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Veröffentlicht am 06.04.2017

Lächerlich und unauthentisch, 1,5 Sterne

Forever 21
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Nach der Leseprobe war ich noch begeistert, denn bei "Forever 21" handelt es sich nicht um eine normale Zeitreisegeschichte. Ava ist eine Seelenwandlerin, wechselt bei jedem Sprung also auch ihren Körper ...

Nach der Leseprobe war ich noch begeistert, denn bei "Forever 21" handelt es sich nicht um eine normale Zeitreisegeschichte. Ava ist eine Seelenwandlerin, wechselt bei jedem Sprung also auch ihren Körper und Aufenthaltsort. Auch wenn ihre Situation aussichtslos erscheint, ist sie ein lebensfroher und lockerer Mensch geblieben, wodurch sich das Buch leicht und schnell lesen lässt. Anfangs fand ich das extrem erfrischend, da meine sonstigen Bücher ja doch sehr tiefgründig, düster und manchmal auch brutal sind.

Außerdem gefiel mir grundsätzlich dieser episodenartigen Aufbau bzw. die Aneinanderreihung von vier Kurzgeschichten. Hierbei konnte die Autorin wirklich Kreativität beweisen, denn keine Situation gleicht der anderen. Ava springt in die Jahre 2016, 1907, 2017 und 1729, mal in einen englischen Blumenladen, mal in ein deutsches Mädcheninternat und mal in ein französisches Schloss. Sie muss zwei Künstler, einen Arzt und eine Lehrerin oder einen Dienstjungen und eine adlige Madame zusammenbringen. Es gibt Geschwisterstreite zu schlichten, Kriminalfälle zu lösen und Anstandsregeln zu lernen. Ich mochte diese Abwechslung und Vielfältigkeit, besonders in den vergangenen Jahrhunderten, über die ich kaum etwas wusste.

So weit so gut, die Stimmung und das Grundkonzept haben mir also gut gefallen. Allerdings kommt jetzt der große Wendepunkt: Alles andere empfand ich als überhaupt nicht gelungen, ab Seite 80 ging bei mir jeglicher Lesespaß verloren. Dafür gibt es nicht nur einen oder zwei große Gründe, sondern unzählige mehr. Ich werde gar nicht alle aufzählen können, aber ich möchte unbedingt, dass Ihr versteht, warum ich Euch vom Lesen des Buches abrate.

Zuerst einmal zu den Protagonisten: Ava ist einfach nur oberflächlich. Sie sagt ständig, dass sie früher so eine schlechte Person war, aber sich jetzt zum Glück geändert hat - nur dass ich von dieser Wandlung rein gar nichts mitbekommen habe. Sie urteilt bzw. lästert andauernd über ihre Mitmenschen und ist dabei selbst so naiv und unweitsichtig. Der Leser muss sich ständig ihr Selbstmitleid anhören, obwohl sie rein gar nichts tut, um ihre Situation zu verbessern. Die Liebenden bringt sie auch nur durch dumme Zufälle zusammen, oder indem sie sie einmal kräftig anschreit. Leider bekommt außer Ava keine andere Person - nicht einmal Kyran - große Aufmerksamkeit. Ein paar Seiten mehr hätten dem Buch auf jeden Fall gut getan, denn so wurden die Nebencharaktere nur eingeführt und verschwanden zwei Kapitel danach schon wieder. Am Ende habe ich mir nicht einmal mehr die Mühe gemacht, mir ihre Namen noch zu merken, denn sie blieben eh alle ohne Ausnahme blass und stereotypisch.

Ein weiterer Kritikpunkt sind diese blitzartigen Liebesgeschichten. Der Zeitdruck, unter dem Ava steht, ist einfach nur überspitzt dargestellt. Ava hat nicht - wie ich vorher angenommen hatte - Wochen oder gar Monate Zeit, um die zwei Seelenverwandten zu vereinen, sondern gerade mal zwei Tage, denn danach kann sie sich vor Schmerzen kaum noch auf den Beinen halten. Im wahren Leben wäre das eine wahre Herkulesaufgabe und da ist es nur logisch, das überhaupt keine Authentizität aufkommt. Gestört haben mich hierbei auch diese lächerlichen Liebesbekundungen, die einfach zu kitschig und zu dramatisch sind.

Als drittes und letztes möchte ich etwas zum Ende sagen: Mir fällt wirklich kein anderes Buch ein, bei dem der Schlussstrich so ungünstig gezogen wurde und dessen Geschichte so unabgeschlossen ist. Das war nichts Halbes und nichts Ganzes, sondern nur ein Möchtegern-Cliffhanger. Bis zum Schluss wurde fast gar nichts aus Avas Vergangenheit aufgelöst. Ich habe 280 Seiten lang darauf gewartet, zu erfahren, wieso sie mit diesem Fluch belegt worden ist - und das vollkommen umsonst. Bis Band 2 erscheint, werde ich vermutlich alles wieder vergessen haben, und deswegen bin ich mir sehr sicher, dass ich diese Reihe nicht weiterverfolgen werde.


Fazit:
Die Grundidee ist durchaus gut, aus "Forever 21 - Zwischen uns die Zeit" hätte eine tolle Geschichte werden können. Dafür hätte es aber zumindest ein kleines bisschen Tiefgang gebraucht, eine Hauptprotagonistin, die nicht in Schubladen denkt, oder Nebencharaktere, die mehr als zwei Sätze sprechen. Da das Buch dann noch mitten in der Handlung abbricht, ohne ein Gesamtbild zu ergeben, werde ich nicht zu Band 2 greifen. Dies ist bisher mein Flop des Jahres 2017, ich spreche also absolut keine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 14.07.2017

Kaum Handlung, klischeebehaftete Hauptprotagonisten und Sexszenen am laufenden Band

Erwachen des Lichts
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Bei der "Götterleuchten"-Trilogie handelt es sich um ein Spin-off zur "Dämonentochter"-Pentalogie, und ich muss gleich zu Beginn zugeben, dass ich das nicht wusste. Auf der Rückseite des Buches, den Klappentexten ...

Bei der "Götterleuchten"-Trilogie handelt es sich um ein Spin-off zur "Dämonentochter"-Pentalogie, und ich muss gleich zu Beginn zugeben, dass ich das nicht wusste. Auf der Rückseite des Buches, den Klappentexten und auch im Vorwort wird nicht darauf hingewiesen, was vermutlich daran liegt, dass die Reihen in zwei verschiedenen Verlagen erscheinen bzw. erschienen sind. Auch durch die Namen habe ich leider keinen Zusammenhang feststellen können, da ich von Jennifer L. Armentrout bisher nur die "Obsidian"-Reihe gelesen hatte und somit kein Vorwissen besaß. Grundsätzlich würde ich nicht sagen, dass ich dadurch benachteiligt war, aber mein Eindruck ist eindeutig, dass "Erwachen des Lichts" doch eher für Fans geschrieben worden ist, die unbedingt wissen wollen, wie es mit Seth & Co nach "Dämonentochter - Verzaubertes Schicksal" weitergeht. Anscheinend mussten dort gegen Ende einige Figuren hart einstecken und jetzt sollen sie ihr Happy-End in dieser Reihe finden.

"Normale Leser" werden dementsprechend gründlich gespoilert, denn die Ereignisse der Hauptreihe werden ausführlichst geschildert und Figuren, die eigentlich kein einziges Mal in Erscheinung treten, von hinten bis vorne charakterisiert. Und das schlimmste daran: Diese Passagen habe ich tatsächlich genossen, denn sie waren im Gegensatz zum ganzen Rest des Buches immerhin etwas informativ. Ansonsten passiert nämlich gar nichts! Josie erfährt von ihrem Beschützer Seth, dass sie eine Halbgöttin ist, wird zur mythologischen Akademie gebracht, dort ein wenig trainiert und tritt dann gegen einen feindlichen Titanen an. Und das klingt sogar noch spannender als es in Wirklichkeit ist, denn die zwei Actionszenen - falls man sie denn überhaupt als solche bezeichnen darf - sind kurz, unspektakulär und kaum ausgearbeitet. Ganz am Rande möchte ich auch erwähnen, dass in der ersten Hälfte von "Percy Jackson - Diebe im Olymp" zu 100% dasselbe passiert. 

So sehr ich mir auch gewünscht hätte, dass die Charaktere dieses Mango wieder gut machen können, es war leider nicht so. Ganz im Gegenteil: Seth und Josie haben mich noch viel mehr gestört als die fehlende Handlung, obwohl sie auf den ersten Blick wie das Paar aus "Obsidian - Schattendunkel" wirken. Wo Daemon witzig und charmant war, ist Seth geschmacklos und pervers, wo Katy selbstbewusst und mutig war, ist Josie oberflächlich und blass. Er tritt natürlich als typische Bad-Boy auf, aber denkt insgeheim, dass ihn seine Vergangenheit zu einem schrecklichen Menschen gemacht hat, der Liebe nicht verdient, und versucht deshalb, Josie aus dem Weg zu gehen - na, wem kommt das auch bekannt vor? Sie hingegen entwickelt sich durch ihre Götterfähigkeiten von der grauen Maus zur starken Kämpferin, nur das die Fantasy-Aspekte kaum erklärt werden und ich dazu einfach noch tausend offene Fragen im Kopf habe. 

Aber als ob Seth und Josie mich nicht schon so genug genervt hätten, ist ihre Beziehung rein körperlich und somit für den Leser absolut nicht nachvollziehbar. Und übrigens: Die Autorin scheut sich überhaupt nicht, Küsse und Bett-Szenen zu beschreiben. Tatsächlich habe ich noch kein anderes Jugendbuch gelesen, in dem sie so detailliert beschrieben wurden. Seth erzählt gefühlt alle fünf Minuten von seiner heftigen Erektion und himmelt Josies rosige Brustwarzen an - kein Wunder also, dass ich das Gefühl hatte, die Geschichte kommt überhaupt nicht voran.

Fazit:
Kaum Handlung, klischeebehaftete Hauptprotagonisten und Sexszenen am laufenden Band - mit so wenig Worten kann man "Erwachen des Lichts" beschreiben. Zwischenzeitlich war ich dermaßen enttäuscht, dass ich das Buch am liebsten gegen die Wand geworfen hätte, und ich im Endeffekt fast vier Wochen für 430 Seiten gebraucht habe. Entweder wurde die "Lux"-Reihe in Wahrheit von einer ganz andere Autorin geschrieben oder sie würde mir mit meiner mittlerweile dreijährigen Leseerfahrung auch nicht mehr so gefallen, wie sie es früher getan hat.
1,5 Sterne gibt's trotzdem für die einigermaßen actionreichen letzten 100 Seiten und dafür, dass ich als Nichtkennerin der "Dämonentochter"-Pentalogie wohl eigentlich nicht der Zielgruppe des Buches angehöre. 

Veröffentlicht am 28.06.2017

Noch besser als "Die Bestimmung"!

Rat der Neun - Gezeichnet
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Veronica Roth ist eine Bestsellerautorin und ihre Trilogie "Die Bestimmung" konnte mich - genauso wie Tausend andere Menschen überall auf der Welt - vollends begeistern. Deswegen wollte ich auch ihre neue ...

Veronica Roth ist eine Bestsellerautorin und ihre Trilogie "Die Bestimmung" konnte mich - genauso wie Tausend andere Menschen überall auf der Welt - vollends begeistern. Deswegen wollte ich auch ihre neue Reihe kennenlernen, allerdings habe ich mir dafür etwas Zeit gelassen. Tatsächlich habe ich im Vorfeld nämlich viele negativ gestimmte Rezensionen gelesen, das Buch seie zu kompliziert. Deswegen habe ich mir etwas überlegt, was mir im Nachhinein sehr geholfen hat und was ich Euch allen nur empfehlen kann: Nehmt Euch Zettel und Stift zur Hand oder speichert Euch meinetwegen Notizen im Handy ab und schreibt während der ersten paar Kapitel alle Namen plus Verwandtschaftsverhältnisse mit. Außerdem findet sich ganz hinten ein Glossar mit den erwähnten Orten und Fremdwörtern, da könnt Ihr Euch ja ein zweites Lesezeichen reinlegen.

Nach dieser Vorkehrung stand meinem Lesevergnügen also nichts mehr im Weg, und ich stellte schnell fest: Dieses Buch macht süchtig! An vorderster Front finden sich die Hauptprotagonisten Akos und Cyra, die einen großen Teil der Genialität dieses Buches ausmachen. Akos stellt den gutmütigen, sanften und ruhigen Part da, was ich sehr erfrischend fand, da diese Rolle nun mal zumeist den Frauen teil wird. Schon von Anfang an waren mir die beiden daher überaus sympathisch, doch nach 600 Seiten habe ich noch viel mehr als das für sie gefühlt. Ihre Geschichte ist düster und brutal, doch trotzdem haben sie nicht vergessen, was Gerechtigkeit und vor allen Loyalität bedeutet. Ihre menschliche Ausstrahlung wird noch durch den fantastischen Schreibstil der Autorin unterstützt, denn sie lässt ihre Figuren alles offen, ehrlich und zügig aussprechen. Es gibt keine Geheimniskrämerei, sodass sich Cyra und Arkos nicht noch gegenseitig behindern, wie es so oft in Büchern der Fall ist. Die Dialoge waren durchgängig einfach gehalten und so formuliert, wie ich es auch selbst im echten Leben gesagt hätte. 

Das Worldbuilding ist kreativ und vielschichtig und erinnerte mich das ein oder andere Mal an die fantastische "Red Rising"-Trilogie. Verschiedene Planten, Völker sowie komplexe Machtgefüge fordern den Leser wirklich heraus, belohnen ihn aber gleichzeitig mit einer einzigartigen Geschichte. Plötzlich wartet man hinter jeder Ecke auf das nächste Geheimnis, das erst noch enthüllt werden muss, oder auf die nächste grausame Tat, die noch geschehen wird. Besonders die Gaben aller Charaktere fand ich extrem interessant, denn hier finden sich eine Vielzahl an neuen Ideen: Während Akos Immunität schon aus "Twilight" (Bella) und Cyras Schmerz aus "Goddess of Poison - Tödliche Berührung" (Twylla) bekannt sind, gibt es des weiteren Figuren, die ihre eigenen Erinnerungen gegen die anderer Menschen austauschen können oder die vollkommen unempfindlich gegenüber jeder Art von Schmerz sind und trotzdem sterben können.

Als Leser fliegt man also nur so durch die Seiten und doch sind mir ganz am Ende ein paar Dinge aufgefallen, die man hätte besser machen können: Der Leser weiß, dass es neun Hauptplaneten gibt, die jeweils ein Mitglied des Rates stellen, aber mehr auch nicht. Die Geschichte spielt immer nur auf Thuve und man hat keinerlei Hintergrundwissen über die anderen Planeten: Wie steht die Bevölkerung dort zum Strom, der ihr Sonnensystem umfließt? Wie sind die Regierungen politisch eingestellt? Wann und wie ist der sogenannte Rat der Neun entstanden? Und just in diesem Moment, in dem ich diese Rezension schreibe, kommt mir noch eine viel wichtigere Frage: Wieso nennt man diese Buch überhaupt "Rat der Neun"? Der Rat wurde in ein paar Nebensätzen erwähnt, hat ansonsten aber keinerlei Rolle gespielt. Natürlich kann das auch noch in Band 2 kommen, aber ich finde, dann hätte man diese Bezeichnung wirklich nicht als Reihentitel wählen müssen.

Fazit:
Mit der Geschichte um Tris und Four hat Veronica Roth in vielen Ländern einen absoluten Hype ausgelöst und auch ihr neuer Reihenauftakt hat einen großen Marketingaufwand erfahren. Verdient? Und ob! Ich bin ein Fan beider Reihen und wage zu behaupten, dass "Rat der Neun" vom Worldbuilding und Suchtfaktor noch um einiges besser ist als "Die Bestimmung". Akos und Cyra sind geniale Protagonisten, denen ich mich von Anfang an verbunden gefühlt habe. Auch wenn der Leser für meinen Geschmack zu wenig Hintergrundwissen bekommt und ich auch den Titel des Buches als irreführend empfinde, freue ich mich sehr auf Band 2, dessen Erscheinungsdatum aber leider noch nicht bekannt gegeben wurde.

Veröffentlicht am 11.06.2017

Tolle Atmosphäre und starke Charaktere

Der Schwarze Thron 1 - Die Schwestern
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Drei Mädchen - eine Giftmischerin, eine Naturbegabte und eine Elementwandlerin - kämpfen um den Thron der Insel Fennbirn. Nur eine von ihnen kann die neue Königin werden, doch zuvor muss sie innerhalb ...

Drei Mädchen - eine Giftmischerin, eine Naturbegabte und eine Elementwandlerin - kämpfen um den Thron der Insel Fennbirn. Nur eine von ihnen kann die neue Königin werden, doch zuvor muss sie innerhalb eines Jahres ihre beiden Schwestern töten. Für mich war "Der schwarze Thron" eine der meist erwarteten Reihen des ganzen Jahres, denn das Grundprinzip ist fantastisch, ja, meiner Meinung nach sogar eine der besten Ideen, die in der Fantasyliteratur je da gewesen ist. Umso schöner finde ich, dass Kendare Black auch großes Talent bei der Charakterisierung ihrer Protagonisten bewiesen hat: Ob Katharine, Arsinoe, Mirabella oder einer der - zugegebenermaßen unzähligen - Nebenfiguren, sie alle sind authentisch, facettenreich und vor allem klischeefrei, sodass alle mein Herz erwärmen konnten. Schon nach kurzer Zeit habe ich gehofft, dass die Schwestern einen Ausweg finden und nun doch zusammenhalten werden, und ich hoffe es noch immer.

Um ehrlich zu sein, hatte man aber auch wirklich viel Zeit alle Personen kennenzulernen, denn das Buch ist nicht so actionreich, wie man vielleicht erwartet. Die Geschichte beginnt nicht etwa zur Erwachenszeremonie sondern vier Monate zuvor. Das heißt wir begleiten die Schwestern einzig und allein 450 Seiten lang in ihrem "normalen" Alltag, noch bevor der ganze Wettstreit um Leben und Tot überhaupt begonnen hat. Ich will keinesfalls sagen, dass es deswegen nicht spannend ist, aber durch die Vorfreude auf das spätere Geschehen war es manchmal - vor allem zu Beginn - doch ein kleines bisschen ermüdend.

Unfassbar gut gelungen, ist dafür das Zusammenspiel der einzelnen Abschnitte: Die Perspektivwechsel, die Länge der Kapitel, die Reihenfolge der Kapitel, die Autorin hat einfach ein unglaubliches Gespür für Details gezeigt. Jedes Kapitel für sich genommen ist schon großartig, philosophisch und das mehrmalige Lesen wert, doch zusammen bilden sie ein wahres Meisterwerk. Heute ziehe ich noch einen halben Stern ab, doch die Voraussetzung für Band 2 könnten gar nicht besser sein. Ich bin sicher, dass ich mich schon Ende September über einen wahren Pageturner freuen werde können, denn dann erscheint "Der schwarze Thron - Die Königin", der Abschluss dieser Dilogie.

Veröffentlicht am 11.06.2017

Tolles Jugendbuch

Als ich dich suchte
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Lauren Oliver war mir kein unbekannter Name, denn vor einigen Jahren habe ich schon ihre "Amor"-Trilogie gelesen und geliebt. Trotzdem war ich etwas unsicher, ob mir auch "Als ich Dich suchte" gefallen ...

Lauren Oliver war mir kein unbekannter Name, denn vor einigen Jahren habe ich schon ihre "Amor"-Trilogie gelesen und geliebt. Trotzdem war ich etwas unsicher, ob mir auch "Als ich Dich suchte" gefallen wird, denn es handelt sich diesmal eher um ein Drama und nicht um Fantasy. Trotzdem hat mich diese Schwesterngeschichte schnell gerührt und ich konnte komplett zwischen den Seiten abtauchen. Als Jugendbuch macht es sich wirklich gut, denn die Denkmuster in Daras und Nicks Kopf kamen mir sehr bekannt vor.

Der Konkurrenzkampf zwischen den Schwestern ist durchaus realistisch und übertragbar auf viele Arten zwischenmenschlicher Beziehungen. Außerdem fand ich es immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich zwei Schwestern ein und dieselbe Situation wahrnehmen und empfinden können. Einzig und allein die Erzählungen aus ihrer Vergangenheit haben mich ein wenig gestört. Wieso? Die beiden sind gerade mal 16 bzw. 17 Jahre alt und haben natürlich schon unglaublich viel durchgemacht und erlebt. Absolut kein Teenager-Klischee wurde ausgelassen, denn vor allem Daras Leben scheint nur aus Party und Jungs zu bestehen.

Einen großes Reiz des Buches macht tatsächlich der Schreibstil aus: Die Geschichte ist flüssig geschrieben und ohne Stolpersteine sodass man sie sofort in einem Ruck durchlesen kann. Da ist kein Wort zu viel oder zu wenig, nichts wirkt unnatürlich oder konstruiert und durch die Zeitungsartikel und Facebooknachrichten wird alles nocheinmal aufgewertet.

Ein letztes Thema muss ich kurz noch ansprechen, auch wenn ich nicht allzu sehr spoilern möchte: Das Ende. Ganz ehrlich, die letzten paar Kapitel haben mich etwas enttäuscht. Mag sein, dass die Auflösung eigentlich gut und originell ist, aber sie lässt sich in Buchform einfach nicht gut verarbeitet. Als Leser hat man das Gefühl etwas verpasst zu haben, da es im Vorfeld einfach keine Hinweise gab.