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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2020

Identitäten in schwarz und weiß

Die verschwindende Hälfte
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Dieses Buch lag nun einige Wochen auf meinen Stapel mit ungelesen Büchern. Ich hätte es schon früher lesen soll, ich fand es großartig.

Britt Bennett erzählt die Geschichte der Zwillinge Stella und Desiree. ...

Dieses Buch lag nun einige Wochen auf meinen Stapel mit ungelesen Büchern. Ich hätte es schon früher lesen soll, ich fand es großartig.

Britt Bennett erzählt die Geschichte der Zwillinge Stella und Desiree. Die beiden wachsen in einer amerikanischen Kleinstadt mit hellhäutigen Schwarzen auf. Hautfarbe sagt dort viel über den Status der Menschen: "Je weißer, desto besser", scheint das Motto zu sein. Als Teenager trennen sich die Wege der Schwestern. Jede rebelliert auf ihre Weise. Sie heiraten und bekommen Kinder: Stellas blond mit blauen Augen, Desirees tiefschwarz. Nach Jahrzehnten kommt es zu einem Wiedersehen.

Wie beeinflusst Rassismus die Identität der Menschen? Das war für mich ein der spannendsten Fragen des Buches. Die Geschichte der Schwestern, ihrer Vorfahren und Kinder hat mich von Anfang an gefesselt. Wichtige Themen, spannend erzählt, nicht beschönigt... von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 25.10.2020

Außergewöhnliche Vorlesegeschichten für jedes Alter

Flo, der Flummi und das Schnack
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"Flo, der Flummi und das Schnuck" ist der Buchtitel und der Titel einer der 31 interessanten Geschichten, die in diesem Buch versammelt sind.
Zunächst zu den Äußerlichkeiten: Zu jedem Märchen gibt es eine ...

"Flo, der Flummi und das Schnuck" ist der Buchtitel und der Titel einer der 31 interessanten Geschichten, die in diesem Buch versammelt sind.
Zunächst zu den Äußerlichkeiten: Zu jedem Märchen gibt es eine Angabe zum empfohlenen Vorlesealter und zur Lesedauer, außerdem jeweils eine Seite mit Bild. Wie die Geschichten, sind auch die Bilder außergewöhnlich kunstvoll. Es macht Spaß sie zu betrachten, besonders auch nachdem man die zugehörige Geschichte gelesen hat.

Mittlerweile haben mein Mann und ich unseren Töchtern fast alle Geschichten ein- oder mehrmals vorgelesen. Bei einer Mischung von so viel unterschiedlichen Autoren finde ich es normal, dass einem manche Geschichten mehr gefallen als andere aber bisher war nur eine dabei, die uns so gar nicht angesprochen hat.
Wer auf der Suche nach schönen Geschichten fernab vom Feen-Piraten-Prinzessin-Einheitsbrei ist, der sollte hier zugreifen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2020

Vegetarisch und Vegan - gesund und lecker

Silvis Wohlfühlküche
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Beim ersten Anschauen dieses Kochbuches lief mir das Wasser im Mund zusammen. Und trotzdem war ich zunächst skeptisch
Selbstliebe, Nachhaltigkeit, cleaneating, vegetarisch, regional... das sind nur einige ...

Beim ersten Anschauen dieses Kochbuches lief mir das Wasser im Mund zusammen. Und trotzdem war ich zunächst skeptisch
Selbstliebe, Nachhaltigkeit, cleaneating, vegetarisch, regional... das sind nur einige der Stichworte, die im Klappentext genannt werden. Um ehrlich zu sein, hatte ich befürchtet, dass mir insbesondere der Einleitungsteil entweder mit einem erhobenen Zeigefinger oder spirituellem Gequatsche auf die Nerven gehen würde. Zum Glück hab ich ihn nach einer Weile doch noch gelesen. Sylvia Gasser erzählt nämlich sehr sympathisch über sich, Selbstliebe und gesunde Ernährung.
Aber nun zum wichtigsten bei einem Kochbuch: den Rezepten. Frühstück, gesunde Snacks, Mittag und sonstige Rezepte findet man im Inhaltsverzeichnis. Es gibt nicht nur vieles zum kochen, auch das backen kommt nicht zu kurz: Brote, Brownies, Cookies, Grissini ...Alles sehr übersichtlich gegliedert, schön fotografiert und dazu auch noch gesund und lecker. Was mir besonders gut gefällt, ist die farbliche Kennzeichnung von glutenfreien, veganen und vegetarischen Gerichten
Unser Favorit ist das selbst gebackene Toastbrot und auch die Zebratörtchen und die Schlutzer (gefüllte Teigtaschen) gab es schon mehr als einmal.
Beim Durchblättern finde ich noch vieles, was wir bald ausprobieren werden. Genau so muss ein Kochbuch sein.

Veröffentlicht am 13.10.2020

Kein Buch für zwischendurch

Die Unschärfe der Welt
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Iris Wolff erzählt eine Geschichte über mehrere Generationen einer Familie aus dem rumänischen Banat. Der rote Faden ist die Hauptperson Samuel, dessen Leben aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet ...

Iris Wolff erzählt eine Geschichte über mehrere Generationen einer Familie aus dem rumänischen Banat. Der rote Faden ist die Hauptperson Samuel, dessen Leben aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird.
Die historischen Umstände stehen dabei nur in soweit im Fokus, wie sie das Leben der Charaktere bestimmen. Themen wie Homosexualität und das Ceausescu Regime spielen eine Rolle, aber eigentlich lebt das Buch von seinen unterschiedlichen Perspektiven. Trotz großer Zeitsprünge gelingt es der Autorin letztendlich alles zu einem großen Ganzen zu verweben.
Ich fand diese unterschiedlichen Perspektiven spannend, musste aber sehr aufmerksam lesen, um die sich kreuzenden Lebenswege richtig einzuordnen.
Während der ersten Kapitel war ich ganz euphorisch. Die wunderbare Sprache hat mich beeindruckt. Wollte man sich die schönsten Sätze im Buch markieren, so wäre jede Seite bunt. Voller Poesie und Bildhaftigkeit hat mich die Sprache auch weiter durch das Buch getragen.
Trotzdem hat es mich nicht ganz überzeugt. Einerseits bekommt man durch die vielen Perspektiven ein besonders vollständiges Bild einer Person, andererseits bin ich den Protagonisten beim lesen nie wirklich nahe gekommen. Vielleicht war es so gewollt, aber die Unschärfe des Buches hat mir nicht immer gefallen. Dennoch halte ich es für einen großartigen Roman. Einen, den man vielleicht sogar zweimal lesen muss, um ihn ganz zu erfassen.

Veröffentlicht am 04.10.2020

Inhaltlich und optisch top - nur die Lupe könnte besser sein

Das Buch mit der Lupe: Mein Körper
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"Mein Körper" behandelt auf 11 Doppelseiten Themen wie das Skelett, Muskeln und Sehnen, Blutkreislauf, Verdauung, Nervensystem und Gehirn. 4 Seiten sind mit einer Entdeckerlupe ausgestattet. Man schiebt ...

"Mein Körper" behandelt auf 11 Doppelseiten Themen wie das Skelett, Muskeln und Sehnen, Blutkreislauf, Verdauung, Nervensystem und Gehirn. 4 Seiten sind mit einer Entdeckerlupe ausgestattet. Man schiebt praktisch einen zweiten Karton mit Loch über das Bild und kann so immer einen kleinen Ausschnitt entdecken.

An sich finde ich das eine tolle Idee. In der Praxis verhakt die Lupe aber oft beim verschieben. Außerdem kann man mit der Lupe leider nicht das ganze Bild sehen. Das hätte man besser lösen können.
Es gibt aber auch viel positives über das Buch zu berichten. Die Illustrationen und die Farbgestaltung sind außergewöhnlich schön. Die Inhalte sind ansprechend und im passenden Detailgrad für Vor- und Grundschulkinder aufbereitet.

Es drängt sich der Vergleich mit "Wir entdecken unseren Körper" aus der Wieso?Weshalb?Warum?-Reihe auf. Wir haben beide Bücher und ich finde auch durchaus, dass beide ihre Berechtigung haben, auch wenn sie die gleichen Themen behandeln. "Wir entdecken unseren Körper macht Kindern mit den Klappen viel Spaß und beantwortet viele Fragen. Bei "Mein Körper" finde ich den logischen Aufbau des Buches toll. Es sind zwar weniger Zeichnungen enthalten, diese sind aber sehr groß und ausführlich beschriftet. Besonders gelungen finde ich die Seiten 4 und 5, wo die Begriffe Zelle, Gewebe, Organ und Organsystem erklärt werden und es einen Überblick über verschiedene Zelltypen gibt. So wird ein grundsätzliches Verständnis geschaffen, was hilft weitere Details zu verstehen. Ein tolles Buch, was auch über die Grundschulzeit hinaus noch als Nachschlagewerk dienen kann