlossenheit nicht nachvollziehen, empfand sie als zu übertrieben. Deshalb muss ich zugeben, dass ich wirklich froh war, als die zwei anderen Paare auch auftauchten und sie fortan gemeinsam gegen Monsieur LaRoux kämpften. Wegen mir hätten Lilac, Tarver, Jubilee und Flynn gerne noch viel früher präsent sein dürfen, denn diese Sechs-Personen-Konstellation hat die Geschichte einfach unheimlich atmosphärisch gemacht. Trotzdem fand ich es super, dass unsere Protagonisten diesmal auch Hilfe von außen angenommen haben. Das ist viel authentischer als die Darstellung in anderen Büchern, in denen es so scheint, als gäbe es kein anderen Rebellen in der Welt und die ganze Last müsse nur von so wenigen Personen gestemmt werden.

Die Geschichte spielt auf Corinth, wo LaRoux Industries seinen Hauptsitz aufgebaut hat. Dieser dritte Planet wird mit seinen verschiedenen Straßenebenen bildhaft ausgearbeitet und ist nochmal komplett anders als Avon und Elysium, was für mich erneut die Qualität des Autorenduos beweist. Ansonsten schreitet die Story rasant voran, auf knapp 530 Seiten passiert überraschend viel und meine einzige Kritik besteht darin, dass es einfach zu viele Fluchtszenen gab. Weglaufen, verstecken, Wunden versorgen und neue Pläne schmieden - dieser Ablauf findet sich für meinen Geschmack etwas zu häufig.

Ähnlich wie in den Vorgängern werden die Kapitel unterbrochen - in diesem Fall durch die Gedankenwelt der fremden Stimmen. Die Stimmen analysieren das menschliche Verhalten und zeigen, was die Experimente von LaRoux für ihre eigene Spezies bedeutet haben. Während ich diese Ausschnitte im zweiten Band überblättert habe, konnte ich sie nun wieder mehr genießen, vor allem weil auch Ereignisse aus der Vergangenheit aufgegriffen und erklärt werden. Alle offenen Fragen wurden somit beantwortet und die Trilogie konnte zu einem wirklich schönen und abgeschlossenen Ende geführt werden.




Mein Lieblingszitat:

Die Tochter unseres Wächters; der Junge mit den grünen Augen von der grauen Welt; das Mädchen, das am Tod ihres Vaters kaputtgehen wird; der Dichter mit Stahl und Schönheit in seiner Seele; die Waise, deren Träume so viel Hoffnung enthalten [...] Sechs Leben, sechs Fäden. Wir werden sehen, was für einen Stoff sie weben.
(These Broken Stars - Sofia und Gideon, Seite 267, Zeile 1-4 und 16)




Fazit:

"These Broken Stars - Sofia und Gideon" ist ein würdiger Abschluss für eine wirklich schöne Trilogie. Endlich darf der Leser alle sechs Protagonisten gemeinsam agieren sehen, der Kampf gegen LaRoux Industries ist alles andere als unspektakulär und auch die Stimmen werden glücklicherweise näher charakterisiert. Die Messlatte wurde in Band 1 aber einfach zu hochgelegt und Lilac und Tarver bleiben mein Lieblingspaar, weswegen ich nur vier von fünf Sternen vergeben kann. Natürlich gibt es von mir trotzdem eine dicke fette Leseempfehlung für die gesamte Reihe!